Susanne Haun

Zitat am Sonntag – Jeff Koons

Posted in Objekt, Zitat am Sonntag by Susanne Haun on 19. Januar 2020

 

 

Provokation ist so oberflächlich, sie hat eine kurze Verfallszeit.
Was die Leute am schockierendsten finden, ist Ehrlichkeit.

Jeff Koons ,1955 in York, Pennsylvania geboren, US-amerikanischer Künstler

 

 

Nullraum (c) Objekt von Susanne Haun

Nullraum (c) Objekt von Susanne Haun

 

 

Ich frage mich, ob ich irgendetwas schockierendes in meiner Kunst habe?
Ehrlich ist meine Kunst auf jeden Fall.

 

_____________

zitiert nach: Zitate 2018, Tageskalender Harenberg, 6. August 2018

33 Antworten

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  1. Linsenfutter said, on 19. Januar 2020 at 14:04

    Ich wüßte nicht, was da schockierend sein sollte. Da gibt es andere Beispiele, die sich eher Gedanken machen sollten.
    LG Jürgen

    • Susanne Haun said, on 22. Januar 2020 at 07:33

      Was für Beispiele sind das? War Koons nur in seiner Zeit schockierend?
      LG Susanne

      • Linsenfutter said, on 22. Januar 2020 at 08:06

        Nein, wie ich schrieb. Für mich nicht schockierend. Der Rest war „Allgemein“ gemeint.
        LG Jürgen

  2. Ulli said, on 19. Januar 2020 at 14:26

    Ich glaube, dass es bei der Ehrlichkeit auch immer darauf ankommt, wie man sie ausspricht. Ich wünsche mir eh ehrliche Worte und keine Schmusekurse!
    Herzliche Sonntagsgrüße an dich,
    Ulli
    hab’s schön heute …

    • Susanne Haun said, on 22. Januar 2020 at 07:34

      Eine gute Frage, Ulli, was ist denn überhaupt Ehrlichkeit?

      • Ulli said, on 22. Januar 2020 at 10:05

        Ich nehme mal die Frage mit durch den Tag. Nur eins kann ich jetzt schon sagen, dass Ehrlichkeit und Wahrheit nicht das Selbe sind. Ehrlichkeit kommt aus dem Moment heraus, was ich gerade dann spüre und denke …
        Ja, gute Frage, Susanne, danke dafür!

        • Susanne Haun said, on 29. Januar 2020 at 18:17

          Es ist wirklich eine schwere Frage, Ulli. Sagen wir die Wahrheit, wenn wir ehrlich sind? Oder ist es nur unsere Wahrnehmung, die für uns persönlich die Wahrheit ist?

          • Ulli said, on 29. Januar 2020 at 18:59

            Das ist ja immer die Krux, was ist Wahrheit und was nur persönliche Wahrheit und wenn es denn nur persönliche Wahrheit ist, ist sie deswegen unwahr?

            • Susanne Haun said, on 29. Januar 2020 at 20:30

              Nein, Ulli, das denke ich nicht. Sind nicht Menschen für genau solche Wahrheiten gestorben?

  3. gkazakou said, on 19. Januar 2020 at 14:44

    Ich finde, Jeff Koon ist nicht der Mann, sich zu diesem Thema glaubwürdig zu äußern. Hat er nicht durch „oberflächliche Provokationen“ seine Karriere in die höchsten Etagen der Kunst geschafft? Ich erinnere an die Werkserie „Made in Heaven“, in Kooperation mit Pornostar Ilona Staller 1990, die ihn von einem Tag auf den anderen zur international umworbenen und high priced Kunstgröße machte.
    Und wenn er es jetzt ehrlich zugäbe – wer wäre da wirklich schockiert? Niemand. Er ist eben ein „Post-Ironiker“
    Nee, deine Kunst hat damit nichts zu tun. Die spielt auf einem anderen Feld, nach anderen Regeln.

