Susanne Haun

Das Kunstnetzwerk – Bericht vom 14. KunstSalon am Dienstag – Gast Peter Mück bei Susanne Haun

Posted in Netzwerk, Salon by Susanne Haun on 16. August 2017

 

Peter Mück hängt seine Scratchart im Salon von Susanne Haun (c) Foto von Susanne Haun

Peter Mück hängt seine Scratchart im Salon von Susanne Haun (c) Foto von Susanne Haun

 

Als ich gestern bei meinem 14. Salon am Dienstag in die Runde schaute, freute ich mich über viele neue Gesichter.

Ich hatte – wie immer – die Befürchtung, es würde niemand kommen. Wenn dann kurz vor 18 Uhr beginnt, die Klingel immer wieder Laut zu geben, bin ich sehr zufrieden. Schließlich ist mein Gast der Netzwerker und Scratch Art Künstler Peter Mück extra aus Köln angereist, um sein Netzwerk und seine Arbeit zu präsentieren.

Peter hat das Netzwerk Crossart (http://crossart.ning.com/) ins Leben gerufen und ist voller Projekt Ideen. Wie bei uns allen fehlt es bei manchen Projekten einzig an Zeit.

Besonders beeindruckt hat mich seine Beschreibung vom Kölner Montmatre. Jeden Sonntag – inzwischen 17 in Folge – sitzt Peter mit Künstlerkollegen am Eierplatz der Südstadt, den er liebevoll im Kölner Dialekt mit Eierplätze bezeichnet, und zeigt Passanten, wie er seine Kunst produziert.

Warum ich Mitglied bei crossart bin?

Zweimal habe ich inzwischen an von crossart initiierten Ausstellungen teilgenommen. Ich schaue natürlich, um Reisekosten zu sparen, dass die Ausstellungsorte in Berlin und Umgebung sind. Einmal in der Green Hill Galerie (siehe hier den Beitrag von der Ausstellung) und einmal auf Rügen im Art Salon Q3 (siehe hier). Ich habe sehr bedauert, dass ich aus terminlichen Gründen nicht persönlich nach Rügen fahren konte, ich habe meine Zeichnungen mit Hermes nach Rügen gesendet, wo sie präsentiert wurden als ob ich selber dort gewesen wäre.

Durch das Netzwerk crossart lerne ich durch die Berlin Gruppe andere Künstler kennen und kann, wenn ich möchte, auch in anderen Städten kontakten.

Peter, der 2013 die Ehrenamtsurkunde durch den Oberbürgermeister der Stadt Köln für das Projekt Kunst im sozialen Raum erhielt, hat einen lebendigen Vortrag über crossart gehalten. Über seine scratchart Kunst  berichtet in bewegten Bildern in seinem Künstlerportrait (siehe hier).

 

 

 

Nettersheim liegt nahe bei Köln oder Entfernung ist relativ! – Susanne Haun

Posted in Zeichnung by Susanne Haun on 14. August 2017

 

Am 20. August findet die Ausstellungseröffnung „Eiswelten“ im Kulturbahnhof Nettersheim statt (siehe hier).

 

Sketchnote Arktis auf Leinwand 215 x 95 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

Sketchnote Arktis auf Leinwand 215 x 95 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Ich habe immer damit geworben, dass Nettersheim bei Köln liegt. Da hat die Berlinerin aus mir gesprochen, das tut mir leid! Ingrid von Stift und Schrift (siehe hier) hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass  Nettersheim 70 km vom Köln Hauptbahnhof entfernt liegt.

