Sollte ein Künstler sich mit Kunsttheorie beschäftigen?

Meine Auseinandersetzung mit Hegel schlägt Wellen.

21 Florales (c) Zeichnung von Susanne Haun
21 Florales (c) Zeichnung von Susanne Haun

Mein guter Künstlerfreund Jürgen alias Buchalov (siehe hier) rief mich letzte Woche an und bemerkte, dass er meinen Blog sofort schließen würde, wenn er das Wort Hegel lese.

Das ist ganz klar auch eine Reaktion, ähnlich, wie die von Xenia (siehe hier), der Poetin und Kunsthistorikerin, die in Facebook schrieb, sie betrachte meine Kunst sehr gerne ohne Hegel.

Ich bin trotzdem der Meinung, dass ein Künstler sich auch mit Kunsttheorie beschäftigen sollte.

Jürgen und ich beschäftigten uns in der Kolumba mit Kunsttheorie (siehe hier) und das erweiterte den Geist und hat extrem viel Spaß gemacht.

Xenia als Kunsthistorikerin ist auch Theorielastig.

Daraus folgere ich, dass es nicht an der Kunsttheorie sondern an Hegel selber liegen muß.

Wer also ist der Adressat von Hegels Vorlesung über die Ästethik?

20 Florales (c) Zeichnung von Susanne Haun (1)
20 Florales (c) Zeichnung von Susanne Haun

19 comments

  1. I must research Hegel. I adore your prints, you are extremely gifted. Right now I am into the aesthestics not controversies but need to find out what the story is regarding „Hegel“. Thank you Susanne, beautiful.

  2. Of course, an artist can deal with art theory and art history.

    Of course, a performer can deal with art theory and art history

    As I read Hegel so, I strongly agree that „truth is the whole“ – as long as we know only subjective fragments of this whole – so we do not know the truth – the problem is perhaps that Hegel writes extremely complicated and easily misunderstood… 🙂

  3. Liebe Susanne,

    ich denke, dass es egal ist wer was macht, eine gewisse Portion an Theorie gehört zu allem womit man sich beschäftigt.
    Ich finde es wichtig zu hören, zu lesen, dann darüber nachzudenken, damit zu spielen, zu meditieren und dann aber auch zu prüfen, was gehört zu mir, was nicht.
    Hegel wohl eher nicht, er ist mir zu verkopft, ausserdem war er eben kein Künstler, sondern ein Philosoph, wie will einer wissen, wie es wirklich als Künstler ist, wenn nicht der Künstler, die Künstlerin selbst? Und wie kann er meine Ästethik verstehen, wenn er seine Ästethik vornean stellt?
    Ich habe mich immer wieder mit Kunstgeschichte auseinander gesetzt, habe geschaut was andere machten, zu welchen Zeiten, ohne je mich Spezialistin nennen zu wollen, aber dann geht es eben für mich ums Tun. Mein Innen nach aussen zu bringen. Dann folge ich nur noch meinem Punkt, meinem Strich, der Fläche, den Farben und Formen und keine Theorie der Welt stellt sich mir dann in den Weg.

    Letztens las ich diesen Satz:

    „Die Kunst drückt die Verletzlichkeit der Menschen aus, ihre Schmerzen, und versucht zu heilen.“ von Illham Al-Madfei

    Dieser Satz ist so schlicht und für mich sehr wahr.

    herzliche Abendgrüsse
    Ulli

    1. Liebe Ulli, das ist ein sehr gelungenes Zitat.
      Es ist generell die Frage, in wie weit ein Mensch den anderen versteht. Im Endefekt ist alles, was du über andere denkst zu wissen, nur Spekulation.
      Ich glaube auch wir Künstler wissen nicht genau, was es bedeutet Künstler zu sein, weil uns der Abstand zum Künstlertum fehlt.
      Es sollte eine gute Mischung zwischen dem Expressiven, impulsiven und dem Gelehrntem sein.
      Auf jeden Fall ist es Kommunikation –
      Liebe Grüße von Susanne

  4. Ja, selbstverständlich „sollte sich der Künstler …“. Muss nicht jeder Profi sich auch mit der Theorie seines Fachs befassen? Wenn er schafft, sollte er die Theorie natürlich besser vergessen.

  5. ja unbedingt mit Theorie beschäftigen. Mein Sohn hat im Atelier auch ein gut gefülltes Bücherregal und die Wände mit Printartikeln tapeziert. Hegel hat auch zum Thema „Zeichnung“ etwas gesagt, habt ihr das schon besprochen? Liebe Grüße aus Wien

  6. Liebe Susanne,
    trotz meines Hegel-Traumas klicke ich Deinen Blog nicht weg, wenn das Wort Hegel auftaucht. Hilft, nach so langen Jahren doch noch mal hinzuschauen.
    Ob sich der Künstler mit Kunst-Theorie beschäftigen soll? Kann er machen, … , ob er es macht oder nicht, die Kunst-Theorie holt ihn sowieso ein. Denn sobald er sich künstlerisch betätigt, ist er er mitten drin in einer Welt aus Kunst-Theorie und natürlich auch Kunstgeschichte. Ob er nun sagt: Das interessiert mich nicht – oder ob er bewusst Bezüge herstellt. Macht nichts. die Bezüge sind da. Und Leute wie Hegel haben die zugrundeliegenden Fragen, die sich immer ergeben, wenn jemand mit der Produktion des Schönen (oder bewusst des Nicht-Schönen) beschäftigt ist, sehr grundlegend durchdacht, wie es so Art der Philosophen ist. Das hilft dann sicherlich bei der Selbst-Einordnung dessen, was man da so tut. Eine solche Selbst-Einordnung kann aber auch gefährlich sein, zur Verunsicherung führen. Ist doch bei aller Philosophie so. Immer ist da eine kleine Stimme im Hinterkopf, die flüstert: Der Dumme ist der Glücklichere.
    Einen schönen Gruß von wieder zuhaus!
    Martin

    1. Lieber Martin,
      das siehst du richtig, so eine Selbst-Einordnung ist nicht leicht. Im Kunstgeschichte Grundkurs hat der Prof. sogar gesagt, sie sei für uns Künstler gar nicht und für die Kunsthistoriker erst ca. 100 Jahre nach Ableben des Künstlers möglich. Im Bezug auf Einordnung in den geschichtlichen Kontext ist das sicherlich richtig, aber in Bezug auf mein Künstler-Ich war dieser Ausflug in Hegels Welt genau richtig. Er hat mich aufgewühlt.
      Ich dachte auch einmal, der Dumme sei der Glücklicherei. Die Stimme ist bei mir definitiv verstummt, da ich weiss, dass der Dumme nicht glücklicher ist.
      Dann wünsche ich euch eine schöne Zeit wieder zuhause, viele Grüße von Susanne

  7. Though I have yet ot see it in person, like many others, I am in love with your hair. I bet the person who writes this blog must be a very caring, loving type. Nice to know you.

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