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Meine Farben “In der Ferne” – Radierung von Susanne Haun

Veröffentlicht in Betrachtungen zur Kunst, Radierung von Susanne Haun am 28. Dezember 2011

Eine meiner Lieblingsfarben ist umbra, sprich braun und braun gehört zu den unbeliebtesten Farben;
nur 2% der Damenwelt mag braun als Farbe an sich!

In der Ferne - Radierung von Susanne Haun - Aquatinta, 3 Platten, 2011, Auflage: 25 Stück, 20 x 15 cm

In der Ferne - Radierung von Susanne Haun - Aquatinta, 3 Platten, 2011, Auflage: 25 Stück, 20 x 15 cm

Braun kann aus rot und schwarz oder orange und schwarz gemischt werden und gilt als Erdfarbe. Auch ein lichter ocker gilt als gelbbraun. Sienna ist rotbraun. Wir können braun natürlich auch aus den komplentärkonträren Farben mischen: orange/blau oder grün/rot oder violett/gelb.

Charmant erinnert uns Braun entfernt  an “Kackbraun” und wir denken an Exkremente oder Dreck. Braun ist auch die Farbe zweier Todsünden: Völlerei/Faulheit und Unmäßigkeit.

Ich mag rotbraun, ähnlich dem caput mortuum, mit dem ich Tag für Tag meine Linien ziehe. Und so wollte ich die Radierung “In der Ferne” (siehe hier) in den Auflagenfarben lichter ocker, krapprot und eine Mischung aus schwarz und krapprot (=rotbraun) drucken. So bin ich zufrieden; so ist die Radierung “In der Ferne” wie ich sie mir vorstelle.

Da ich gerne bei der Radierung experimentiere, habe ich die dunkle Platte in rot und schwarz und krapprot (=rotbraun) versetzt gedruckt. Ich habe dazu sehr dickes handgeschöpftes Papier benutzt, was die Struktur der Radierung gut zum Ausdruck bringt.

In der Ferne - Radierung von Susanne Haun - Aquatinta, 3 Platten, 2011, Unikatdruck , 20 x 15 cm

In der Ferne - Radierung von Susanne Haun - Aquatinta, 3 Platten, 2011, Unikatdruck , 20 x 15 cm

Mein neues Buch “Die Kunst der Radierung” im Edition Michael Fischer Verlag kann jetzt auch schon bei Amazon vorbestellt werden. Es wird im Mai 2012 erscheinen.

Die 1. Platte von “In der Ferne” – Radierung von Susanne Haun

Veröffentlicht in Radierung von Susanne Haun am 13. Dezember 2011

Heute habe ich die 1.Platte der Radierung “In der Ferne” fertig gestellt.

Dazu ludt mich Cordula Kerlikowski in ihre Werkstatt / Atelier ein und wir beide hatten beim gemeinsamen Arbeiten viel Spaß. Während ich auf 15 x 20 cm arbeitete, ätzte Cordula auf 30 x 15 cm.

Die nächste Woche drucke ich um - Foto von Cordula Kerlikowski

Die nächste Woche drucke ich um - Foto von Cordula Kerlikowski

Cordula hat eine kleine, aus einer Wäschemangel umgebaute, Presse, die sich sehr leicht drehen läßt und für mich unerwartet gute Drucke fertigt. Ich war erst skeptisch und sah die elektrische Mangel meiner Mutter vor meinem inneren Auge und rechnete nicht mit dieser feinen atmosphärischen Maschine.

Statt eines Staubkastens benutzen wir Marmeladengläser mit Kolofonium gefüllt, die wir mit Strümpfen abdeckten. Es ist übrigens egal, ob ein schwarzer oder ein beiger Strumpf, es kommt auf die Din Zahl an. Je dicker diese ist, desto feiner wird der Staub, den man aus dem Glas schüttet, so wie man Puderzucker auf einen Eierkuchen streut. Dadurch werden die Flächen von der Struktur her gröber.

