Die Verlängerung des Gedanken – Zeichnungen von Susanne Haun
“Die Zeichnung ist die Verlängerung des Gedanken” sagte Joseph Beuys.
Dieses Zitat steht – genau wie das untere – im Buch “Based on Paper, Die Sammlung Marzona“.
“Die Sammlung Marzona ist eine der bedeutendsten Sammlungen zur konzeptuellen Kunst der Jahre 1965 bis 1978, mit Werken der Konzeptkunst, der Land- und Minimal-Art und der Arte Povera.”
Als ich mir die Ausstellung von Anthony McCall anschaute (siehe hier), kauft ich das Buch “Based on Papier”; es gibt einen schönen Überblick über die Zeichnung.
Hört man die Begriffe Konzeptkunst, Land- und Minimal-Art oder Arte Povera hat nicht jeder sofort die Bilder (oder Erzeugnisse) der Kunstrichtungen in seinen Gedanken. Was also sind Zeichnungen dieser Kunstrichtungen?
Da haben wir von Sol Lewitt seinen “Plan of Wall Drawing” oder von Bruce Nauman “3 steel plates”. Es sind Zeichnungen von Arbeiten, die ein dritter herstellen kann. Erst wenn die Arbeiten im Museum oder in einer Ausstellung aufgebaut werden, ist der Künstler wieder anwesend. Also von der Zeichnung gleich ins Museum?
Es macht Spaß diese Kunstrichtungen zu ergründen. Sie fallen mir nicht in den Schoss, ich kann nicht sofort eine Meinung dazu haben, ich muss meine Meinung dazu ergründen. Es ist eine Herausforderung.
Im September, wenn ich alle Ausstellungen von mir wieder eingebracht habe, werde ich beginnen, mein Atelier in eine Zeichnung im Raum zu verwandeln. Dazu konzipiere ich immer wieder “Entwurf – Zeichnungen” oder ich betrachte dazu Ready Mades wie hier in diesem Beitrag.
- Im Raum (c) Zeichnung von Susanne Haun
- Im Raum (c) Zeichnung von Susanne Haun
- Im Raum (c) Zeichnung von Susanne Haun
Die Verlängerung des Gedanken – Zeichnungen von Susanne Haun
Ein wohlriechender Baum – Zeichnung 1000 x 40 cm von Susanne Haun
Ich habe eine besonders schöne Stelle im Buch Henoch gefunden; sie ist voller Bilder.
Mein roter Buntstift lief beim Lesen gleich über das Papier, um die Worte in Linien zu übersetzen und eine Skizze für meine Rolle zu erarbeiten.
Das Kunstforum Bd. 196, April – Mai 2009 ist der Zeichnung gewidmet. Die Wandlung der Zeichnung in unserem Jahrhundert ist erstaunlich, sie hat sich aus “dem Akademischen” erhoben und ist nicht mehr rein funktionell als Vorarbeit für eine Arbeit auf Leinwand zu sehen. Schon das Vorwort ist sehr interessant, es wird u.a. vom signieren geschrieben.
Ich signiere meine Zeichnungen vorne mit genauem Datum. Ich suche mir immer eine Stelle aus, wo ich sie gut in das Linienbild integrieren kann. Die Entscheidung vorne zu signieren habe ich vor so langer Zeit getroffen, dass ich auf jeden Fall die letzten 10 Jahre nicht mehr darüber nachgedacht habe.
Joseph Beuys sagte “Auch wenn ich meinen Namen schreibe, zeichne ich”. Im Zeitalter des Computer haben diese Worte ein völlig neue Bedeutung. Es ist selten geworden, mit der Hand zu schreiben.
Seht hier meine anderen Artikel zur Entstehung der 2. Rolle.
- Skizze auf dem Buch Henoch (c) Skizze von Susanne Haun
- Ausschnitt 2. Rolle Drei Berge im Osten (c) Zeichnung von Susanne Haun
- Ausschnitt 2. Rolle Ein wohlriechender Baum (c) Zeichnung von Susanne Haun
Ein wohlriechender Baum – Zeichnung 1000 x 40 cm von Susanne Haun
Vom Zuckerstreuer in Düsseldorf zum Spinnennetz in Bonn – Skizzen von Susanne Haun
Erinnert ihr euch noch an den Ausstellungsaufbau bei Angelika Blaeser in Düsseldorf (seht hier)?
Die Zeit verrennt und gestern habe ich einen Teil der Arbeiten schon wieder abgeholt. Angelika hat einen repräsentativen Durchschnitt meiner Arbeiten in der Galerie behalten, um sie zu zeigen und mich weiterhin gut vertreten zu können (seht hier “meine” Künstlerseite auf ihrer Homepage).
Da ich 1/2 Stunde zu früh da war (und nichts ist schlimmer, als irgendwo zu früh zu sein) trank ich nebenan einen Kaffee und fand gefallen am Zucker.
Nun steht mein “Rollenobjekt” in meinem neuen Atelier. Hier noch ein Foto vom Standort bei Angelika in der Galerie – sie steht unter eine von Andreas Noßmanns Zeichnungen.
Wer also Interesse hat, unter anderem meine floralen Arbeiten im Original zu sehen, findet diese in der Galerie Angelika Blaeser Modern & contemporary fine art, Bastionstr. 10, 40213 Düsseldorf, T: 0211 877 44 582, Öffnungszeiten Di – Fr 11 – 18 Uhr.
Angelika freut sich auf euren Besuch.
Von Düsseldorf nach Bonn ist man nur eine Stunde auf der Autobahn unterwegs. Ich bin immer wieder erstaunt wie nahe hier alles beieinander liegt. McDo hat seine Fahnenfarben übrigens der Natur entliehen, wie man auf den Fotos deutlich erkennen kann! Der Raps blüht ein zweites Mal und das Eis schmeckt beim Skizzieren.
