Susanne Haun

Toskana 2019 – Wanderung rund um Villa Baldini – Susanne Haun

Posted in Landschaft, Reiseberichte, Skizzen, Skizzenbuch, St.Andrea di Compito, Toskana, Zeichnung by Susanne Haun on 24. Juli 2019

 

 

Impressionen von der Wanderung rund um Villa Baldini , Susanne Haun beim Zeichnen (c) Foto von M.Fanke

Impressionen von der Wanderung rund um Villa Baldini , Susanne Haun beim Zeichnen (c) Foto von M.Fanke

 

Wie gut, dass ich im Urlaub Tagebuch führte und wie erschreckend schnell verblassen die Eindrücke.

Ich muss mir angewöhnen, meine Zeichnungen in den Skizzenbücher besser zu verorten. Manchmal fällt es mir schwer, sie den richtigen Orten zuzuordnen. Nicht nur Ulli (siehe hier) denkt bei Ortsmarken an Jürgen Küster alias Buchlov (siehe hier). Danke für den Hinweis auf deine Ortmarken, Jürgen.

In der Regel sind mir trotz allem die Zeichnungen und Fotos wichtiger als der Text, jedoch dient der Text dann doch oft als wichtige Ergänzung.

Alle drei Medien dienen als Index, um Erinnerungen wieder an die Oberfläche zu holen.

 

 

 

26.5.2019

Heute haben wir uns die Renaissancevilla des Farbenherstellers Baldini angeschaut. Sie liegt versteckt in den Bergen und beherbergte 1814 – 15 die Schwester Napoleons und Herrscherin über Lucca. Elisa Baciocchi wurde während ihr Bruder auf Elba weilte in der Villa gefangen gehalten. Der noch im Reiseführer von 2001 als schön bezeichnete Garten war verwildert, wir umrundeten die Villa auf einem schönen, von der Natur umgebenen Weg und spähten wo er möglich war auf den abgeschlossenen Garten.

Am erstauntesten waren wir von einen erstaunlich großen Bambushain, der asiatisch anmutend unseren Weg umsäumte.

Unterhalb der Villa verläuft die Frankenstraße – via Francigena – über die im Mittelalter nach Rom gereist wurde. Für mich war es ein erhebendes Gefühl auf den Spuren der vielen Romreisenden zu wandeln. Mit welchen Hoffnungen und Wünschen sowie Geschäftsinteressen der Weg nach Rom wohl zurückgelegt wurde?

Bei zwei Korkeichen angelangt ging ein Stück des Weges auf der Straße, auf der wir auch mit dem Auto kamen, entlang. Viele Autos sahen wir nicht, die Aussichten konnten wir aufgrund des schlechten Wetters leider nicht bewundern.

 

 

 

 

Die Bedeutung von Bambus und Tusche in der chinesischen Malerei – Susanne Haun

Posted in Blumen und Pflanzen, Zeichnung by Susanne Haun on 3. Oktober 2016

 
Die Künstler der chinesischen Tuschemalerei  halten es nicht für nötig, ein Blatt mit Farben zu bedecken, um die höchsten geistigen Ideale auszudrücken.

In ihrer Kunst wird der korrekte Einsatz der Tusche mit der Beherrschung des Pinselstrichs verbunden. Mit Geduld und Praxis kann diese Art der Kunst zur Vollkommenheit gebracht werden.

 

Nicht jeder Bambus gelingt, wie an den zerknüllten Papier zu sehen ist (c) Foto von Susanne Haun

Nicht jeder Bambus gelingt, wie an den zerknüllten Papier zu sehen ist (c) Foto von Susanne Haun

 

Lange habe ich nicht mehr die Beherrschung des Pinselstrichs trainiert. Als Motiv eignet sich dazu Bambus sehr gut. Ich habe das S U M I – E Papier von Hahnemühle benutzt. Es war nicht einfach, den richtigen meiner  verschiedenen chinesischen Pinsel für das Papier zu finden, aber Papier ist geduldig und ein Block mit S U M I – E besitzt 20 Blätter und so verwundert es euch sicher nicht, dass auch einige Blätter von mir zerknüllt wurden.

Meine Eltern hatten einen großen Bambus am Teich zu stehen, er blühte und ging ein. Normalerweise wächst er kräftig und ernergisch. Im Wind wirkt er nachgiebig. Die hohlen Äste erinnern daran, dass auch die klügsten Menschen noch Raum haben, um dazuzulernen. Diese chinesische Philosophie gefällt mir gut. Bei mir im Kopf gibt es sicher noch viele Hohlräume, die ich mit Wissen füllen kann.

 

 

____________________________

Quelle: Wang Jia Nan, Cai Xiaoli, Dawn Young, Die Fernöstliche Tuschemalerei, Kapitel Die Bedeutung der Tusche, München 1998, S. 26.

%d Bloggern gefällt das: