Susanne Haun

Die Bedeutung von Bambus und Tusche in der chinesischen Malerei – Susanne Haun

Posted in Blumen und Pflanzen, Zeichnung by Susanne Haun on 3. Oktober 2016

 
Die Künstler der chinesischen Tuschemalerei  halten es nicht für nötig, ein Blatt mit Farben zu bedecken, um die höchsten geistigen Ideale auszudrücken.

In ihrer Kunst wird der korrekte Einsatz der Tusche mit der Beherrschung des Pinselstrichs verbunden. Mit Geduld und Praxis kann diese Art der Kunst zur Vollkommenheit gebracht werden.

 

Nicht jeder Bambus gelingt, wie an den zerknüllten Papier zu sehen ist (c) Foto von Susanne Haun

Nicht jeder Bambus gelingt, wie an den zerknüllten Papier zu sehen ist (c) Foto von Susanne Haun

 

Lange habe ich nicht mehr die Beherrschung des Pinselstrichs trainiert. Als Motiv eignet sich dazu Bambus sehr gut. Ich habe das S U M I – E Papier von Hahnemühle benutzt. Es war nicht einfach, den richtigen meiner  verschiedenen chinesischen Pinsel für das Papier zu finden, aber Papier ist geduldig und ein Block mit S U M I – E besitzt 20 Blätter und so verwundert es euch sicher nicht, dass auch einige Blätter von mir zerknüllt wurden.

Meine Eltern hatten einen großen Bambus am Teich zu stehen, er blühte und ging ein. Normalerweise wächst er kräftig und ernergisch. Im Wind wirkt er nachgiebig. Die hohlen Äste erinnern daran, dass auch die klügsten Menschen noch Raum haben, um dazuzulernen. Diese chinesische Philosophie gefällt mir gut. Bei mir im Kopf gibt es sicher noch viele Hohlräume, die ich mit Wissen füllen kann.

 

 

____________________________

Quelle: Wang Jia Nan, Cai Xiaoli, Dawn Young, Die Fernöstliche Tuschemalerei, Kapitel Die Bedeutung der Tusche, München 1998, S. 26.

Back to the roots – Fische – Tuschezeichnungen von Susanne Haun

Posted in Tiere, Zeichnung by Susanne Haun on 6. August 2016

 

Ich habe die chinesische Tuschemalerei vor 30 Jahren 2 Jahre lang bei der Chinesin Ping Qiu gelernt. Diese Ausbildung ist der Grundstock meiner Ausbildung als Zeichnerin! Ping liess es die erste Zeit nicht zu, dass ich mehrere Farben benutzte, ich arbeitete einzig mit schwarzer Tusche. In meinen heutigen Arbeiten ist es noch zu erkennen, wie sehr mich ihr Unterricht prägte. Noch heute zeichne ich gerne Monochrome, jedoch nur sehr selten schwarz.

 

Wie ein Fisch im Wasser (c) Zeichnung von Susanne Haun

Wie ein Fisch im Wasser (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Durch ein Gespräch mit einer Freundin über chinesische Tuschemalerei hatte ich den Drang, mich wieder einmal mit der Technik zu beschäftigen. Ich weiss noch, jemand erzählte mir damals, dass ein chinesischer Meister sein ganzes Leben lang nur einen einzigen Pinsel benutzt. Ich habe doch mehr Pinsel benötige aber eigentlich immer nur einen, maximal drei.

Da ich Fische mag, zeichnete ich davon viele auf Sumi-e Papier von Hahnemühle. Nicht, nach dem Vorbild der alten Meister sondern nach dem, was ich im Aquarium sehe und was mir gefällt.

 

Chinesische Pinsel (c) Foto von Susanne Haun

Chinesische Pinsel (c) Foto von Susanne Haun

 

Mir gefällt die Beschreibung des Papiers auf der Hahnemühle Homepage:
„Die Sumi-e Malerei wurde im 5. Jahrhundert aus der chinesischen Kalligrafie entwickelt. Im 12. Jahrhundert brachten Zen-Mönche die Maltechnik nach Japan, wo die sumi-e-Malerei bis heute einen starken Einfluss auf den Lebensstil hat. „Sumi“ heißt übersetzt „schwarze Tusche“ und „e“ bedeutet sowohl „Weg“ als auch „Malerei“. Dabei handelt es sich um schlichte und dabei im hohen Maße ästhetische Zeichnungen, die aus kraftvollen, meist jagenden und schnell hingeworfenen Strichen bestehen.“²

Bei Ping Qiu habe ich auch meine zwei chinesischen Stempel hergestellt. Der große bedeutet phonetisch Susanne, der kleine Haun. Ich benutze sie nie auf meinen Zeichnungen, ich finde, sie gehören nicht in meinem westlichen Kontext. Ich habe das gelernte in meine Kunst integriert und eine eigene Handschrift entwickelt. Nichtsdestotrotz habe ich große Freude gehabt, einen chinesischen Fischschwarm zu zeichnen und meine Linien zu vervollkommenen. Und ich bin noch nicht fertig mit meinen Schwarm, es werden noch einige folgen.

 

 

_____________________

² http://www.hahnemuehle.com/de/traditional-fineart/maltechniken/sumi-e.html, 6.8.2016, 8:17

Blumen und der Kontrast von hell und dunkel – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Aquarell, Betrachtungen zur Kunst, Blumen und Pflanzen, Zeichnung by Susanne Haun on 9. Juli 2012

Letztes Jahr bekam ich zum Geburtstag pechschwarze Chinatusche.

Ich benutze sie in der Regel für meine 80 x 60 cm großen Tuschezeichnungen aber neulich wollte ich in meinen kleinen Blumenzeichnungen den stärksten hell/dunkel Kontrast erreichen, den es gibt und das ist für mich schwarz und weiß.

Tulpe 17 x 22 cm Tusche auf Bütten (c) Susanne Haun

Tulpe 17 x 22 cm Tusche auf Bütten (c) Susanne Haun

Vor bestimmt 20 Jahren habe ich mich mit der chinesischen Tuschemalerei beschäftigt und für ein Jahr ganz auf Farbe verzichtet und nur schwarz gezeichnet. In diesem Jahr – ich glaube es war 1994 –  habe ich sehr viel gelernt.

Zur chinesischen Malerei gehört Pinsel, Tusche, Papier und Reiber, diese vier Arbeitsmittel sind nicht passiv in China sondern sie bedeuten den Chinesen so viel wie die Malerei selber (aus „Chinesische Aquarelle der Shanghaier Malerschule“ von Josef Hejzlar) und gehören in jedes Studierzimmer. Übersetzt heißen sie pi, mo, chih, yen.

Es sei nur soviel gesagt, dass ein einziger Pinsel eines wahren Meisters ein Leben lang hält. Dadurch, dass er diesen einen Pinsel benutzt, ist sein Werk von natürlicher Formgebung und einheitlichem Ausdruck.

Das sind alles Dinge, die mich schon vor 20 Jahren beeindruckten und die mir in der Anwendung meiner Zeichnung sehr helfen und mich vorwärts bringen.

Tulpe 17 x 22 cm Tusche auf Bütten (c) Susanne Haun

Tulpe 17 x 22 cm Tusche auf Bütten (c) Susanne Haun

Meinen ersten Pinsel besitze ich noch genauso wie meinen ersten Aquarellkasten. Beides erhielt ich zum Abitur von meiner Großmutter. Mein erster Pinsel ist ein Rotmaderpinsel der Stärke 20.  Er hat immer noch eine hervorragende Spitze.

Ich gebe lieber richtig viel Geld für einen Pinsel aus als das ich mir jeden Monat neue Pinsel kaufe. Die Echthaarpinsel halten das Wasser gut im Pinselbauch und geben es sehr gleichmäßig ab. Das alles trägt natürlich auch zum gelingen der Zeichnung bei. Es ist schon wieder Jahre her, dass ich einen neuen Pinsel benötigte und wenn dann meistens, weil ich einen verschluse.

Blumen und der Kontrast von hell und dunkel – Zeichnungen von Susanne Haun

%d Bloggern gefällt das: