Susanne Haun

Susanne Haun Zitat am Sonntag – Terézia Mora

Posted in Foto, Zitat am Sonntag by Susanne Haun on 30. September 2018

 

Gott ließe einen die freie Wahl, welche Fragen man sich in seinem Leben widmen möchte.

Er als Wissenschaftler habe sich gerade dafür entschieden, der Frage nach der Zeit nachzugehen.

(…)

Hören wir die Zeit in Form asymmetrischer Turmuhrschläge und als hämmern der Holzkonstruktion eines neuen Dachs vergehen.

Terézia Mora

 

Das Vergehen der Zeit (c) Foto von Susanne Haun

Das Vergehen der Zeit (c) Foto von Susanne Haun

 

Es ist schon einige Zeit her, das stellte Claudia vom grauen Sofa von Terézia Mora Die Liebe unter Aliens vor (siehe hier), Birgit von SätzeundSchätze (siehe hier) schrieb in den Kommentaren, dass sie seid Alle Tage von der Autorin begeistert sei.

Also fing ich Terézia Mora im Hörbuch Alle Tage, gelesen von Eva Matthes an zu erkunden. Wie Birgit, bin ich fasziniert von dem Schreibstil und der Wortgewalt. Birgit, ich habe gar keine Buchbeschreibung von Teréza Mora auf deinem Blog gefunden?

Die Geschichte und die Art der Erzählung haben mich sehr beeindruckt. Ja, es ist nicht einfach zu lesen. Ich habe so manches Kapitel doppelt gehört, einfach weil meine Gedanken mitunter abgeglitten sind. Aber dieses doppelt hören und das letzte Kapitel machten es um so emotioneller.

Oft denken wir, es wäre besser und viel einfacher, mit wenig Intellekt geboren zu werden. Wie heißt es schon in der Bibel? „Selig sind die geistig Armen, denn Ihr ist das Himmelreich.“ Bekannt geworden ist diese Redensart in der abgekürzten Form mit den Asterix und Obelix Heften, in denen sie auch als Lebensweisheit weitergegeben wird, „Beati pauperes spiritu“, bzw. „Selig sind die geistig armen.“ (mehr siehe hier).

Ich habe bis vor gut 10 Jahren gedacht, dass diese Weisheit etwas Wahres beinhaltet. So ist es aber nicht, denn der Intellekt ist von meinem Verständnis ein hohes Gut, über das wir uns freuen sollten. Werden wir krank oder älter, kann es passieren, dass unsere Denkleistung geschädigt wird, manchmal aber bleibt das Gefühl da, wie es war, als man im Kopf noch rege war. Erst dann weiß man, was man verloren hat.

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Terézia Mora, Alle Tage, München 2004, Kapitel 5, 3:27,  Kapitel 67, 1:13, Hörbuchversion.

Authentizität und Schattenübermalung von Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Entscheidung, Konzeptkunst, Zeichnung by Susanne Haun on 22. August 2011

Bei der Hängung der Ausstellung „Querbeet“ bei Angelika Blaeser lernte ich Friederike Vahlbruch kennen; sie lieferte auch gerade ihre Bilder für die Ausstellung ein.

Schon bei Angelika entstand eine interessante Diskussion, die wir per Mail fortsetzten und setzen. Wer mehr zu Friederike wissen möchte, kann auch hier das Interview lesen.

Per Mail  stellte sie mir folgende Frage:

Was ist zum Beispiel der Unterschied zwischen einer künstlerischen Haltung und einem bloßen Markenzeichen durch immer wiederkehrende Motive? Das ist etwas, das oft von einem Künstler verlangt wird: Branding statt Nachdenken über Kunst und das Wechselspiel zwischen Ihr und der Zeit in der man lebt.

Ist das nicht ein gute Frage, die Friederike da aufwirft?

Selbst als Fragerin oder Entscheiderin - Zeichnung von Susanne Haun - 20 x 20 cm - Tusche auf Bütten

Selbst als Fragerin oder Entscheiderin - Zeichnung von Susanne Haun - 20 x 20 cm - Tusche auf Bütten

Eine Frage, mit der sich die Künstler der Jahrhundertwende noch nicht „herumschlagen“ mußten. Ist der Begriff Markenzeichen nicht schon stark von unserer Zeit geprägt?

Wie können wir Gauguin einordnen,  die meisten Betrachter sehen nur seine Südseebilder vor sich  und nicht die Bilder aus der Bretagne, die für sein Werk genauso wichtig sind. Vielleicht sogar noch wichtiger, markieren sie doch den Beginn seiner Schaffenskraft.

Vor einiger Zeit las ich von Martin Suter „Der letzte Weynfeldt“, es wurde unter anderem ein Künstler beschrieben, der seine Handschrift noch nicht gefunden hatte und suchte. Ich empfand eine ungehöre Erleichterung, dass ich nicht auf der Suche nach einer Handschrift bin sondern dass, was ich zeigen möchte frei von den Überlegungen schaffen kann, welches Material oder welche Art der Malerei ich wähle.

Hellblauer Farbkörper (Chromosom) - Zeichnung von Susanne Haun - 20 x 20 cm - Tusche auf Bütten

Hellblauer Farbkörper (Chromosom) - Zeichnung von Susanne Haun - 20 x 20 cm - Tusche auf Bütten

Die nächste Frage ist, ob ich das, was mich bewegt immer in meinen Bildern zu finden ist. Mich bewegt unter anderem, dass ein kleiner Teil der Hilfe für Griechenland den Hunger in Afrika lindern könnte, mich bewegt, dass der Unternehmer Hermann Bühlbecker (hier ein Interview mit ihm) afghanischen Jugendlichen das Bäckerhandwerk lehrt, damit sie ihrem Land helfen können.
Ich wünsche mir, dass sich alle Unternehmer sich ihrer soziale Verantwortung bewußt werden, auch ihrern eigenen Mitarbeitern gegenüber.

Ich arbeite im Moment an einem Konzept mit dem Titel „Entscheidung“, es geht um Fragen, die eine Entscheidung aufwerfen und wie die jeweiligen Antworten gefunden werden.
Und ich arbeite an großen floralen, botanischen Zeichnungen.

Hängung der ersten 12 Zeichnungen der Installation "Entscheidung" von Susanne Haun

Hängung der ersten 12 Zeichnungen der Installation "Entscheidung" von Susanne Haun

Es scheint, dass das Florale und die Entscheidung zusammenhanglos sind. Es scheint! Meine Inspiration zu meinem Konzept Entscheidung habe ich mir auch aus der Pflanzenwelt geholt. Siehe hier meinen Artikel zur Pfingsrose.

Die Entscheidung, die jeder Mensch auf eine Frage trifft, ist immer sehr persönlich und individuell

Meine Antwort auf eine Frage muss nicht deine sein!

Um diesen Sachverhalt konzeptionell darzustellen, habe ich 25 einzelne Zeichnen der Größe 20 x 20 cm erstellt, die zusammen in der Hängung ein Bild der Größe 170 x 170 cm ergeben.

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