Ursprünglichkeit – Aquarell von Susanne Haun

In der Vergangenheit gab es viele Maler, die sich mit „Köpfen“ beschäftigten. Ich sage extra Köpfe und nicht Portraits.

Ich habe mir Emil Nolde heraus gegriffen. Er und seiner Frau Ada wurde 1914 gestatte an der für 1 Jahr geplanten Expedition in die Südesee teilzunehmen. Die Expedition sollten den Bevölkerungsrückgang durch Krankheit in der Südsee untersuchen und hatte nichts mit Malerei zu tun. Nolde und seine Frau mußten somit für die Kosten der Reise selber aufkommen.

In Europa war der Fortschritt merklich spürbar aber bis auf die Italiener entzogen sich die europäischen Künstler diesem und begeisterten sich für die „primitiven“ Kulturen.

Nolde hatte sich als Aufgabe gestellt, das urtümliche Wesen und den urtümlichen Charakter der Südseebewohner festzuhalten, zu dokumentieren. Er gab sie deshalb würdig in ihrer Authentizität und Naturnähe unverfälscht wieder. In seinem Zyklus der Großstadtmenschen, die er verachtete, deformierte er die Köpfe und verwandte grelle, bunte Farben.

Ich im Januar 2008 - Zeichnung von Susanne Haun - 80 x 60 cm
Ich im Januar 2008 - Zeichnung von Susanne Haun - 80 x 60 cm

Obwohl sich Nolde um Objektivität bemühte, floß seine persönliche Wahrnehmung in die Aquarellköpfe ein, das was diese Menschen für Nolde bedeuteten.

Ich möchte in meinen gezeichneten Köpfen das Leben der Porträtierten und den Charakter sichtbar machen. Ich möchte vom Zwiegespräch berichten, das sich im Kopf des Portraitierten abspielt. Deshalb ist es für mich so wichtig, die Personen, die ich zeichne, zu kennen oder zumindestens möchte ich viel von Ihnen durch Zeitungen, Bücher oder Internet wissen. Natürlich fließt auch meine Wahrnehmung vom Portraitierten in die Zeichnung ein.

Ich im Januar 2008 auf schwarz - Zeichnung von Susanne Haun - 80 x 60 cm
Ich im Januar 2008 auf schwarz - Zeichnung von Susanne Haun - 80 x 60 cm

Eine Auswahl meiner Portraits seht ihr hier.

Heute habe ich mich noch einmal eine die Ostseeschönheit aqauarelliert. Ich bin zufrieden so gefällt mir das Aquarell. Aber ich bleibe bei meinen Zeichnungen. Um dass das Aquarell Bestand hätte, müßte ich nun in Serie daran weiter arbeiten. Aber ich arbeite lieber weiter an meinen Zeichnungen. Es war ein interessanter Exkurs für mich und ich kann jedem nur empfehlen, sich einmal von seinen gewohnten Wegen hinwegzubewegen um wieder ein wenig zu lernen. Das inspiriert dann auch für die eigenen Arbeiten.

Kopf - Aquarell von Susanne Haun - 17 x 20 cm
Kopf - Aquarell von Susanne Haun - 17 x 20 cm

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