Susanne Haun

Unterwegs skizzieren und zuhause zeichnen und verarbeiten – Susanne Haun

Posted in Zeichnung by Susanne Haun on 26. März 2018

 

Es ist wichtig, sich vor einem Urlaub zu überlegen, wie man seine eigene Kreativität ausleben und die neuen Eindrücke verarbeiten möchte.

 

Afrikanische Krähen in der Namib Wueste - aus dem Skizzenbuch (c) Zeichnung von Susanne Haun

Afrikanische Krähen in der Namib Wueste – aus dem Skizzenbuch (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Wenn man nicht eine der zahlreichen Malreisen gebucht hat oder von Anfang an bei der eigenen Reise Malzeit (nicht Mahlzeit 😉 ) einplant, kann es zu großem Frust führen, wenn dann keine Zeit zum Malen zu finden ist. Außerdem ist es wichtig, Rücksicht auf seine Mitreisenden zu nehmen. Es kann zu Spannungen führen, wenn ein aktiver Radfahrer mit einer Zeichnerin in den Urlaub fährt 😉

Tom (siehe hier) schrieb in den Kommentaren zu einem meiner Afrikaberichten, dass er meine Zeichnungen mit Feder und Tusche aus dem Fass als viel eindrücklicher empfindet als meine glatten Zeichnungen mit dem Artpen aus dem Skizzenbuch. Ich habe Toms Kommentar als Anlass genommen, über das Zeichnen im Urlaub nachzudenken. Danke, Tom!

Ich trenne beide Techniken des Zeichnens.

Wenn ich nicht direkt auf Malreise gehe, dann ist für mich der Artpen eine saubere und schnelle Lösung zum Zeichnen in der Natur. Eine Zeichnung in meinen Skizzenbuch dauert mitunter nur eine Minute, ich möchte schnell meine Eindrücke festhalten, dabei will ich so wenig wie möglich aber so viele wie nötig Linien in meinem Skizzenbuch zu verwenden. Mitunter finde ich die Zeichnungen im Skizzenbuch eindrucksvoller und bewegter als meine von der Reise inspirierten Zeichnungen zuhause.

 

 

In Afrika hatte ich jedoch selbst für meine schnellen Zeichnungen kaum Zeit. Es stürmten soviel Eindrücke auf mich ein, dass ich fast immer im Entscheidungszwang war: sollte ich zeichnen, fotografieren, einfach nur schauen, meine Eindrücke mit unserer bunten Mischung an Mitreisenden*innen teilen …

Manchmal war mir der Fotoapparat zu schwer und ich ließ ihn im Truck. Kaum sahen wir einen Seeadler, vermisste ich den Fotoapparat, mein Skizzenbuch hatte ich überall dabei, aber der Seeadler war nur von den Umrissen her zu erkennen. Mit dem Teleobjektiv hätte ich ihn ganz nahe heranholen können….

Auf dieser Reise wäre ich mit Tuschefass und Feder überfordert gewesen. Meistens nehme ich diese Utensilien nur bei Reisen mit festen Quartier mit.

 

Afrikanische Krähen in der Namib Wueste - 26 x 18 cm - Tusche auf Hahnemühle Aquarellkarton (c) Zeichnung von Susanne Haun

Afrikanische Krähen in der Namib Wueste – 26 x 18 cm – Tusche auf Hahnemühle Aquarellkarton (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Im nächsten Urlaub werde ich auf jeden Fall ein Fernglas mitnehmen, die sind heute gar nicht mehr so groß!

Nun bin ich nach vier Wochen Afrika wieder in Berlin. Leider hat in den vier Wochen Urlaub keiner meine organisatorische Arbeit als Künstlerin erledigt. Ihr kennt das vielleicht, Selbstständige arbeiten selbst und ständig. Ich bin immer noch am nacharbeiten. Das ärgert mich und macht mich unzufrieden, wollte ich doch eigentlich nach dem Urlaub sofort in großen Zeichnungen meine noch frischen Eindrücke verarbeiten. Im Geiste ordne ich meine Aktivitäten neu und überlege, wo ich Zeit sparen kann.

