Susanne Haun

U-Bahnhof Seestraße vor Penny – Obdachlos – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Ausstellung, Projekt Obdachlos, Querbruch-Obdachlos, Zeichnung by Susanne Haun on 18. Oktober 2018

 

Obdachlos - 20 x 30 cm - Zeichnung von Susanne Haun © VG Bild Kunst, Bonn 2018

Obdachlos – 20 x 30 cm – Zeichnung von Susanne Haun © VG Bild Kunst, Bonn 2018

 

Zwischen dem zur Zeit geschlossenen Eingang U-Bahnhof Seestraße und dem Penny sitzen zwei junge Männer.

Ich fragte, ob sie auf der Straße leben. Ich habe den Eindruck, nur der eine der Beiden nimmt mich war, der antwortet dann auch: „Ja, wir kommen aus Polen und haben keinen Ausweis, keine Wohnung und keine Arbeit.“ Als ich den Gesprächigen frage, warum sie in Berlin sind, antwortet er mir, dass es ihnen als Obdachlose in Berlin besser gehe als in Polen. Sie würden mit einem Schlafsack im Schillerpark schlafen. Damit sind auch die Deutschkentnisse des Gesprächigen erschöpft, ich denke, das der Ruhige gar kein Deutsch kann und deshalb mit starrem Blick gerade aus schaut.

„Ist das Leben schön?“ frage ich, „Ein bißchen schon!“ antwortet er.

Wie verzweifelt muß ein Mensch sein, wenn er ohne Sprachkenntnisse lieber auf deutschen statt auf polnischen Straßen lebt?

Im Juni diesen Jahres berichtete rbb Inforadio, dass nach Schätzung der Regierung in Warschau etwa 2.000 polnische Obdachlose in Berlin leben. Nach Schätzung der Hilfsorganisatoren dürften es um die 6.000 sein. (hier ist der Artikel zu lesen) Auch die taz berichtete unter der Überschrift Obdachlose Polen in Berlin, no help, no life (siehe hier).

„Natürlich gebe es Menschen, die schon in Polen obdachlos gewesen und für bessere Unterkünfte nach Berlin gekommen seien. Es gebe aber noch zwei andere Gruppen. Das seien einerseits junge Erwachsene, denen auf ihrer Entdeckungsreise in Berlin das Geld ausgehe. Andererseits gehörten dazu auch Menschen, die schon länger in Deutschland leben und arbeiten und durch einen Schicksalsschlag obdachlos werden. Wenn jemand Job und Partnerin gleichzeitig verliere und sich im deutschen Behördendschungel nicht gut auskenne, könne er schnell auf der Straße landen.“ kann auf der Seite http://obdachlosinberlin.de/osteuropaeisch/ zu lesen.

Mir gehen die beiden nicht aus dem Kopf. Sie waren so jung, eigentlich viel zu jung, um ohne Perspektive auf der Straße zu leben.

 

 

Am 2. November 2018 ist es soweit, die Ausstellung Querbrüche – Obdachlos wird im  Café Motte , Nazarethkirchstraße 40, 13347 Berlin ab 19 Uhr eröffnet.

Das Café Motte ist gleichzeitig Café, Bar und Galerie und wurde im Mai diesen Jahres von der Familie Kottmann eröffnet. Hier im Weddingweiser erfahrt ihr mehr über dieses ungewöhnliche Café darüber.

Die Kunsthistorikerin Meike Lander wird eine Einführung in die Ausstellung geben.

Die Ausstellung im Café Motte ist vom 2. – 11. November zu besichtigen. Öffnungszeiten von 12 bis 0 Uhr.

Gleichzeitig werden Werke von uns in der Schiller-Bibliothek, Müllerstraße 149, 13347 Berlin in der Galerie im 1. OG vom 5.11. – 28.12.2018 gezeigt.
Öffnungszeiten
Mo – Fr 10:00 – 19:30, Sa 10:00 – 14:00 Uhr

Die Ausstellung wird vom Gebietfond 2018 unterstützt: „Mit dem Gebietsfonds können für das Aktive Zentrum Müllerstraße kleine und große Ideen, Projekte, Aktionen unterstützt werden, die positive Effekte für das Aktive Zentrum Gebiet Müllerstraße haben. Bürgerinnen und Bürger, aktive Interessierte, Engagierte und Neugierige können ihre Ideen einreichen und so spannende Projekte sowie die Entwicklung vor der eigenen Haustür mitgestalten.Nach dem Aufruf, der in der Regel im Herbst stattfindet, entscheidet eine Jury über die Projekte, die im darauffolgenden Jahr aus Fördermitteln des Aktiven Zentrums mit 50% der Kosten unterstützt werden.“ heisst es auf der Internetpräsentation der Müllerstraße (siehe hier).

Beim Entwurf der Einladungskarte haben Gabriele und ich uns an die Einladung Querbrüche vom letzten Jahr gehalten (siehe hier).

Programm während der Ausstellungsdauerim Café Motte:

Freitag, den 2.11.2018

19 Uhr Eröffnung im Café Motte

Einführung
in die Ausstellung durch
Meike Lander, Kunsthistorikerin

Mittwoch, den 7.11.2018

14 Uhr Suppenküche
Simit Evi
Café und Simit House
Müllerstraße 147, 13353 Berlin

19 Uhr Diskussionen mit Betroffenen
im Café Motte

Freitag, den 9.11.2018

17 Uhr Führung durch die Ausstellung
Treffpunkt:
Schiller-Bibliothek
zum Café Motte

Wirklich keinen Stolz? Wohnungslos oder Berber?

Posted in Projekt Obdachlos, Querbruch-Obdachlos, Zeichnung by Susanne Haun on 28. September 2018

 

Im Zelt - Obdachlos - 30 x 40 cm - Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild Kunst, Bonn 2018

Im Zelt – Obdachlos – 30 x 40 cm – Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild Kunst, Bonn 2018

 

Als erstes kaufte ich mir einige Bücher, um mich über das Thema Obdachlosigkeit zu informieren.

Beim Googeln fand ich zuerst das Buch von Richard Brox, Kein Dach über dem Leben. Richard Brox ist durch sein Buch und seinen Blog http://ohnewohnung-wasnun.blospot.com/ in Deutschland bekannt geworden.

Sein Buch habe ich mit Interesse gelesen und einiges über die Obdachlosigkeit erfahren. Ich habe großen Respekt und Hochachtung vor seiner Leistung, die er innerhalb seiner Möglichkeiten erbrachte.

 

Ich denke besonders über Richard Brox Umgang mit Frauen, der im Buch durchklingt, nach. Ich kann mir gut vorstellen, wie gut es tut, eine Weile seßhaft zu sein und bei einer Frau zu wohnen. Ich vermute, jede der Frauen, bei denen Richard Brox lebte, hatte die Hoffnung, er würde bleiben. Ich glaube auch, dass Herr Brox nicht verschwiegen hat, wer er ist und das er nicht bleiben wird. Aber Frauen (und auch Männer) denken oft, sie könnten die Männer (die Frauen) ändern … Ein Mensch kann sich jedoch nur selber ändern und nur, wenn er/sie es für richtig hält. Diesen Änderungswille beobachte ich auch immer wieder bei mir selber. Ich denke genau darüber nach, was ich ändern will und was nicht. Änderungen sind immer mit großen Kraftanstrengungen verbunden und diese Kraft muss erstmal gesammelt werden.

Es ist natürlich auch umgekehrt eine gängige Praxis, dass gerade alleinerziehende Mütter wie eine Nomadin von Mann zu Mann ziehen, um der Armut und Obdachlosigkeit zu entkommen und nur so lange bleiben, wie es ihre Schmerzgrenze zulässt und dann weiterwandern.

Ich möchte mich nicht in Allgemeinplätze verlieren. Ich spreche Situationen an, in die keiner geraten möchte, in die jedoch (versteckt) viel mehr Menschen stecken als wir glauben.

 

 

Eigentlich wollte ich auf etwas anderes heraus. Richard Brox bezeichnet sich als Berber und merkt an, dass weder Obdachlose noch Berber das Gefühl Stolz kennen (Seite 103). Das fand ich traurig. Die Bedeutung von Berbern innerhalb der Obdachlosen-Szene möchte ich noch näher erkunden. So ein wenig glaube ich, dass die Berber doch stolz auf ihr leben sind.

Wer Richard Brox life bei Anne Will erleben möchte, kann folgenden youtube Link klicken.

Die Zeichnungen für die Ausstellung „Querbrüche – Obdachlos“ (siehe hier) entstehen aus dem, was ich auf den Straßen sehe und aus der Visualisierung der Fragen, die ich mir zum Thema immer wieder stelle. Ich kann nicht verheimlichen, dass das Thema mich sehr beschäftigt.

 

Die wilde 13 – Bericht vom 18. Kunstsalon am Dienstag – Gast Utz Benkel

Posted in Zeichnung by Susanne Haun on 26. September 2018

 

Impressionen vom KunstSalon bei Susanne Haun mit Utz Benkel und Rosie Geisler (c) Foto von M.Fanke

Impressionen vom KunstSalon bei Susanne Haun mit Utz Benkel und Rosie Geisler (c) Foto von M.Fanke

 

Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: Es war ein wirklich gelungener Salon, bei dem wir Neues zum Linolschnitt erfahren , den Kalender Musiker und Musikerinnen 2019 bewundert, alte Bekannte getroffen und neue Menschen kennengelernt haben.

Preis inkl. Versandkosten: 15 Euro • Bestellung bei: grafik-benkel@t-online.de
Sie können ihn bestellen per E-Mail an grafik-benkel@t-online.de, telefonisch über +49-151-64521810.
Bestellungen ab dem 5.11.2018 ausschließlich bei: info@susannehaun.de

 

 

 

Utz hat eine Playlist für den Kalender Musiker und Musikerinnen 2019 zusammengestellt, die ich hier allen Interessierten zeigen möchte. Ich möchte darauf hinweisen, dass während meiner Salonveranstaltung KEINE Musik gespielt wird, weswegen ich denke, dass jeder mit dem Kalender in seinem stillen Kämmerlein die Muski zu den einzelnen Blättern geniessen kann.

Das Titelblatt zeigt den Hippie-Legende Janis Joplin – eine Arbeit von Roswitha Geisler. Statt eines Vorwortes – als „Bonustrack“ sozusagen – Frank Zappa, ein Gemälde der St. Petersburger Künstlerin Elena Kiseleva. Die 12 Monatsblätter enthalten Porträts von Rio Reiser (Utz Benkel), Inge Brandenburg (Utz Benkel), Aretha Franklin (Utz Benkel), Richie Havens (Ella Tsyplyakova), Bob Marley (Sigrid Meggendorfer), Igor Strawinsky (Karoline Koeppel), Amy Winehouse (Ella Tsyplyakova), Robert Plant (Led Zepplin), (Nobert Salzwedel), Pink (Yulia Protsyshyn), Mahalia Jackson (Susanna Cardelli), Leonard Cohen (Utz Benkel) und Tom Waits (Susanne Haun).

Titel: https://www.youtube.com/watch?v=r5If816MhoU

Bonustrack: https://www.youtube.com/watch?v=ZUq_T_Bhau8

Januar: https://www.youtube.com/watch?v=_3YXXVnGu_c

Februar: https://www.youtube.com/watch?v=LmxInsu5ZXM

März: https://www.youtube.com/watch?v=6FOUqQt3Kg0

April: https://www.youtube.com/watch?v=rynxqdNMry4

Mai: https://www.youtube.com/watch?v=2Gq9GFEIbSA

Juni: https://www.youtube.com/watch?v=WCz-w8-ipG8

Juli: https://www.youtube.com/watch?v=0_25S5BgTlg

August: https://www.youtube.com/watch?v=HQmmM_qwG4k

September: https://www.youtube.com/watch?v=FJfFZqTlWrQ

Oktober: https://www.youtube.com/watch?v=hohnr22zTxc

November: https://www.youtube.com/watch?v=XOhefCsSlVo

Dezember: https://www.youtube.com/watch?v=EtLVXBqfqBY

 

