Susanne Haun

Aischylos, der Erfinder der Tragödie und Prometheus – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Illustration, Prometheus, Zeichnung by Susanne Haun on 24. September 2012

Aischylos wurde 525 Jahre vor unserer Zeitrechnung geboren und schrieb die Tragödie „Der gefesselte Prometheus“. Er war der erste, der im Schauspiel einen zweiten Interpreten einführte.

Vor Aischylos gab es nur einen Schauspieler und einen Chor auf der Bühne. Es sind von seinen wahrscheinlich 90 Tragödien heute noch 7 Vollständig erhalten.

Durch das Tropfen der Tusche wird die Rolle belebt (c) Zeichnung von Susanne Haun

Durch das Tropfen der Tusche wird die Rolle belebt (c) Zeichnung von Susanne Haun

Wie hat sich doch die Darbietung von Geschichten geändert, wenn wir an das heutige 3D Kino im Vergleich dazu denke.

Ich möchte noch einmal zurück auf Den Brief Humboldt an Welcker kommen (siehe meinen Beitrag hier).

Dort schreibt Humboldt an Welcker, dass Aischylos aus den Erzählungen um Prometheus nur das Große und Sinnvolle in seiner Tragödie „Der gefesselte Prometheus“ aufgenommen hat. Offensichtlich gibt es noch mehr Schriften und wahrscheinlich die mündliche Überlieferung zum Prometheus vor Aischylos Tragödie. In Welckers Arbeit ist Chiron der Zentauer und Halbbruder Zeus das Sühnopfer, was sich gegen den gefesselten Prometheus austauscht.

Orchideenranke (c) Zeichnung von Susanne Haun

Orchideenranke (c) Zeichnung von Susanne Haun

Es ist eines der ältesten Geschichten der Welt, ein Gefangene wird gegen jemanden ausgetauscht.
Es ist noch keine 50 Jahre her da wurden auf der Glienicker Brücke in Berlin, die Berlin und Brandenburg verbindet, Gefangene unserer Neuzeit ausgetauscht.

Ich finde es faszinierend, in welcher Art und Weise Humboldt und Welcker diskutieren und sich austauschen. Sie senden sich Abschriften ihrer Arbeiten und schreiben Briefe. Haben wir es heute nicht einfacher mit dem World Wide Web? Oder verkümmert unsere Sprache und Fähigkeit zur Diskussion in Fragmente.
Ist es nicht manchmal besser, es sich schwerer zu machen?
Ich erwarte mit der guten alten Post einen Brief von Ute Schätzmüller (siehe hier ihren Blog), es ist unser Projektauftakt zum Thema „Die Versuchung des heiligen Antonius“ zu dem wir euch bald mehr berichten werden.

All das gelesene und gelernte über Prometheus ist heute in die Weiterarbeit meiner weißen Papprolle eingeflossen. Mit der neuen Grundierung hatte ich keine Schwierigkeiten mit dem zeichnen auf der Rolle. Dadurch, dass die Rolle keine plane Oberfläche hat, läuft die Tusche mitunter an Stellen, die ich nicht unbedingt geplant habe. Das belebt die Zeichnung sehr.

Nun lasse ich die Teilzeichnung trocknen (c) Zeichnung von Susanne Haun

Nun lasse ich die Teilzeichnung trocknen (c) Zeichnung von Susanne Haun

For my english speaken reader:
Aeschylus was the inventor of tragedy. He was the first direktor to handle two actors on stage. One of his extant tragedies is „Prometheus Bound“. I find the way in which Humboldt and Welcker discuss interesting, means of letters and copies of their work on Prometheus. All the read and learned about Prometheus is now incorporated in the further work of my white cardboard tube.

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Quelle: Spiegelonline Kultur, http://gutenberg.spiegel.de/autor/4
Wilhelm von Humboldt, Schriften zur Sprache, Zweitausendeins Verlag, Seite 1018

6 Antworten

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  1. ute schätzmüller said, on 24. September 2012 at 17:22

    Liebe Susanne,

    der erste Satz hat sich heute auf den Weg gemacht, ich hoffe er liegt dir. Ich fand ihn wunderschön und habe auch kleinere Aquarelle dazu versucht, die mir aber nicht gefallen haben (zeige ich evtl. wenn du den Satz hast) daher sende ich ihn dir.

    Liebe Grüße Ute

    • susannehaun said, on 24. September 2012 at 20:51

      Liebe Ute,

      ich bin schon neugierig, was für einen Satz du auf die Reise gesendet hast. Du wirst es nicht glauben, meine Bücher sind immer noch nicht da!

      Liebe Grüße Susanne

  2. Magdalena Hohlweg said, on 24. September 2012 at 19:47

    Wunderschön, diese Rolle! Auch die „Rolle des Lebens“ finde ich fantastisch, wenn ich leider auch grad nicht am Rädchen drehen kann! Aber das stelle ich mir spannend vor! Klasse!

    • susannehaun said, on 24. September 2012 at 20:52

      Danke, Magdalena, Rollen sind fast wie Ringe ohne Anfang und ohne Ende!

  3. Dina said, on 24. September 2012 at 22:35

    Herlichen Dank für diesen klugschönen beglückenden Artikel!
    Du hast wirklich eine ganz feinen Blog, ich froh, dass ich dich entdeckt habe.

    Liebe Grüße
    Dina

    • susannehaun said, on 25. September 2012 at 08:40

      Danke, Dina, ich schreibe gerne meinen Blog, es sortiert so schön und ich stöbere auch gerne in anderen Blogs 🙂 Liebe Grüße Susanne


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