 

 

 

Plein Air Festival Kühlungsborn an der Ostsee – Workshop mit Susanne Haun in der Natur mit Tusche Feder und Pinsel zeichnen

Posted in Landschaft, Plein Air Kühlungsborn, Tiere, Workshop, Zeichnung by Susanne Haun on 23. November 2016

 

Vom 7. – 14. Mai 2017  findet zum ersten mal das Plein Air Festival Kühlungsborn statt.

Innerhalb dieses Festivals gibt es eine große Anzahl von Veranstaltungen, darunter auch drei Evwnts, die von mir geleitet werden.

Ich werde in nächster Zeit öfter von den Vorbereitungen und Events des Plein Air Festivals berichten.

Heute beginne ich mit der Vorstellung meines Workshops In der Natur mit Tusche Feder und Pinsel zeichnen vom 9. – 10. Mai 2017 innerhalb des Festivals.

Fische 17 x 22 cm Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

Fische 17 x 22 cm Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

Was erwartet dich beim Workshop In der Natur mit Tusche Feder und Pinsel zeichnen?

Zum Zeichnen braucht es nicht mehr als ein weißes Blatt, eine Feder und ein Tuschefass. Für die ersten Arbeiten draußen in der Natur genügt uns zum Skizzieren sogar einzig ein Schreibfüller und ein Notizheft. Mit bunten Patronen können wir den Füller mit jeglicher Farbe ausstatten, die wir mögen. Die Natur um Kühlungsborn an der Ostsee steckt voller Motive und wir können ein sagenumwobenes Paradies kreieren.

Wir halten das große Ganze der Ostsee genauso fest wie die kleinen Fundstücke am Strand und lernen, die Gegenstände zu sehen und sie auf dem Papier in Szene zu setzen. Wir werden uns mit der Komposition eines Bildes beschäftigen und lernen, aus dem Reichtum der Motive, die uns Plein Air umgeben, das für uns passende Motiv für eine Zeichnung zu finden. Dabei lernen wir die Eigenschaften der verschiedenen Tuschen, Federn und Büttenaquarellpapiere kennen und setzen die der Umgebung mit Hilfe der vorweg entstandenen Skizzen in Tuschezeichnungen um. Wir sprechen über Grundlegendes der Zeichnung, die Abgrenzung der Zeichnung zum Gemälde und wie ihr euren eigenen Weg zum individuellen Ausdruck finden. Der Kurs eignet sich für Anfänger und Fortgeschrittene.

Ostsee 2010 22 x 34 cm verkauft (c) Zeichnung von Susanne Haun

Ostsee 2010 22 x 34 cm  (verkauft) (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Ein Gefühl von Ehrfurcht – chinesische Berge – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Landschaft, Zeichnung by Susanne Haun on 15. Oktober 2016

Den Chinesen wird von klein auf Ehrfurcht vor den Vorfahren beigebracht. So ist es selbst bei anerkannten Künstlern normal, dass sie berühmte Bilder kopieren und das sie glauben, viel von ihren Vorfahren lernen zu müssen. Sie erweisen ihren Meistern damit ihre Hochachtung.

In unserer westlichen Kultur ist das anders. In meinen Workshops halte ich meine Schülerinnen ebenfalls dazu an, alte Meister zu kopieren. Jedoch sage ich auch immer dazu, dass diese Kopien in die Schreibtischschublade verschwinden sollten. Sie dürfen nicht ausgestellt oder gar mit dem eigenen Namen signiert werden. Um Farben zu lernen habe ich viel von Klee kopiert. Um zeichnen zu lernen habe ich Dürer, Michelangelo und Schiele und viele chinesische Meister kopiert. Als meine Schubladen voll waren, habe ich die meisten dieser Kopien weggeschmissen. Nur einige Kopien liegen noch in einer Schublade und da mein Platz immer begrenzter wird, werde ich mich bald von ihnen trennen.

Mit den heutigen Landschaften habe ich mich frei gemalt. Ich habe den Pinsel gleiten lassen und auf starke Kontraste gesetzt. Dabei habe ich auf meine langjährige Erfahrung gesetzt.

 


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Quelle: Wang Jia Nan, Cai Xiaoli, Dawn Young, Die Fernöstliche Tuschemalerei, Kapitel Die Bedeutung der Tusche, München 1998, S. 104 – 105.

