60 Sekunden Selbstprotraits – Teil 3 – Skizzen von Susanne Haun
Mein Kalender mit Selbstbildnissen füllt sich von Woche zu Wochen.
Statt Termine zeichne ich auf jeder Seite eines Terminkalenders kontinuierlich ein Selbstprotrait in ca. 60 Sekunden.
Hier seht ihr die Portraits bis zur 4. Woche und hier bis zur 12.Woche.
- 13. Woche Selbstportrait (c) Zeichnung von Susanne Haun
- 14. Woche Selbstportrait (c) Zeichnung von Susanne Haun
- 15. Woche Selbstportrait (c) Zeichnung von Susanne Haun
- 16. Woche Selbstportrait (c) Zeichnung von Susanne Haun
- 17. Woche Selbstportrait (c) Zeichnung von Susanne Haun
- 18. Woche Selbstportrait (c) Zeichnung von Susanne Haun
Wer war Anna Parolini Guicciadini – Bericht und Zeichnung von Susanne Haun
Es ist spannend, wie sich meine Sichtweise ändert, wenn ich mit bestimmten Aufgaben durch die Gemäldegalerie gehe.
Dieses Mal haben wir beim Besuch der Gemäldegalerie nach Schrift in den Bildern gesucht. Erst dachte ich, es gibt keine Bilder mit Buchstaben und dann habe ich entdeckt, dass fast alle Bilder Schriftzüge aufweisen.
Jeder von uns hat ein Bild beschrieben. Ich habe mir das Bild “Anna Parolini Guicciadini” von Agostino Carracci (1557 Bologna – 1602 Parma) ausgesucht. Ich habe sogar ein lizenzfreies Foto des Gemäldes im Internet gefunden.
Rechts über ihrem Kopf steht geschrieben:
HANNA PAROLINA GUICCIADINI
IMAGINEM AVGUST CARRATIVS
PINXIT ANNO LCGG (1598)
Ich mag dieses Portrait, was mir trotz seines Alters so jung geblieben vorkommt. Wer war diese Frau? Sie war sicher belesen und klug. Ich finde leider nichts über sie im Internet.
Hat einer von euch bei der Recherche mehr Glück?
Durch das Gemälde wissen wir, wie sie aussieht und wir kennen ihren Namen. Wir wissen auch durch die Inschrift, wenn ich sie richtig verstehe, dass das Bild 1598 gemalt wurde. Das ist mehr, als wir von vielen, vielen anderen Frauen wissen.
Die Schrift im Buch, was sie hält, ist nicht zu entziffern, aber die Überschrift ist rot dargestellt. Das Buch ist die Gegenwart, die Realitätsebene des Bildes und die Bilddaten über den Kopf die Nachträglichkeit, die die Anna und das Bild formal beschreiben.
Henry Miller – Collage und Zeichnung von Susanne Haun
Die Eindringlichkeit, Außergewöhnlicket und Einsamkeit in den Hörbüchern von Henry Miller springt mich an.
Ich empfinde das Hörbuch hören so oder so intensiver als das Lesen. Mit den Kopfhörern und meinem iPod schliesse ich mich von der Welt aus und begebe mich in einen ganz eigenen Kosmos.
Begonnen habe ich “Mit Henry Miller nach New York”, dabei entstanden Collagen, darunter auch die Collage “Henry Miller”. Die CD dauert nur 55 Minuten und der Text wird von Jazz Stücken unterbrochen. Das hat mir Zeit zum Nachdenken gegeben.
Ich mag New York sehr, aber ich kenne es nicht. Als Tourist und auch als Ausstellende meiner Werke in der German House Gallery werde ich mit den Sorgen, Nöten und Problemen der Stadt nicht konfrontiert. Ich sehe nur das Glitzern und die schönen Seiten der Stadt. Ich suhle mich in den Hochhäusern und Brücken, im fremden Essen, den Geschäften und den Central Park. Aber kenne ich New York? Nein.
Habe ich eine Vorstellung von Henry Miller nach dem Hören des Buches? Nein.
So ist die Collage sehr gut zu verstehen, die ich nach dem großen Autor benannte. Ich bin zufrieden mit ihr.
Dann hörte ich weiter. Ich hörte “Stille Tage in Clichy”. Ohne Vorwarnung begann ich im Berufsverkehr in der S-Bahn mit dem Buch. Ich hoffe, meine Kopfhörer sind so isoliert, dass die Mitreisenden nicht hörten, was vorgelesen wurde. Ich war auf dem Weg zum Aktmalen, so passte es. Was ich vom Text halte? Ich weiss es noch nicht, ich muss darüber nachdenken. Aber ich höre noch weiter.
Und natürlich habe ich das Netz nach Miller durchsucht! Sehr schön finde ich Henry Millers Punkte für die “Every Day Writer”, welche nahtlos auf die “Every Day Drawer” zu übertragen sind (siehe hier).
Es entstand mit dem wenigen “mehr an Wissen” mein Sinnbild von Miller.
Selbst – Zeichnung von Susanne Haun
Heute an meinem Geburtstag ist es wieder an der Zeit, ein Selbstportrait zu zeichnen.
Wenn ihr den Links folgt, dann seht er meine Geburtstagsselbstportraits von 2009 und 2011.
60 Sekunden Selbstprotraits – Teil 2 – Skizzen von Susanne Haun
Ihr erinnert euch an meinen Kalender mit dem schönen Einband, den ich von Itha zu Weihnachten bekam?
Statt Termine zeichne ich auf jeder Seite kontinuierlich ein Selbstprotrait in ca. 60 Sekunden.
Hier seht ihr die Portraits bis zur 4. Woche.
- 4. Woche (c) Selbstbildniss Susanne Haun
- 5. Woche (c) Selbstbildniss Susanne Haun
- 6. Woche (c) Selbstbildniss Susanne Haun
- 7. Woche (c) Selbstbildniss Susanne Haun
- 8. Woche (c) Selbstbildniss Susanne Haun
- 9. Woche (c) Selbstbildniss Susanne Haun
- 10. Woche (c) Selbstbildniss Susanne Haun
- 11. Woche (c) Selbstbildniss Susanne Haun
- 12. Woche (c) Selbstbildniss Susanne Haun
Wer sind wir? – Portrait Zeichnung von Susanne Haun
Am letzen Samstag stand dazu ein sehr gelungener Artikel von Adelheid Müller-Lissner im Berliner Tagesspiegel. Laut Frau M.-L. befinden wir uns in der “vierten Welle” des Feminismus und diese beinhaltet, dass die Lebensentwürfe anderer Frauen zu respektieren sind.
Das gefällt mir sehr, denn mein Lebensentwurf wurde in der Vergangenheit mehr von Frauen als von Männern kritisiert.

Blatt 1 – Mein Sinnbild von Alice Schwarzer – Tusche auf Bütten – 30 x 40 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun
Ich arbeite gerade an meinem Sinnbild von Alice Schwarzer für den Kalender “Die wilden 13″ für 2014 mit dem Thema “Starke Frauen” und so hat es mich zum Thema Emanzipation verschlagen.
Beim ersten Sinnbild von Alice Schwarzer dachte ich nicht nach und wählte ein Querformat. Als ich mich zufrieden, noch die Feder in der Hand, zurücklehnte, wurde mir klar, das Kalender mit Portraits Hochkant gestaltet werden.
Aber aller guten Dinge sind zwei und so hörte ich mir das Interview von Alice Schwarzer in der Mediathek von Phoenix an und zeichnete Sinnbild Nr. 2.

Blatt 2 – Mein Sinnbild von Alice Schwarzer – Tusche auf Bütten – 30 x 40 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun
For my English-speaking readers:
Emancipation? What is it today?
Last Saturday I read a very successful report by Adelheid Müller-Lissner in the newspaper “Berliner Tagesspiegel”. According to Ms. M.-L. we are in the “fourth wave” of feminism and this implies that the ways of life of other women are to be respected.I really like it, because my life has been criticized in the past more by women than by men.
Zwei Freunde – Zeichnung von Susanne Haun
Jürgen Küster und sein Freund Buchalov sind für mich “double bind”.
Ich habe beide in einem Portrait für das Projekt “double bind” festgehalten. Jürgen stellt das Projekt hier vor.
Ich habe mit dem Begriff “double bind” meine Schwierigkeiten und bin froh, dass Jürgen “double bind” als Arbeitstitel für unser Projekt bezeichnet hat. Arbeitstitel bedeutet immer, wir können auch noch einen neuen Titel finden.
Denn “double bind” soll unsere Ambition, Engel in unserer Arbeit einfliessen zu lassen, ausdrücken.
Ich habe auf meinem Blog schon sehr häufig, über meine Intention, Engel zu zeichnen, gesprochen.
Ich mag die Auseinandersetzung mit dem Buch Henoch, dem Engelbuch, aus den Aprokryphen. Die Geschichte, wie ein Teil der Engel aus dem Himmel geworfen wurden, fasziniert mich. Ich habe ein Engellexikon, in dem alle Engel mit ihren Funktionen, aufgelistet sind. Ich mag schöne Engeldarstellungen in Kirchen, sie inspirieren mich. Ich habe einen Kalender mit Engelsprüchen und Bildern aus der Kunsthistorie auf meinem Schreibtisch
Ich mag Vögel, besonders die Flügel, die ich an androgynen Figuren anzeichne
Meine Seele, ja die sehe ich nicht im Zusammenhang mit Engel oder “double bind”.
Meine Seele ist im Gehirn und dort ist mein Verstand.
Ist es nicht spannend, wie unterschiedlich Jürgen und ich an das Thema herangehen?
Im September arbeite ich mit Rosa Gabriel, Marianna Kalkhof, Juergen Kuester und Jörg Möller für eine Woche im alten Wasserwerk in Wachtendonk zusammen. Das Thema der Arbeitswoche ist “double bind” und Jürgen hat unter dem Titel “Buchalovs Freunde” eingeladen.
Rosa Gabriel habe ich seit 2004 nicht mehr gesehen, wir haben 2004 Jahr beide an der Künstlermesse im Frauenmuseum Bonn teilgenommen. Ein Blick auf Rosas Homepage lohnt sich, sie webt mit Papier grandiose Sachen und Bücher.
Zeit der Berge – Collagen von Susanne Haun
Im November vergangenen Jahres fand ich zwei weggeworfene Fotoalben im Papiermüll und habe damit begonnen, die Fotos zu Collagen verarbeitet.
Dabei steht für mich das Thema “Zeit” im Vordergrund.
Wie erleben wir das Vergehen der Zeit?
Kann ich es in den Collagen verdeutlichen?
Welche Mittel benutze ich dazu?
In den Fotoalben waren auch Urlaubsfotos, vier davon sprachen mich besonders an, Neuschwanstein, der Alpsee, zwei Mädchen auf einen Stein und ein junges Mädchen, das aussieht, als ob sie gerade aufwacht vor einem Bretterzaun.
Hinten auf den Fotos befinden sich Stempel. Sie geben den Fotos Namen und Nummern. Ob sie recherchierbar sind? Im Google finde ich einige Bürgerbücher dazu.
Die Berge und selbst Neuschwanstein werde sich seit Entstehung der gezeigten Fotos nicht verändert haben. Aber für die fotografierten Menschen wird sicher alles anders sein, leben sie noch und haben sie Erinnerungen an den Urlaub, den sie dort verbrachten?
Auf diesen Fotos wird die Zeit durch ihre Merkmale sichtbar, durch den rückseitigen Stempel, durch das Fotopapier der Zeit, durch die Kleidung der abgebildeten Personen. Dieser abstrakte Begriff Zeit fasziniert mich.
Hier seht ihr eine Übersicht der Collagen, die ich schon aus Fotos aus den Alben erstellte.
For my English-speaking readers:
In november 2012 I found two discarded photo albums in paper waste and started to process the photos into collages.
My focus is in the foreground the theme of “time”.
As we experience the elapse of the time?
Can I explain it in the collages?
What resources do I use it?
In the photo albums were vacation photos, I like particularly four of them : Neuschwanstein, Alpsee, two girls look at a stone and a young girl looks like as she wakes up just in this moment.
In the Back of the photos are stamps withe photographer name and number.
The mountains and Neuschwanstein itself will have not changed since the creation of the photos. But whats about the people? I think all changed since they photographed, are they ttill alive and have they memories of the holiday showing on the photos?
In these photos, the time can be seen by their characteristics, through the back stamp, by the time of the photo paper, through the clothes of the people pictured. This abstract concept of time fascinates me.
- Blatt 14 Vergangene Urlaubszeit (c) Collage von Susanne Haun
- Blatt 15 Zeit wie ein Fluss (c) Collage von Susanne Haun
- Blatt 16 Die Zeit rollt vom Berg (Entstehung) (c) Collage von Susanne Haun
- Fremdes Mädchen aus weggeworfenem Fotoalbum
- Rückseite der Mädchen (c) Foto von Susanne Haun
- Rückseite Neuschwansteins (c) Foto von Susanne Haun
60 Sekunden Selbstportraits – Zeichnungen von Susanne Haun
Zu Weihnachten bekam ich von I. einen Kalender geschenkt, wunderschön anzuschauen!
Jedoch trage ich Termine in meinem Google Kalender ein, so kann ich als moderne Frau meine Aufgaben auf dem Handy, Tablet und Rechner verwalten und bin durch die Synchronisationsfunktion immer UpToDate und spare mir das “Herumschleppen” von einem dicken Kalender in der Handtasche.
Was sollte ich aber nun mit dem schönen Kalender machen? Ich kam auf die Idee jede Woche zwei sehr schnelle Selbstportraits auf die Tagesblätter zu zeichnen. Die Perspektive dabei ist ungewöhnlich – ich lege den Handspiegel auf meinem Schreibtisch und schaue von oben hinein. Da bekommt die Gespiegelte ein schönes Doppelkinn!
Für die Fotos habe ich einmal den Selbstauslöser meiner Kamera benutzt und zum anderen habe ich mir den Fotoapparat auf dem Kopf gehalten und mit der linken Hand beim Zeichnen munter den Auslöser betätigt.
Als Vorgabe habe ich mir selber auferlegt, für kein Portrait länger als 60 Sekunden zu brauchen. So verhindere ich, dass ich beginne, beim Zeichnen zu denken
For my English-speaking readers:
I got for Christmas a beautyfull calendar from I. !
However, I enter dates in my Google Calendar, so I can as a modern woman manage tasks on my phone, tablet and computer and by the synchronization function I am always UpToDate.
What should I do now with the beautiful Calendar? I got the idea every week drawing two very quick self-portrait on the daily paper. The perspective here is unusual – I put the hand mirror on my desk and look into it from above. So I getting in the mirror a nice double chin!
For the photos I used the self-timer on my camera and I’ve kept the camera on my head with my left hand and pressed the shutter button as I draw.
- Mein Weihnachtsgeschenk – ein Kalender (c) Foto von Susanne Haun
- Alle drei Tage ein Portrait in 30 Sekunden (c) Foto von Susanne Haun
- Alle drei Tage ein Portrait in 30 Sekunden (c) Foto von Susanne Haun
- Es ist nicht einfach, die Kamera zu plazieren (c) Foto von Susanne Haun
- Es ist nicht einfach, die Kamera zu plazieren (c) Foto von Susanne Haun
- Mein Kalender 1. Woche (c) Zeichnung von Susanne Haun
- Mein Kalender 2. Woche (c) Zeichnung von Susanne Haun
- Mein Kalender 3. Woche (c) Zeichnung von Susanne Haun
- Mein Kalender 4. Woche (c) Zeichnung von Susanne Haun
Asche oder verdorrte Blumen über mein Haupt – Zeichnung von Susanne Haun
Martin Hauesler (siehe hier seinen Blog) hat mich heute darauf hingewiesen, dass ich gestern ganz großen Quatsch geschrieben habe.
Das Bedenkliche ist, dass ich diesen Quatsch auch wirklich geglaubt habe.
Von wegen französische Revolution! Bin ich dusselig!
Vielleicht habe ich in meiner Fantasie auch noch geglaubt, dass da einer am Richtplatz stand und das Blut in große Glasbehälter abgefüllte! Vielleicht habe ich Szenen wie aus dem Parfum von Patrick Süsskind vor meinem inneren Augen gesehen und mein Bilderreichtum schlug Purzelbäume. Dabei hörte ich vor meinem inneren Ohr von Giordano aus Andrea Chénier “La Mamma Morta” von der Callas gesungen.
Und die Wahrheit ist?
Martin hat bei der Firma Kremer Pigmente die tatsächliche Bedeutung von Carput-moortum recherchiert:
“Chemisch handelt es sich um besonders reines Eisen-III-Oxid (Fe2O3). Synthetisches Caput-mortuum wurde bereits sehr früh von den Alchimisten gewonnen.” Ihr könnt hier genau nachlesen.
ALCHIMISTEN? —- das gefällt mir auch….
Ich habe heute mit der caput-mortuum Tusche begonnen, eine Primelfrau zu zeichnen. Sie trägt bisher auf ihrem Kop verdorrte Wildrosen ein paar verwelkte Blätter und die Primeln sind am entstehen….
For my English-speaking readers:
Martin Hauesler (see his blog here) has today advised me that I wrote yesterday big baloney.
The concern is, that I have believe this nonsense really.
Because of French Revolution! I’m dimwitted!
Maybe I have in my mind still believed that there stood on the place of the blood and bottled it in large glass containers! Maybe I’ve seen scenes like from the Perfume by Patrick Süsskind before my eyes and my pictures wealth turning somersaults. And I heard in my mind’s ear of Giordano’s Andrea Chénier “La Mamma Morta” sung by the Callas.
Martin has researched at the company Kremer Pigments the actual meaning of Carput-moortum:
“Chemically, it is particularly pure ferric oxide (Fe2O3). Synthetic caput mortuum was mined early by the alchemists.




















































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