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Experimente mit der Sonne, einem Engel und Aerocolor – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Engel, Material, Zeichnung by Susanne Haun on 11. März 2012

Um nicht zu stagnieren, experimentiere ich ab und an mit für mich neuen Materialien.

Das ist meistens ein Kampf, denn Gewohntes läßt sich leicht handhaben und Ungewohntes bringt uns manchmal Kampf und Mühe. Das Resultat ist aber oft ein Schritt nach vorne!

Schutzengel 40 x 30 cm auf Hahnemühle Toscana (c) Zeichnung von Susanne Haun

Schutzengel 40 x 30 cm auf Hahnemühle Toscana (c) Zeichnung von Susanne Haun

So habe ich mir heute die aero color von Schmincke vorgenommen.

Ich bin ein absoluter Fan der Horodam Aquarellfarben von Schmincke,
hatte aber schon vor einiger Zeit festgestellt, dass die aero color eine zu kleine Öffnung für die Feder haben und sie deshalb für meine Tuschezeichnungen verworfen.

Als erstes habe ich heute probiert, ob die Öffnung der neuen Flaschen vielleicht ein paar Millimeter größer geworden ist und ich die Feder nun in die Flasche bekommen – aber ich wurde enttäuscht, leider nein. Die aero color ist dafür sehr hoch pigmentiert (auf Acrylbasis), so dass ich Aquarellgrund damit mischte und eine gelbe Fläche wie die Sonne auf das Papier brachte. Es ist schon erstaunlich wie die Farbe leuchtet!

Die Öffnung der aecor color ist zu klein für die Feder (c) Foto von Susanne Haun

Die Öffnung der aecor color ist zu klein für die Feder (c) Foto von Susanne Haun

Nun gibt es neu Liner von Schmincke, die man mit der aero color füllen kann und die habe ich heute auch probiert. Nach dem Abfühlen von aero color in zwei Linern und in ein extra Gefäß begann ich mit meinen Linien. Die Farbe kann zwar mit der Feder benutzt werden, aber ich muss sehr oft die Feder neu in die Tusche tunken.

Mit dem dünnen Liner komme ich nicht ganz so gut klar, er läßt keine Modulation der Linien zu – den mittleren benutze ich für die Federn im Flügel des Engels.

Die Federn der Flügel zeichne ich mit dem mittleren Liner (c) Foto von Susanne Haun

Die Federn der Flügel zeichne ich mit dem mittleren Liner (c) Foto von Susanne Haun

In der Produktbeschreibung der aero color steht, dass sie als Ergänzung zur Aquarellmalerei benutzt werden kann. Das stimmt, sie ist wirklich gut für Flächen zu handhaben und vor allem sehr ergiebig. Aber in den Linien überzeugt sie mich nur im mittleren Liner.

Insgesamt erfreue ich mich am Ergebnis. Ich wäre ohne die aero color nicht auf die Idee gekommen, eine gelbe Fläche wie die Sonne und dazu orange,magenta und indigo Linien zu zeichnen.


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Experimente mit der Sonne, einem Engel und Aerocolor – Zeichnung von Susanne Haun

Eine kleine und eine große Lady – Pastell von Susanne Haun (2.Teil)

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Pastell, Portraitmalerei, Zeichnung by Susanne Haun on 3. März 2012

Heute morgen freute ich mich sehr, ins Atelier zu “meiner kleinen Lady” zu kommen.

Das Gesicht Merles (hier seht ihr den Stand von gestern) hat heute Konturen erhalten, der Mund ein Zinnoberrot gemischt mit ein wenig von diesem und jenem und die Haare habe ich in dem goldenen Ton gezeichnet, in dem ich sie in Erinnerung habe. Ich hoffe, ich bin nicht indiskret, wenn ich Merles Berufswunsch verrate, denn sie möchte später einmal Rapunzel werden. Ich habe leider vergessen, was ich mit 5 Jahren für Berufswünsche hatte, ich meine mich dunkel an Zoologie zu erinnern…. Wißt ihr noch was ihr werden wolltet?

9 Merle 30 x 40 cm Pastellfarben auf Hahnemühle Kraftpapier (c) Pastell von Susanne Haun

9 Merle 30 x 40 cm Pastellfarben auf Hahnemühle Kraftpapier (c) Pastell von Susanne Haun

Um den Charakter der Zeichnung und meine Handschrift zu erhalten, habe ich nicht das ganz Bild mit Pastellkreiden bearbeitet, sondern die Kohlelinien an vielen Teilen stehen lassen. So ist auch trotz des ungewöhnlichen Materials nicht nur an der Signatur sondern auch an den Linien zu erkennen, dass Susanne Haun gezeichnet hat.

Nirgendwo wie in der Zeichnung ist die Handschrift des Künstlers so sichtbar.

4 Merle Detail Mund (c) Pastell von Susanne Haun

4 Merle Detail Mund (c) Pastell von Susanne Haun

Als groß Lady möchte ich euch heute Rosalba Carriera vorstellen, die als erster weiblicher Star der Kunstwelt im 18. Jahrhundert gilt. Sie malte Pastellportraits der obersten Schicht ihrer Zeit. Sie zeichnete sich mit Attributen wie Lorbeerkranz und Hermelinpelz um auf ihre herausragende Kunst hinzuweisen. Leider erblindete sie im Alter und starb in großer Schwermut.
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Eine kleine und eine große Lady – Pastell von Susanne Haun (2.Teil)

Routine durchbrechen und mein Sinnbild von Steven Pinker – Pastell von Susanne Haun

Posted in Berühmt, Betrachtungen zur Kunst, Pastell, Portraitmalerei, Zeichnung by Susanne Haun on 2. Dezember 2011

Steven Pinker lehrt Psychologie an der Havard Universität und gehört laut Time Magazine zu den 100 einflussreichsten Menschen der Welt.

Steven Pinker war mir bis zur Lektüre des Tagesspiegels letzte Woche Sonntag völlig unbekannt. Wenn ich seine Leistungen in Wikipedia lesen, dann frage ich mich, ob das eine Lücke in meiner Allgemeinbildung war.

Sinnbild von Steven Pinker - Pastell von Susanne Haun - 30 x 40 cm Hahnemühle Kraftpapier

Sinnbild von Steven Pinker - Pastell von Susanne Haun - 30 x 40 cm Hahnemühle Kraftpapier

Sehr interessant finde ich folgendes Zitat von Steven Pinker: “In Wahrheit glaubt fast jeder Mensch, der Böses tut, er handle richtig, dass er nur tut, was jeder in seiner Situation tun würde (…) Die Legende von der Existenz des reinen Bösen entspringt dem Standpunkt des Opfers.”

Wäre die Kunst nicht viel ärmer ohne die vielen Darstellungen des reinen Bösen?

Aber es ist natürlich völlig richtig, dass “Böse” sehr subjektiv ist.

Detail Sinnbild von Steven Pinker - Pastell von Susanne Haun - 30 x 40 cm Hahnemühle Kraftpapier

Detail Sinnbild von Steven Pinker - Pastell von Susanne Haun - 30 x 40 cm Hahnemühle Kraftpapier

Da ich das Thema sehr interessant finde, schaute ich auf youtube was es so über Steven Pinker dort gibt und bin immer wieder erstaunt, wie medienwirksam wir uns heute informieren können. Ich habe mir EINEN der vielen Vorträge angehört und bin so ins Atelier losgegangen.

Gewalt und Pastell, widerspricht sich das nicht? Ich sah heute morgen zwei Arten der Darstellung von Pinkers vor mir: Pastell oder eine riesige TuschePinselZeichnung. Ich entschied mich für das Pastell und denke, dass mir diese Art zu zeichnen, die so konträr zur Tuschezeichnung ist, wieder neue Anstöße für die Tuschemalerei gibt.

Das Geheimnis der Farbe – Ein Bericht von Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Zeichnung by Susanne Haun on 23. November 2011

Wie die Überschrift schon vermuten lässt: die Farbherstellung ist seit Jahrhunderten ein Geheimnis und so durften wir leider auch keine Fotos von der Betriebsführung bei Schmincke machen und ihr müsst meine Worte heute selber in Bilder umsetzen.

Frank Koebsch und ich waren beim Kunstfarbenhersteller Schmincke zu Besuch.

Früher so ab dem 1500 Jahrhundert hüteten die Maler Gilden die Rezepturen der Farben. Die Farben sind die Pigmente und Bindemittel. Das Bindemittel entscheidet, welche Art von Farbe wir vor uns haben. Zum Beispiel werden Pigmente und Öl zur Ölfarbe und Pigment und Gummiarabiquum zur Aquarellfarbe. Malen kommt vom zerstoßen der Farbe und M A L E N der Pigmente mit dem Mörser.
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Ich vor der Firma Schmincke - Foto von Frank Koebsch

Ich vor der Firma Schmincke - Foto von Frank Koebsch

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Leider sind über die Jahrhunderte und nicht zuletzt auch im zweiten Weltkrieg viele Rezepte verloren gegangen.

Bei Schmincke habe ich eine gute Mischung zwischen Manufaktur, Handarbeit und computisierte Abläufe gesehen. Die Aquarelltuben werden von Hand in die Maschine gelegt und mit Etiketten beklebt, während es für die größeren Acrylfarben eine Maschine gibt. Diese Maschine war wie in den Filmen in der Sendung mit der Maus anzuschauen.

Die Pastelle sind sehr empfindlich und werden deshalb mit der Hand verarbeitet. Die vielen Farben sehen klasse aus.
Sehr schön ist auch die Aufbewahrung der Pigmente anzusehen. Fass an Fass mit unterschiedlichen Farbpulvern. Es kostet große Beherrschung nicht mit den Finger in die Pigmentmasse einzutauchen.

Dirk Schmitt, Künstler aus Köln, berichtete uns seine Erfahrungen mit den Farben und erzählte, dass das Rosa auf den Bildern der Impressionisten ursprünglich krapprot war aber das rot die Jahre nicht überdauert hat. Auch Turners Bilder sahen ursprünglich ganz anders aus.

Ich hatte ein ähnliches Erlebnis, als ich Fotos von der Sixtinischen Kapelle vor und nach der Restaurierung sah. Man bemühte sich, die Kapelle so farbenfroh und echt zu gestalten, wie Michelangelo sich das einmal ausgedacht hat. Das stieß zum Teil auf große Kritik, da die Sixtinische Kapelle so nicht bekannt war.

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