 

Einladung zur Ausstellungseröffnung Querbrüche Obdachlos – Gabriele D.R.Guenther und Susanne Haun

Posted in Ausstellung, Querbruch-Obdachlos, Zeichnung by Susanne Haun on 14. September 2018

 

Am 2. November 2018 ist es soweit, die Ausstellung Querbrüche – Obdachlos wird im  Café Motte , Nazarethkirchstraße 40, 13347 Berlin ab 19 Uhr eröffnet.

Das Café Motte ist gleichzeitig Café, Bar und Galerie und wurde im Mai diesen Jahres von der Familie Kottmann eröffnet. Hier im Weddingweiser erfahrt ihr mehr über dieses ungewöhnliche Café darüber.

Die Kunsthistorikerin Meike Lander wird eine Einführung in die Ausstellung geben.

Die Ausstellung im Café Motte ist vom 2. – 11. November zu besichtigen. Öffnungszeiten von 12 bis 0 Uhr.

Gleichzeitig werden Werke von uns in der Schiller-Bibliothek, Müllerstraße 149, 13347 Berlin in der Galerie im 1. OG vom 5.11. – 28.12.2018 gezeigt.
Öffnungszeiten
Mo – Fr 10:00 – 19:30, Sa 10:00 – 14:00 Uhr

Die Ausstellung wird vom Gebietfond 2018 unterstützt: „Mit dem Gebietsfonds können für das Aktive Zentrum Müllerstraße kleine und große Ideen, Projekte, Aktionen unterstützt werden, die positive Effekte für das Aktive Zentrum Gebiet Müllerstraße haben. Bürgerinnen und Bürger, aktive Interessierte, Engagierte und Neugierige können ihre Ideen einreichen und so spannende Projekte sowie die Entwicklung vor der eigenen Haustür mitgestalten.Nach dem Aufruf, der in der Regel im Herbst stattfindet, entscheidet eine Jury über die Projekte, die im darauffolgenden Jahr aus Fördermitteln des Aktiven Zentrums mit 50% der Kosten unterstützt werden.“ heisst es auf der Internetpräsentation der Müllerstraße (siehe hier).

Beim Entwurf der Einladungskarte haben Gabriele und ich uns an die Einladung Querbrüche vom letzten Jahr gehalten (siehe hier).

 

Einladung Querbrüche Obdachlos Susanne Haun und Gabriele D.R. Guenther

 

Einladung Querbrüche Obdachlos Susanne Haun und Gabriele D.R. Guenther

Einladung Querbrüche Obdachlos Susanne Haun und Gabriele D.R. Guenther

 

Programm während der Ausstellungsdauerim Café Motte:

Freitag, den 2.11.2018

19 Uhr Eröffnung im Café Motte

Einführung
in die Ausstellung durch
Meike Lander, Kunsthistorikerin

Mittwoch, den 7.11.2018

14 Uhr Suppenküche
Simit Evi
Café und Simit House
Müllerstraße 147, 13353 Berlin

19 Uhr Diskussionen mit Betroffenen
im Café Motte

Freitag, den 9.11.2018

17 Uhr Führung durch die Ausstellung
Treffpunkt:
Schiller-Bibliothek
zum Café Motte

 

Jörg sitzt seit 15 Jahren vor Karstadt – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Ausstellung, Projekt Obdachlos, Querbruch-Obdachlos, Zeichnung by Susanne Haun on 10. September 2018

 

Jörg, 48 Jahre alt, habe ich in den letzten 15 Jahren sicher oft vor Karstadt am Leopoldplatz gesehen aber nicht wahrgenommen.

Er sitzt mit s seiner Hündin Kira immer an der selben Stelle. Er schlafe bei einem Kumpel, berichtete er mir. Er mag das Leben auf der Straße, seinen Besitz hat er um sich gruppiert. Jörg liest gerade Sara von Stephen King. Das Buch hat er von einer Passantin bekommen. Während ich neben ihm auf dem Boden sitze, kommen 2 Frauen vorbei und geben Geld in seinen zerbeulten Plastiktrinkbecher. Als ich schon einige Meter weiter bin, sehe ich, dass er von einer anderen Frau etwas zu essen bekommt.

Jörg hat nichts dagegen, dass ich ihn zeichne und fotografiere. Meinen ersten Eindruck von ihm habe ich in lotusgrüner Tusche festgehalten. Ich werde ihm die Zeichnung zeigen und auch alles, was ich noch aus unerem Gespräch in Kunst umsetze.

 

Jörg - seit 15 Jahren vor Karstadt - 30 x 40 cm - Tusche auf Hahnemühle Auqarellkarton - Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild Kunst, Bonn 2018

Jörg – seit 15 Jahren vor Karstadt – 30 x 40 cm – Tusche auf Hahnemühle Auqarellkarton – Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild Kunst, Bonn 2018

 

 

Selbstbetrachtung einer Obdachlosen

Posted in Ausstellung, Projekt Obdachlos, Querbruch-Obdachlos, Zeichnung by Susanne Haun on 7. September 2018

 

Seit einigen Tagen spreche ich auf meinen Wegen durch den Wedding Obdachlose an.

So traurig es ist, bei jedem kleinsten Weg finde ich jemand, die / der mir entweder noch nicht aufgefallen ist oder wo ich vor unserem Ausstellungsprojekt „Querbrüche – Obdachlos“ noch nicht geschaut habe. Warum habe ich nicht gesehen? Ich bin Künstlerin und eigentlich ist es doch meine Arbeit, zu sehen und widerzugeben.

 

Obdachlos - Das Paradies kann warten - Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild Kunst, Bonn 2018

Obdachlos – Das Paradies kann warten – Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild Kunst, Bonn 2018

 

Ich habe mit Nina vom Eichhörnchenverlag darüber diskutiert. Empfinden wir eine Scham, das Elend näher zu betrachten? Schauen wir weg? Trauen wir uns nur die leeren Schlafplätze und den Besitz der auf der Straße lebenden zu betrachten? Das sind Fragen, die ich künstlerisch untersuche.

Eigentlich wollte ich von den Gesprächen in chronologischer Reihenfolge berichten. Aber das Gespräch heute hat mich sehr aufgewühlt. Ich habe mit einer Frau gesprochen, die an verschiedenen Ecken um den Leopoldplatz sitzt. Sie besitzt nur noch einen Zahn unten ist schätzungsweise zwischen 25 und 40 Jahre alt, etwas korpulent, sehr schmutzig und ich sehe sie oft mitten auf dem Bürgersteig schlafen. Ich vermutete, dass sie keine Scham kennt und so war das Gespräch, was ich mit ihr führte eine große Überraschung für mich.

Sie wollte mir ihren Namen nicht nennen, sie möchte nicht von mir gezeichnet werden und schon gar kein Foto von sich bei der Ausstellung sehen aber ich darf über sie schreiben.

Sie sei nicht obdachlos, erzählte sie mir. Ihre Freizeit sei stark beschränkt, sie würde Putzaufgaben haben, die Landwirdschaft machen und sei in ihrer Arbeit integriert. Sie hätte soviel Häuser, Burgen und Schlösser zu putzen. Sie wohne im Himmelsland im Sicherheitsland der Kirche. Sie wäre zufrieden und liest kirchenbezogene Schriften oder jahreszeiten bezogene Literatur. Sie findet nicht, dass sie in die Obdachlosenszene hereinpasst, sie sei in zwangsmäßiger Not in Bezug auf ihre Arbeit.