Oft durchquere ich Berlin von West nach Ost (45 km) und von Nord nach Süd (38 km). Viele meiner Freundinnen haben sich außerdem etwas außerhalb Berlins niedergelassen, Schönfließ, Teltow Stadt, Roddahn. Da kommen dann noch einmal einige Kilometer hinzu. Die am weitest entfernt von der Stadtmitte lebende Freundin ist Nina (siehe hier), nach Neuroddahn benötige ich vom Bahnhof Zoo bis Neustadt Dosse 54 Minuten und das sind über die Bundesstraße 114 km. Nina holt mich dann mit dem Auto vom Bahnhof ab und wir fahren noch mal 15 km.
Teltow Stadt ist nicht so weit von Berlin entfernt aber ich brauche mit der S-Bahn von meinem Vater aus Heiligensee bis zu Cristina (siehe hier) nach Teltow Stadt 54 Minuten reine Fahrzeit. Auch Cris holt mich vom Bahnhof ab, obwohl es von dort nur 2 km bis zu ihr sind.
Claudia wohnt relativ nahe an Berlin in Schönfliess, dort kommt man jedoch ohne Auto schwer hin – der Bus von der Stadtgrenze bis Schönfließ fährt nur jede Stunde. Da ist genaue Planung gefragt.
Alle drei Besuche ich regelmäßig mehrmals im Jahr.

So kam es, dass für mich Nettersheim nahe bei Köln liegt.
Da haben wir es! Nicht nur Zeit sondern auch Entfernung scheint relativ!

Inzwischen sind die Papierarbeiten gerahmt und auch die recto Seite der letzten Leinwand gezeichnet. Die Preisliste ist geschrieben, wer neugierig ist, kann sie sich hier als pdf anschauen: Susanne Haun, Preisliste Eiswelten, Kulturbahnhof Nettersheim, Stand 1.8.2017

Auch eine „was nehme ich mit und darf ich nicht vergessen – Liste“ ist geschrieben, die ist sehr wichtig, am Tag der Abfahrt nehme ich einen Textmarker und alles, was vor der Tür steht wird abgestrichen.

 

 

Ausstellung im Kulturbahnhof in Nettersheim
Sonntag, 20. August bis Sonntag, 24. September 2017
Dirk Fliege . Susanne Haun . Sabine Jacobs . Roswitha Mecke

Begrüßung: Evamaria Blaeser-Ridderbecks
Lesungen: Susanne Haun und Martin Haeusler
Sounddesign: Figen Aksoy
Öffnungszeiten: Sa und So von 11 bis 18 Uhr
Kulturbahnhof Nettersheim  Bahnhofstraße 14  53947 Nettersheim  www.kuba-nettersheim.info www.facebook.com/Kulturbahnhof.Nettersheim

Mehr über das Projekt könnt ihr in meiner Blog-Kategorie Eisig – Eiswelten (siehe hier) lesen.

Susanne Haun Zitat am Sonntag – Lorenzo de’Medici

Posted in Blumen und Pflanzen, Leinwand, Zeichnung, Zitat am Sonntag by Susanne Haun on 13. August 2017

 

Weil „Paradies“, wer es richtig bestimmen will, nichts anderes sagen will als ein sehr angenehmer Garten, voll von allen gefälligen Dingen, von Bäumen, Äpfeln, Blumen, bewegtem und fließendem Wasser, Vogelgesang und in der Tat von allen Annehmlichkeiten, welche das menschliche Herz sich ausdenken kann …

Lorenzo de’Medici

 

Für die Ausstellung Verwandlungen in der Klostergalerie Zehdenick entstand doch ein großer Baum der Verwandlungen von Susanne Haun

Für die Ausstellung Verwandlungen in der Klostergalerie Zehdenick  (2006) entstand doch ein großer Baum der Verwandlungen von Susanne Haun

 

 

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de’Medici, Lorenzo, Comento sopra alcuni de‘ suoi sonetti, zitiert nach Seifertová, Hana, Der Garten in den Augen der Humanisten, in: Härting, Ursula (Hrsg), Gärten und Höfe der Rubenszeit, München 2001, S. 25.

 

Weiteres, was ich nicht sehe – aus der Mythologie der Inuit – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Projekt EISIG - EISWELTEN, Zeichnung by Susanne Haun on 11. August 2017

 

Nun ist das Skizzenbuch, in dem ich meine Gedanken zur Mythologie der Inuit visualisiert habe, bis auf die letzte Seite gefällt. Nun gilt es zu überlegen, wie ich es im KuBa präsentieren werde.

Angakkuit: Schamane der Inuit

Alariaq: Großvater der berühmten Inuit-Künstlerin Kenojuak.

Qiviuq: Die Legenden, die sich um Qiviuq sind vergleich mit denen Osysseus. Er ist der suchende Mensch schlechthin.

 

Ausstellung im Kulturbahnhof in Nettersheim
Sonntag, 20. August bis Sonntag, 24. September 2017
Dirk Fliege . Susanne Haun . Sabine Jacobs . Roswitha Mecke

Begrüßung: Evamaria Blaeser-Ridderbecks
Lesungen: Susanne Haun und Martin Haeusler
Sounddesign: Figen Aksoy
Öffnungszeiten: Sa und So von 11 bis 18 Uhr
Kulturbahnhof Nettersheim  Bahnhofstraße 14  53947 Nettersheim  www.kuba-nettersheim.info www.facebook.com/Kulturbahnhof.Nettersheim

 

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Quelle: Walk, Ansgar. Wie Sonne und Mond an den Himmel kamen, Mythen und Legenden der Inuit, Bielefeld 2003, S. 49 – 58.

An den Prinzen: selbst und nicht selbst – Übermalungen von Susanne Haun

Posted in Übermalungen, Portraitmalerei by Susanne Haun on 9. August 2017

 

Heute habe ich Jürgens Auseinandersetzungen mit sich selbst bearbeitet (siehe hier).

Nachdem ich die gerollten arbeiten eine Weile unter meiner Fachlektüre geglättet habe, schaute ich die letzten Tage immer wieder auf die Portraits. Sie waren mir viel zu dunkel und zu voll. Wie Jürgen irgenwann in der Diskussion schrieb, er hat Probleme mit dem Projekt.

 

 

„Mann, oh Mann, was für ein Kampf. Mehrere Tage hat es gedauert bis eine übermalte Version von Susannes Selbstportrait vorlag, eine solche, die Juergen leidlich zufrieden an Heike weitergeben konnte – in der Hoffnung, dass sie es jetzt richten wird.
(…)
Die Absprache in dem Projekt von Heike und Susanne und ihm ist ja, dass man das zugeschickte Porträt übermalt, aber Juergen kann sich dazu nicht so recht aufraffen. Denn wenn er übermalt, ist alles so endgültig. Und daher überklebt er lieber, denn dann kann er vorher alles auflegen und anlegen und die Wirkung ausprobieren und sehen und entscheiden. Ihm fällt das alles sehr schwer, denn alles in den Bildern ist ihm zu viel: zu viele Bild – Elemente, zu viele Spuren, zu viel Spontanes, zu viele Materialien, zu viel von allem, da ja drei Personen ihre Spuren hinterlassen. Und wenn er Bilder bekommt, scheinen sie ihm oft fertig zu sein, und wenn er Bilder weiterschickt, sind sie für ihn auch fertig. Wenn es fertig ist, dann ist es ja gut. Und wenn es dann wieder überarbeitet wird, wird es nicht unbedingt besser. Und das alles wird dann wieder aufgehoben. Das sei eine seltsame Erfahrung für ihn, mit der er so nicht gerechnet habe.“

Jürgen Küster (siehe hier) am 1. und 8. August 2017

 

 

Ich fand Jürgens Portraits auch zu voll. Er hat mir nicht nur fertige Arbeiten sondern eigentlich Arbeiten gesendet, die den Punkst des „fertigseins“ meines erachtens schon überschritten hatten. So habe ich mit Acryl Titanweiß gearbeitet und die Stellen, die mir zu dunkel und zu voll erschienen wieder in den Urzustand zurückgeführt. Dann dachte ich erst, das wäre zu wenig und ich muss die geschaffenen Freiflächen wieder übermalen. Jedoch nach einigem Hinschauen ist mir aufgefallen, dass meine Linien einfach zu viel für das schon sehr gut gefüllt Bild sind. So habe ich sie wieder mit weißem Aryl weggenommen.