Das Kunstmuseum in Bonn hat mir schon wegen seiner Architektur gefallen. Neben Rosemarie Trockl habe ich einen „Schnelldurchlauf“ durch die Räume unternommen und bin noch voll der Eindrücke von Beuys, Richter, Polke und und und … Auch die Fotoausstellung war klasse. Ich muss alles erst einmal innerlich verarbeiten.
Vorbei an Büschen mit Spinnenweben bin ich weiter zur Galerie Sassen zur Luiza Sassen gelaufen, die nur 10 Minuten Fußweg in der Adenauerallee 124 beheimatet ist. Im Verlauf einer sehr netten Unterhaltung erzählte mir Luiza von der „Friedenswiese“ vor der Uni, die ich mir dann noch, bevor ich die Tagesbesichtigungen abschloss, anschaute.
- Skizzieren des Zuckerstreuers beim Morgenkaffee – Foto von Daniel Büchner
- Mein Stillleben in der Bastionstrasse in Düsseldorf – Foto von Susanne Haun
- Zuckerstreuer – Skizze von Susanne Haun
- Rose – Skizze von Susanne Haun
- Vier Blume – Zeichnungen von Susanne Haun bei Angelika Blaeser
- Zeichnung von Andreas Nossmann und Objekt von Susanne Haun
- Eine gefallene Fahne in Naturtönen – Foto von Susanne Haun
- Der Raps blüht zum zweiten Mal – Foto von Susanne Haun
- Raps – Skizze von Susanne Haun
- Kunstmuseum Bonn – Foto von Susanne Haun
- Kunstmuseum Bonn – Innen ist eine beeindruckende Treppe – Foto von Susanne Haun
- Ich mag den Durchblicke vom Raum der Corinne Wasmuht zu Gerhard Richters 256 Farben von 1974
- Laub mit Spinnenwegen auf der Adenauerallee – Skizze von Susanne Haun
- Galerie Luiza Sassen – Foto von Susanne Haun
- Friedenswiese und Uni Bonn – Foto von Susanne Haun
- Akademisches Kunstmuseum mit Athena im Vordergrund – Foto von Susanne Haun
- In der Uni – Foto von Susanne Haun
- Nun bin ich am Ende meiner Rundreise angelangt – Foto von Susanne Haun
Beuys oder verblaßt die Kunst ohne den Künstler – Zeichnung von Susanne Haun
Welche Kunst wird noch in 100 Jahren angeschaut und welche Kunst existiert nur im Zusammenhang mit dem Künstler?
Diese Frage haben Andreas und ich uns schon sehr oft gestellt und in der art Kunstmagazin von September ist ein großer Artikel über Beuys und seine Kunst.
Ich mag Beuys Zeichnungen sehr und habe auch einige Bücher über ihn meiner Buchsammlung. Ich habe kein Buch über seine Installationen wohl aber ein Bildband seine späten Druckgrafik und zwei Biographien.
Im Buch “Beuys” im Dumont Verlag schreiben die drei Autoren im Vorwort:
“In der öffentlichen Meinung über den Künstler und Pädagogen Joseph Beuys, der wie kein anderer Künstler deutscher Nachkriegsavantgarde internationale Anerkenning gefunden hat, schwankt das Urteil zwischen Unverständnis und Bewunderung.”
Wie will der Betrachter folgendes “Wie man dem toten Hasen die Bilder erklärt.”, hier bei YouTube, von Beuys ohne den Künstler Beuys sehen?
Ralf Schlüter schreibt in seinem Artikel in der Art (er ist ganz hier zu lesen):
Der “Mann mit dem Hut” ist 24 Jahre nach seinem Tod noch immer der berühmteste deutsche Künstler, doch lange Zeit schien sein Werk zu verblassen. Es fehlte ja auch etwas: die Person Joseph Beuys selbst, die mit ihrer kommunikativen Energie das Werk belebte, zusammenhielt und erklärte.”
Jeder Sammler hat ein Blatt, was er gerne hätte, wonach er sich sehnt – ich hätte gerne die Radierung “Hirschkopf” von Beuys in meiner Sammlung. Die Linien sind so reduziert und trotzdem liegt das gesamt Unglück des Planeten in der Träne, die der Hirsch weint. Daneben die Aquatintafläche als Kontrast, die mich aufregt, wie das Unglück des Planeten.
Für mich persönlich macht unter anderem diese Radierung zusammen mit seiner Biografie Beuys unsterblich. Aber zu seiner Biografie gehören auch die Installationen und Aktionen, seine politische Einstellung, seine Dogmen – eben sein gesamtes SEIN.
- Entstehung der Zeichnung Beuys von Susanne Haun
- Beuys Augen von Susanne Haun
- Beuys Mund von Susanne Haun
- Beuys – Zeichnung von Susanne Haun – 40 x 30 cm – Tusche auf Bütten
- Meine Beuys “Büchersammlung” – Foto von Susanne Haun
- Beuys Mund von Susanne Haun
- Beuys II – Zeichnung von Susanne Haun – 40 x 30 cm – Tusche auf Bütten
- Indigo Linien aus der Tuschezeichnung “Beuys” von Susanne Haun
Heute morgen zeichnete ich den obigen Beuys und beschäftigte mich den ganzen Tag mit ihm, seinem Werk und seinen Texten. Als ich mein Portrait von heute Morgen in meinen Blogtext einfügte, da war es so “richtig” und ich wollte es noch einmal aus der Emotion des Tag zeichnen. Hier ist also Beuys am Abend – eine Pinselzeichnung.
Beide Portraits sind mir sehr wichtig und lassen mich auf einen gelungenen Arbeitstag zurückblicken.

















































3 comments