Susanne Haun

Hinweis auf @eva.stories – Tipp von Susanne Haun

Posted in Aquarell, Ausstellungstip, Geschichte, Kunst und Politik, Kunstgeschichte by Susanne Haun on 6. Mai 2019

 

Im Tagesspiegel von Sonntag las ich das erste Mal von dem Projekt @eva.stories auf Instagram.

Wie bringt man jungen Menschen den Holocaust näher?

Über soziale Medien glaubt der Initiator und Regisseur, der israelische Geschäftsmann Matti Kochavi.

Nach Medienberichten hat er mehrere Millionen Schekel in sein Instagram Projekt investiert. „Eva Stories“ basiert auf das Tagebuch der 13 Jahren alten Eva Heymann aus Ungarn, das die letzten Monate ihres Lebens schildert, und stellt die Frage:

„Was, wenn ein Mädchen im Holocaust Instagram gehabt hätte?“

Als Historikerin war ich sofort neugierig und schaute mir auf Instagram die erste Storie von Eva vom 13. Februar an (siehe hier).

Mich hat schon der 13. Februar mit meinem Backgroundwissen zu Tränen gerührt und ich glaube, dass junge Menschen damit erreicht werden können.

Was meint ihr? Werden tatsächlich vor allem junge Menschen mit dieser Art der Geschichtsschreibung erreicht?

 

Mama und ihre Mutter - Zeichnung von Susanne Haun - 17 x 22 cm - Tusche auf Hahnemühle Selection

Mama und ihre Mutter – Zeichnung von Susanne Haun – 17 x 22 cm – Tusche auf Hahnemühle Selection

 

 

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Quelle: Webserie „Eva Stories“ : „Was, wenn ein Mädchen im Holocaust Instagram gehabt hätte?“, FAZ, aktualisiert am

Bismarck – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Berühmt, Geschichte, Portraitmalerei, Zeichnung by Susanne Haun on 1. September 2016

 

In der Süddeutschen Zeitung habe ich Bismarck-Anekdoten entdeckt (siehe hier).

 

Entstehung Portrait Bismarck - Version 1 - 40 x 30 cm - Tusche auf Aquarellkarton Britannia (c) Zeichnung von Susanne Haun

Entstehung Portrait Bismarck – Version 1 – 40 x 30 cm – Tusche auf Aquarellkarton Britannia (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Gleich die erste Anekdote berichtet von Bismarcks wildem Studentenleben:

„Mit 17 beginnt Bismarck in Göttingen sein Jurastudium. Statt in Vorlesungen zu gehen, vergnügt er sich lieber auf Trinkgelagen, trägt extravagante gelbe Anzüge, macht Schulden und soll in drei Semestern 25 Duelle gefochten haben. Sein ausschweifendes Studentenleben bringt ihm den Ruf des „tollen Junkers“ ein.“²

Mir ist an Bismark aus dem Geschichtsunterricht die Karrikatur „Der Lotse verlässt das Schiff“  im Gedächtnis geblieben. Die Karikatur erschien am 29. März 1890 in der englischen Satire-Zeitschrift „Punch“.  Kaiser Wilhelm II. entliess Bismarck als Reichskanzler und preußischer Ministerpräsident.  Wir besprachen damals an dieser Karrikatur die Folgen der Entlassung Bismarcks.

Der Spiegel übertrug im Dezember 1983 Bismarcks Entlassung auf Helmut Schmidt, der damals ebenfalls sein Amt als Kanzler niederlegte (siehe hier).

Ich weiss nicht, wie es heute im schulischen Geschichtsunterricht ist? Wird dieses Stück deutsche Geschichte noch gelehrt?

Bismarck war für mich zeichnerisch nicht einfach zu bewältigen, ich habe mir erst einmal Gedanken über den Helm gemacht, der ist nicht einfach Bismarck aufzusetzen. Meine erste Interpretation ist aus dem Studium mehrerer Fotos entstanden, die zweite dann aus einem Foto, wo er von vorneherein auch vom Fotografen interpretiert wurde. Das mag ich eigentlich nicht – ich möchte mir den Raum für Interpretationen offen lassen, wie bei der ersten Version.

 

 

 

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²Süddeutsche Zeitung, Bismark Anekdoten, 24.8.2016, 10:03
http://www.sueddeutsche.de/politik/bismarck-anekdoten-von-doggen-und-nachttoepfen-1.2412881

Mein Sinnbild von Melanchthon – die Änderung über die Jahre – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Aus der Vergangenheit, Berühmt, Geschichte, Portraitmalerei, Zeichnung by Susanne Haun on 23. Juli 2015

Die Änderung bezieht sich auf die fünf Jahre zwischen den Zeichnungen von Luther und Cranach zu den Zeichnungen von Melanchthon und Katharina von Bora.

Fünf Jahre liegen zwischen Luther - Cranach und Melanchthon und Katharina von Bora (c) Foto von Susanne Haun

Fünf Jahre liegen zwischen Luther – Cranach und Melanchthon und Katharina von Bora (c) Foto von Susanne Haun

 

Die Reformation ist eine faszinierende Bewegung der Frühen Neuzeit. Im Zusammenhang mit Kopernikus heliozentrische Weltanschauung (siehe hier) habe ich gelesen, dass Melanchthon im Vorwort von Kopernikus Schrift schrieb, dass er dessen Erkenntnisse  für nicht korrekt hielt. Ich muß nicht schreiben, dass er sein Vorwort nicht mit Kopernikus absprach. Mein Bild von Melachthon ist somit ein wenig negativ geprägt. Nichtsdestotrotz ist er eine interessante Persönlichkeit der frühen Neuzeit.

 

Mein Sinnbild von Melanchthon (c) Zeichnung von Susanne Haun

Mein Sinnbild von Melanchthon (c) Zeichnung von Susanne Haun

Mein Sinnbild von Katharina von Bora – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Aus der Vergangenheit, Berühmt, Geschichte, Portraitmalerei, Zeichnung by Susanne Haun on 21. Juli 2015

Am 3. August werde ich meine Arbeiten bei den Wittenberger Kunstwegen hängen (siehe hier).

Ich berichtete schon, dass ich dafür noch einige Zeichnungen erstellen möchte (siehe hier).

Entstehung Katharina von Bora (c) Zeichnung von Susanne Haun

Entstehung Katharina von Bora (c) Zeichnung von Susanne Haun

Katharina von Bora (c) Zeichnung von Susanne Haun

Katharina von Bora (c) Zeichnung von Susanne Haun

Auch hier wieder die Frage, wann eine Zeichnung fertig ist. Ich habe zwei Tage überlegt, ob die obere Version fertig ist, mich dann aber entschlossen, weiter zu zeichnen und ich bin auch zufrieden mit dem Ergebnis!

Die Zeichnung entstand nach einem Gemälde von Cranach. Zur Zeit der Reformation gab es noch keine Kamera.

Ich finde Katharina von Bora faszinierend. Sie war zuerst Nonne und hat dann nach Auflösung der Klöster im reformierten Teil des Deutschen Reichs römischer Nation Luther geheiratet.

Dieses Semester besuchte ich den Einführungskurs Frühe Neuzeit an der FU. Es war ein sehr interessanter Kurs. Eine Änderung der Reformation war die Verweltlichung der Ehe.

Die Reformatoren kritisierten die Geistlichen, die gegen das Zölibat verstießen genauso wie die lockere Ehe- und Sexualmoral der Laien.
Die Ehelosigkeit des Klerus und der Laien wurde abgewertet und die Ehe aufgewertet. Es wurde die Priesterehe favorisiert. Gleichzeitig wurde der voreheliche Geschlechtsverkehrs, sowie das Konkubinat 1577 durch Reichsgesetz verboten. Die Ehe wurde ein „weltlich Ding“ und fiel auch unter die weltliche Ordnungspolitik mit der Schaffung weltlicher Ehe- und Sittengerichte (Institutionalisierung der Ehegerichtsbarkeit) und mit der Ehescheidung (Ehe verliert sakramentalen Charakter). Die Klöster werden aufgelöst (Abschaffung des geistlichen Standes) und das Kirchengut wird von den reformierten Fürsten übernommen.

Wie muss das für die Nonnen gewesen sein, die ihre Heimat verloren? Wer wollte besonders die älteren Nonnen noch heiraten? Wie konnten sie sich nach der Auflösung der Klöster ernähren? Wo gingen sie hin? Es darf auch nicht vergessen werden, dass es sehr gebildete Frauen waren. Nur im Kloster hatten sie überhaupt die Möglichkeit, Bildung zu erhalten. Ein sehr interessantes Thema, ich behalte es im Kopf, wenn ich mal Zeit habe.

 

 

Frühe Neuzeit – Luther und Cranach – Klausurvorbereitungen

Ich finde Klausuren schreiben sinnlos – es ist das Lernen für den Augenblick.

Von einer Hausarbeit nehme ich für meinen Geist viel mehr mit! Bei einer Hausarbeit setze ich mich mit einem Thema auseinander, das Recherchieren, Verstehen, Erklären und Vergleichen in Beziehung setzten, was mir große Freude bereitet und mich fasziniert.

Aber das Auswendiglernen von der Ständegesellschaft, zur Reformation, zum Augsburger und Wesfälischen Frieden über Kolumbus und Cook? Es ist die Frühe Neuzeit – o.k. Mir erscheint es beim Lernen wie ein Kessel buntes.

Es ist schon etwas länger her, dass ich Sinnbilder von Luther und Cranach zeichnete. Im Zusammenhang mit Cranach habe ich mich auch mit Luther beschäftigt. Aber doch nicht so intensiv, um zu wissen, wie die verschiedenen Abendmal Sichten der drei großen Konfessionen sind:

Katholisch: Transsubstantiationslehre
-> buchstäbliches Verständnis / Verwandlung von Brot und Wein in Leib und Blut Christi

Luther: Konsubstantiation
-> Christus bei Eucharistie real präsent, jedoch ohne tatsächliche Verwandlung

Reformierte Kirchen (Zwingli/ Calvin):
-> Glaube an geistige Präsenz Christi im Abendmahl, Erinnerungsmahl

Ach ja! Eine Frage an euch: Gehört das Wissen um das Abendmal zur Allgemeinbildung?

2 Mein Sinnbild von Luther 2010 (c) Zeichnung von Susanne Haun

2 Mein Sinnbild von Luther 2010 (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

1 Mein Sinnbild von Cranach 2010 (c) Zeichnung von Susanne Haun

1 Mein Sinnbild von Cranach 2010 (c) Zeichnung von Susanne Haun

Der Titusbogen im Forum Romanum – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Architektur, Geschichte, Kunstgeschichte, Reiseberichte, Rom, Zeichnung by Susanne Haun on 29. April 2015

Wir waren an mehreren Tagen am Titusbogen im Forum Romanum aber nur am ersten Tag schien die Sonne und der Himmel präsentierte uns ein tiefes Blau.

Der Titusbogen - Eingang zum Forum Romanum (c) Foto von M.Fanke

Der Titusbogen – Eingang zum Forum Romanum (c) Foto von M.Fanke

Die restlichen Tage waren Wolken verhangen und es regnete und regnete und regnete.

Der Titusbogen war der Anlaß für unseren Rombesuch. Über das Relief der linken Innenseite werde ich meine Hausarbeit zur Alten Geschichte schreiben. Ich sitze faktisch schon in den Startlöschern aber ich muß noch zwei Kapitel meiner Hausarbeit zu Descartes schreiben.

Relief der linken Innenseite des Titusbogen  (c) Foto von Susanne Haun

Relief der linken Innenseite des Titusbogen (c) Foto von Susanne Haun

Ich finde es erstaunlich, dass das Relief von verschiedenen Betrachtungswinkeln unterschiedlich zerstört wirkt.  Ich habe es gefühlte 1.001 mal fotografiert. Leider geschah kein Wunder und so blieb die Zerstörung des Reliefs erhalten, so lange ich auch hinaufschaute und es fotografierte.

Wie immer nähere ich mich meinem Thema mit der Zeichnung.