Was meint ihr, Heike und Jürgen?
Die Idee nächstes Jahr im Frühjahr eine Auswertung des Projekts anzustreben sollten wir auf jeden Fall im Kopf behalten.

 

Ich behalte die Arbeiten noch ein wenig bei mir, bevor ich sie Heike sende. Ich habe sie an eine meiner Atelierschnüre aufgehängt und schaue, ob ich sie doch noch verändere.

 

 

Trailer des crossart Films – KunstSalon in den Atelierräumen von Susanne Haun

Posted in Salon by Susanne Haun on 8. August 2017

 

Als Vorbereitung für den 14. KunstSalon am 15. August um 18 Uhr, in meinen Atelierräumen in der Groninger Str. 22 in 13347 Berlin hat mir mein Gast Peter Mück den Link zum Trailer zum crossart Film gesendet.  Wir beleuchten im nächsten Salon das Kunstnetzwerk und wir freuen uns über euer Kommen.

 

 

Monatsfoto: Mein Atelier am 30. Juli 2017 – Susanne Haun

Posted in Atelier, Foto by Susanne Haun on 7. August 2017

 

Zeilenende lud im Februar ein, an jedem letzten Sonntag des Monats ein Motiv zu fotografieren, um festzuhalten, was sich ändert und was gleich bleibt, las ich auf Gerdas Blog (siehe hier). Dazu zeigte Gerda Fotos von ihrem Atelier. Ich fand das spannend und beschloss mich Zeilenendes Aufruf anzuschliessen.

Hier also meine Atelierfotos, die sehr konträr zu Gerdas sind, was ich wiederum ebenso spannend finde. Aufgrund der starken Hitze sind die Vorhänge zugezogen. Mal schauen, wie das in einem Monat aussieht!

 

 

 

Susanne Haun Zitat am Sonntag – Blaise Pascal

Posted in Portraitmalerei, Selbstbildnisse, Zeichnung, Zitat am Sonntag by Susanne Haun on 6. August 2017

 

In der Liebe gilt Schweigen oft mehr als Sprechen.

Blaise Pascal, 1623 – 1662, französicher Mathematiker, Physiker, Literat und Philosoph

 

 

Nebenbei bemerkt: Hatte Pascal das in seinem Jahrhundert noch gut, er konnte 4 Berufe gleichzeitig ausüben ohne, dass sich jemand daran störte! Was für ein Traum!

Wenn ich sage, ich bin Informatikerin, Künstlerin und Historikerin – was ich übrigens tatsächlich bin – dann bekomme ich gleich einige Fragen an den Kopf geworfen. Was ich denn nun wirklich bin? Und ob das passt?

Ich bin Informatikerin, Künstlerin und Historikerin und es passt 😉 und all das ist Kunst.

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Zitiert nach Zitatkalender aus der Helmut Lingen Verlag Gmbh, 2016 Köln, Kalenderblatt 20. Juli 2017.

Kleines Namenslexikon der Mythen der Inuit – Zeichnung auf Leinwand von Susanne Haun

Posted in Projekt EISIG - EISWELTEN, Zeichnung by Susanne Haun on 4. August 2017

 

Die Mythen der Arktis sind uns Europäer*innen im Gegensatz zur christlichen oder griechischen Mythologie fremd.