Berge zeichnen im Stil der chinesischen Tuschemalerei – Susanne Haun

Posted in Landschaft, Zeichnung by Susanne Haun on 14. Oktober 2016

 

Das chinesische Zeichen für Landschaft – shanshui – bedeutet wörtlich „Berg/Wasser“.

 

Chinesische Berge - 24 x 32 cm sumi - e Papier (c) Zeichnung von Susanne Haun

Chinesische Berge – 24 x 32 cm sumi – e Papier (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Die chinesische Landschaftsmalerei besteht auch im wesentlichen aus den Elementen Berg und Wasser, als Schmuck werden die Bäume hinzugefügt. Es geht in der chinesischen Malerei nicht primär um die Darstellung der Natur sondern die Beziehung zwischen Mensch und Natur zeigen.

Chinesische Studenten skizzieren in der Natur und fügen im Atelier die Elemente zusammen, die dem Werk größtmöglichen Nachdruck verleihen. Genau das gefällt mir an der chinesischen Tuschemalerei und ich habe es nicht nur in dieser Art der Malerei praktiziert sondern auch in meine Zeichnungen übernommen.

Bei der Arbeit habe ich festgestellt, dass die gezeichneten Alpen nicht richtig aussehen. Zur chinesischen Tuschemalerei gehören auch chinesische Berge. Die Alpen zeichne ich doch lieber in meiner Art zu zeichnen. Auch der große Stempel passt nicht zu den Bergen, das Format 24 x 32 cm ist dafür einfach zu klein.

 

 

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Quelle: Wang Jia Nan, Cai Xiaoli, Dawn Young, Die Fernöstliche Tuschemalerei, Kapitel Die Bedeutung der Tusche, München 1998, S. 104.

Susanne Haun Zitat am Sonntag – Folge 130 – Erich Loest

Posted in Zeichnung, Zitat am Sonntag by Susanne Haun on 14. Februar 2016

„Da konnte dieser gestandene Schriftsteller nicht vergessen, wie dieses Gefühl der Macht ihn verändert hatte, wie er am eigenen Leib erfahren hatte, wie sich Menschen, die keine Macht besassen und keine wollten sich mit einem Schlag änderten, wenn ihnen Macht in den Schoss fiel und wäre sie noch so gering.“²
Erich Loest in „Die Flakhelfer“  von Malte Herwig

Es beeindruckt mich sehr, wie mit dem Sterben der Generation der Teilnehmer des 2. Weltkriegs die Geschichte anders, vielleicht sogar ein wenig neu,  geschrieben wird.

Es macht Spaß mit den Aquarellfarben die Eigenheiten des Gesichtes herauszuarbeiten - Zeichnung von Susanne Haun

Der Schrei – Zeichnung von Susanne Haun

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²Loest, Erich, IN: Herwig, Malte, Die Flakhelfer, Stuttgart 2013.
Da ich das Hörbuch dazu höre, kann ich die konkrete Seite nicht angeben.

Susanne Haun Zitat am Sonntag – Folge 129 – Max Frisch

Posted in Berlin, Foto, Zitat am Sonntag by Susanne Haun on 7. Februar 2016

„Es liegt nur an den anderen, sie sind nicht hier wo ich bin und andere sind da, denen ich jetzt näher stehe.“
Max Frisch Aus dem Berliner Journal²

Bernauer Straße - die durchlässige Mauer (c) Foto von Susanne Haun

Bernauer Straße – die durchlässige Mauer (c) Foto von Susanne Haun

Dieses Buch ist für mich ein Stück Geschichte.  Es wird beim hören in mir die Stimmung des alten West-Berlins aufgebaut, das ich aus meiner Jugend kenne, 1973 war ich 8 Jahre alt. Wie es damals war, in West-Berlin zu leben, das kann ich nicht einmal mehr meinen Sohn begreiflich machen. „Das geht doch gar nicht. Eine Stadt, ein ganzes Land einzuzäunen.“. Und doch – es ging und wir lebten in West-Berlin in einer Oase gemessen an dem heutigen Berlin in der Provinz. Und es war nicht einfach, Freundschaften außerhalb Berlins aufzubauen. Eine Fahrt nach Westdeutschland war immer mit großem Aufwand und langem Warten an den Grenzen verbunden. Die Einreise in die DDR nach Ost-Berlin erzeugte aufgrund der politischen Situation großes Unbehagen.

Gestern machten wir einen Spaziergang am Mauermuseum – es ist für uns immer noch unbegreiflich das dort, wo wir in unserer Kindheit und Jugend selbstverständlich an der Grenze wandelten und zur Schule gingen nun ein Museum steht, das die Bewohner der gesamten Welt anzieht. Oft habe ich bei meiner Freundin, Bernauer Ecke Hussitenstraße geschlafen. Wir sind den Schulweg von dort abgelaufen. Die Veränderungen sind dort für mich am gewaltigsten.

 

 

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² Frisch, Max. Aus dem Berliner Journal, Berlin 2014, Hörbuch 1:20.

Susanne Haun Zitat am Sonntag – Folge 128 – Leo Tolstoi

Posted in Zeichnung, Zitat am Sonntag by Susanne Haun on 31. Januar 2016

„Lieber probieren und schlecht machen, als gar nichts tun.“
Leo Tolstoi in seinen Tagebüchern, 1851

Blatt 39 Nichts weiter, um das Hirn zu matern (c) Zeichnung von Susanne Haun

Nichts weiter, um das Hirn zu martern (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

 

 

Susanne Haun Zitat am Sonntag – Folge 127 – Henry Ford

Posted in Zeichnung, Zitat am Sonntag by Susanne Haun on 24. Januar 2016

 

„Wer aufhört zu werben, um Geld zu sparen, kann ebenso seine Uhr anhalten, um Zeit zu sparen.“
Henry Ford²

 

Umgang mit Zeit - 20 x 15 cm - Rapidograph und Buntstift auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

Umgang mit Zeit – 20 x 15 cm – Rapidograph und Buntstift auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Durch meinen „Aldi“ – Zitatekalender und einem Architekturseminar bin ich zu Henry Ford gelangt. Ein außergewöhnlicher Unternehmer. So habe ich auch Henry-Ford-Internetseite (siehe hier) gefunden. Es ist interessant, auf der Seite zu stöbern.

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² http://www.henry-ford.net/deutsch/zitate.html, 20.1.2016, 8:00 Uhr

Susanne Haun Zitat am Sonntag – Folge 126 – Johann Wolfgang von Goethe

Posted in Zeichnung, Zitat am Sonntag by Susanne Haun on 17. Januar 2016

„Man wird nie betrogen, man betrügt sich selbst.“

Johann Wolfgang von Goethe

 

Im Dezember gab es bei Aldi einen Zitate-Tageskalender preiswert zu kaufen. Ich dachte „Prima!“ und kaufte ihn. Die Zitate gefallen mir gut, jedoch ist kein Quellennachweis vorhanden. Ich frage mich, ob Zitate gedruckt werden dürfen, ohne dass neben dem Namen des Zitierten auch das Werk, aus dem zitiert wird, genannt werden muß?

 

Goethe nach Tischbein (c) Zeichnung von Susanne Haun

Goethe nach Tischbein (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Goethe nach Kaufmann (c) Zeichnung von Susanne Haun

Goethe nach Kaufmann (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Susanne Haun Zitat am Sonntag – Folge 125 – Franco Clivio

Posted in Zeichnung, Zitat am Sonntag by Susanne Haun on 10. Januar 2016

 

“Das Einfache ist nicht einfach.”
Franco Clivio

 

Die Skizzen sind nicht einfach zu fotografieren - Foto und Skizze von Susanne Haun

Einfach – Foto und Skizze von Susanne Haun

 

Seit einiger Zeit verfolge ich den Blog craft2eu von Schnuppe von Gewinner (siehe hier). Auf ihrem Blog findet sich auch die Intention, die sie antreibt:

„Seit März 2005 schreibt sie den craft2euBlog (URL bis November 2014: http://craft2eu.blog.de/ ) über europäische Handwerks- und Designkultur. Hier berichtet sie über Ausstellungen, Wettbewerbe, Aktivitäten, Reisen, Studiobesuche, Handwerksdesign – Designhandwerk und seine Protagonisten. Der Blog ist inzwischen zu einer inspirierenden Fundgrube und überraschenden Plattform kreativer Ideen angewachsen, die dem Trend immer den entscheidenden Schritt voraus sind.“

Gutes Design ist für mich einfach und doch sehr funktional.

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