    • Susanne Haun said, on 22. Januar 2020 at 07:38

      Ich denke auch, Gerda, dass Koons durch die Fotos mit seiner Frau berühmt geworden ist. Waren die überhaupt nur 1 Jahr verheiratet? Ich glaube nicht.
      Seine metallenen großen Objekte gefallen mir gut, auch wenn sie wie ein Hund geformt sind. Ich saß mit meinem Sohn vor langer Zeit in der Neuen Nationalgalerie und er erklärte mir, dass es dem Künstler wohl auf die Spiegelung ankäme, er könne den gesamten Potsdamer Platz im Metall erkennen.
      Liebe Grüße von Susanne

    • emhaeu said, on 26. Januar 2020 at 17:31

      Ist so nicht ganz richtig: Koons hatte schon 1980 seine erste Einzelausstellung (!) im New Museum of Contemporary Art in New York. Die pornographischen Arbeiten kamen erst, als er schon mit ganz anderen Arbeiten berühmt und teuer war …

      • Susanne Haun said, on 29. Januar 2020 at 20:21

        Sonst hätte auch keiner die Pornographischen Arbeiten wahrgenommen, denke ich. Was meinst du Martin? Kann man denn überhaupt noch mit Pornographie provozieren? Ich glaube nicht? Mit was kann man heute überhaupt noch provozieren? Nicht einmal mehr mit dem Tod! In der c/o in Berlin waren zu diesem Thema Fotos ausgestellt. Ich muss sagen, ich bin nach der Hälfte der Ausstellung hinaus gegangen. Ich fühlte mich nicht provoziert aber ich fühlte mich betroffen oder bedrückt. In der Würde des Todes gestört.
        LG Susanne

        • emhaeu said, on 31. Januar 2020 at 17:31

          Liebe Susanne, ja vielleicht hat sich das Prinzip Provokation überlebt. Den Künstlern fällt zwar immer noch was neues ein, aber mit Duchamps berühmtem Readymade oder den Bildern von Fontana mit der aufgeschlitzten Leinwand war schon ein Endpunkt erreicht. Jeff Koons steht ja mit seinen Pornographischen Arbeiten in einer langen, langen Tradition. Nicht nur bei den alten Römern, es gibt ja auch bei den bekannten Künstlern des 20. Jahrhunderts sehr pornografische Werke, sind gerade welche aus der Sammlung Gurlitt in Linz zu sehen, wenn ich mich nicht irre. Koons hat dem aBer einen durchaus neuen Aspekt abgewonnen, keine schnell hingeworfenen Zeichnungen, sondern handwerklich absolut perfekte Skulpturen, ich habe sie mal in Frankfurt gesehen. Das irritiert und provoziert in seiner hochglänzenden Direktheit doch und stellt für mich die Frage, ob hinter der heutzutage in der Regel zur Schau gestellten Abgeklärtheit, was die Sexualität betrifft, nicht doch eine große Unsicherheit steckt. Aber ich möchte diese Skulpturen auch nicht im Zimmer stehen haben, …. LG Martin

          • Susanne Haun said, on 4. Februar 2020 at 09:25

            Lieber Martin,
            ich denke auch, dass die Art mit Sexualität umzugehen sich durch die Partnerbörsen verändert hat. Die Sexualität ist zum Konsumgut verkommen, was ich sehr schade finde. Ich glaube auch, dass das Hauptproblem die Erwartung ist, die die Menschen an die Sexualität stellen, für manche ist es wie Essen und andere sehen eine Partnerschaft für das Leben darin. Ich kenne einige, die sich in den Börsern tummeln und ich habe nicht das Gefühl, dass sie zufrieden sind.
            Ich überlege, ob ich Koons Figuren im Zimmer haben möchte. Ich glaube, ich würde mich auch dagegen entscheiden, denn darin würde ich mich immer (gespiegelt) beobachtet fühlen. 🙂 😉
            Einen schönen Tag von Susanne
            P.S. Statt Provokation vielleicht solides Handwerk?

            • emhaeu said, on 4. Februar 2020 at 17:30

              Provokation ist halt einfacher als solides Handwerk, jedenfalls oberflächlich betrachtet. So wie es viel einfacher ist, eines dieser gegenstandslosen Bilder in Acryl zu malen, die heutzutage in allen möglichen Hobby-Ausstellungen an der Wand hängen, als eine saubere Bleistiftzeichnung zu machen.
              Ist bei der Lyrik ähnlich: Bei den ersten, die reimlose Lyrik in freien Rhythmen geschrieben haben, wie z.B. Brecht, war das noch ein Schritt, der auf einer soliden Technik aufgebaut hat. Später dann schrieb jeder reimlose Lyrik ohne Versmaß, einfach deshalb, weil es einfacher ist oder einfach zu sein scheint.

