Entwicklung von „Zeichne das Bild auswendig“ – Leinwand von Susanne Haun – Was ist mir wichtig
Beim Zeichnen überlege ich, was mir wichtig ist, was ich erzählen, was ich darstellen möchte.
Gedanken wie Zeit, Objektivität – Subjektivität, Authentizität und die Linie an sich kreisen in meinem Kopf.
Was will ich sagen? Und reicht das Bild als Bild für meine Aussagen? Warum benutze ich den Text dazu?
Passen Angst, Stärke und Mut zusammen?
Was bewirken unsere eigenen Lebensjahre innerhalb unserer Kunst? Wie ändert sich unsere Wahrnehmung in Bezug auf unser eigenes Werk mit dem Anhäufen von Wissen?
Wie beseitigen wir die Angst vor dem vergehen der Zeit in uns?
Die Angst vor dem Alter?
Habe ich Angst vor dem körperlichen oder geistigen Verfall? Vor beidem? Habe ich Angst, dass mein Leben zu kurz ist, um all das Wissen aufzunehmen, das ich gerne möchte? Nein, ich mag den Augenblick!
Was läuft von dieser inneren Diskussion in meine Leinwand ein?
For my english speaking reader:
During drawing I think about the important of my art. I thought about the things I want to show. Can I show this without letters?
- Zeichne das Bild auswendig – Entstehung Leinwand von (c) Susanne Haun
- Zeichne das Bild auswendig – Entstehung Leinwand von (c) Susanne Haun (3)
- Zeichne das Bild auswendig – Entstehung Leinwand von (c) Susanne Haun
- Zeichne das Bild auswendig – Entstehung Leinwand von (c) Susanne Haun
- Zeichne das Bild auswendig – Entstehung Leinwand von (c) Susanne Haun
- Zeichne das Bild auswendig – Entstehung Leinwand von (c) Susanne Haun
- Zeichne das Bild auswendig – Entstehung Leinwand von (c) Susanne Haun
- Zeichne das Bild auswendig – Entstehung Leinwand von (c) Susanne Haun
- Zeichne das Bild auswendig – Entstehung Leinwand von (c) Susanne Haun
- Zeichne das Bild auswendig – Entstehung Leinwand von (c) Susanne Haun
- Zeichne das Bild auswendig – Entstehung Leinwand von (c) Susanne Haun
- Zeichne das Bild auswendig – Entstehung Leinwand von (c) Susanne Haun
- Zeichne das Bild auswendig – Entstehung Leinwand von (c) Susanne Haun
- Zeichne das Bild auswendig – Entstehung Leinwand von (c) Susanne Haun
- Zeichne das Bild auswendig – Entstehung Leinwand von (c) Susanne Haun
- Zeichne das Bild auswendig – Entstehung Leinwand von (c) Susanne Haun
- Zeichne das Bild auswendig – Entstehung Leinwand von (c) Susanne Haun
- Zeichne das Bild auswendig – Entstehung Leinwand von (c) Susanne Haun
“Erinnern heißt Vergessen” – Zeichnungen von Susanne Haun
In meinem Kopf hat sich eine Gedankenkette inklusive Reizüberflutung gebildet.
In einer solchen Kette fliessen viele meiner Gedanken, die ich aktuell habe, vom Kopf in die Bilder.
Heute vermischt sich Christoph Schlingensief mit Seele und Gehirn.
In der Bücherei habe ich mir “Christoph Schlingesief, Deutscher Pavillion 2011, 54. Internationale Kunstausstellung La Biennale Di Venezia”, ausgeliehen.
Im Buch schreiben Kollegen, Historiker, Jounalisten und Sammler über Schlingensief.
Der theaterschaffenden Carl Hegemann schrieb das Kapitel “Erinnern heißt Vergessen” und zitiert gleich im ersten Absatz Boris Groys:
“Wenn eine Kunst wie Kunst aussieht, gilt sie nicht als Kunst, sondern als Kitsch. Wenn die Kunst wie Nicht-Kunst aussieht, ist sie einfach Nicht-Kunst.”
“Eine Kirche der Angst vor dem Fremden in mir” hat Schlingensief sein Fluxus-Oratorium (Bühneninstallation) genannt. Riesige Röntgenbilder seiner Lunge, seines Geschwürs, werden gezeigt, zusammen mit einem Hasen und Bilder von Menschen, die alle verzweifelt und gequält aussehen. Am besten ihr geht hier auf die Homepage des Projekts.
Versteht ihr mich jetzt?
Wie bin ich zu meinen heutigen Bildern gekommen? Wie kann die Erinnerung gleichzeitig Vergessen sein und was sagt der Satz von Groys aus?
