Susanne Haun

Kunst = Kunst Teil 5 = Marina Abramovic – Bericht und Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Berühmt, Betrachtungen zur Kunst, Kunstgeschichte, Portraitmalerei, Zeichnung by Susanne Haun on 29. Dezember 2012

Der Film „Marina Abramovic: The Artist Is Present (OmU)“ ist sehr beeindruckend.

Mir fallen bei meiner Beschreibung zuerst die unwichtigen Dinge ein, weil die wichtigen Sequenzen kaum zu beschreiben sind, sie sind nur erlebbar.
Ich sah den Film vor einer Woche und habe mir für meinen Bericht fast eine Woche Zeit gelassen. Zeit, um über den Film nachzudenken und ihn nachwirken zu lassen.

Marina Abramov würde gerne beschreiben, was für ein administrativer Aufwand es ist, Kunst zu machen und wie viele emails sie schreiben, wie viel Telefonate sie führen und zu wie vielen Veranstaltungen sie gehen muss.

Ich werde nach dem Film nie wieder sagen, dass meine Wohnung oder mein Atelier klein sind.
Marina Abromovic lebte mit ihrem damaligen Lebens- und Künstlergefährten Ulay 5 Jahre lang in einem Wohnmobil bzw. umgebauten Laster.

Mein Sinnbild von M.Abromovic (c) Zeichnung von Susanne Haun

Mein Sinnbild von M.Abromovic (c) Zeichnung von Susanne Haun

Sie beschloss ein Manifest zu schreiben, um das wichtigste ihrer Kunst in Worten festzuhalten. Sie las es zuerst in Florenz vor, ich habe es bei youtube gefunden.

„Künstler müssen Krieger sein. Sie müssen diese Bestimmung und das Durchhaltevermögen haben, um kämpfen zu können.“ sagt sie u.a. in ihrem Manifest.

Die ersten Jahre ärgert sie sich, dass alle fragen, ob das (die Performance) Kunst ist. Und jetzt nachdem sie keiner mehr fragt, vermisst sie die Frage.

Der Film war so inhaltsschwer, ich wollte mich in dem Film fallen lassen und keine Notizen für einen Artikel machen und so bin ich sehr froh, einiges von Marina Abromovic auf youtube gefunden zu haben.

Mein Sinnbild von M.Abromovic (c) Zeichnung von Susanne Haun

Mein Sinnbild von M.Abromovic (c) Zeichnung von Susanne Haun

Im Spiegel vom 29.11.2012 schreibt Daniel Sander: „Der Film ist keine übermäßig kritische Auseinandersetzung mit dem Phänomen Abramovic und der Performance-Kunst an sich geworden (…) Sie allein ist schon ein Kunstwerk.“

Ich habe lange überlegt, wie ich zeichnerisch diesen Film verarbeiten kann. Mit Farbe, war mein erster Gedanken. Und natürlich rot, denn bei Marina Abromovic denke ich an rot. Danach habe ich sie mit wenigen Linien dargestellt, um Raum für Gedanken zu geben.

Mein Sinnbild von M.Abromovic (c) Zeichnung von Susanne Haun

Mein Sinnbild von M.Abromovic (c) Zeichnung von Susanne Haun

UPDATE: 5.1.2013: Schaut dazu auch bei der Mützenfalterin, die einige Artikel zum Thema schrieb.

For my English-speaking readers:
The film „Marina Abramovic: The Artist Is Present (OV)“ is very impressive.
I notice at first the description of unimportant things, because the important sequences are hard to describe, they just experienced.
She decided to write a manifesto to retain the most important words of her art. She read it first in Florence, I found it on youtube.
„Artists have to be warriors. You must have the determination and perseverance to fight for you.“ Is one point of her manifest.

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Marina Abramovic SCAD deFINE ART 2011 Keynote Lecture Pt. 1
Oehmke, Philipp, DER SPIEGEL 23/2010, Die 721-Stunden-Frau,
Sander, Daniel. Der Spiegel, Diese Frau kriegt alle rum.

Kunst = Kunst – Teil 4 und für immer jung – Collagen von Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Collage, Kunstgeschichte, Zeichnung by Susanne Haun on 20. November 2012

In den letzten drei Tagen bin ich mit euch durch die Zeit des Kunstbegriffs gereist.
Heute bewegen wir uns von den 60zigern ins JETZT, in der seit 1990 andauernden Postmoderne.

Blatt 2 Für immer jung - 25 x 25 cm (c) Collage von Susanne Haun

Blatt 2 Für immer jung – 25 x 25 cm (c) Collage von Susanne Haun

Duchamps mit seinen Readymades und Beuys mit seinem erweiterten Kunstbegriff prägen ab Mitte des 2o. Jahrhunderts den Kunstbegriffe.

Ein Readymade ist ein Gegenstand des Gebrauchs, der aus seiner Umgebung herausgerissen in der Galerie oder im Museum zur Kunst wird. Duchamps Pissoir ist dafür das berühmteste Beispiel.

Um nun Kunst erkennen zu können, muß die Definition von Kunst klar reguliert (genormt) sein. Mir persönlich haben Bruce Naumans Worte zur Kunst besonders gefallen: „Ich folgerte also, dass ich ein Künstler in seinem Atelier war und dass demnach alles, was ich dort tat, Kunst sein musste.“³
Seitdem ich Auszüge dieses Interviews mit Bruce Nauman las, lächel ich an Gedanken daran, wenn ich morgens mein Atelier aufschließe!