Sie meinte das ganz ernst. Ist es Verdrängung der eigenen Situation? Ist sie krank? Kann man ihr helfen? Ich bin überfordert. Als ich im gehen bin, bekommt sie ein warmes Brötchen von einer Passantin. Sie schaut das Brötchen gerührt an.

Wenn ich mit den Betroffenen spreche, dann setzte ich mich zu ihnen auf den Boden der Straße. Eine Familie kam während des Gesprächs vorbei und der Mann sagte abfällig, dass nun schon zwei Frauen da säßen. Mit der zweiten Frau meinte er mich. Ich weiss immer noch nicht, wie ich das emotional bei mir und generell in mein Denken einordnen soll.

Die Zeichnungen sind nicht im Zusammenhang mit dem Interview entstanden, sondern es sind Beobachtungen der letzten Wochen in Berlin, Wedding.

 

 

 

Termine für die Ausstellung Querbrüche – Obdachlos – Zeichnungen und Objekte von Susanne Haun und Gabriele D.R.Guenther

Posted in Ausstellung, Projekt Obdachlos, Querbruch-Obdachlos, Zeichnung by Susanne Haun on 31. August 2018

 

Obdachlos - Zwei Tüten halten besser als eine - Tusche auf Aquarellkarton - 30 x 40 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

Obdachlos – Zwei Tüten halten besser als eine – Tusche auf Aquarellkarton – 30 x 40 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Es war nicht einfach, Räumlichkeiten für unsere vom Gebietsfond 2018 geförderte Ausstellung Querbrüche – Obdachlos zu finden. Gabriele D.R. Guenther und ich gaben unser Bestes aber keiner wollte uns einen der zahlreichen leerstehenden Läden rund um die Müllerstraße für unsere Ausstellung vermieten. Wir waren und sind immer noch fassungslos deshalb. Um die Förderung nicht zurückgeben zu müssen, haben wir eine andere etwas abgespeckte Lösung gefunden. An dieser Stelle gilt unser Dank nochmals Winfried Pichieri von der Planergemeinschaft, der uns bei unserer Suche so tatkräftig unterstützt hat.

 

Förderer:

 

Ausstellungsorte und -zeiträume:

 

Café Motte

Öffnungszeiten: Mo – So 12.00 – 00.00 Uhr

Ausstellungszeitraum: 2. – 11. November 2018

Vernissage der Ausstellung: Freitag, den 2.11. ab 19 Uhr

Veranstaltung (die noch genauer geplant wird) Mittwoch, den 7.11. ab 19 Uhr

Vom Café Motte könnt ihr mehr auf der Seite des Weddingweisers „Kunst und Gemütlichkeit bei Café Motte“ (siehe hier) lesen.

 

Schiller-Bibliothek

Öffnungszeiten: Mo – Fr von 10 bis 19:30 Uhr und Samstags von 10 bis 14 Uhr

05.11. – 28.12.2018 in der Galerie im 1. OG

 

Das Thema ist nicht einfach in der Kunst darzustellen und ich habe mich entschlossen, dass gesehene um den Leopoldplatz in Zeichnungen und Interviews umzusetzen. So gehe ich sehenden Auges durch den Wedding und halte Situationen fest und die Serie „Obdachlos, das Paradies kann warten“.

Als erste Stichpunkte habe ich mir den „Besitz“ vorgenommen. Was besitzt eine Obdachlose, ein Obdachloser und wie verfahrt sie / er seinen Besitz auf?

 

 

 

 

Einladung zum 18. KunstSalon am Dienstag bei Susanne Haun – Die Wilde 13 – Gast Utz Benkel

Posted in Salon by Susanne Haun on 22. August 2018

 

Liebe Freundinnen und Freunde meines KunstSalons!

Der 18. KunstSalon am Dienstag findet am 25. September 2018 um 18 Uhr in meinen Atelierräumen in der Groninger Str. 22, 13347 Berlin statt.

Als Gast freue ich mich, Utz Benkel (siehe hier) in meinem Atelier begrüßen zu dürfen.

 

Einladung Kunstsalon Utz bei Susanne Haun

 

Mit viel Idealismus produziert Utz Benkel in seiner Funktion als Verleger seit nunmehr 7 Jahren den Portrait Wandkalender „Die Wilden 13“. Die Konkurrenz am Kalendermarkt ist groß und in der Regel greift der Konsument bei der Auswahl seines Kalenders eher zu den wohlbekannten Größen wie Picasso, Franz Marc oder David Bowie aus großen Verlagshäusern oder den selbstproduzierten Kalender mit Familienfotos.

Das Projekt der Wilden 13 entsteht im Zusammenwirken mehrerer befreundeter Künstler und Utz Benkel freut sich, dass ihn nun zum 7. Mal die verschiedensten Künstler bei der Erstellung von Kalenderblatt – Portraits begleiten haben und wieder ein solch ungewöhnlicher Kunst-Kalender entstanden ist.

Zur Diskussion können im Galerieraum eine Auswahl an original Kalenderblättern der letzten Jahre betrachtet werden.

 

 

Das Titelblatt zeigt den Hippie-Legende Janis Joplin – eine Arbeit von Roswitha Geisler. Statt eines Vorwortes – als „Bonustrack“ sozusagen – Frank Zappa, ein Gemälde der St. Petersburger Künstlerin Elena Kiseleva. Die 12 Monatsblätter enthalten Porträts von Rio Reiser (Utz Benkel), Inge Brandenburg (Utz Benkel), Aretha Franklin (Utz Benkel), Richie Havens (Ella Tsyplyakova), Bob Marley (Sigrid Meggendorfer), Igor Strawinsky (Karoline Koeppel), Amy Winehouse (Ella Tsyplyakova), Robert Plant (Led Zepplin), (Nobert Salzwedel), Pink (Yulia Protsyshyn), Mahalia Jackson (Susanna Cardelli), Leonard Cohen (Utz Benkel) und Tom Waits (Susanne Haun).

Update:
Aus aktuellem Anlass hier die Informationen zum Kauf des Kalenders.

Preis inkl. Versandkosten: 15 Euro • Bestellung bei: grafik-benkel@t-online.de
Sie können ihn bestellen per E-Mail an grafik-benkel@t-online.de, telefonisch über +49-151-64521810.
Bestellungen ab dem 5.11.2018 ausschließlich bei: info@susannehaun.de

Im Salon beleuchten wir Utz Arbeit als Verleger und wie er die Künstler*innen findet, die ihn bei seinem Kalenderprojekt mit Portraitarbeiten unterstützen. So auch Roswitha Geisler (siehe hier) aus Wermelskirchen, die ein Portrait der unvergleichlichen Janis Joplin zeichnete und Norbert Salzwedel aus Berlin, der den legendären Robert Plant, den Leadsänger der britischen Rockband Led Zeppelin, in einem Doppelportrait auf Papier bannte. Beide werden anwesend sein und die Diskussion bereichern. Utz wird auch von den Schwierigkeiten berichten den Kalender, obwohl er nur in einer limitierten kleinen Auflage aufgelegt wird, zu verkaufen. Letztes Jahr lief sogar ein kleiner Film zum Kalender als Werbung in verschiedenen Programmkinos Berlins.

 

Wir freuen uns, euch begrüßen zu dürfen.

 KunstSalon am Dienstag bei Susanne Haun

25. September 2018 um 18 Uhr

Groninger Str. 22, 13347 Berlin

info@susannehaun.de T: 030 43 00 45 72, M: 0177 232 80 70

Tram M13, M50 Osramhöfe, U6 Seestraße, Leopoldplatz, U9 Nauener Platz

 

Programm

Susanne

Grußwort

Vorstellung von Utz Benkel

Utz

Vorstellung des Kalenderprojekts

Idee, Anekdoten, weitere Kalenderprojekte des Verlags

Motivation trotz bescheidener Verkaufszahlen immer wieder einen Kalender zu produzieren

Susanne, Roswitha, Norbert, Utz und weitere Kalenderkünstler

Auswahl des darzustellenden Künstlers

Von den Schwierigkeiten, den Charakter des Künstlers in der Darstellung zu treffen

Utz

Im Kalendarium sind die Geburts- und Sterbetage von 365 außergewöhnlichen Musikern und Musikerinnen verzeichnet

Was birgt das für Schwierigkeiten für die Auswahl der „Monatskünstler“?

