Susanne Haun

Vom Inhalt zur Bedeutung oder eine simple Skizze – Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Konzeptkunst, Skizzen, Skizzenbuch, Zeichnung by Susanne Haun on 16. März 2012

[Anfang der Woche fuhr ich mit der U Bahn 6 zum Halleschen Tor und ging weiter zur Prinzenstraße. Berlin ist riesig.

U Bahnhof Hallesches Tor Berlin (c) Foto von Susanne Haun

U Bahnhof Hallesches Tor Berlin (c) Foto von Susanne Haun

Dort in Berlin Kreuzberg wurde mir das Buch „Gespräche mit Marcel Duchamp“ von Pierre Cabanne empfohlen.

250 Exemplare sind von diesem Buch 1971 gedruckt worden und so habe ich meinen Markierstift zur Seite gelegt und mir ein kleines Büchlein zur Hand genommen, um mir in ihm das Wichtigste einzutragen. Es ist eine Art Hochachtung vor Duchamps, seine Worte nicht in gelb oder orange hervorzuheben; wobei ihm wäre das wahrscheinlich so vollständig egal gewesen wie nur irgendetwas.

caption id=“attachment_14202″ align=“aligncenter“ width=“378″ caption=“Skizze Kreuzberg Spaziergang (c) von Susanne Haun“]Skizze Kreuzberg Spaziergang (c) von Susanne Haun[/caption]

Schon alleine von der Einleitung von Cabanne weiss ich, dass ich sie 10 mal lesen kann und mir je nach eigenem Befinden immer wieder andere Dinge auffallen werden.

Heute habe ich über Duchamps Aussage nachgedacht, sich von den Inhalten der Kunst ab- und sich der Bedeutung zuzuwenden.

Interessant fand ich auch seine Aussage

„Ich habe sehr zeitig erkannt, dass man sein Leben nicht mit zuviel Gewicht, mit zuviel Aufgaben, mit einer Frau, Kindern, einem Landhaus, einen Auto u.ä. belasten darf (…)“ Marcel Duchamps

Über das Landhaus mußte ich sehr schmunzeln! Ich finde, der Satz birgt viel Wahrheit. Ich bin eine Frau, auf mein Kind möchte ich nicht verzichten, es ist mein Urtrieb, denke ich, aber ich brauche, nachdem das Kind groß ist, nicht noch mehrere. Simone de Beauvoir und Jean Paul Satre fallen mir zu diesem Thema ein und wie sie beiden zum Ende ihres Lebens Kinder adoptierten. Ansonsten habe ich mich nie mit der Frage der Familie und des Vermögens der Künstler, die mich gerade interessieren beschäftigt. Ich hielt es für unwesentlich, für Duchamps ist es gleich auf der ersten Seite wesentlich.

Für mich resultiert daraus: „Ein Leben für die Kunst!“ und so sehe ich es auch!

Duchamps brauchte keine Skizzenbücher (eigenartiges Bedürfniss, immerfort zu zeichnen), ich mag die Skizzenbücher trotz Duchamps Aussage gerne und habe diese eigenartige Bedürfniss, immer fort zu zeichnen.


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Vom Inhalt zur Bedeutung oder eine simple Skizze – Susanne Haun

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