Susanne Haun

Thema Double Bind – das JA und NEIN – gespaltener Meinung – Holzschnitte von Buchalovs Freunden

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Holzschnitt, Projekt “douple bind”, Zeichnung by Susanne Haun on 6. September 2013

Der letzte Schnitt der Holzplatte ist auch der schwerste von der Kraft her, da ich hier am meisten Holz wegschneiden muss. Ich benutze das große Hohleisen und einen Hammer.

Beim Arbeiten (c) Foto von Susanne Haun

Beim Arbeiten (c) Foto von Susanne Haun

Ich habe insgesamt eine Auflage von 8 Blättern in unterschiedlichen Farbkombinationen gedruckt.

Double Bind - 125 x 31 cm (c) Holzschnitt von Susanne Haun

Double Bind – 125 x 31 cm (c) Holzschnitt von Susanne Haun

Hier die Stichwörter, die unsere Themen in den Diskussionen beim künstlerischen Austausch waren:

Energie
Reduktion
Holz als Material
Zufall
Double Bind
Traditionell

Ich werde immer wieder eines herausgreifen und darüber schreiben.

Wir sortieren uns (c) Foto von Susanne Haun

Wir sortieren uns (c) Foto von Susanne Haun

Wenn ihr unsere Holzschnitte seht, was fällt euch spontan aus dem Bauch heraus in einem Begriff gebündelt dazu ein?

12. – 13. Oktober sind offene Ateliers in Geldern, Ostwall 5-7 in 47608 Geldern. Wer unsere Arbeiten im original sehen möchte, kann das von 11 bis 18 Uhr.

Diskussionen zur A und B Ware – Holzschnittprojekt Buchalovs Freunde

Posted in Holzschnitt, Projekt “douple bind”, Zeichnung by Susanne Haun on 4. September 2013

Ich bin immer wieder erstaunt, welche Vielfalt an Holzschnitten wir produzieren.

Jörg Möller ist wieder anders an den Holzschnitt herangegangen als Jürgen und ich und hat eine Serie von kleinen Arbeiten produziert. In die Drucke ist er, wie es Jürgen auch oft praktiziert, mit Bleistift hineingegangen und hat die Ergebnisse verändert.

Jürgen und Jörg besprechen Jörgs Arbeit (c) Foto von Susanne Haun

Jürgen und Jörg besprechen Jörgs Arbeit (c) Foto von Susanne Haun

Immer wieder diskutieren wir über die Ergebnisse. Jürgen ist der Ansicht, dass sein eines Blatt B-Ware sei, weil beim Druck die Platte leicht verrutscht ist. Auf die Idee bin ich nicht gekommen, Drucke als B-Ware zu bezeichnen. Ich arbeite im fließenden Prozess und nutze ein verrutschen der Platte als Stilmittel, was eine Dreidimensionalität erzeugt. Ich drucke die Platten nebeneinander, leicht übereinander so wie ich denke, es erzeugt eine Bildwirkung.

Jürgen beäugt seine Arbeit (c) Foto von Susanne Haun

Jürgen beäugt seine Arbeit (c) Foto von Susanne Haun

Wenn ich nach dem Prinzip der verlorenen Form arbeite, erhalte ich selten eine gleichaussehende Auflage. Das immer weitere reduzieren der Platte trägt mich gedanklich immer ein Stück weit weg von der Auflage und ich experimentiere gerne

Der Druck der Platte ist auch auf Grund der Größe eine körperlich anstrengende Arbeit für mich.

Druck meiner Arbeit (c) Foto von Susanne Haun

Druck meiner Arbeit (c) Foto von Susanne Haun

Nun muss ich für den letzten Druckvorgang die Platte schneiden. Ich möchte mit Schwarz das Bild schließen und es ist wichtig, mir genaustens zu überlegen, wie ich schneide, welche Teile ich stehen lasse und welche ich wegnehme.