Titusbogen (c) Zeichnung von Susanne Haun

Titusbogen (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Die Inschrift über dem Bogen lautet:

SENATVS
POPVLVSQUE ROMANVS
DIVO TITO DIVI VESPASIANI F(ilio)
VESPASIANO AVGVSTO

Der Senat und das römische Volk (haben diesen Bogen errichtet)
dem vergöttlichten Titus,
dem Sohn des vergöttlichten Vespasianus Augustus.

 

 

 

Das Kolosseum – Roms Wahrzeichen – Zeichnung und Foto Susanne Haun

Posted in Architektur, Foto, Geschichte, Reiseberichte, Rom, Zeichnung by Susanne Haun on 17. April 2015

Ich habe mir Rom für einen Besuch nicht wahllos ausgesucht.

Kolloseum (c) Foto von M.Fanke

Kolloseum (c) Foto von M.Fanke

 

Letztes Semester belegte ich im Fach Alte Geschichte das Seminar den jüdischen Krieg, der von 66 – 70 nach Christus stattfand.

Ich habe viel vom antiken Rom in diesem Seminar gelernt und wir waren auch drei Tage damit beschäftigt, einen Überblick über das Kolosseum, der Domea Aurea, dem Palatin und das Forum Romanum zu erhalten. Ich denke, dass die Mehrheit der Rombesucher mit weniger „alten Steinen“ auskommen 🙂

 

Rund ums Kollosseum außen (c) Zeichnung von Susanne Haun

Rund ums Kollosseum außen (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Ich habe festgestellt, dass ich mit dem neuen Wissen vollständig anders an einen Stadtbesuch herangehe als vor meinem Studium. Als Reiseführer mag ich besonders Reclams Städteführer (siehe hier). Ich habe ihn schon für mehrere Städte gekauft und bin immer wieder überzeugt vomr handlichen Format, er landet entweder in meiner hinteren Jeans- oder Manteltasche und bietet viele Informationen zur Kunst und Architektur der jeweiligen Städte.

 

S. Francesca Romana (c) Foto von Susanne Haun

S. Francesca Romana (c) Foto von Susanne Haun

 

Der ADAC Reiseführer Rom (siehe hier) ergänzt den Reclam Reiseführer perfekt. Im ADAC Reiseführer stehen die Verkehrsverbindungen der einzelnen Sehenswürdigkeiten und so konnten wir problemlos Bus, U-Bahn und Tram benutzen.

Ich bin immer ein wenig im Streß, ob ich zeichne oder fotografiere. Zum Zeichnen muß ich mir mehr Zeit und Ruhe nehmen als zu einem Foto und immer habe ich Angst, etwas zu verpassen: die perfekte Zeichnung oder das perfekte Situationsfoto!

Ich fotografiere meistens mit einem Zoom 18 – 250 mm. Es gibt selten mit dieser Brennweite ein perfektes Foto, dazu verzerrt dieses Objektiv zu sehr und dunkelt die Ecken ab.

Micha fotografierte häufig mit einem Zoom 10 – 25 mm. Er muß ganz anders an das Motiv herangehen als ich. Fotos von Skulpturen sind für ihn mit diesem Zoom kaum möglich.

Kolloseum (c) Foto von M.Fanke

Kolloseum (c) Foto von M.Fanke

 

Wovon hängt die Fortdauer der Gesellschaft ab? – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Geschichte, Portraitmalerei, Zeichnung by Susanne Haun on 10. Dezember 2014

In seinem Text „Brot und Spiele“ stellt Paul Veyne die Frage, ob die Fortdauer der Gesellschaft von der Tugend ihrer Individuen abhängt.

Er fragt weiter, ob das Niveau einer Gesellschaft in der selben Höhe, wie das individuelle Bewußtsein anzusiedeln ist?

Ein wenig hört sich das für mich fast wie ein mathematisches Problem an. Kann von einem Ergebnis auf andere Ergebnisse geschlossen werden? Und wird nach dem guten oder dem schlechten Individuum beurteilt? Und was ist gut und was ist schlecht!