Blatt 3 Im Zoo mit G. - 25 x 25 cm (c) Collage von Susanne Haun

Blatt 3 Im Zoo mit G. – 25 x 25 cm (c) Collage von Susanne Haun

„Diskussionen über zeitgenössische Kunst spiegeln deshalb vor allem die Ansprüche des Publikums ihr gegenüber, wobei auffällt, dass die Heilserwartungen und revolutionären Hoffnungen seit den 1060er Jahren insgesamt verschwunden sind.“² steht im Lexikon der Kunstwissenschaft.

Seit den 80ziger Jahren wird das Ende der Kunst vorhergesagt. A.C.Danto (amerikanischer Philosoph und Kunstkritiker) und J.Baudrillard (französischer Medientheoretiker, Philosoph und Soziologe) stellen fest, dass die Kunst den Begriff der Philosophie immer mehr reflektiert und deshalb nicht mehr eigenständig besteht.

In der Kunstwissenschaft wird überlegt, die Kunst in Bild-bzw. Medienwissenschaft umzubenennen, dann wäre die Frage nach Kunst oder nicht Kunst obsolet!

Es hat mir Spaß gemacht, den Kunstbegriff auseinanderzunehmen und regt mich zum weiteren Denken an.

Oliver Kolhls stellt in unserer Blogparade die Frage, wie das Internet die kunstschaffenden und die kunsterlebenden Menschen beeinflusst.

Blatt 4 Die Zeit - 25 x 25 cm (c) Collage von Susanne Haun

Blatt 4 Die Zeit – 25 x 25 cm (c) Collage von Susanne Haun

Ich habe heute weiter an meine Collagen aus dem „weggeworfenen Fotoalbum“ gearbeitet. Es ist schwer, die Gesichter mit weiß zu übermalen. Ich habe es bisher nur zur Hälfte geschafft. Die Dame schaut mich mit so strahlenden Augen an, dass ich es nicht schaffe, diese Freude zu übermalen. Collage kommt aus dem Französischen von coller gleich kleben. Es gibt Collagen nicht nur in der bildenden Kunst sondern auch der Musik und Literatur.

For my English-speaking readers:
In the last three days I have been traveling with you by the time of art.
Today we are moving from the 60zigern to NOW, in the epoch of postmodernism.
To recognize art, the definition of art must be clearly regulated (standardized).
Personally, I liked Bruce Nauman’s words to art: „I ​​concluded, therefore, that I was a artist in his studio, and that therefore everything I was doing, had to be art.“ ³
Since I read parts of this interview with Bruce Nauman, I smiled when I am on the door to my studio!


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³ Pfisterer, Ulrich (HG), Metzlers Lexikon Kunstwissenschaft, Stuttgart 2003, 2011²
² Naumann, Bruce, „Kunst, die eigentliche Tätigkeit – Ein Interview mit Ian Wallace und Russel Keziere, 1996, S.112

Kunst = Kunst – Teil 3 und eine weggeworfene Vergangenheit – Zeichnung von Susanne Haun

Heute gehe ich mit euch und der Kunst ins späte 19. und frühe 20. Jahrhundert.

Ich finde es sehr spannend, wie sich der Kunstbegriff über die Jahrzehnte ändert und ich werde versuchen, die Kunst, die ich mir anschaue, auch im Hinblick auf den zur Zeit der Herstellung gültigen Kunstbegriff anzuschauen.

In der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts suchten die Künstler nach einer Legitimation für ihre Arbeit. Sie standen unter dem Druck, etwas Besonderes, Revulutionäres schaffen zu müssen, dass dem hohen Anspruch, den die Gesellschaft an die Kunst hatte, genügen mußte. So taten sich viele Künstler aller Gattungen wie bildende Künstler, Dichter und Interlektuelle zusammen und verfaßten Manifeste, in denen sie ihre Vorstellung von Kunst darlegten, wie zum Beispiel die Futuristen oder die Brücke.

Ungeliebte Vergangenheit - Die Beobachterin - 25 x 25 cm (c) Collage von Susanne Haun

Ungeliebte Vergangenheit – Die Beobachterin – 25 x 25 cm (c) Collage von Susanne Haun

Es wurde begonnen, dem Kunstmarkt vorzuwerfen, durch eine Auratisierung Geld mit der Kunst verdienen zu wollen. Der Definition Kunstbegriff wurde vorgeworfen, für eine Entfremdung zwischen Kunst und Volk zu sorgen.

In Frankreich gründete sich die L’art pour l’art Bewegung, „die Kunst entsprechend als elitäre „Insel“ oder Paradies definiert, fern von sozialer Verantwortung, allein dem Schönen verpflichtet, was nicht selten Eskapismus-Vorwürfe provozierte.“²

Nun sind wir schon fast in unserer Zeit angekommen, aber noch nicht ganz … ich lasse uns wieder Zeit zum Denken.

Weggeworfene Vergangenheit (c) Foto von Susanne Haun

Weggeworfene Vergangenheit (c) Foto von Susanne Haun

Vor ein paar Tagen habe ich meine alten Zeitungen zum Papiermüll gebracht und sah gleich oben auf im Container zwei alte weggeworfene Fotoalben.  Mein Herz zog sich zusammen; eine weggeworfene Vergangenheit. Warum? Ist jemand gestorben und die Erben wollte sich mit den Fotos nicht belasten? Oder wollte jemand seine Jugend und seine Erinnerungen nicht mehr besitzen? War die Erinnerung an das, was einmal war, zu schmerzhaft? Eine sehr schöne Frau ist auf den Fotos abgebildet.