Susanne
Schlusswort und freie Diskussion

 

Gewalt-Frei-Kommunizieren – Bericht vom 17. Kunstsalon am Dienstag – Gast Anke Boche-Koos

Posted in Salon, Zeichnung by Susanne Haun on 8. August 2018

 

Impressionen vom KunstSalon bei Susanne Haun - Gast Anke Boche-Koos (c) Foto von M.Fanke

Impressionen vom KunstSalon bei Susanne Haun – Gast Anke Boche-Koos (c) Foto von M.Fanke

 

Jeder Salon ist anders und immer wieder spannend. Gestern waren trotz des sehr warmen Wetters wieder sehr viele Gäste gekommen – darunter wohlbekannte und auch „Ersttäter“. Die Diskussion war ausgesprochen lebhaft und von den Worten nicht ganz gewaltfrei.

Anke legte überzeugend das Konzept der gewaltfreien Kommunikation dar. Sehr eingehend haben wir uns mit den Wörtern „müssen“ und „sollten“ auseinandergesetzt. Anke schlug uns vor, uns gerade um Weihnachten zu fragen, ob wir wirklich all die Dinge, die wir uns vor Weihnachten vorgenommen haben, erledigen müssen: Fenster putzen, Plätzchen backen, Tante XYZ aus Timbuktu Nord besuchen, etc. etc. etc. …

Wichtig ist es, sich bei GFK (gewaltfreien Kommunikation) immer zu fragen, was für Gründe dein Gesprächsgegenüber hat, bestimmte Wörter zu benutzen oder bestimmte Dinge zu tun. Aber haben wir immer ein Gegenüber, mit dem wir uns auseinandersetzen können? Wie sieht es beim Kunstkritiker (der Printpresse oder im Netz der Netze) aus? Könenn wir (al Künstler) überhaupt Kontakt zu ihm aufnehmen?

Einige bezweifelten die Durchsetzbarkeit und Anke musste eingestehen, dass  das Konzept gerade auch in der Wirtschaft zur „Menschenmanipulation“ verwendet wird.

Anke führt seit neustem einen Blog, schaut doch mal vorbei 🙂 (siehe hier).

 

 

Impressionen vom Weddingmarkt – Susanne Haun

Posted in Ausstellung, Weddingmarkt by Susanne Haun on 2. Juli 2018

 

Einige von euch haben es vielleicht schon bemerkt, ich schreibe seit einiger Zeit Artikel im Kiezmagazin Weddingweiser https://weddingweiser.de/. Mein dort erschienener heutiger Artikel kündigt das Händlerfrühstück am Mittwoch an (siehe hier) und mein  nächster Artikel wird vom gestrigen Weddingmarkt handeln.

Trotzdem werde ich heute hier „zwei Worte“ zu meiner Kunst auf dem Weddingmarkt schreiben. Wenn ich für den Weddingweiser schreiben, dann wechsel ich die Perspektive, nicht meine Kunst steht im Vordergrund, sondern ich berichte global vom Event.

Der Stand neben mir war an eine Betreiberin aus Dresden vermietet, die mit ihrem Auto liegenblieb. So konnte ich den zweiten Stand auch nutzen. Das war sehr gut jedoch aufwendig von der Handhabung, ich pendelte zwischen den Ständen umher und hatte Glück, dass meine Schwägerin Gitti Nachmittags zur Hilfe kam. Natürlich unterstützte mich Micha wie immer von Morgens bis Abends. Beiden ein dickes Dankeschön dafür.

Den Rest des Tages lasse ich in Fotos vorüberziehen:

 

 

 

 

%d Bloggern gefällt das: