Susanne Haun

Kunst = Kunst – Teil 2 und ein Besuch in Magdeburg – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Kunstgeschichte, Skulptur, Zeichnung by Susanne Haun on 18. November 2012

Wir befinden uns in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Was ist Kunst zu dieser Zeit?

Der Kunst wurde nun eine Therapeutische Wirkung zugetraut, sie sollte den Rezipienten seine eigenen, individuellen Defizite klar machen und diesen Defiziten Abhilfe verschaffen.

Magdeburger Figuren (c) Zeichnungen von Susanne Haun

Magdeburger Figuren (c) Zeichnungen von Susanne Haun

Die Kunst sollte erst im Auge des Rezipienten zur Entfaltung kommen. Philosophisch gesehen war es zu dieser Zeit unüblich, zeitgenössische Kunst als solche zu betrachten, weil sie den hohen Erwartungen, die in sie gesetzt wurden nicht entsprechen konnte. Man sah das Ideal der Kunst in der Antike.

„In Vorwegnahme des marxistischen Endziels der Geschichte wurde vielmehr sogar die ersatzlose Abschaffung der Institutionen des Staates imaginiert, an deren Stelle ein ewiges und glückliches Reich der Kunst treten sollte.“²

Ich denke, an dieser Stelle ist wieder eine Pause zum Verinnerlichen des Gelesenen richtig.
Nach der Ablösung der Religion durch die Kunst sollte sie nun auch den Staat ersetzen.

Es ist auch einfach zu sagen, dass die Kunst nicht in der Gegenwart zu finden ist, damit werden Diskussionen mit Künstlern gleich im Keim erstickt.

Im Kreuzgang im Kloster unser lieben Frauen (c) Foto von Susanne Haun

Im Kreuzgang im Kloster unser lieben Frauen (c) Foto von Susanne Haun

Ich dagegen schaue mir gerne aktuelle Kunst an. So habe ich gestern Conny Niehoffs neues Atelier besucht. Es ist von beeindruckender Größe und Conny fühlt den Raum mit ihrer Arbeit souverän. Bevor sie dort einzog, war ein Sparladen in der Halle, sie hat dezent noch einige Relikte aus der Zeit stehen gelassen: ein halb übermalter Spar Schriftzug an der Wand und ein Schild für Kartoffeln. Nach Anmeldung könnt ihr euch Connys Arbeiten im neuen Atelier anschauen.

Das Hundertwasserhaus am 17.11.2012 (c) Foto von Susanne Haun

Das Hundertwasserhaus am 17.11.2012 (c) Foto von Susanne Haun

Conny und ich kennen uns seit September 2004, wir haben uns im Netz kennen gelernt und ich war seither oft in Magdeburg und konnte so einige Städtebaulichen Veränderungen miterleben. Gestern waren wir am Hundertwasserhaus, von dem ich noch Fotos im Bau befindlich von 2005 gefunden habe. Wir waren auch vor der Renovierung im Kloster unser lieben Frauen, leider habe ich diese Fotos nicht mehr gefunden. Das Kloster wurde im Hochmittelalter so um  1063 angefangen zu bauen. Ich mag die Stimmung im Kloster, die ich mit meiner kleinen CANON IXUS eingefangen habe. Kein einfaches Unterfangen, weil es begann schon zu dämmern! So habe ich aus den vielen Figurengruppen, die ich gestern sah, einzelne herausgenommen und gezeichnet.

Conny Niehoff und ich 2012 (c) Foto von A Haun

Conny Niehoff und ich 2012 (c) Foto von A Haun

For my English-speaking readers:
I gladly look present art. I visited yesterday Conny Niehoffs new studio. It feels an impressive size and Conny fills the space confidently with their work. The hall was a food store before she moved there, she discreetly few relics from the time left: half overpainted saving writing on the wall and a plate of potatoes.


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Pfisterer, Ulrich (HG), Metzlers Lexikon Kunstwissenschaft, Stuttgart 2003, 2011²

9 Antworten

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  1. Coco Niehoff Kunst/Malerei/Gedanken said, on 18. November 2012 at 18:25

    werd mir deine ausführungen zur kunst mal abspeichern und deine blogberichte ausdrucken…sooft wie man über kunst diskutiert und zu keinem ergebniss kommt :-)) klasse susanne, bin gespannt auf weitere beiträge!!!
    bravo!

    • Susanne Haun said, on 19. November 2012 at 08:59

      Freut mich, Conny, danke, heute werde ich weiter daran arbeiten. Grüße von Susanne

  2. skriptum/skryptoria said, on 18. November 2012 at 19:50

    Magdeburg hat sehr viele schöne Ansichten. Toll, dass Du einige mitgebracht hast! Und Deine Zeichnungen gefallen mir auch wieder sehr!

    • Susanne Haun said, on 19. November 2012 at 09:00

      Danke, skriptum, ja, ich mag Magdeburg auch. Wenn man eine Stadt so oft besucht, wachsen einen nicht nur die Menschen sondern auch die Stadt selber ans Herz.

  3. flattersatz said, on 18. November 2012 at 20:07

    .. die fotos aus dem kloster sind so schön, danke dafür!

    • Susanne Haun said, on 19. November 2012 at 09:01

      Danke, flattersatz. Ich mag dieses Kloster auch sehr, es hat eine besondere Stimmung!

  4. gabyrichter said, on 19. November 2012 at 11:39

    Klöster haben doch immer so etwas magisches. Sie ziehen mich auch an. Sie sind ein Ort der besonderen Stille. Sehr schöne Bilder und überhaupt scheint es ein sehr gelungener Tag gewesen zu sein.

    • Susanne Haun said, on 20. November 2012 at 07:02

      Ja, Gaby, es war ein gelungener Tag. Wir sehen uns nicht so oft, die Conny und ich und wenn, dann schnattern wir immer und lachen viel.

  5. […] Conny Niehoff arbeitet in ihrem großen Atelier in Colbitz bei Magdeburg. Wir kennen uns seit September 2003, fast schon 10 Jahre. Kennen gelernt haben wir uns online in einem Kunstforum  und uns das erste Mal im Dezember 2003 real in Berlin getroffen. Seither haben wir öfter zusammen gearbeitet. Ich berichtete von meinem Besuch letzten Monat bei Conny (siehe hier). […]


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