Die Inuit haben ihre Geschichten mündlich überliefert. Schriftliche Aufzeichnungen gibt es erstmals im 18. Jahrhundert vom Missionar Hans Egede und seinen Sohn Poul Egede aus Grönland. Der eigentliche Begründer und intensiver Erforscher der Inuit Kultur ist der deutsch-dänische Geologe Hinrich Rink (1819-1893), der ab Mitte des 19. Jahrhunderts in Grönland systematisch begann, die Inuit Erzählungen zu sammeln. [1]

Um wenigstens einen knappen Überblick des Who is Who eines kleinen Ausschnitts der Inuit Mythologie zu geben, liste ich im folgenden die Personen auf, die Titelgeber meiner Zeichnungen sind. [2]

Inuit (Einzahl: Inuk)  entspricht dem Menschen, Mensch.

Sedna ist die Herrscherin über die Meerestiere.

Uinigumasuittuq, „die keinen Mann haben will“ ist der Name Sednas, den sie als Mädchen trug, bevor sie Herrscherin der Meere wurde.

Hundemann ist der erste Gefährte Sednas, Vater ihrer Kinder.

Sila sind Wetter und die Luft, allgemein auch das „draußen im Freien“.

Silaat (Einzahl: Silaaq) sind die Kinder von Sila, von ihnen sagt man, sie sähen aus wie lemmingarbene männliche Karibus (nordamerikanische Rentiere), sie sind nur größer und mit außerordentlichen Kräften ausgestattet.

Angakkuq Schamane der Inuit.

Tulugaq ist das erste Wesen dieser Welt, es gab noch keine Menschen, Tiere und Pflanzen und Tulugaq lebte in den dunklen Weite des Raums und er war ein Mann. Am Anfang ist er noch unwissend. Eine verborgene Macht begann Einfluss auf ihn zu nehmen und er wurde seiner selbst bewusst. Sich seiner Einsamkeit bewusst werdend formte er sich aus Lehm einen Gefährten, auch einen Mann. Einer wurde schwanger und weil er nicht wusste, auf welchem Weg er ein Kind gebären könnte, erfand er einen Zauberspruch, der sein Glied in eine Scheide wandelte. So kam das erste Kind auf die Welt.

Als Abschluss meiner Arbeiten an der Ausstellung Eiswelten habe ich zwei Leinwände gearbeitet, die eine verso und eine recto Seite besitzen und frei in den Raum gehängt werden sollen. Ich weiss noch nicht, ob es architektonisch möglich sein wird, die Leinwände im KuBa so zu hängen. Ich hoffe es, lasse mich aber überraschen. Sollten alle Stricke reissen, werde ich die Leinwände bei der Ausstellung Querbrüche, die ich im Oktober mit gabriele d.r. günther im Kunstzentrum Tegel Süd in Berlin bestreite, zeigen.

Die großen Leinwände sind schwer zu fotografieren. Ich hoffe, dass die Ausstellungsansichten aus Nettersheim (oder Berlin) meine Ideen veranschaulichen.

 

 

 

 

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[1] Walk, Ansgar. Wie Sonne und Mond an den Himmel kamen, Mythen und Legenden der Inuit, Bielefeld 2003, S. 18.
[2] Walk, Ansgar. Wie Sonne und Mond an den Himmel kamen, Mythen und Legenden der Inuit, Bielefeld 2003, S.  33 – 46.

Was lese ich gerade? Gärten: Ordnung, Inspiration, Glück – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Zeichnung by Susanne Haun on 2. August 2017

 

Vor einigen Wochen habe ich eins neues Blog – Thema erstellt: Was ich gerade lese nennt sie sich (siehe hier) [1].

Meine Lektüre ist von meinem Studium geprägt und so wundert es nicht, dass ich gerade die Aufsätze des Ausstellungskatalogs Gärten: Ordnung,Inspiration, Glück, herausgegeben von Sabine Schulze, lese.

Der Katalog erschien begleitend zur gleichnamigen Ausstellung im Städelmuseum in Frankfurt am Main (siehe hier) in 2007. Die Homepage des Städel lohnt zum Stöbern, ich lese auch gerne den Blog des Museums.