 

Tagebucheintrag Susanne Haun 05 12 2014 (c) Zeichnung von Susanne Haun

Tagebucheintrag Susanne Haun 05 12 2014 (c) Zeichnung von Susanne Haun

Gedanken über den Gebrauch von Zitaten – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Blumen und Pflanzen, Geschichte, Zeichnung by Susanne Haun on 25. November 2014

Ich mag Zitate sehr und bin immer wieder erstaunt, wie viel sich mit wenigen Worten ausdrücken lässt.

 

Aber über das Zitat an sich, das Zitat als Quelle, als Verifizierung und über den Gebrauch von Zitaten habe ich noch nicht nachgedacht. Das ist eine Schande, beschäftige ich mich doch Woche um Woche jeden Sonntag in meiner Rubrik „Zitat am Sonntag“ (siehe hier) mit diesen Weisheiten.

„Das Zitat kommt oft dem Schreiben zu Hilfe; auch hier muss man über seinen Gebrauch nachdenken, damit es nicht zur bloßen Erleichterung und auch nicht als trügerisches Mittel dient, um dort einen Beweis zu liefern, wo eigentlich Nachdenken nottäte.“² schreibt Arlette Farge in ihrem Buch „Der Geschmack des Archivs“.

Es ist auf jeden Fall schwer, die Zitate in einem Text richtig zu positionieren und ihren Inhalt nicht zu verfälschen. Oft habe ich in sogenannten „Zitate-Büchern“ Wörter gefunden, die dem falschen Autor zugerechnet wurden. Immer hat sich jemand gefunden, mich aufzuklären.

Es ist schon einige Zeit her, dass ich diese Blumen zeichnete.

 

Pinfarbende Blume (c) Zeichnung von Susanne Haun

Pinfarbende Blume (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Gerade die Zeichnungen, auf denen viel weiß ist, lassen sich schwer fotografieren. Es gibt viele Videos im Internet, die Anleitungen geben, wie Bilder am besten fotografiert werden können. Ich werde mich in nächster Zeit damit beschäftigen.

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²Farge, Arlette, Der Geschmack des Archivs, Göttingen 2011, Seite 59-60.

Der Augenzeuge in der Geschichte – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Berühmt, Geschichte, Portraitmalerei, Zeichnung by Susanne Haun on 24. November 2014

Geschichte ist nicht so einfach, wie wir uns das vorstellen!

Meine Vorstellung von Reinhart Kosselleck (c) Zeichnung von Susanne Haun

Meine Vorstellung von Reinhart Kosselleck (c) Zeichnung von Susanne Haun

So denken wir doch, ein Augenzeuge ist jemand, der genau weis, was passiert ist.

So ist es jedoch nicht, denn der Augenzeuge sieht nur seinen kleinen subjektiven Teil des großen Ganzen!
Ein gutes Bild der Geschehnisse erhalten wir jedoch mit mehr zeitlichem Abstand und dem Überblick über die Gesamtsituation.

Ein weiterer Filter zur Betrachtung der Geschichte ist die Frage, die der Leser sich an die Quellen stellt. Die Frage bestimmt die Sichtweise auf die Quelle.

Im laufenden Semester lesen wir Texte von Reinhart Koselleck, einem der bekanntesten deutschen Historiker des 20. Jahrhunderts. Ich finde sein Model von den Schichten der Zeit sehr interessant. Die Zeit innerhalb der einzelnen Schichten läuft verschieden schnell. Wir haben dazu auch einen Artikel von Koselleck in der Sütdeutschen Zeitung gelesen.

Meine Sichtweise hat sich geändert. Ich beginne, Sekundärliteratur kritischer zu betrachten und habe begonnen, auch immer auf die Biografie des Autors der Texte, die ich lese, zu schauen. Erst jetzt verstehe ich die Anmerkung eines Dozenten im 1. Semester zu einem Referat von mir, der mich darauf aufmerksam machte, das Sekundärliteratur die Dinge nicht immer korrekt beleuchtet.

Ich frage mich dann, was als Quelle übrig bleibt und wie wir eine Quelle definieren.
Diese Frage beschäftigt mich nun schon etwas länger.

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