11 Entstehung Die Zeit läuft ab (c) Susanne Haun, VG Bild-Kunst, Bonn 2026

Die Verteidigung meiner Diss steht vor der Tür – Susanne Haun

Mitte Oktober werde ich meine Dissertation verteidigen. Ich bin sehr aufgeregt und auch sehr ruhig, denn ich fühle mich gut vorbereitet. Gerechterweise muss ich sagen, dass ich zwischen dem Erhalt meiner Gutachten und dem Termin für die Disputation viel Zeit habe. Die Präsentation und auch das Thesenpapier sind fertig und ich lese ganz in Ruhe meine Diss von vorne bis hinten, verbessere auch schon hier und da etwas für die Publikation und überlege mir, wieviel Sekt und Brötchen ich für den im Anschluss stattfindenden Sektempfang ich bereit halten sollte.

In dieser für mich so aufregenden und arbeitsintensiven Zeit zeichne ich zwar wie gewohnt täglich aber weniger. Für die 50 x 65 cm große Zeichnung „Die Zeit läuft ab“, die mit Tusche und Feder auf Büttenpapier entstand, habe ich so ein paar Tage benötigt.

2026.10.12.0001 to do Tagetes 17x24 (c) Zeichnung von Susanne Haun, VG Bild-Kunst, Bonn 2026

Unser Garten – meine Inspirationsquelle – Susanne Haun

Tagetes

In unserem Garten fließt Kreativität und auch Arbeit. Viele meiner Motive sind von unserem Garten inspiriert. Es ist eine sehr befriedigende Tätigkeit in unserem Garten in der Erde zu wühlen. In einem blauen Keramiktopf säe ich jedes Jahr Tagetessamen aus. Ich habe den ersten Samen von meinen Eltern, die inzwischen schon lange nicht mehr leben. Sie haben jedes Jahr die Tagetesblüten getrocknet und den Samen herausgeklopft. Ich halte es genauso und denke dabei immer an meine Eltern. Ich zeichne sehr gerne Tagetes. Die kräftigen orangen, gelben und roten Farben entsprechen genau meinem Geschmack.

Venedig 2025, Susanne Haun mit Maske (c) Foto von Michael Fanke, VG Bild-Kunst, Bonn 2025

Tagebucheintragungen von Susanne Haun – Zeichnerische Notizen November 2025 – Venedig – Fotos von Michael Fanke

Tagebucheintragungen von Susanne Haun – Zeichnerische Notizen November 2025

Im November waren Micha und ich ein Wochenende in Venedig. Wir waren schon 2017 in Venedig. Damals erschien es uns sehr leer. Wir waren jedoch 2017 unter der Woche und nicht am Wochenende dort. Dieses Mal war es sehr voll, wir waren etwas enttäuscht, jedoch Venedig ist Venedig und kann Venedig denn entäuschen?

2025.06.25.0001 A1 Hoffentlich kippt die Vase nicht um (c) Zeichnung von Susanne Haun, VG Bild-Kunst, Bonn 2025

„Existiert die Kunst nur, wenn sie im Blog oder auf Instagram gezeigt wird?“ Frage von Susanne Haun

Existiert meine Kunst nur, wenn ich sie hier blogge oder auf Instagram zeige?

Vor einer guten Woche habe ich mit meinem Künstlerkollegen Jürgen Küster telefoniert. Wir bestreiten gemeinsam das „Projekt ohne Name“.
Zwei Fragen haben Jürgen in Bezug auf mich beschäftigt: Einmal, warum ich 5 Jahre für meine Dissertation benötigte, wo andere das in 2 Jahre schaffen und, dass ich ja offensichtlich in den letzten 5 Jahren auch nicht viel Kunst gemacht habe.

Die erste Frage ist leicht zu beantworten:
Wird eine Dissertation neben der Arbeit geschrieben, dauert sie grundsätzlich länger, denn die Zeit zum recherchieren, forschen und schreiben ist begrenzt. Oft geht die Arbeit vor. Wenn im Rahmen des Studiums geschrieben werden kann, zum Beispiel, wenn ein Stipendium vorliegt, geht es einfach schneller, die Dissertation ist die tägliche Arbeit. Für ein Stipendiun für meine Dissertation bin ich mit meinen 60 Jahren zu alt.

Die zweite Frage ist viel interessanter zu beleuchten:
Existiert meine Kunst nur, wenn ich sie hier blogge oder auf Instagram zeige? Sprich: veröffentliche?
Ich habe gerade im vergangenen Jahr sehr viel an meiner Kunst gearbeitet. So wie die 10 großformatigen Blumenzeichnungen. Zeit habe ich beim Veröffentlichen meiner Kunst gespart. Im Gegensatz zu meiner Gewohnheit jeden Tag – tagebuchartig – aus meinem Atelier zu berichten und jeden kleine Linie zu veröffentlichen, habe ich stattdessen an meiner Diss geschrieben.

Ich glaube, dass ich nicht alles hier im Blog nachträglich veröffentlichen kann. Dass diese Blumenzeichnungen 80 x 60 cm groß sind, ist im Internet kaum darstellbar. Diese Dimension macht jedoch deutlich, dass ich an einer Zeichnung auch länger gearbeitet habe.

Außerdem habe ich an einem großen Projekt gearbeitet, das ich einfach noch nicht zeigen möchte. Ich erhoffe mir, zuerst einen Ausstellungsort zu finden, bevor ich meine Arbeit dazu veröffentliche.

2025.05.20.0001 E1 Glyzinien wachsen von oben (c) Zeichnung von Susanne Haun, VG Bild-Kunst, Bonn 2025

Glyzinien aus unserem Garten – Zeichnung von Susanne Haun

Unsere Glyzinie ist unser ganzer Stolz

Die Glyzinie haben wir schon 1998 vom Vorbesitzer übernommen. Er pflanzte sie Anfang der 90ger Jahre. Seither ist sie sehr gewachsen und seit 5 Jahren züchten wir sie über eine Schnurkonstruktion als Beschattung für die Terasse.

Susanne Haun ist Künstlerin. Florale Zeichnungen gehören zu ihrem Oeuvre. Inspiration und Kreativität findet sie in ihrem Garten.

2025.05.14.0001 E1 Der Frühling kommt (c) Zeichnung von Susanne Haun, VG Bild-Kunst, Bonn 2025

Ithas Blumen – Magnolien, Winterlinge und Narzissen – Zeichnung von Susanne Haun

Arbeitstitel

Kennt ihr das?
Ihr bezeichnet ein Gemälde, eine Zeichnung mit einem bestimmten Namen und wisst genau, welches Bild gemeint ist. Jedoch taugen solche Titel nicht für Ausstellungen. Dort verlangen Titel Poesie, Bedeutung und konkrete Hinweise, um den Betrachter*innen die Deutung zu erleichtern. Viele Künstler*innen mögen diese „Vorabhinweise“ nicht und betiteln mit „o.T.“. Mit diesem Titel habe ich ein Problem, denn ein o.T. – selbst durchnummeriert – hat keinen Wiedererkennungscharakter.

1 2 3 … 119