Der Katalog beginnt mit Zitaten von Künstlern zum Thema Garten, es wird Pink Floyd mit So you think you can tell … heaven from hell …? genauso zitiert wie Beuys Gartenarbeit interessiert mich nicht und Monet Rien au monde m’interesse qu ma peinture et mes fleurs. Ich mag diese erste Seite mit Zitaten, die so unterschiedlich und doch so treffend sind. [2]

Ich schreibe gerade eine Hausarbeit über das Bild Das Reich der Flora, auf dem Poussin den Garten der Flora darstellt (siehe hier). Mit Poussin und Flora habe ich mich vor 5 Jahren schon einmal in Zusammenhang mit Cy Twombly beschäftigt (siehe hier). Ein Glück ist mein Bog mein Gedächtnis – ich hatte diese kurze Auseinandersetzung schlichtweg schon vergessen.

Die Ausstellungsdokumentation gibt einen guten Überblick über die Darstellung von Gärten in der Kunst. Die erste Abbildung ist Das Paradiesgärtlein von 1410/20, das Maria im Hortus conclusus darstellt. Die Pflanzen sind zeitlos nach genauem Naturstudium dargestellt. Der Frömmigkeit wird die weltliche Freude am Garten gegenübergestellt. Die letzte Abbildung des Katalogs ist ein Foto, Paradise 24, Sao Francisco de Xavier, Brazil, 2001 von Thomas Struth. Heute ist dem Ideal des Gartens als kultivierte Natur die Idee des Paradieses in Form von unberührter Natur gewichen.

Für meine Hausarbeit ziehe ich folgende Quintessenz aus dem gelesenen:
„Gärten werden als süße Orte der Erinnerung nach dem Rausschmiss aus dem Paradies bezeichnet. Der Garten bildet eine Einheit zwischen Mensch und Natur. Die Mauer grenzt den Garten als Rückzugsort aus dem fremd bestimmten Leben (Existenz). Es ist der Gegenentwurf zum Alltagsleben außerhalb des Gartens. Im Garten kann der Mensch in seiner ursprünglichen paradiesischen Bestimmung leben. Milton nannte den Garten 1674 in seinem epischen Gedicht Paradise Lost oder den Himmel auf Erden. Schauen wir auf Poussins Gemälde, dann sehen wir, dass die Pergola Ordnung und die Begrenzung des Gartens des Gemäldes ist. Die Pergola schafft Ordnung.“[3]

Das Thema des Seminars, „Mit Farben Pflanzen“, birgt unbedingte parallelen zu meiner Kunst. Gerne zeichne (und arbeite) ich im Garten meines Vaters und es in den letzten Jahren viele Zeichnungen entstanden, so auch die folgenden Geranienzeichnungen vom Anfang des Monats:

 

Mein persönliches Paradies liegt auf dem Balkon im 4. Stock meiner Atelierwohnung, natürlich gut begittert, damit ich nicht aus meinem Paradies herausfallen kann. 😉

 

Balkon Susanne Haun Atelierwohnung (c) Foto von M.Fanke

Balkon Susanne Haun Atelierwohnung (c) Foto von M.Fanke

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[1] Die Blog – Themen bieten meinen  Lesern  die Möglichkeit, sich Beiträge sortiert anzuschauen. Da ich sehr viele Themen in meinem Blog angelegt habe, kann rechts im Blog unter der Auswahlbox Themenauswahl das gewünschte Thema per Mausklick gewählt werden.

[2] Gärten: Ordnung, Inspiration, Glück, Sabine Schulze (Hrsg.), München, Ostfildern 2006, Hatje Cantz Verlag.

[3] Vergleich: Schulze, Sabine. Konzeption und Ausstellungsrundgang, in: Gärten: Ordnung, Inspiration, Glück, Sabine Schulze (Hrsg.), München, Ostfildern 2006, S. 14 – 21.
Haun, Susanne. Das undarstellbare in Poussins Garten der Flora, SoSe 2017

 

 

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