Habe ich das Recht, diese Fotos zu zeigen? Auch wenn sie entsorgt wurden? Es ist mir zu privat, die Fotos klar und deutlich zu zeigen. Was ist der Unterschied zu den alten Fotos, die ich auf dem Flohmarkt kaufe?

Ich nehme mir einen 25 x 25 cm Aquarellblock und beschliessen, alle Bätter dieses Blogs mit Collagen von den Fotoalben zu verarbeiten. Heute beginne ich mit dem ersten, der ungeliebten Vergangenheit, ich nenne es „die Beobachterin“.

Was darf ich zeigen (c) Foto von Susanne Haun

Was darf ich zeigen (c) Foto von Susanne Haun

For my English-speaking readers:
A few days ago I brought my old newspapers to the waste paper and saw at the top of the container two old discarded photo albums. My heart contracted, a discarded past, . Why? If someone died and the inherits did not want them? Or did someone don’t want to have his youth and his memories? Was the memory too painful? A very beautiful woman is pictured in the photos.
Have I the right to show these photos? Even if they were drop away? It’s too private to show the photos clearly. What is the difference to the old photos that I often bought at the flea market?
I take a lot of 25 x 25 cm watercolor papers and decide to process all sheets of them with collages of the photo albums. Today I begin with the first, the unloved past, I call it „the observer“.

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Pfisterer, Ulrich (HG), Metzlers Lexikon Kunstwissenschaft, Stuttgart 2003, 2011²

Kunst = Kunst – Teil 2 und ein Besuch in Magdeburg – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Kunstgeschichte, Skulptur, Zeichnung by Susanne Haun on 18. November 2012

Wir befinden uns in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Was ist Kunst zu dieser Zeit?

Der Kunst wurde nun eine Therapeutische Wirkung zugetraut, sie sollte den Rezipienten seine eigenen, individuellen Defizite klar machen und diesen Defiziten Abhilfe verschaffen.

Magdeburger Figuren (c) Zeichnungen von Susanne Haun

Magdeburger Figuren (c) Zeichnungen von Susanne Haun

Die Kunst sollte erst im Auge des Rezipienten zur Entfaltung kommen. Philosophisch gesehen war es zu dieser Zeit unüblich, zeitgenössische Kunst als solche zu betrachten, weil sie den hohen Erwartungen, die in sie gesetzt wurden nicht entsprechen konnte. Man sah das Ideal der Kunst in der Antike.

„In Vorwegnahme des marxistischen Endziels der Geschichte wurde vielmehr sogar die ersatzlose Abschaffung der Institutionen des Staates imaginiert, an deren Stelle ein ewiges und glückliches Reich der Kunst treten sollte.“²

Ich denke, an dieser Stelle ist wieder eine Pause zum Verinnerlichen des Gelesenen richtig.
Nach der Ablösung der Religion durch die Kunst sollte sie nun auch den Staat ersetzen.

Es ist auch einfach zu sagen, dass die Kunst nicht in der Gegenwart zu finden ist, damit werden Diskussionen mit Künstlern gleich im Keim erstickt.

Im Kreuzgang im Kloster unser lieben Frauen (c) Foto von Susanne Haun

Im Kreuzgang im Kloster unser lieben Frauen (c) Foto von Susanne Haun

Ich dagegen schaue mir gerne aktuelle Kunst an. So habe ich gestern Conny Niehoffs neues Atelier besucht. Es ist von beeindruckender Größe und Conny fühlt den Raum mit ihrer Arbeit souverän. Bevor sie dort einzog, war ein Sparladen in der Halle, sie hat dezent noch einige Relikte aus der Zeit stehen gelassen: ein halb übermalter Spar Schriftzug an der Wand und ein Schild für Kartoffeln. Nach Anmeldung könnt ihr euch Connys Arbeiten im neuen Atelier anschauen.

Das Hundertwasserhaus am 17.11.2012 (c) Foto von Susanne Haun

Das Hundertwasserhaus am 17.11.2012 (c) Foto von Susanne Haun

Conny und ich kennen uns seit September 2004, wir haben uns im Netz kennen gelernt und ich war seither oft in Magdeburg und konnte so einige Städtebaulichen Veränderungen miterleben. Gestern waren wir am Hundertwasserhaus, von dem ich noch Fotos im Bau befindlich von 2005 gefunden habe. Wir waren auch vor der Renovierung im Kloster unser lieben Frauen, leider habe ich diese Fotos nicht mehr gefunden. Das Kloster wurde im Hochmittelalter so um  1063 angefangen zu bauen. Ich mag die Stimmung im Kloster, die ich mit meiner kleinen CANON IXUS eingefangen habe. Kein einfaches Unterfangen, weil es begann schon zu dämmern! So habe ich aus den vielen Figurengruppen, die ich gestern sah, einzelne herausgenommen und gezeichnet.

Conny Niehoff und ich 2012 (c) Foto von A Haun

Conny Niehoff und ich 2012 (c) Foto von A Haun

For my English-speaking readers:
I gladly look present art. I visited yesterday Conny Niehoffs new studio. It feels an impressive size and Conny fills the space confidently with their work. The hall was a food store before she moved there, she discreetly few relics from the time left: half overpainted saving writing on the wall and a plate of potatoes.


