Da erkannten sie die Weisheit – Das Buch Henoch – Zeichnung von Susanne Haun

„…da erkannten sie die Weisheit, und ihre Augen wurden aufgetan, und sie erkannten, dass sie nackend waren, und wurden aus dem Garten fortgetrieben.“

So endet der zitierte Satz in meinem Beitrag von gestern im Buch Henoch. Diese Geschichte kennen wir alle! Schon beim Lesen hatte ich ein klares Bild vor Augen. Ich mußte es nur von meinen Augen auf die Rolle bringen. Ein kleines Bild im Bild (in der Rolle) schwebte mir vor, denn Henoch erzählt. Im Comic wäre es eine bubble, ein Blase.

Eva wird aus dem Paradies geworfen (c) Zeichnung von Susanne Haun
Eva wird aus dem Paradies geworfen (c) Zeichnung von Susanne Haun

Hier könnt ihr weitere Fragen von Nina (siehe den Artikel hier) und Antworten von mir lesen; die Fragen gehen sehr in die Tiefe. Nina hat mir inzwischen ihre Hausarbeit „Moderne Rezeptionen des äthiopischen Buches Henoch am Beispiel der Berliner Künstlerin Susanne Haun“ zugesendet. Ich wünsche ihr hier an dieser Stelle viel Erfolg und eine gute Note! Wir werden sehen, vielleicht finden wir einen Verlag, der die Hausarbeit veröffentlicht. Es wäre schade, wenn nur ich, die Dozentin und Nina sie kennen.

Zum Paradies gehören immer Äpfel (c) Zeichnugn von Susanne Haun
Zum Paradies gehören immer Äpfel (c) Zeichnugn von Susanne Haun

Welche emotionalen oder philosophischen Konzepte glauben sie transportieren Ihr Bilder, die sich mit Henoch beschäftigen?

Das ist die schwierigste Frage.

Engel sind von sich aus schon emotionsgeladen.

Vielleicht will ich vom Glauben an das Gute berichten, denn Engel sind trotz der Dinge wie Waffenkunst und Beschwörungen für mich immer gute Wesen. Auch mag ich die Vorstellung, dass die gefallenen Engel vielleicht zum Guten bekehrt werden können.

Die Definition von Gut ist ausgesprochen schwierig und die Gerichte der Welt entscheiden über Gut und Böse.

Ich stelle gerne unberührte Landschaften dar. Landschaften, die noch intakt sind und wo die Menschen noch keine Städte errichtet haben.

Das heißt nicht, dass ich gegen Zivilisation und Fortschritt bin. Ich finde beides absolut notwendig, denn ohne dem würden wir heute noch auf den Bäumen sitzen.

Steht die Wahl einer Papierrolle als Träger Ihrer Henochbilder in direktem Zusammenhang mit dem Thema oder ist es das Interesse an dem Medium Papierrolle zunächst unabhängig von dem Thema Henoch?

Es ist eine Mischung aus beidem.

Die ältesten Texte über Gott, die fünf Bücher Moses, sind auf den jüdischen Toras, was „Gebot, Weisung, Belehrung“ bedeutet, geschrieben. Diese Art der Textvermittlung finde ich sehr spannend und ich finde diese Jahrtausende alte Geschichte Henochs braucht ein passendes Medium. Seit ich mich mit Henoch beschäftige, habe ich es nie als ein einzelnes Thema für ein „einziges Bild“ gesehen sondern immer als komplexes Thema, was serielles Arbeiten, Konzeption und eine besondere Form der Darstellung wie die Rolle benötigt.

In welchem Zusammenhang sehen Sie das Thema Henoch mit dem Thema Leben? Warum haben Sie beide Themen auf der ersten Rolle in Zusammenhang gebracht?

Unser Leben hat selbst bei den größten Atheisten einen Mythos; eben das Leben selber durch seine Begrenztheit.

Unsere westliche Kultur baut auf den Grundsätzen der Bibel auf. Die 10 Gebote sind vom Grundsatz her immer noch unsere moralischen Richtlinien. Auch wenn das Buch Henoch kein Buch der Bibel mehr ist, so haben Engel im Leben vieler eine Bedeutung. Gerade in der Not, die auf vielen Teilen der Erde herrscht, braucht der Mensch einen Glauben, an dem er sich festhalten und seine Hoffnung auf ein besseres Leben knüpfen kann.

Sehen wir die Welt global, so ist es ethisch nicht vertretbar, dass in Teilen wie die westliche Welt in „saus und braus“ und in anderen Teilen in absoluter Armut bis zum Verhungern gelebt wird.

Kennen Sie auch das 2. und 3. Buch Henoch? Glauben sie auch, dass sie diese künstlerisch bearbeiten werden? Und wenn ja / nein warum, warum nicht?

Ich weiß nicht, ob ich das richtig verstehe. Ich arbeite nach dem äthiopischen Buch Henochs.

Das ist unterteilt in den ersten Teil, das angellogische Buch, der Fall der Engel, ihre vorläufige und endgültige Abstrafung.

Der erste Teil enthält mehrere Unterabschnitte.

Die zweite Bilderrede, das messiannische Gericht und seine Folgen für Gerechte und Ungerechte.

Die dritte Bilderrede. Das Endgericht des Menschensohns über alle Geschöpfe, besonders aber über die Großen der Erde; die Seligkeiten der auserwählten Gerechten.

Sind damit die drei Bücher gemeint? Wenn ja, sehe ich sie als einen Themenkomplex und habe sie nicht unterschiedlich behandelt.

Da ich noch in der Arbeit zur zweiten Rolle über das Thema stecke, bin ich noch nicht bis zum Ende gekommen.

Die Entstehung der 10 Meter x 40 cm großen Rolle mit dem Thema Henoch könnt ihr euch hier anschauen.

For my english reader:
Everebody knows the story about eve! But what’s the matter Eve is old? I think it’s difficult to draw an old eve lost the paradise. Our west culture is built on the ten commandments of the bible and so I think it is good knowing them. The biggist atheist has respect for the live and lives after moralism principles.

 

Da erkannten sie die Weisheit – Das Buch Henoch – Zeichnung von Susanne Haun

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