Die Spiral Jetty von Robert Smithson – Eindrücke und Bericht von Susanne Haun

In der Emilia Romagna am Fluß Montone (es ist leider schon wieder so lange her) habe ich meine Gedanken gleiten lassen und mich mit der Verbindung von Animation, Film, Zeichnung und Landart beschäftigt.

Später, an der Uni haben wir über die Spiral Jetty von Robert Smithson diskutiert. Damit ihr wißt, wovon ich rede, hier erst einmal einen Ausschnitt aus einem Film von Rotbert Smithson über das Naturkunstwerk.

 

 

Als die Kunst mit der Erfindung der Fotografie ihre Funktion des Darstellens verlor, wurden die philosophischen Gedanken zum Werk immer wichtiger. Die Kunst verknüpft sich seither stark mit sozialen, physikalischen, geologischen und biologischen Gedanken.

Smithson war sehr belesen zu den Themen Geologie und Physik und mochte Science Fiction Bücher. Er ist sehr jung mit 35 Jahren gestorben. Er fiel bei deim letzten seiner Kunstprojekte aus dem Hubschrauber. So etwas ist doch Ironie des Schicksals, oder?

Wenn mich dann ein Künstler und seine Kunst „gepackt hat“, dann versuche ich so viel wie möglich über ihn/sie in Erfahrung zu bringen. Sehr gefreut habe ich mich, dass ich  im „Büchercontainer“ von Walther König auf der documenta 13  einen großen Bildband von der Spiral Jetty kaufen konnte.

Mich reizt die Vergänglichkeit der Landart. Sie wird einzig in Fotos konserviert.

Blütenblätter vor meinem Atelier, Fundort (c) Foto von Susanne Haun
Blütenblätter vor meinem Atelier, Fundort (c) Foto von Susanne Haun

Die Spiral Jetty ist allerdings noch vorhanden. 30 Jahre konnte der Betrachter sie nicht sehen, sie war vom Wasser des nördlichen Salt Lake überspült und kam erst wieder zur Jahrtausendwende zum Vorschein. Ich weiss genau, wenn ich nochmals zum Salt Lake käme, ich würde fast einzig nur die Spiral Jetty sehen wollen!

Die Spiral Jetty und generell die Kunst Smithson geht mir  nun schon seit Wochen nicht mehr aus dem Kopf. Ich denke darüber nach, wie ich diese Gedanken unkompliziert aber nachhaltig in meine Kunst transportieren kann.

Heute fand ich vor meiner Ateliertür weiße Blütenblätter von den Wildrosen mit einem Genranienblütenblatt vermischt. Mit diesen Naturgegenständen will ich die nächsten Tage Arbeiten.

Smithson hat Naturgegenstände (wie Steine)  in Boxen in Galerien transportiert: die Non-sites.

Auf Smithsons Homepage steht folgende Definition von Non-Site:
The Non-Site (an indoor earthwork)* is a three dimensional logical picture that is abstract, yet it represents an actual site in New Jersey. (The Pine Barrens Plains).

Die Non-Site (eine Arbeit aus der Natur in einem Raum ) ist ein dreidimensionale logische Bild, das abstrakt ist, und in der Galerie eine Methaper destatsächliche Standort in New Jersey darstellt.

Die Kunsttheorie Smithsons ist nicht einfach zu verstehen. Ich nähere mit ihr mit einer praktischen Arbeit und während meiner Zeichnungen zum Blütenblatt denke ich über Smithsons Texte nach.

Ich fotografiere die Blütenblätter am Fundort, transportiere sie und nehme sie mit nach hause.

Blütenblätter auf meinem Balkon (c) Foto von Susanne Haun
Blütenblätter auf meinem Balkon (c) Foto von Susanne Haun

For my english spoken readers:
I like the work from Robert Smithon, special the spiral Jetty. It is hard to comprehend his art theories and I must read a lot of things about him in future.
I bring today white and one red petals in my studio to work inside with them. Before I get them I take pictures of them. So I have the expression inside and outside my studio.

Die Spiral Jetty von Robert Smithson – Eindrücke und Bericht von Susanne Haun

10 comments

  1. Was jedoch bei der Durchsicht der Ausstellung am nachhaltigsten irritiert, ist die, man ist schon versucht zu sagen ‚kindlich naive’ Erscheinungsform des Werkes ‚Broken Circle / Spiral Hill’ selbst. Bei ‚Broken Circle’ dient der begradigte Uferstreifen des kleinen Sees als Durchmesser eines unterbrochenen Kreises, wobei ein Bogensegment durch Aufschüttung im Wasser und das zweite durch Ausschachtung und anschließender Flutung an Land gebildet wird. Auf der dadurch entstandenen halbkreisförmigen Landzunge ist ein großer Findling aus der Region platziert. Positiv – negativ, konvex – konkav, erst die Zusammenschau ergibt die Form eines Kreises. Unmittelbar oberhalb des Kreises befindet sich der ‚Spiral Hill’, eine kegelförmige Aufschüttung, die durch einen spiralförmig eingeebneten Weg begangen werden kann. Die Arbeit erweckt den Eindruck einer rituellen Stätte, Überbleibsel einer untergegangenen archaischen Zivilisation zu sein, die in einer durch die Eiszeit geprägten geologischen Formation platziert wurde. Die Vermutung stellt sich ein, dass Smithson hier Kleine-Jungen-Träume und pubertäre Allmachtsphantasien aktiviert, erwachsen aus kindlichen Sandkastenspielen, um vermeintlich grandiose Außenwelt-Denkbilder zu inszenieren. Was als Werk bleibt, ist das Memorial, das Denkbild einer ästhetischen Geste.

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