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Pfisterer, Ulrich (HG), Metzlers Lexikon Kunstwissenschaft, Stuttgart 2003, 2011²

Kunst = Kunst – Teil 1 – Diskussion und Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Kunst und Politik, Kunstgeschichte, Tiere, Zeichnung by Susanne Haun on 17. November 2012

Wann ist die Kunst zur Kunst, wie wir sie heute verstehen, geworden? 

Vor der Renaissance wurde die Kunst als ein praktisches Wissen und als Umgang mit Material und Werkzeug verstanden. Deshalb ist es heute auch so schwierig, Bilder aus Werkstätten dem „Meister“ oder Werkstattbetreiber zu zu ordnen. Erst mit Vasaris, der als einer der erster Kunsthistoriker gilt, wurden Viten für Künstler aufgeschrieben.

Möwe 17 x 22 cm Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

Möwe 17 x 22 cm Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

Die Renaissance ist eine der wichtigsten Epochen der Kunstgeschichte und beinhaltet das 15. und 16. Jahrhundert. Mit der Loslösung (der Säkularisierung) von der Kirche wurde die Kunst vom Handwerk zum „höchsten Ausdruck des menschlichen Geistes bewundert“². Sie wurde zu etwas, „das sich nicht erklären und sich nie Erfolgreich auf den Begriff bringen lässt.“²

Im späten 18.Jahrhundert und Anfang des 19.Jahrhunderts hielt man die Kunst für fähig, Defizite der Gesellschaft, Wissenschaft und Arbeitswelt auszugleichen.  Die Kunst galt als Nachfolgerin der Religion, als Heilbringerin und Erlöserin.

Hier an dieser Stelle, Mitte des 19. Jahrunderts, möchte ich eine Pause mit der Definitionen zur Kunst machen und mir die bisherigen Begriffe und Definitionen durch den Kopf gehen zu lassen und durchdenken.

Ich bin bisher noch nicht auf die Idee gekommen, dass die Kunst die Religion ablöste aber es erscheint mir nicht abwägig.

For my English-speaking readers:
When art becomesart as we understand it today?
Before Renaissance, art was seen as a practical knowledge and as dealing with material and tools.
That is why it is today so difficult to classify pictures from masters of the workshops Only with Vasari, who is considered one of the first art historian, CV’s of Artists were written.
The Renaissance is one of the most important periods of art history and includes the 15th and 16 Century. With the separation (secularization) of the church was the art now „admired highest expression of the human spirit“ to ². It became something that „can not be explained and never successfully bring to the concept.“ ²

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Pfisterer, Ulrich (HG), Metzlers Lexikon Kunstwissenschaft, Stuttgart 2003, 2011²

Vier = Eins = Blume oder von Raum- und Zeitkünsten – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Blumen und Pflanzen, Zeichnung by Susanne Haun on 19. Juni 2011

Heute brauchte ich eine Engels – Schaffens – Pause.

Hier seht ihr meine Arbeiten zum Buch der gefallenen Engel der letzten 14 Tage.

Nun wende ich mich ein paar Blumen zu. Ich war letzte Woche bei meiner ehemaligen Malschülerin Cordula im Garten und habe viele Blumen für die Vase und für meine Zeichnungen mitgebracht. Außerdem war ich in einem dieser „1 – Euro Läden direkt an der S-Bahn“. Ich finde es wirklich immer wieder spannend, was für ein Kram da verkauft wird.

Für dieses mal war meine Beute ein viergeteilter Bilderrahmen. Ich hatte die Postkarten von Hahnemühle im Kopf als ich ihn kaufte. Zuhause stellte ich fest, dass ich auch ein ganzes Blatt in diesem Rahmen legen kann und die Leisten das Bild in zufällige kleine Bilder unterteilen.

Ich könnte eine große Zeichnung unter legen - Foto von Susanne Haun

Ich könnte eine große Zeichnung unter legen - Foto von Susanne Haun

Aber nachdem ich eine große rot Blüte gezeichnet und in den Rahmen gelegt habe, stellte ich fest, dass mir diese zufällige Unterteilung nicht gefällt. Ich werde die Blüte in einen 40 x 40 cm Rahmen mit Passerpartout legen.

Rote Blume - Zeichnung von Susanne Haun - 30 x 30 cm - Tusche auf Bütten

Rote Blume - Zeichnung von Susanne Haun - 30 x 30 cm - Tusche auf Bütteh

Die kleinen 10 x 15 cm Zeichnungen auf Hahnemühle Bütten eignen sich dafür hervorragend für den Rahmen und ich werde nächste Woche schauen, ob ich noch mehr Rahmen von dieser Sorte kaufen kann.

Löwenmäulchen - Zeichnung von Susanne Haun - 15 x 10 cm - Tusche auf Bütten

Löwenmäulchen - Zeichnung von Susanne Haun - 15 x 10 cm - Tusche auf Bütten

Im Reclam Buch „Kunst Eine philosophische Einführung“ spricht Georg W. Bertram von Raumkünste und Zeitkünste.
Ich finde das sehr interessant und schon an dem kleinen Beispiel der Rahmung sieht der Leser, wie unterschiedliche Elemente von Architektur – also nicht nur die Rahmung sondern auch das „Wo hängt ein Bild?“ und was befindet sich in unmittelbarer Nähe die Wirkung des Werkes beeinflussen können. Deshalb gelten Bilder als Raumkunst.