Druck der ersten Farbe – Holzschnitt von Susanne Haun

Posted in Holzschnitt, Projekt “douple bind” by Susanne Haun on 3. September 2013

Nur noch die beiden obigen, entgegengesetzten Gesichter habe ich gestern für den ersten Farbdruck korrigiert. Sie waren mir auf der ersten Vorzeichnung zu weit entfernt von dem unteren Gesicht. Nicht räumlich – aber zeichnerisch!

Diesen Holzschnitt arbeite ich nach dem Prinzip der verlorenen Form. Ich schneide zuerst alle Linien aus dem Holz, die weiß bleiben sollen. Das Schneiden einer so großen Platte ist sowohl körperlich als auch geistig anstrengend.

Ausschnitt unten (c) Holzschnitt von Susanne Haun

Ausschnitt unten (c) Holzschnitt von Susanne Haun

Ich gehe ganz anders vor, als Jürgen Küster. Auch er arbeitet nach dem Prinzip der verlorenen Form. Ich bin auch in meinen Holzschnitten ganz die Zeichnerin und arbeite die Linien so, wie ich auch mit meiner Feder zeichnen würde. Natürlich schneidet sich das Holz nicht so geschmeidig wie die Feder zeichnet. Jürgen schlägt mit Hammer und Hohleisen Flächen aus dem Holz.

Es reizt mich, meinen nächsten Holzschnitt flächig zu arbeiten und ich möchte gerne Kraft einsetzen, dass Holz weg zu schlagen. Jürgen wiederum möchte gerne in meiner linearen Technik arbeiten.

Aber genau das ist es ja, was das Projekt Buchalovs Freunde ausmacht: der Austausch!Es ist Jürgens drittes Jahr, wo er die Zusammenarbeit organisiert. Auf dem Projektblog (siehe hier) könnt ihr alle wesentlichen Erkenntnisse und Ergebnisse von diesem Jahr aber auch von den vergangenen Jahren nachlesen und anschauen.

Jürgen beäugt kritisch sein Werk (c) Foto von Susanne Haun

Jürgen beäugt kritisch sein Werk (c) Foto von Susanne Haun

Ich schneide sehr gerne Buchstaben und Zahlen in meine Holzschnitte. Dabei ist es wichtig, darauf zu achten, dass die Zeichen spiegelverkehrt geschnitten werden, denn „der Druck dreht alles um“.

Das Datum (c) Holzschnitt von Susanne Haun

Das Datum (c) Holzschnitt von Susanne Haun

Gestern habe ich als erste Farbe Gelb verwendet. Ich arbeite von hell nach dunkel. Die Linoldruckfarbe, die wir hier verwenden ist deckend. Ich müsste theoretisch nicht klassisch drucken. Fünf Blätter habe ich mit dem ersten Zustand der Platte gedruckt.

Heute beginne ich die Arbeit, in dem ich nochmals einen Zustand auf einem dickeren Papier und in einer anderen Farbe drucke. Danach schlage ich die Linien für den nächsten Druck raus und „zerstöre“ dabei die Platte. Sie kann dann nicht mehr in dem Zustand gedruckt werden, wie ich heute die Zustandsdrucke zeige.

Meine Erfahrungen zum Holzschnitt habe ich auch in einem Buch festgehalten. Das Buch erscheint im Oktober im Edition Michael Fischer Verlag. Es kann direkt beim Verlag (siehe hier) oder bei Amazon (siehe hier) vorbestellt werden.
Wer ein signiertes Exemplar für 16,90€ + 2,20€ Porto direkt von mir erhalten möchte, kann mir unter info@susannehaun.de eine Nachricht senden.

Holzschnitt Double Bind von Susanne Haun

Posted in Holzschnitt, Projekt “douple bind” by Susanne Haun on 2. September 2013

Gestern begann ich meine Arbeit im Atelier von Jürgen Küster in Geldern zum Holzschnittprojekt. Das Atelier liegt in einem sehr schönen Gebäude und es macht Spaß, dort zu arbeiten.

Atelierhaus in Geldern (c) Foto von Susanne Haun

Atelierhaus in Geldern (c) Foto von Susanne Haun

Jürgen hatte mit Jörg schon viele Ergebnisse vorzuweisen und ich konnte mir einige Arbeiten anschauen.

Ich habe mir für das Projekt eine Holzplatte der Größe 125 x 30 cm ausgesucht. Es entspricht meinem Rollenformat und ich mag es.

 Mit meinem Plan wird das planlose überzeichnet (c) Zeichnung von Susanne Haun

Mit meinem Plan wird das planlose überzeichnet (c) Zeichnung von Susanne Haun

Als groben Plan hatte ich mir vorgenommen, die Vergänglichkeit darzustellen aber während des Arbeitsprozess bin ich auf Jürgen und mein Thema double bind umgeschwenkt, um die Ambivalenz eines Menschen darzustellen:

Was bewegt das Leben eines Menschen?

Wie fällt er seine Entscheidungen?

Ist jeder nicht ein Stückchen schizophren und zwischen dem pro und contra hin und her gerissen?

Als ich vor dem Holzstück saß, begann ich zuerst Dinge zu zeichnen, die ich in Köln gesehen habe, im Zoo das Skelett eines Flusspferds und verwelkte Blumen auf dem Melaten Friedhof. Ich begann mit Bleistift, weil ich wusste, dass ich noch nicht bereit für mein Thema war und mir so die Möglichkeit offen ließ, mit dunklem Stift über den Bleistift zu zeichnen.

So habe ich mir gestern meine Vorzeichnung erkämpft. Sie ist noch nicht fertig. Ich musste eine Nacht darüber schlafen, um heute Morgen weiter an ihr zu arbeiten und zu kämpfen.

Ich fange planlos an (c) Foto von Susanne Haun

Ich fange planlos an (c) Foto von Susanne Haun

Dazu gehört es, dass ich zuerst Teile der Vorzeichnung mit weißer Farbe übermale, um neu ansetzen zu können.

So ist schon die Vorzeichnung des Holzschnitts voller Ambivalenzen und ich freue mich darauf, die fotografische Dokumentation der Entstehung im nach hinein zu verfolgen.

Der Melatenfriedhof in Köln – Bericht und Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Blumen und Pflanzen, Engel, Vergänglichkeit, Zeichnung by Susanne Haun on 31. August 2013

Der Melatenfriedhof in Köln wurde 1243 das erste mal urkundlich erwähnt; ich mag die Atmosphäre auf derart geschichtsträchtigen Orten.

Am Anfang des 12. Jahrhunderts war auf dem Gelände des Friedhofs ein Heim für Kranke und Aussätzige. Daher wurde das Gelände mit dem Namen Melaten zu Deutsch krank bezeichnet.

Auf dem Melatenfriedhof Köln (c) Foto von Susanne Haun

Auf dem Melatenfriedhof Köln (c) Foto von Susanne Haun

Beim Spaziergang über den Friedhof habe ich begonnen, mich auf das Holzschnitt Projekt „Buchalovs Freunde“, siehe hier die Projektbeschreibung im dazugehörigen Blog, einzustimmen. Ich werde nach der Ausstellungseröffnung eine Woche mit Jürgen Küster und Jörg Möller zum Thema Holzschnitt arbeiten.

Ich kombiniere den Holzschnitt mit dem Thema „double bind“, an dem Jürgen und ich schon länger arbeiten. Ich möchte mich während der Arbeitswoche, die ich in Wachtendonk verbringe, mit der Vergänglichkeit beschäftigen. Ich habe einige Skizzen auf dem Friedhof erstellt und auch viele Ideen dazu im Kopf.

Skizzieren auf dem Melatenfriedhof (c) Foto von Gabi

Skizzieren auf dem Melatenfriedhof (c) Foto von Gabi

Mit der Vergänglichkeit fällt es mir auch nicht ganz so schwer, mich von Antonius zu lösen. Die Themen berühren sich und ich kann meine Erkenntnisse aus dem letzten Projekt mit ins neue nehmen.

Aber ist es nicht immer so? Die Summe unserer Erkenntnisse läuft in die aktuelle Arbeit ein!

Holz- und Linolschnitt – Neues Buch von Susanne Haun im Edition Fischer Verlag

Posted in Holzschnitt, Linolschnitt, Publikationen, Zeichnung by Susanne Haun on 26. Mai 2013

Im Oktober 2013 erscheint mein drittes Buch „Holz- und Linolschnitt“ im Edition Fischer Verlag.

Das Manusspript ist seit einiger Zeit beim Lektor, dem ich hier an dieser Stelle ganz herzlich für seine Geduld mit meinen Gedankensprüngen danken will.

Ich war zuerst erstaunt über die Wahl des Titelbildes vom Verlag, freue mich aber auch sehr über die Wahl, denn es ist ein in seiner Einfachheit eindrücklicher Linolschnitt von mir, den ich euch hier in allen Varianten zeige.

Deus ex machina„, der Gott aus der Maschine, die Lösung aller Probleme, die vom Himmel fällt! Ist das nicht eine schöne Vorstellung?

Ankündigung Buch Holz- und Linolschnitt von Susanne

Ankündigung Buch Holz- und Linolschnitt von Susanne

For my english speaking reader:
My new book is coming soon (October 2013) to amazon and the bookseller. I’am glad about this.
The titel is „Wood- and Linolcutting“ and I like special the cover with the letters „Deus Ex Machina“.

Das Paradies – Iris auf Holz Druckstock 50 x 38 cm von Susanne Haun

Posted in Blumen und Pflanzen, Holzschnitt, Zeichnung by Susanne Haun on 22. Februar 2013

Linien in Holz der Größe 50 x 38 cm zu schneiden erfordert Kraft und ein gutes Schneidewerkzeug.

Die Resteholzecke im Baumarkt zieht mich magisch an, auch Werkzeuge finde ich faszinierend. Vielleicht kommt da die Handwerkertochter zum Vorschein! An fast keinem anderen Ort ist mein Vater mit mir so einträchtig Schulter an Schulter wie im Baumarkt.

Das Spannholz, das ich für die Iris benutzte, ist schwierig zu schneiden, da es aus gepressten Schichten von Holz besteht. Ich muss sehr aufpassen, dass die Schicht nicht außerhalb meiner gewünschten Linien platzt.

Handpresse (c) Foto von Susanne Haun

Handpresse (c) Foto von Susanne Haun

Deshalb benutze ich bei Spanplatten auch nur große Platten und auch bei der Zeichnung, die als Vorlage dienen soll, achte ich schon darauf, nicht zu klein zu arbeiten.

Den ersten Ansatzdruck erstelle ich bei mir im Atelier – so könnte ich, wenn ich wollte Korrekturen schneiden.

Heute bin ich mit einigen Druckstöcken nach Bethanien, der Druckwerkstatt des bbk, gefahren. Je größer die Arbeiten sind, desto sinnvoller ist es, zum Druck eine Presse zu benutzen. Es ist aber nicht unbedingt notwendig. Wie ihr an meinem ersten Handabzug bemerkt, geht es auch ohne.

Um 5 mm versetzt gedruckt (c) Holzschnitt von Susanne Haun

Um 5 mm versetzt gedruckt (c) Holzschnitt von Susanne Haun

Es war kein einzig anderer in der Hochdruckwerkstatt für mich das wahre Paradies!

Ich mag die Handpresse schon von der Optik, sie hat den Charme eines immer mehr verschwindenden Handwerks.
Sie ist einfach zu bedienen aber körperlich anstrengend.

For my English-speaking readers:
Lines cutting in wood in size 50 x 38 cm requires power and a good cutter.

I use only large plates for particleboard and also in the drawing, which will serve as a template, I look forward to don’t working too small. Particleboards are hard to cut.

 Die Bedienung der Handpresse erfordert Kraft (c) Selbstfoto von Susanne Haun

Die Bedienung der Handpresse erfordert Kraft (c) Selbstfoto von Susanne Haun

I do the first print pressure at my studio. Today I am going with some printing blocks down to Bethany, the printing studio of bbk. The greater the work, the more sense it is, to use a press for printing. It is not absolutely necessary. As you noticed on my first hand proof, it can be done without.

There were not only others in the studio and so it was for me the true paradise!

I like the hand press of the optics, it has the charm of an increasingly disappearing craft.

Eine Blüte im Holz der Linde – Holzschnitt von Susanne Haun

Posted in Holzschnitt by Susanne Haun on 10. Februar 2013

Das Schneiden von Linien in Holz erfordert Kraft! So habe ich heute einen Muskelkater in den Schultern.

Für die Erklärungen zur Reduktionsmethode im Holzschnitt in meinem neuen Buch brauchte ich Fotos von einem unkomplizierteren Holzschnitt und so beschloss ich eine Blume mit wenig Linien und Flächen zu schneiden.

Das Rot ist wundervoll (c) Foto von Susanne Haun

Das Rot ist wundervoll (c) Foto von Susanne Haun

Für die drei Farben habe ich nur eine Platte benutzt. So sind die vier farbig gezeigten Drucke der Blume die einzigen, die es von dieser Auflage gibt. Die geschnittenen Zwischenstände werden immer wieder in anderen Farben gedruckt und nach dem Druck wird an derselben Platte weiter geschnitten.

Das Spanplattenholz aus dem Künstlerbedarf ist nicht meine Welt, sie hat eine weiche Schicht, die gerne abplatzt beim Schneiden. Ich mag die Hölzer, die ich beim Tischler kaufe, lieber. Schon die Atmosphäre, wenn ich in den Holzabschnitten wühle und die Sägen im Hintergrund höre, hat für mich etwas besonders.

Die letzte Farbschicht ist schwarz (c) Foto von Susanne Haun

Die letzte Farbschicht ist schwarz (c) Foto von Susanne Haun

Dafür habe ich neben der Spanplatte eine Tube Karminrot aus dem Künstlerbedarf mitgebracht. Das ist eine Farbe! Die pure Verheißung! Ich muss aufpassen, nicht zuviel davon zu benutzen und in rot zu schwelgen.

For my English-speaking readers:
The cutting of lines in wood requires strength! So I just got sore muscles in the shoulders.

I need photos of a less complicated woodblock for the explanations of the reduction method in the woodcut for my new book, so I decided to cut a flower with little lines and surfaces.

Übersicht der Drucke Blume (c) Holzschnitt von Susanne Haun

Übersicht der Drucke Blume (c) Holzschnitt von Susanne Haun

I have used only one plate for the three colors. Thus, the four colors (the white of the paper is a color, too) of the flower prints shown are the only ones that exist from that wood item. The cut standings will be printed again and again in different colors and I cut more after printing on the same plate.

The particleboard wood of the art grocery I used is not my world, it has a soft layer that peels off when I’am cutting. I like the woods, which I buy from the carpenter. Even the atmosphere in the carpenter, when I rummage through the wood sections and hear the saws in the background, has something special for me.

I’ve brought a tube next to the art grocery crimson red. This is a color! The pure promise!

I must be careful to use not too much of it and to revel in red.

Unter Hochdruck eine Königin – Holzschnitt von Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Holzschnitt, Zeichnung by Susanne Haun on 1. November 2012

Letzte Woche war ich mit meinem Vater in der Tischlerei, um mir „schöne“ Holzbretter für Holzschnitte auszusuchen.

Es war das wahre Eldorado für jeden Holzschnitzer und ich kam mit großer Ausbeute zurück ins Atelier. Es fiel mir schwer, mich für das erste Stück zu entscheiden und ich nahm die Erle. Da mich von der Wand gerade meine Säulenträgerin anschaute, zeichnete ich von ihr inspiriert meine Vorzeichnung in das Holz.

Mein Material vom Tischler (c) Foto von Susanne Haun

Mein Material vom Tischler (c) Foto von Susanne Haun

Von den erhabenen Flächen, die gedruckt werden, hat der Hochdruck seinen Namen. Eine Voraussetzung für das Entstehen der Druckverfahren ist das preisgünstige als Massenware hergestellte Papier. 1390 geht in Bayern die erste Papiermühle in Produktion und ebnet damit den Weg für Bildreproduktionen.

Im 15. Jahrhundert entstanden die ersten Holzschnitte. Dürer ist im 16. Jahrhundert einer der ersten europäischen Maler die den Holzschnitt zur Vollendung bringen. Der Holzschnitt entspricht mit der bloßen schwarzen Farbe der humanistischen Idee dieses Jahrhunderts.

Es ist spannend - jedesmal (c) Foto von Susanne Haun

Es ist spannend – jedesmal (c) Foto von Susanne Haun

In Europa hat Gutenberg mit seinen einzelnen Buchstaben und der Presse den entscheidenden Schritt für die Erstellung von Büchern getan; heute weiß jeder von der Gutenberg Bibel.

1860 erfindet der Engländer Walton das Linoleum, eine Mischung aus Leinöl, Harz und Kork. Als erster ist es der Engländer Claude Flight, der das Material für die Kunst entdeckt. Salonfähig habe es Größen wie Matisse und Picasso gemacht. Das Linoleum ist ein weicherer Druckstock und somit einfacher als Holz zu verarbeiten.

Ein erfolgreicher Vertreter des Holzschnitts im erst kürzlich vergangenen 20.Jahrhunderts ist HAP Grieshaber, der sich intensiv mit den Möglichkeiten des Materials auseinandergesetzt hat.

Die Säulenträgerin 2. Probeabzug (c) Foto von Susanne Haun

Die Säulenträgerin 2. Probeabzug (c) Foto von Susanne Haun

For my english reader:
Last week I was with my father in a joinery to pick up „beautiful“ wooden boards for my woodcuts. It was the true paradise for every woodworker and I came back into my studio with my yield. It was hard for me to decide for the first piece and I took the alder. I just looked at the wall in my studio and I drew my inspiration from my own drawings in the wood.


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Bibliographie:
Ernst Rebel, Druckgrafik, Reclam 2003
Beth Grabowski und Bill Fick, Drucktechniken, Dumont 2009

Der Lippenstift – Holzschnitt von Susanne Haun

Posted in Holzschnitt by Susanne Haun on 20. Mai 2010

Im Jahr 2003 habe ich einen 60 x 40 cm großen Holzschnitt nach dem Prinzip der verlorenen Form gearbeitet.

Ich habe mit verschieden großen Linolschnittmessern Holz aus einer 5 mm dünnen Spannplatte geschnitten. Das war ausgesprochen anstrengend und ich spürte jeden Muskel nach Beendigung des Werkes.

Zuerst habe ich alle Linien, die weiß bleiben sollen, ausgeschnitten und die Auflage, d.h. Anzahl an Blätter, die der Druck haben soll, gedruckt. Dabei habe ich verschiedene Papiersorten benutzt. Am besten eignen sich dünne Papiere, und auch ein Plakat für eine Ausstellungsankündigung habe ich genommen.

Als erste Farbe habe ich Gelb gewählt.
Nun habe ich alle Linien, die gelb bleiben sollen aus dem selben Holz heraus geschnitten und alle Blätter mit Rot bedruckt. Danach folgte Grün und dann Schwarz.

Die erste Version ist von der Graphothek Berlin Reinickendorf angekauft worden und kann dort ausgeliehen werden.

Der Lippenstift - Holzschnitt von Susanne Haun, 2003 - 60 x 40 cm, Auflage 20

Der Lippenstift - Holzschnitt von Susanne Haun, 2003 - 60 x 40 cm, Auflage 20

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