Susanne Haun

Das südliche Afrika – Beginn und Ende einer Reise – Bericht und Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Foto, Kapstadt, Reiseberichte, Südliches Afrika, Zeichnung by Susanne Haun on 7. März 2018

Victoria Falls, 1.3.2018

Ich sitze fassungslos auf dem Flughafen Victoria Falls in Simbabwe und frage mich, wo die 4 Wochen Urlaub in Afrika geblieben sind. Ich bin traurig, es geht zurück ins kalte Berlin, 30 Grad Temperaturunterschied liegen zwischen meinem jetzigen Ausgangspunkt und Berlin. Der Urlaub ist vorbei. Viel Arbeit wartet in Berlin auf mich und gerade in den ersten Wochen jagt ein Termin den anderen: Händlerfrühstück, Salon, Vorbereitungstreffen für die Ausstellung Querbrüche Wedding, Uni usw. Werde ich genug Zeit haben, den Urlaub zu verarbeiten, die schönen Eindrücke in Zeichnungen einzufangen?

Der Flughafen Victoria Falls ist fast leer, sind wir die einzigen, die heute hier abfliegen? Zuerst geht es nach Johannesburg, nach sechs Stunden Aufenthalt in Südafrika geht es weiter nach London und schließlich nach Berlin.

In der nächsten Zeit werde ich von unserem Urlaub im südlichen Afrika berichten – 4 Länder haben wir mit dem Truck durchquert, ca. 5.700 km sind wir auf Afrikas Pisten durchgerüttelt worden. Welch ein Erlebnis!

 

 

Ich möchte jedoch von vorne berichten. Die ersten Tage haben wir in Kapstadt verbracht, wir mieteten uns ein kleines Auto und erkundeten die Stadt alleine. Danach haben wir von Nomad Adventure (siehe hier) eine 20-tägige Truck Tour gebucht, die Übernachtung erfolgte in Zelten, die wir jeden Abend auf- und jeden Morgen abbauten. Die Crew bestand aus Amon, dem Fahrer, Laurine als Guide und Tatenda als Hilfe und als deutschsprachige Unterstützung Laurines.

Es waren mehr Mitreisende als erwartet an Bord, am Anfang waren wir 19 Reisende, wechselnd von der Zusammensetzung, bis zum Schluss 18 übrigblieben, davon 3 Schweizerinnen, 3 Brasilianer*in, 2 Südkoreaner*in, 1 Holländerin, 2 ½ Italiener*in, 1 Kanadierin, 1 US-Amerikaner, 8 ½ Deutsche. Eine inspirierende Mischung, wir einigten uns darauf, englisch miteinander zu sprechen und brauchten Tatenda als Übersetzerin nicht. Ich habe mich so gefreut, dass ich Englisch sprechen konnte, schon nach zwei Wochen begann ich bruchstückhaft in Englisch zu denken.

Die Alterszusammensetzung war interessant, die meisten waren zwischen 20 und 30 Jahre alt, 5 waren über 50 die Älteste 76 Jahre alt, auch sie baute mit ihrer 72jährigen Freundin jeden Tag das Zelt auf und ab.

Gut haben wir in den Zelten geschlafen, ein Fach im Truck beherbergte ca. 5 cm hohe Matratzen, auf denen man besser geschlafen hat als in manchem Hotelbett. Um nach der Tour nicht gleich wieder nachhause zu hetzen, sind wir noch zwei Tage in einem Hotel in Simbabwe an den Victoria Fällen geblieben. Dabei trockneten wir unsere vom Camping nass gewordenen Sachen und erholten uns von der Fahrt durch Südafrika, Namibia, Botswana und Simbabwe.

 

 

 

Ich hatte 12 Skizzenbücher aus Berlin mitgebracht, benötigte aber nur 4. Die Reise war vollgepackt mit Aktivitäten und im Truck ruckelte es so, dass ich kaum zeichnen, bzw. schreiben konnte. Ich habe mit dem Handy Sprachmemos aufgenommen, die ich beim Schreiben der Beiträge zur Hilfe nehmen werde, um meine Stimmung wiederzugeben. Den ruckelnden Truck bezeichnete Laurine als „African Massage“, die offenen Fenster als „African Aircondition“.

 

Berlin, den 4.3.2018

Nun sitze ich wieder am heimischen Arbeitstisch, mein verlorenes Gepäck ist wieder aufgetaucht und zu mir nach Hause gebracht worden und die Magenverstimmung, von der ich in Afrika verschont blieb, die mich jedoch nach dem ersten Essen in Deutschland ereilte, ist abgeklungen. Ich habe tatsächlich Schwierigkeiten, mental in Berlin anzukommen.