Musik und Literatur ist Zeitkunst, denn man benötig Zeit, ich kann die Augen schliessen und benötige keinen Raum. Aber ich benötige Zeit, um das Thema vollständig zu erfassen, also z.B. die gesamte Simphonie zu hören.

Während ich zeichnete, ließ ich diese Worte auf mich wirken …. ich benötige auch Zeit, Bilder zu betrachten. So einfach ist das nicht, dass die Wahrnehmung mit der Hängung und Plazierung im Raum abgeschlossen ist. Wie bei einer Simphonie muss ich das Kunstwerk wirken lassen – es wieder betrachten, mich entfernen und mich nähern.

Die einzelnen Blätter gefallen mir besser in dem geteilten Rahmen - Foto von Susanne Haun

Die einzelnen Blätter gefallen mir besser in dem geteilten Rahmen - Foto von Susanne Haun

Ich war sehr erleichtert, als ich den letzten Satz des Kapitels las: „Die Abgrenzung von Raum- und Zeitkünsten ist nicht so stabil wie es im ersten Moment scheinen mag.“.

Der Rahmen als wesentliches Element meiner Kunst – Das Mädchen mit dem Perlenohrring nach Klee – Susanne Haun

Posted in Ausstellung, Berühmt, Portraitmalerei, Was es sonst so gibt!, Zeichnung by Susanne Haun on 26. Mai 2020

 

 

Das Mädchen mit dem Perlenohrring nach Klee, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Das Mädchen mit dem Perlenohrring nach Klee, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2020

 

Schon 2006 entschied ich mich, meine Kunst in weiß lackierten Rahmen zu präsentieren.

Einheitliche Rahmen in verschiedenen Größen gehören zu meinem Ausstellungs- bzw. Präsentationskonzept.

Die schlichten weißen Passepartouts und Rahmen verstärken die auf das minimalste konzentrierten Zeichnungen und lassen sich perfekt kombinieren.

Das Weiß hat einen entscheidenen Nachteil: Die Rahmen sind sehr empfindlich und nach jeder Ausstellung verlieren sie etwas von ihrem weißen Charme.

So bleibt mir nichts anderes übrig als öfter neue Rahmen zu bestellen. Ich verkaufe meine Zeichnungen gerne mit den Ausstellungsrahmen, denn so kann das Bild gleich an die Wand gehangen werden. Die vielen Rahmen, ich schätze, dass ich um die 100 Rahmen in verschiedensten Größen besitze, bringen natürlich ein Lagerproblem mit sich, so dass ich sie in allen Ecken und Enden in meinem Atelier stapele.

 

 

Manchmal reicht es auch, Passepartouts in passender Ausschnittsgröße zu kaufen. So habe ich es auch dieses Mal gehandhabt. Ihr erinnert euch noch an das Mädchen mit dem Perlenohrring (-> klick) ? Ich habe es in vier Variationen gezeichnet.

Nun kann ich durch neue Passepartouts die Damen auch Rahmen.

Heute zeige ich euch meine Variation des Mädchens nach Klee. Es hat mir mit jeder Interpretation mehr Spaß gemacht, mich mit dem Mädchen auseinanderzusetzen.

 

 

Das Mädchen hat seinen Weg in meine Präsentation in der Pariser Galerie Singulart gefunden (-> Klick).

Hier die Objektbeschreibung zur Zeichnung:

Johannes Vermeer (1632 – 1675) malte das Mädchen mit dem Perlenohrring ca. 1665 in Öl auf Leinwand in der Größe 44,5 x 39 cm. Das Bild befindet sich heute im Mauritshuis in Den Haag, das lt. eigener Aussage, das „einzigartige niederländische Gemälde des sogenannten Goldenen Zeitalters beherbergt.
Susanne Haun hat sich malerisch gefragt, was den Reiz und Charme dieses Gemäldes von Vermeer ausmacht.
Die Haltung? Die Jungend? Der Blick? Das Tuch um

den Kopf? Der Ohrring? Die Farben Blau und Ocker? Der aus dem dunklen kommende Blick?
In dieser Arbeit erforscht sie im Stil von Paul Klee die Haltung und den etwas kummervollen Blick des Mädchens. Dabei ist es ihr wichtig, vom Farbkonzept Vermeers abzuweichen.
Susanne Haun verwendet hochwertigen Aquarellkarton von Hahnemühle und lichtechte Antiktusche von Rohrer für ihre Arbeit.

 

Absage des 24. KunstSalons am 26. Mai 2020 mit Katrin Merle

Posted in Portraitmalerei, Salon, Stillleben, Zeichnung by Susanne Haun on 28. April 2020

 

Absage KunstSalon - Einladung Salon Katrin bei Susanne Haun

 

Leider muss ich den nächsten Kunstsalon (siehe hier), geplant am 26. Mai 2020 mit Katrin Merle, aufgrund des Corona Covid-19 Virus absagen.

In meiner Atelierwohnung kann ich die erforderlichen Sicherheitsbestimmungen nicht einhalten.

Ein neuer Termin wird zu gegebener Zeit bekannt gegeben werden.

Ich denke, dass ich den KunstSalon erst wieder veranstalten kann, wenn ein Impfstoff auf den Markt gekommen ist. Besucherinnen und Besucher meines Salon wissen, wie eng gedrängt wir immer in meinem Galerieraum sitzen.

In einer Zeit, in der man sich noch Treffen und Kaffee tringen gehen konnte, besprach ich in einem kleinen Café in Tegel mit Katrin Merle (siehe hier) den kommenden, nun abgesagten KunstSalon. Dabei zeichneten wir uns und unsere Umgebung gegenseitig.

Ich finde es immer wieder faszinierend, wie unterschiedlich wir Künstlerinnen und Künstler unsere Umgebung wahrnehmen.

 

Hier seht ihr (c) Katrin Merles Zeichnungen, die bei unserem Treffen entstanden:

 

 

Hier seht ihr meine Zeichnungen, die beim Kaffee trinken entstanden:

 

 

Einladung zum 24. Kunstsalon im Atelier Susanne Haun – mit Katrin Merle

Posted in Salon, Zeichnung by Susanne Haun on 16. März 2020

 

Liebe Freundinnen und Freunde meines KunstSalons!

Auch wenn wir im Moment in schweren Zeiten leben, möchte ich, in der Hoffnung, dass sich bis Ende Mai vieles wieder normalisiert, den nächsten Salon ankündigen. Hoffen wir das Beste und bleibt gesund!

Der 24. KunstSalon am Dienstag findet am 26. Mai 2020 um 18 Uhr in meinen Atelierräumen in der Groninger Str. 22, 13347 Berlin statt.

Als Gast freue ich mich auf Katrin Merle (siehe hier), sie absolvierte ihre Ausbildung in der Fachrichtung Modedesign am Lette Verein und war danach als Modezeichnerin und später als Grafikerin in einer Werbeagentur tätig. Seit 1995 arbeitet sie freiberufliche Illustratorin und ist seit 2012 bei den Urban Sketchers. In ihrem Atelier im Kunstzentrum Tegel Süd widmet sie sich der freien Malerei.

 

Einladung KunstSalon bei Susanne Haun - Gast Katrin Merle

Foto Katrin Merle von (c) Christian Schindler

 

Die vielseitige Künstlerin Katrin Merle will sich nicht auf eine Richtung festlegen lassen. Ihr Geld verdient sie mit Kinderbuchillustrationen und Urban-Sketching-Workshops, sie füllt ihre Skizzenbücher draußen vor Ort und malt im Atelier auf Leinwand. Daneben lässt sie in einem Postkartenaustausch mit einem Zeichnerkollegen ihrer Phantasie freien Lauf oder illustriert gefundene Einkaufszettel. Dabei entstehen extrem unterschiedliche Werke, denn die Richtungen haben erst einmal nicht viel gemeinsam. Und doch sind es Facetten einer einzelnen Person.

 

Ich will mich nicht beschränken, Illustration, urban sketching, Gemaelde (c) Werke von Katrin Merle

Ich will mich nicht beschränken, Illustration, urban sketching, Gemaelde (c) Werke von Katrin Merle

 

Katrin wird beim Salon von ihrer Gratwanderung erzählen, die ihre unterschiedlichen Tätigkeitsfelder mit sich bringen:

Sie wird uns das Manifest der Urban Sketchers erläutern und ihre Begeisterung für dieses Konzept mit uns teilen. (Instagram: @katrin_Merle). Beim Zeichnen in der Stadt wirkt das äußere Umfeld auf ihre Arbeit ein, während die Kunst auf Leinwand von innen aus ihrer Seele (Instagram @katrin_merle_art) heraus entsteht.

Im Buchhandel erkennen die Interessierten, mit welchem breiten Spektrum Katrin Merle im Illustrationsbereich (https://katrinmerle.de) aufgestellt ist.

Unsinn aller Art findet ihr auf Katrins Blog https://berlindoodleblog.blogspot.com/.

Im lockeren Gespräch unter Einbeziehung unserer Gäste werden Katrin und ich durch den Salon führen.

Im Galerieraum werden die verschiedenen Arbeiten der Welten von Katrin zu sehen sein.

 

Wir freuen uns, Euch begrüßen zu dürfen.

24. KunstSalon am Dienstag bei Susanne Haun

26. Mai 2019 um 18 Uhr

Groninger Str. 22, 13347 Berlin

info@susannehaun.de T: 030 43 00 45 72, M: 0177 232 80 70

www.susannehaun.com

Tram M13, M50 Osramhöfe, U6 Seestraße, Leopoldplatz, U9 Nauener Platz

Projekt ohne Name – zum amtlich anerkannten ewigen Künstlertum zurück – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Marker, Projekt ohne Namen, Zeichnung by Susanne Haun on 13. März 2020

 

#39

J: „Junge, komm bald wieder …“

S: „… zum amtlich anerkannten ewigen Künstlertum zurück!“

 

Amtlich anerkannter Kuenstler, 30,5 x 22,7 cm, Marker auf Katalog, Aneignung, Zeichung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2020Amtlich anerkannter Kuenstler, 30,5 x 22,7 cm, Marker auf Katalog, Aneignung, Zeichung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2020

 

Die Ewigkeit über die Jürgen und ich gerade diskutieren, ist nicht einfach.

Wenn wir nicht dafür arbeiten, können wir dann nicht gleich unsere Arbeit vom Tisch in den Papierkorb schmeißen? Ein wenig wie Gerdas Prinzip der Puzzleteile aus ihren vergangenen Arbeiten aus denen Legebilder (siehe hier) entstehen. Zerschneiden, neu formen und zerstören sind hier die Maxime.

Nimmst du Arbeiten, die du vor 40 Jahren erstellt hast aus deinem Schrank hervor und erfreust dich an Ihnen?

Ich erfreue mich gerade meiner Arbeiten, die ich vor 15 Jahren erstellt habe, nehme sie in mein Werkverzeichnis auf, erinnere mich an die Ausstellungen, in denen die Werke zu sehen waren. Oder ich denke an meine Verkäufe, sehe die Bilder und die Sammler vor mir und denke an den Augenblick der Übergabe, die glänzenden Augen, der Freude, die die Bilder hervorrufen.

Es täte mir in der Seele weh, wenn ich wüsste, meine Arbeiten würden mit mir zerstört.

So resultiert mein neuerlicher Satzanfang genau aus diesen Überlegungen (und bin gespannt, welche wahrscheinlich flapsige Fortsetzung du für diesen Satzanfang findest:

#40

„Der Gevatter lauert überall, selbst neben dem Abbild des …“

 

#38 (siehe hier)

S: „Susanne ißt ihr Müsli am Morgen und denkt …“
J: „…wie schön das Leben sein kann – auch ohne Rosinenpickerei!“

#37 (siehe hier)

J: „Im Spülbecken, da in der rechten Ecke, saß die kleine Maus, geduckt, aber unbeeindruckt und …“
S: „… fraß eine nach der anderen die Zeichnungen auf!“

#36 (siehe hier)

S: „Es wäre an der Zeit, für unsere vielen Projekte, Zeichnungen und Drucke einen Ausstellungsort zu finden ….
J: „… denn wenn es an der Zeit ist, ist es an der Zeit – meinte ja schon der ewige Dürer als er an seinem berühmten Hasenkopf herumkritzelte.“

#35 (siehe hier)

J: „Wenn es nach mir ginge könnte ich im Moment ewig leben, …“
S: „… jedoch macht die Endlichkeit das Leben umso intensiver.“

#34 (siehe hier)

S: „Der Gedanke dieses Projekts liegt im …“
J: „…dunklen Keller.“

#33 (siehe hier)

J:„Sie sagen, ich trage die Schuld dafür, dass …“
S: „… ich mich schuldlos fühle.“

#32 (siehe hier)

S: „Kaffee! Noch mehr Kaffee!!! Kaffee ist das …“
J: „…was meine Zunge benötigt: rechts und links und vorne und hinten und sauer und bitter und süß.“

#31 (siehe hier)

J:  „Dieses Ding frisst kein Brot, aber ….“
S: „… es ist neckisch, es sich anzueignen.“

#30 (siehe hier)

S: „Der Stein ist ein Dada der Gertrude …“
J:  „… und damit ist alles beisammen, was die Welt der rose is a rose is a rose is a rose zusammenhält.“

#29 (siehe hier)

S: „Der Kalender neben meinem iMac zeigt Freitag, nicht den 13., und ich habe Hunger, was mich dazu veranlasst …“
J: „… eine der Druckplatten abzulecken –  nämlich die mit dem Hummermotiv.“

#28 (siehe hier)

J: Wir baten Oma sehr oft, wirklich sehr oft,  ihre zweiten Zähne in den Mund zu nehmen  …
S: … und waren jedesmal überrascht, dass sie ihre eigenen Zähne zeigen konnte. Wem gehörten also die zweiten Zähne?

#27 (siehe hier)

S: Simple und einfach ist nichts auf dieser Welt, weil …
J: …immer irgendwas in der Landschaft herumsteht und stört.

#26 (siehe hier)

J: Mir gefällt, dass …
S: … immer wieder Zeichnen von Linien!

#25 (siehe hier)

S: Natura naturata und natura naturans“ sind zwei ästhetische Begriffe, die …
J: … die mir etwas von der Trias „Gott, Natur und Mensch“ erzählt haben, die aber beim intuitiven Bogenschießen keine Rolle spielen.

#24 (siehe hier)

J: Die Weltenseele ist mir noch nicht begegnet, …
S: … während sie Susanne in dem kleinsten Blatt, selbst im Ion entdeckt.

#23 (siehe hier bei Jürgen und hier bei Susanne)

S: Inhaltsverzeichnisse sind Wissensquellen, die ….
J: …die das Rhizom fressen wird!“

#22 (siehe hier)

J: Und während ich hier in meinem kleinen Atelier sitze…
S: … schaue ich aus meinem Atelierfenster und imaginiere die Erhabenheit der Berge.

#21 (siehe hier)

S: Ein neuer Anfang bedeutet …
J: … Reset, und die alten Einstellungen werden in der Maschine gespeichert

#20 (siehe hier)

J: Der Himmel wartet, doch die Erde verlangt …
S: Liebe, Respekt und Verantwortung.

#19 (siehe hier)

S: „Durst wird nicht immer durch Wasser gelöscht, sondern …“
J: “ … auch mit Erdöl!“

#18 (siehe hier)

J: „Wenn ich mit dem Finger schnipse, …“
S:  „… passiert nichts weiter außer ein Schnipsen.“

#17 (siehe hier)
S: „Eine Linie biegt sich nach links nach rechts, um dann…“
J: „… an den Rändern des Blattes zu verschwinden.“

#16 (siehe hier)

J:  „Mein Engelchen, ich sage Dir …“
S:  „… nichts ist perfekt aber alles ist möglich!“

#15 (siehe hier)
S: „Wörter sind immer …“
J: „… gut oder böse.“

#15.1 (siehe hier)
J: „Worte, die den Raum fülleun und als ewiges Licht bleiben.“

#14 (siehe hier)
J: „Ich konnte zuerst den Weg nicht finden, …“
S: „… aber dann sah ich es: Am Ende des Weges war alles voller Bücher, Papier und Tinte.“

#13 (siehe hier)
S: „Wie Schneeflocken werden die Pappelsamen durch die Luft getragen und …“
J:  „… sind wie Worte, die die Erde lockern werden.“ (aus Enzensberger, Windgriff, 1964)

#12 (siehe hier)
J: „Ich schaue mich im Spiegel an und denke: …“
S: „… Nichts!“

#11 (siehe hier)
S: Die Ferne lockt mit fremden Geruechen, Farben und Tönen …
J:  …, doch mein Herz schlägt nur für dich.

#10 (siehe hier)
J: „Ich war jung und töricht, naiv und unbedarft …“
S: „… und dabei sehr fröhlich und sorglos.“

#9 (siehe hier)
S: Der Mensch blickt zurück in sich selbst und findet in der Zukunft …..
J: … den „loving cup“.

#8 (siehe hier)
J: „Der, der alleine ins Wasser geht, das ist „der Alleineinswassergeher“ und die, die zu mehreren gehen …“
S: „…werden sich selbst vergessen, fröhlich sein und planschen.“

#7 (siehe hier)
S: „Kalte Hände sind ein kritisches….“
J: „… Phänomen, denn wie sagte Christoph Ernst Freiherr von Houwald, so ungefähr: „Nimm noch einmal in Deine kalten Hände des warmen Herzens Signatur. Und ist Dein Herzensspiel noch nicht zu Ende, und kommt ein neuer Akt: so klingle nur.“ ( frei übertragen aus: Christoph Ernst Freiherr von Houwald, die Freistatt, vierte Szene, Leipzig 1820)

#6 (siehe hier)
J: „Wenn sie losgelassen werden und durch die offenen Tore fegen …“
S: „… können nicht die größten Drollerien sie aufhalten.“

#5 (siehe hier)
S: „Das perfekte Ding ist …“
J: „… das momentane Ding“

#4 (siehe hier)
J: „Ich höre die schweren Maschinen in der Ferne und ahne …“
S: „… dass sie an ihrer Last zerbrechen.“

#3 (siehe hier)
S: „Es ist schwer vorstellbar, dass der hoch in den Himmel aufragende Turm …!“
J: „… tatsächlich ein Raumschiff darstellt.“

#2 (siehe hier):
J: „Heute ist heute, morgen wird übermorgen und  …“
S: „… gestern ist nicht gewesen sondern wird Erinnerung.“

#1 Projektauftakt (siehe hier):
S: „In der Nacht verschwimmen die Gegenstände zu schwarzen verwischten Flächen, deshalb ……“.
J:  „… versucht der Abfalleimer ein verzweifeltes Glühen“.

 

Jürgen hat auf Instagramm das Projekt ohne Namen aufgenommen und es begonnen, mit Leben zu füllen. Hier könnt ihr dem Projekt folgen:

https://www.instagram.com/projektohnenamen/

 

Zur Erinnerungsaufrischung der Leserinen und  Leser:

Julian Schnabel eignete sich 1989 ein gefundenes Ölgemälde 51 x 38,5 Inches (1,40 x 1 Meter) an.

Der Künstler bearbeitete es mit Ölfarbe und Marker und eignete sich damit das Kunstwerk an, machte es zu einem Teil seinesŒuvres.

«Appropriation Art» wird diese Art der Zeitgenössischen Kunst genannt.

Schnabel ist kein Kopist, er setzt mit seiner Arbeit bewusst einen Stachel in das Konzept der Autorschaft. Wenn ihr diesem Link folgt (Klick) könnt ihr euch von Andreas Beyer von der Universität Basel als Audiodatei anhören, was unter Aneignung in der Kunst zu verstehen ist.

In diesem Artikel der NY Times (Klick) könnt ihr ein Foto von Schnabels angeeigneten Ölgemälden sehen. Ich vermute, dass die meisten von euch Schnabel bisher eher als Filmregisseur wahrgenommen haben. Vielleicht hat der eine oder andere schon den neusten Film Schnabels über van Gogh gesehen? Wilhem Dafoe spielt den schon so oft dargestellten Künstler, der durch seine Naturdarstellungen und vor allem durch sein abgeschnittenes Ohr einen herausragenden Platz in der Kunstgeschichte einnimmt.

Seit ca. zwei Jahren arbeiten Jürgen und ich am Projekt ohne Namen. Wir werfen uns angefangene Sätze in unseren Blöggen zu, die der andere – natürlich künstlerisch – beantwortet. In diesen Sätzen werden die jeweiligen aktuellen Themen der beiden verarbeitet.

So kommt es, dass ich mit meinen Markerstiften und Acryl mir den Schnabel angeeignet habe. Natürlich nicht sein Original. Bei irgendeinem Flohmarktbesuch kaufte ich mir fasziniert den Katalog JULIAN SCHNABEL – Fox Farm Paintings, December 1, 1989, – Januarx 6, 1990, The Pace Gallery, 32 East 57th Streer, New York 10022.  Der Katalog ist 30,5 x 22,8 cm groß.

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