              • Susanne Haun said, on 7. Februar 2020 at 09:13

                Da hast du Recht, Martin.
                Ab wann darf ein Künstler’*in ein Künstler*in sein und darf nur der „anerkannte“ Künstler*in provokant sein.
                Wie zeigt der provokante Künstler*in, dass er sein Handwerk beherrscht!
                Das sind Fragen, die mich mitunter beschäftigen.
                LG Susanne

  4. Sybille Lengauer said, on 19. Januar 2020 at 16:45

    Ich lebe in einem Dorf. Hier kann es für manche schon schockieren, wenn du Dinge sagst wie: „Ich habe keinen Fernseher.“ Da ist noch viel Platz nach oben, also auch für kurzweilige Provokation.

    • Susanne Haun said, on 22. Januar 2020 at 07:39

      Danke für diesen witzigen Kommentar, Sybille. Mein Vater war in einem kleinen Dorf im Spreewals evakuiert, dass wir oft besucht haben als er schon wieder in Berlin lebte. Ich kann mir gut vorstellen, dass dort einfach alles provokant ist.

  5. kormoranflug said, on 19. Januar 2020 at 17:14

    Jeff koon denkt dabei an eine klare Einfachheit – die er übersteigert. Dazu etwas bling bling und die blinkenden Riesenfiguren verkaufen sich wie geschnitten Brot – nur etwas teurer.

    • Susanne Haun said, on 22. Januar 2020 at 07:39

      Allerdings, sehr teuer. Aber ich mag tatsächlich die spiegelnde Oberfläche seiner Objekte.

  6. kormoranflug said, on 19. Januar 2020 at 17:14

    Ach ja, und wo ist das Wasser bei Deinem Nullraum?

  7. SätzeundSchätze said, on 20. Januar 2020 at 08:19

    Hm – das Zitat hätte ich Jeff Koon nicht „zugetraut“ und irgendwie klingt es aus seinem Mund verlogen. Provozierend finde ich deine Kunst nicht, aber das entspräche dir als Person auch wohl nicht, oder?

    • Susanne Haun said, on 22. Januar 2020 at 07:41

      Ich denke auch, Birgit, dass ich keine Provokateurin bin. Das liegt mir nicht. Ich wünschte mir jedoch, ich wäre etwas härter und nicht immer so weich… Ich arbeite daran.

  8. kopfundgestalt said, on 20. Januar 2020 at 11:23

    Schockierend? Eher frei ist deine Kunst- aber was bedeuten schon Worte.

    Zu Jeff Koons kann ich wenig sagen. Ich kenne nur einige Stücke, irgendwo gesehen.
    Es gibt Leute in meinem Umfeld, die sind begeistert. Bloß die Frage, was sie genau begeistert?! Auch hier wieder Worte, der eine genaue Auslegung folgen sollte.

    Hier im Netz schreibt man „fein“ oder „toll“ oder „schön“, aber was ist damit gesagt? Nicht einmal damit bezeugt, daß man reingeguckt hat.

    • Susanne Haun said, on 22. Januar 2020 at 07:45

      Es kommt wahrscheinlich immer darauf an, wer einen Beitrag liked. Es gibt die Like-Jäger und die, die lesen und das like als Lese- bzw. Gesehenbestätigung sehen. So wie „check“.
      Mich begeistert die Oberfläche an Koons Objekten.

      • kopfundgestalt said, on 22. Januar 2020 at 09:47

        Ich jage keine likes. Ich gehe davon aus, dass aber einzelne ein like bewusst setzen, nachdem sie zumindest einen Blick geworfen haben.
        Mehr als einen Blick werfen kann man manchmal nicht nach einem vollen Tag.

        • Susanne Haun said, on 29. Januar 2020 at 18:14

          Da traust du deinen Lesern eine Menge zu! Ich habe immer den Eindruck, dass maximal 10% meine Beiträge komplett liest und der Rest vielleicht wenigstens die Bilder schaut!

          • kopfundgestalt said, on 29. Januar 2020 at 19:07

            Ich denke auch, daß 90 % nicht draufguckt. Wenn man 20 oder mehr Blogs frequentiert, bleibt nicht mehr viel für den einzelnen übrig. Dann bekommen die, die man persönlich schätzt und mag, eine Kommentierung, die anderen nicht.

            • Susanne Haun said, on 29. Januar 2020 at 20:32

              Ja, so ist es. Es ist wahrscheinlich im virtuellen Leben wie im realen: Mit manchen versteht man sich, mit manchen nicht. In der realen Welt klopft man jedoch nicht jedem, zu dem man keine Beziehung aufbaut, auf die Schulter 😉


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