1. Probedruck von "In der Ferne", 1. Platte - Radierung von Susanne Haun

1. Probedruck von "In der Ferne", 1. Platte - Radierung von Susanne Haun

Da ich für die Ferne drei Platten übereinander drucken werde, reichen mir drei Ätzstufen bei der dunklen, 1. Platte. Ich bin mit dem Druck zufrieden und habe nun bis Montag Zeit, mir zu überlegen, wie ich die anderen beiden Platten arbeite. Montag bin ich wieder bei Cordula und ätze die nächsten Platten.

Mein zweiter Tag in Bethanien – In einer fernen Welt – Radierung von Susanne Haun

Veröffentlicht in Radierung von Susanne Haun am 7. Dezember 2011

Es ist erstaunlich; sie fahren 30 Minuten U-Bahn in Berlin und treten in eine neue Welt aus dem Untergrund.

In Berlin U6 Alt-Tegel steige ich fast dörflich in den Zug ein und am U12 Görlitzer Bahnhof komme ich in Kreuzberg heraus. Es gibt viel zu schauen im legendären Bezirk Berlin Kreuzberg und ich konnte meinen Finger nicht vom Abzug des Fotoapparates lassen. Wie gerne bin ich doch Berlinerin und wir sehr freue ich mich, diese Welten vor der Tür zu haben!

Eindrücke auf dem Weg nach Bethanien - Susanne Haun

Eindrücke auf dem Weg nach Bethanien - Susanne Haun

Heute war in der Radierwerkstatt in Bethanien schon nicht mehr alles neu für mich und so hatte ich schon einen Plan im Kopf, was ich alles tun möchte.

Die geätzen Linien sehen anders als bei der Salpetersäure aus - Susanne Haun

Die geätzen Linien sehen anders als bei der Salpetersäure aus - Susanne Haun

Um ein Gefühl für das Eisendreichlorid zu erhalten, habe ich heute einen Probestreifen mit verschiedenen Ätzzeiten erstellt. So kann ich nächste Woche, nachdem ich jetzt die Woche über den Probedruck und den Probestreifen sinniert habe, die Platte fertig stellen.

1. Probedruck " In der Ferne" - Radierung von Susanen Haun - 15 x 20 cm

1. Probedruck " In der Ferne" - Radierung von Susanen Haun - 15 x 20 cm

Sehnsuchtsorte und Traumlandschaften der Kurfürstin Louise Henriette – Zeichnung von Susanne Haun

Veröffentlicht in Blumen und Pflanzen, Landschaft, Zeichnung von Susanne Haun am 8. August 2011

Gestern habe ich mir die Traumlandschaft der Kurfürstin Louise Henriette in Oranienburg angeschaut und viele Inspirationen erhalten.

Trauminsel III - Zeichnung von Susanne Haun - 50 x 65 cm - Tusche auf Bütten

Trauminsel III - Zeichnung von Susanne Haun - 50 x 65 cm - Tusche auf Bütten

Die Biografie der Kurfürstin beeindruckt mich auch. Im Park ist einer ihrer Briefe an ihren Gemahl abgedruckt, in dem die Kurfürstin von ihren Sehnsuchtsorten spricht. Die meisten von euch werden Luise Henriette von der Briefmarke her kennen (siehe hier ein Foto derselben). Da ich nun noch mehr wissen will, habe ich mir auch eine Biografie von ihr bestellt und bin neugierig, was ich dort so finde.

Der Garten hat 16 Gartenzimmer. Leider kann ich die Fotos nicht mehr richtig zuordnen – ich muss unbedingt noch einmal bei blauem Himmel hin und die Eingangsschilder der verschiedenen Zimmer vor den Fotos ablichten. Ich muss so oder so noch einmal hin, nur einviertel des Gartens haben wir geschafft, zu betrachten.

Die Sanduhr der Kurfürstin - Foto von Susanne Haun

Die Sanduhr der Kurfürstin - Foto von Susanne Haun

Nun hat sich meine Küsten- und Bergsehnsucht mit den Stockrosen und anderen Blumen der Loise Henriette geschmischt. Ich stehe oben auf der Steilküste zwischen den Blumen und schaue auf das Meer.

Die Kurfürstin legte Grachten an Gedenken ihrer Heimat an - Foto von Susanne Haun

Die Kurfürstin legte Grachten an Gedenken ihrer Heimat an - Foto von Susanne Haun

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