In den letzten 5 Jahren sind wiederholt Angiografie Aufnahmen von meinem Gehirn gefertigt worden.
Wenn ich davon ausgehe, dass die Seele das Gehirn ist, dann habe ich Fotos meiner Seele.
Ich nahm die Bilder von meinem Gehirn, schaute sie mir an und fragte mich, ob das wirklich ein Abbild meiner Seele sein soll?
Ich brauchte eine Woche, um mich zu entscheiden diese intimen Bilder meiner selbst zu überlagern und dann hier zu zeigen.
Und ich brauchte eine weitere Woche, um diese Überlagerungen mit den Portraits technisch zu meiner Zufriedenheit zu realsisieren.
Was bedeutet erinnern? Mein Blog ist ein großer Teil meiner Erinnerung, meiner zeichnerisch, künstlerischen Erinnerung. Bildung basiert auch auf Erinnerung. Das ist aber eine “innere Erinnerung” eine Erinnerung auf uns selbst bezogen. Nach außen bezogen lautete die Frage, wie erinnern wir uns an Verstorbene? Schlingensief hat eine breite Spur für uns zur Erinnerung hinterlassen. Wan verblaßt die Erinnerung? Und ist das, an was wir uns in Bezug auf Schlingensief erinnern, wirklich auch das, was er sagen wollte.
Zur Erinnerung kommt immer die Wahrnehmung hinzu und schon haben wir wieder tausende von Wahrheiten.
Lassen sich diese Wahrheiten mit den Verästelungen des Gehirns erklären? Was sehe ich auf den Bildern meines Gehirns nun wirklich … ich bin skeptisch, dass diese Fotos meine Seele darstellen sollen. Muss da nicht mehr sein?
Nun kommen wir zu Groys. Er ist generell schwer zu verstehen und so ein einziger Satz aus dem Kontext genommen ist natürlich immer problematisch. Ist ein Röntgenbild Kunst? Und wenn ja, wer ist dann der Künstler? Die Radiologin? Es ist ein Abbild wie ein Foto wie ein Portrait!
Denken wir an Duchamps readymades, das Pissoir. Der Künstler ist der, der die Arbeiten in die Galerie bringt, sie zum Kunstwerk erhebt. Duchamps schrieb übrigens noch auf dem Pissoir.
Es war nicht einfach, die Röntgen – Bilder zu bearbeiten. Das erste Bild sieht auf dem ersten Blick unbearbeitet aus, ist es aber nicht. Ein Teil der Verästelungen entstand schon durch Überlagerung beim Fotografieren. Ich musste die Bilder an meiner Balkontür anbringen, um genügend Licht zum fotografieren zu haben. Dabei habe ich gemerkt, dass die Bilder sich überlagern. Ich habe probiert und entscheiden, die kahlen Äste der Linde vor meinem Balkon sind perfekt in meinem Gehirnfoto. Die Unruhe um den Kopf habe ich einfach geschwärzt.
For my English-speaking readers:
In my head there is a chain of thoughts were completely overwhelmed has formed.
In such a chain flow many of my thoughts that I have known, from the head to the images. I took the pictures of my brain, she looked at me and asked me if it should really be a reflection of my soul? I work with them.
- Ich und der Baum (c) Fotoüberlagerung von Susanne Haun
- Ich (c) Foto und Zeichnungsüberlagerung von Susanne Haun
- Ich und meine Seele (c) Fotoüberlagerund und Zeichnung von Susanne Haun
___________________________________________
Gaensheimer, Susanne. Hrsg. Christop Schlingesief, Deutscher Pavillion 2011, 54. Internationale Kunstausstellung La Biennale Di Venezia. Venedig 2011.
Anonyma – meine Mutter war 7 Jahre am Ende des Krieges – Zeichnung von Susanne Haun
Meine Mutter war sieben Jahre alt, als der Krieg endete.
Nachdem ich Anonyma, ein Tagebuchbericht von Marta Hillers, gelesen habe, fragte ich Mama, wie sie das Ende des Krieges in der Müllerstraße Ecke Afrikanische Straße in Berlin erlebt hat.
Mama berichtete zuerst vom Hunger und dass ihre beiden Brüder jeden Tag loszogen, um Essen zu organisieren und manchmal nur für die Mutter und ihre 8 Kinder eine Stulle brachten. Die Russen kamen und “schissen” das Klo voll und es stank furchtbar. Die Spülungen funktionierten nicht mehr und sie mußten Wasser von der Pumpe holen gehen, um das Bad zu säubern. Was sich siebenjährige Mädchen merken. Die älteste Schwester mußte sich auf den Speicher verstecken gehen. Die Kinder stellten sich um die Mutter, um sie zu schützen. Frauen mit Kinder liessen die Russen in Frieden.

Mama bei der Einschulung - Zeichnung von Susanne Haun - 17 x 22 cm - Tusche auf Hahnemühle Selection
Das, was meine Mutter berichtete, deckt sich mit dem, was auch Anonyma in ihrem Buch schreibt. Es ist für mich unverständlich, dass damals über Anonyma gesagt wurde, sie mache den deutschen Frauen Schande! Marta Hillers schrieb doch einfach, was sie erlebt hat!
Ich habe heute das Fotoalbum meiner Mutter angeschaut und mir drei Fotos herausgesucht. Meine Mutter als 2jährige mit großen Augen, meine Mutter mit ihrer Mutter Wange an Wange und meine Mutter bei der Einschulung. Es ist sehr schwer, sie zu zeichnen. Meine Großmutter habe ich nie kennen gelernt. Sie ist kurz nach Kriegsende gestorben und meine Mutter wurde mit 16 Jahren von meiner “Oma” angenommen. Ich kann sie nur schemenhaft darstellen .
Mein Skizzenbuch – Zeichnungen von Susanne Haun
Heute hat mich Eva in Facebook gefragt, was ein Skizzenbuch ist. Das hat mich gleich dazu veranlaßt, diesen Beitrag zu schreiben.
Ich habe schon viele Skizzenbücher ausprobiert, Ringbücher aus Leder, die gut aussehen, wo ich wirklich gutes Papier einheften kann, bei denen aber die Ringe für die Blätter beim Zeichnen stören, Spiralisierte 100 Blatt A4 Blöcke, die immer schwerer in der Handtasche werden, Moleskine Hefte, die mir zu klein oder zu schwer sind, gebundene Bücher, die Klasse aussehen, schwer sind und mich unter Streß setzten, immer “gute” Skizzen zu machen und dir mir verbieten, meine Einkaufs- oder To Do Listen hineinzuschreiben.
Letzt endlich bin ich bei einfachen A5 Heftchen gelandet. Einfach, billig und geschmacklos mit beigen Papier. Ich habe mein aktuelles Heft mit einem weichen Bleistift immer in meiner Handtasche und beides ist so leicht, dass es meine Schultern nicht belastet.
Zu diesem Thema möchte ich euch den Beitrag von der Autorin Petra A. Bauer empfehlen, Sie listet neben ihren eigenen Erfahrungen auch viel Fachliteratur auf.
- Mein Ausblick vom kleinen Hügel in die Toskana so wie der Fotoapparat es sieht
- Ich skizziere den Ausblick in der Toskana – Foto von Conny Niehoff
- Der Ausblick in die Toskana so wie ich, die Zeichnerin, ihn sehe
- Meine aktuellen Skizzenbücher
Venedig, Pescheria – Zeichnung von Susanne Haun
Ich habe vieles auf den Fotos meines Kollegen Andreas Mattern entdeckt. Er war in Venedig und ist mit 250 Fotos wieder gekommen. Mir gefällt besonders die Pescheria. Die roten und blauen Markisen sind ein wundervoller Farbfleck. Aber schaut man genauer hin, so sind zum Abschluss eines jeden Pfeilers jeweils ein Kopf oder ein Fisch. Es ist ja auch ein Fischmarkt. Andreas hat mir einige dieser Köpfe fotografiert, so dass ich mit diesen Fotos gearbeitet habe. Hier ist mein liebstes Ergebnis:
Vergessene Blumen im Wintergarten – Zeichnung
Heute beaufsichtigte ich für zwei Stunden meine Ausstellung “KurzGesehen” im Gutshaus Glinde.
Es waren ruhige zwei Stunden, in denen ich Zeit hatte, zu zeichnen. Am Gutshaus ist ein wunderschöner Wintergarten angebaut. Der Raum ist sehr hoch und hat weiße Holzfenster mit vielen Sprossen. Leider stehen neben ein paar “vergessenen” Blumen ein großer Kühlschrank, eine rollbare Theke und so vieles mehr, was man zu einem Marktstand für Kuchen- und Wurstverkauf benötigt, im Wintergarten.
Ich habe diesen Bumentopf aus dem Wintergarten gezeichnet.

Die vergessene Blume - Zeichnung von Susanne Haun
Er sieht sehr traurig aus mit seinen 3 Blättern.
Ich stelle fest, dass ich sehr durcheinander arbeite. Es ist mir noch nie so aufgefallen wie jetzt, wo ich täglich das Blog schreibe. Ich arbeite an Hemmingway, an der Farbe Lila und an dem Gedicht von Marie Luise Kaschnitz. Und ich halte fest, was mir gerade so im Kopf herum schwirrt, wie eben heute den Blumentopf.
Für den Leser muss das bisweilen verwirrend sein. Für mich ist es im ersten Augenblick scheinbar nicht verwirrend. Ich versuche die Gedanken an meine Themen alle im Kopf resisdent zu halten. Aber geht das wirklich? Kann der Mensch das? Durch die vielen Ausstellungen habe ich bisweilen keine Möglichkeit, kontinuirlich an ein Projekt zu arbeiten. Vielleicht rede ich mir das aber auch nur ein – es ist ja eine einfache Ausrede, denn kontinuität ist anstrengend.
Ich gehe also mit guten Vorsätzen in den neuen morgigen Tag und versuche meine Gedanken im Kopf zu ordnen!
Schön wie die Erde
Auch heute bin ich bei dem Gedicht von Marie Luise Kaschnitz hängen geblieben. Es war den ganzen Tag in meinem Kopf und reduzierte sich auf “Schön wie die Erde”. Im Gegensatz zu gestern hatte ich heute nur blau im Kopf. Die Frau ist auch im Kopf geblieben. Auch die Winde und die Jungend. Heute kam eine ganz andere Zeichnung und doch fast die selbe aus meiner Feder. Ich stelle nochmal beide Zeichnungen ein. Ich denke allerdings weiter….
- Zeichnung von Susanne Haun
- Zeichnung von Susanne Haun
Gedichte für einen Sommertag
Am Sonntag habe ich nachträglich zum Geburtstag ein kleinen Gedichteband von Itha bekommen. Ich habe mich sehr gefreut, inpirieren mich die Gedichte doch zu meinen Zeichnungen. Hauptsächlich arbeite ich im Moment an der Kurzgeschichte “Der alte Mann und das Meer” von Hemmingway. Die Zeichnungen dazu möchte ich ins gesamt hier in mein Block stellen. Das dauert noch ein wenig.
Mit den Gedichten kann ich mich aus dem “Meer” herausreissen und nach dem Gedicht wieder zurück zum alten Mann finden.
Heute habe ich mich mit Marie Luise Kaschnitz und dem Gedicht “Juni” amüsiert:
Schön wie niemals sah ich jüngst die Erde.
Einer Insel gleich trieb sie im Winde.
Prangend trug sie durch den reinen Himmel
Ihrer Jugend wunderbaren Glanz.

Susanne Haun Zeichnung
Von hellblau und Steuern
Heute Morgen hatten mein Kollege Andreas Mattern und ich gleich früh einen Termin beim Steuerberater. Man glaubt nicht, was für ein Papierkram in einem Atelier anfällt. Furchtbar!!!!
Was waren wir froh, die Ordner gleich beim Steuerberater auf den Tisch legen zu können.
Das Büro des Steuerberaters bietet fantastische Ausblicke. Man schaut praktisch der Frau Merkel auf den Tisch. Mich als Urberliner erstaunt es immer wieder, was plötzlich an Gebäuden aus der Erde gestampft wurden. Wo früher gegrillt und Fußball gespielt wurde, stehen nun Glasfassaden und Betonbauten. Erstaunlich! Andreas hält diese Bauwerke in seinen Aquarellen fest. Ich betrachte lieber die Menschen, die dort herumlaufen. Ich schaue in ihren Gesichtern und finde Freude, Gehetztheit, Trauer und vieles mehr. Manchmal ist es nur ein kleines Zucken im Gesicht, was die Stimmung verrät.
Nach einem Frühstück mit Zeitungslesen und Kaffee begannen wir die Bilder unseres Kollegen Wolf-Roberto Schimpf zu hängen.
Es ist eine sehr schöne Ausstellung geworden.
Wer also Lust hat, kann morgen zu Kaffee und Keksen zu uns ins Atelier kommen und die Leinwände betrachten. Die Ausstellung heißt “hellblau” und die Vernissage ist um 18 Uhr in der Martin-Opitz Str. 1a in Berlin Wedding.
Tagebucheintragung – Zeichnungen von Buchen
Auf meinem Weg zur S-Bahn laufe ich an vielen Buchen vorbei. Oft sammle ich dabei Blätter oder ähnliches oder suche mir eine Stelle aus, an der ich zeichne.
Vor einiger Zeit habe ich mich mit Buchen beschäftigt. Es macht mir große Freude die Blätter (die zu dieser Jahreszeit noch am wachsen sind) und die unterschiedlichen Baumstämme zu betrachten.
- Susanne Haun Zeichnung
- Susanne Haun – Zeichnung
- Susanne Haun – Zeichnung
- Susanne Haun – Zeichnung













































8 Kommentare