Bevor ich weiter berichte, möchte ich Beate Gernhuber (siehe hier) von SafariScout.com herzlich danken. Wir haben sie letztes Jahr bei der ITB entdeckt und sie hat uns mit Rat und Tat bei der Planung und Durchführung unseres Urlaubs perfekt betreut.

Vier Wochen bereisten wir das südliche Afrika, ich werde nicht von allen Tagen im einzelnen berichten, sondern zusammenfassen, damit ich auch meine aktuellen Sachen zeitnah erfassen kann. Die ersten vier Tage haben wir in einem Hostel mit einem Mietwagen in Kapstadt verbracht. Zu zweit konnten wir die Gegend in unserem beschaulichen Rhythmus erkunden. Das ging bei der späteren Truck-Tour nicht mehr, jedoch haben wir in den 20 Tagen Truck-Tour soviel gesehen, das hätten wir zu zweit in unserem Tempo nie geschafft. Die letzten drei Tage an den Victoria Fällen in Simbabwe waren wir wieder alleine.

Heute beginne ich den Bericht mit Kapstadt und lasse Fotos und Zeichnungen wirken. Kapstadt ist eine europäisch orientierte Stadt, die sich zwischen der See und den Bergen gut in das Landschaftsbild einfügt. Was mich bedrückte waren die Mauern und Stacheldrahte, die um die Grundstücke gezogen sind. Wir sind trotzdem viel zu Fuß unterwegs gewesen, haben aber auch einige Regeln beachtet. Dazu gehörte, dass wir keine Uhr und keinen Schmuck umhatten. Mein iPhone habe ich nicht aus der Tasche genommen, wir hatten ein altes Handy mit, für das wir schon am Flughafen eine südafrikanische Sim-Karte kauften. Mit diesem Handy routeten wir unsere Wege und gingen ins Internet, um das eine oder andere über unsere Besichtigungen zu googeln.

Eben habe ich die Fotos sortiert und bin auf einen Text mit meinen Eindrücken vom ersten Tag gestoßen, den ich euch nicht vorenthalten möchte:

Kapstadt, den 5.2.2018

Es ist nicht einfach, Papier im Skizzenbuch zu sparen. Noch bin ich mit der Aufteilung der Seiten nicht zufrieden. Aber sicher werde ich im laufe unseres Afrikaurlaubs versierter werden.

Kapstadt ist sehr amerikanisch / europäisch orientiert, heute sind wir von unserem Hostel am Stadion vorbei über den Green Point zur Victoria und Albert Wharf gelaufen. Ein schöner Spaziergang voller neuer Eindrücke. Wir erschließen uns sehr gerne unsere Urlaubsorte zu Fuß, so kann ich zeichnen und M. fotografieren.

Aus irgendwelchen Gründen hatte ich mir den Tafelberg von der Ansicht her höher vorgestellt. Das Plateau ist nicht immer hinter den Häusern auszumachen. Natürlich wäre mir diese „Enttäuschung“ erspart geblieben, wenn ich vorher die Kerndaten des Tafelbergs gegoogelt hätte: das Wahrzeichen Kapstadts ist nämlich nur 1087 m hoch!

Ein besonderes Highlight war für mich der Besuch des ZEITZ MOCAA Museums (siehe hier), was die Sammlung des ehemaligen Puma Managers …. beherbergt. Besonders beeindruckten mich die Skulpturen aus Fell von Nandipha Mntambo (siehe hier) und das Gebäude selber. Das ehemalige Silo ist durch Schnitte interessant in die Museums-Architektur eingebunden. Ein wenig musste ich bei den Schnitten an Gordon Matta-Clark (siehe hier). Er schnitt in Abrisshäusern Kreise (siehe hier).

 

 

Natürlich sollte auch darauf hingewiesen werden, dass dieses Museum für zeitgenössische Kunst Afrikas von einem weißen europäischen Kunstsammler, einem weißen europäischen Architekten und einem weißen Südafrikaner initiiert wurde – da sollten laut dem Kunstforum international (07/2017, Museumsboom, S. 108) die Alarmglocken läuten und auch ich möchte mich dieser Kritik anschließen. Ist hier nicht der Konflikt vorprogrammiert?

Nach einem ausgiebigen Fischlunch an der Wharf machten wir uns auf den Heimweg und sammelten am Strand Muscheln, die durch sehr interessante Löcher auffielen.

Der schöne Tag ging viel zu schnell zu Ende.

 

 

 

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Beate Gernhuber (siehe hier) von SafariScout.com stand uns bei der Buchung unserer Abenteuer Reise ins südliche Afrika mit Rat und Tat beiseite. Gerne empfehle ich sie an alle, die ähnliche Reisen planen, weiter.

 

 

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