Blumen und Pflanzen · Zeichnung

Die Bedeutung von Bambus und Tusche in der chinesischen Malerei – Susanne Haun

 
Die Künstler der chinesischen Tuschemalerei  halten es nicht für nötig, ein Blatt mit Farben zu bedecken, um die höchsten geistigen Ideale auszudrücken.

In ihrer Kunst wird der korrekte Einsatz der Tusche mit der Beherrschung des Pinselstrichs verbunden. Mit Geduld und Praxis kann diese Art der Kunst zur Vollkommenheit gebracht werden.

 

Nicht jeder Bambus gelingt, wie an den zerknüllten Papier zu sehen ist (c) Foto von Susanne Haun
Nicht jeder Bambus gelingt, wie an den zerknüllten Papier zu sehen ist (c) Foto von Susanne Haun

 

Lange habe ich nicht mehr die Beherrschung des Pinselstrichs trainiert. Als Motiv eignet sich dazu Bambus sehr gut. Ich habe das S U M I – E Papier von Hahnemühle benutzt. Es war nicht einfach, den richtigen meiner  verschiedenen chinesischen Pinsel für das Papier zu finden, aber Papier ist geduldig und ein Block mit S U M I – E besitzt 20 Blätter und so verwundert es euch sicher nicht, dass auch einige Blätter von mir zerknüllt wurden.

Meine Eltern hatten einen großen Bambus am Teich zu stehen, er blühte und ging ein. Normalerweise wächst er kräftig und ernergisch. Im Wind wirkt er nachgiebig. Die hohlen Äste erinnern daran, dass auch die klügsten Menschen noch Raum haben, um dazuzulernen. Diese chinesische Philosophie gefällt mir gut. Bei mir im Kopf gibt es sicher noch viele Hohlräume, die ich mit Wissen füllen kann.

 

 

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Quelle: Wang Jia Nan, Cai Xiaoli, Dawn Young, Die Fernöstliche Tuschemalerei, Kapitel Die Bedeutung der Tusche, München 1998, S. 26.

8 Kommentare zu „Die Bedeutung von Bambus und Tusche in der chinesischen Malerei – Susanne Haun

  1. Ich beschäftige mich auch gerade mit Bambus, in einem anderen Zusammenhang. Faszinierend, dass er nach der Blüte eingeht, und schade. Liebe Grüße, Doreen

  2. Liebe Susanne,
    diese Deine Tuschezeichnungen faszinieren mich sehr! Du hast auch die Schatten super dargestellt!
    Und vielen Dank auch für die Information dazu, sie läßt diese spezielle Technik besser verstehen!
    Mir gefällt der Minimalismus dieser Kunst sehr!

    Dir noch einen schönen Abend

    ❤Grüße Babsi

    1. Liebe Babsi, danke, ich habe vor fast 30 Jahren die Tuschezeichnung bei Ping Qiu gelernt. Wichtig ist jedoch, immer wieder in dieser Technik Erfahrungen zu sammeln, damit der Strich sicher ist.
      Einen schönen Tag von Susanne

  3. Liebe Susanne,

    Wo bekomm ich einen japanischen Namensstempel?
    Ich hab mit sumi-e Malerei begonnen.
    Nach Video, noch ohne Lehrer.
    Wer war dein Lehrer?

    Was stempelst du auf deine Bilder?
    So viele Stempel, verschiedene…

    Danke.

    Christine Emmert
    dr. christine.emmert@ freenet. de

    1. Liebe Christine,
      Ich habe meine Namensspempel selber in Speckstein geschnitzt.
      Das ist jedoch über 30 Jahre her, meine Lehrerin dieser Zeit war Ping Qiu https://de.wikipedia.org/wiki/Ping_Qiu . Ich habe viel von ihr gelernt, auch das Schneiden von Stempeln in Speckstein. Speckstein bekommst du im Künstlerbedarf.

      Ich sende dir diese Antwort noch als Mail, ich weiss nicht, ob du sie hier in den Kommentaren liest.

      Ich wünsche dir viel Erfolg beim Stempelschneiden,

      Viele Grüße von Susanne

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