Susanne Haun

Projekt ohne Namen – Es ist neckisch – Die zeichnerische Aneignung der Aneignung von Susanne Haun

Posted in Kunstgeschichte, Projekt ohne Namen, Zeichnung, Zeitgenössische Kunst by Susanne Haun on 11. September 2019

 

Julian Schnabel eignete sich 1989 ein gefundenes Ölgemälde 51 x 38,5 Inches (1,40 x 1 Meter) an.

Der Künstler bearbeitete es mit Ölfarbe und Marker und eignete sich damit das Kunstwerk an, machte es zu einem Teil seinesŒuvres.

«Appropriation Art» wird diese Art der Zeitgenössischen Kunst genannt.

Schnabel ist kein Kopist, er setzt mit seiner Arbeit bewusst einen Stachel in das Konzept der Autorschaft. Wenn ihr diesem Link folgt (Klick) könnt ihr euch von Andreas Beyer von der Universität Basel als Audiodatei anhören, was unter Aneignung in der Kunst zu verstehen ist.

In diesem Artikel der NY Times (Klick) könnt ihr ein Foto von Schnabels angeeigneten Ölgemälden sehen. Ich vermute, dass die meisten von euch Schnabel bisher eher als Filmregisseur wahrgenommen haben. Vielleicht hat der eine oder andere schon den neusten Film Schnabels über van Gogh gesehen? Wilhem Dafoe spielt den schon so oft dargestellten Künstler, der durch seine Naturdarstellungen und vor allem durch sein abgeschnittenes Ohr einen herausragenden Platz in der Kunstgeschichte einnimmt.

Seit ca. zwei Jahren arbeiten Jürgen und ich am Projekt ohne Namen. Wir werfen uns angefangene Sätze in unseren Blöggen zu, die der andere – natürlich künstlerisch – beantwortet. In diesen Sätzen werden die jeweiligen aktuellen Themen der beiden verarbeitet. So kommt es, dass ich mit meinen Markerstiften und Acryl mir den Schnabel angeeignet habe. Natürlich nicht sein Original. Bei irgendeinem Flohmarktbesuch kaufte ich mir fasziniert den Katalog JULIAN SCHNABEL – Fox Farm Paintings, December 1, 1989, – Januarx 6, 1990, The Pace Gallery, 32 East 57th Streer, New York 10022.  Der Katalog ist 30,5 x 22,8 cm groß.

 

Ist das nicht neckisch, 30,5 x 22,7 cm, Marker auf Katalog, Aneignung, Zeichung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Ist das nicht neckisch, 30,5 x 22,7 cm, Marker auf Katalog, Aneignung, Zeichung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2019

 

Ich vervollständigte Jürgens Satzanfang

#31

J:  „Dieses Ding frisst kein Brot, aber ….“
S: „… es ist neckisch, es sich anzueignen.“

 

Mein neuer Satzanfang für Jürgen lautet:

#32

S: „Kaffee! Noch mehr Kaffee!!! Kaffee ist das …“

 

________________

Hier könnt ihr in unseren bisherigen Satzanfängen und -enden stöbern. Schon seit November 2016, vielleicht mit kurzen Unterbrechungen, führen Jürgen und ich diesen Dialog.

#30 (siehe hier)

S: „Der Stein ist ein Dada der Gertrude …“
J:  „… und damit ist alles beisammen, was die Welt der rose is a rose is a rose is a rose zusammenhält.“

#29 (siehe hier)

S: „Der Kalender neben meinem iMac zeigt Freitag, nicht den 13., und ich habe Hunger, was mich dazu veranlasst …“
J: „… eine der Druckplatten abzulecken –  nämlich die mit dem Hummermotiv.“

#28 (siehe hier)

J: Wir baten Oma sehr oft, wirklich sehr oft,  ihre zweiten Zähne in den Mund zu nehmen  …
S: … und waren jedesmal überrascht, dass sie ihre eigenen Zähne zeigen konnte. Wem gehörten also die zweiten Zähne?

#27 (siehe hier)

S: Simple und einfach ist nichts auf dieser Welt, weil …
J: …immer irgendwas in der Landschaft herumsteht und stört.

#26 (siehe hier)

J: Mir gefällt, dass …
S: … immer wieder Zeichnen von Linien!

#25 (siehe hier)

S: Natura naturata und natura naturans“ sind zwei ästhetische Begriffe, die …
J: … die mir etwas von der Trias „Gott, Natur und Mensch“ erzählt haben, die aber beim intuitiven Bogenschießen keine Rolle spielen.

#24 (siehe hier)

J: Die Weltenseele ist mir noch nicht begegnet, …
S: … während sie Susanne in dem kleinsten Blatt, selbst im Ion entdeckt.

#23 (siehe hier bei Jürgen und hier bei Susanne)

S: Inhaltsverzeichnisse sind Wissensquellen, die ….
J: …die das Rhizom fressen wird!“

#22 (siehe hier)

J: Und während ich hier in meinem kleinen Atelier sitze…
S: … schaue ich aus meinem Atelierfenster und imaginiere die Erhabenheit der Berge.

#21 (siehe hier)

S: Ein neuer Anfang bedeutet …
J: … Reset, und die alten Einstellungen werden in der Maschine gespeichert

#20 (siehe hier)

J: Der Himmel wartet, doch die Erde verlangt …
S: Liebe, Respekt und Verantwortung.

#19 (siehe hier)

S: „Durst wird nicht immer durch Wasser gelöscht, sondern …“
J: “ … auch mit Erdöl!“

#18 (siehe hier)

J: „Wenn ich mit dem Finger schnipse, …“
S:  „… passiert nichts weiter außer ein Schnipsen.“

#17 (siehe hier)
S: „Eine Linie biegt sich nach links nach rechts, um dann…“
J: „… an den Rändern des Blattes zu verschwinden.“

#16 (siehe hier)

J:  „Mein Engelchen, ich sage Dir …“
S:  „… nichts ist perfekt aber alles ist möglich!“

#15 (siehe hier)
S: „Wörter sind immer …“
J: „… gut oder böse.“

#15.1 (siehe hier)
J: „Worte, die den Raum fülleun und als ewiges Licht bleiben.“

#14 (siehe hier)
J: „Ich konnte zuerst den Weg nicht finden, …“
S: „… aber dann sah ich es: Am Ende des Weges war alles voller Bücher, Papier und Tinte.“

#13 (siehe hier)
S: „Wie Schneeflocken werden die Pappelsamen durch die Luft getragen und …“
J:  „… sind wie Worte, die die Erde lockern werden.“ (aus Enzensberger, Windgriff, 1964)

#12 (siehe hier)
J: „Ich schaue mich im Spiegel an und denke: …“
S: „… Nichts!“

#11 (siehe hier)
S: Die Ferne lockt mit fremden Geruechen, Farben und Tönen …
J:  …, doch mein Herz schlägt nur für dich.

#10 (siehe hier)
J: „Ich war jung und töricht, naiv und unbedarft …“
S: „… und dabei sehr fröhlich und sorglos.“

#9 (siehe hier)
S: Der Mensch blickt zurück in sich selbst und findet in der Zukunft …..
J: … den „loving cup“.

#8 (siehe hier)
J: „Der, der alleine ins Wasser geht, das ist „der Alleineinswassergeher“ und die, die zu mehreren gehen …“
S: „…werden sich selbst vergessen, fröhlich sein und planschen.“

#7 (siehe hier)
S: „Kalte Hände sind ein kritisches….“
J: „… Phänomen, denn wie sagte Christoph Ernst Freiherr von Houwald, so ungefähr: „Nimm noch einmal in Deine kalten Hände des warmen Herzens Signatur. Und ist Dein Herzensspiel noch nicht zu Ende, und kommt ein neuer Akt: so klingle nur.“ ( frei übertragen aus: Christoph Ernst Freiherr von Houwald, die Freistatt, vierte Szene, Leipzig 1820)

#6 (siehe hier)
J: „Wenn sie losgelassen werden und durch die offenen Tore fegen …“
S: „… können nicht die größten Drollerien sie aufhalten.“

#5 (siehe hier)
S: „Das perfekte Ding ist …“
J: „… das momentane Ding“

#4 (siehe hier)
J: „Ich höre die schweren Maschinen in der Ferne und ahne …“
S: „… dass sie an ihrer Last zerbrechen.“

#3 (siehe hier)
S: „Es ist schwer vorstellbar, dass der hoch in den Himmel aufragende Turm …!“
J: „… tatsächlich ein Raumschiff darstellt.“

#2 (siehe hier):
J: „Heute ist heute, morgen wird übermorgen und  …“
S: „… gestern ist nicht gewesen sondern wird Erinnerung.“

#1 Projektauftakt (siehe hier):
S: „In der Nacht verschwimmen die Gegenstände zu schwarzen verwischten Flächen, deshalb ……“.
J:  „… versucht der Abfalleimer ein verzweifeltes Glühen“.

Geschafft! – Susanne Haun

Posted in Kunstgeschichte, Portraitmalerei, Selbstbildnisse, Zeichnung by Susanne Haun on 19. Juni 2019

 

 

Entstehung Susanne Haun Halbprofil in braun - blau, 30 x 40 cm, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild Kunst, Bonn 2019Entstehung Susanne Haun Halbprofil in braun – blau, 30 x 40 cm, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild Kunst, Bonn 2019

 

Vorgestern bestritt ich an der FU am Institut für Kunstgeschichte mein Fachgespräch.

Wer regelmäßig in meinen Blog schaut und liest, weiß, wie aufgeregt ich vor dem Gespräch war. Um so glücklicher bin ich, heute schreiben zu können, dass ich mit 1,0 bestanden habe.

Yippieeeh!

Nun warte ich nur noch auf die Note inklusive der Gutachten für meine Masterarbeit. Ich hoffe sehr, dass ich sie noch in diesem Semester erhalte, habe mich aber auf jeden Fall an der Uni zurückgemeldet. Rückmeldung bedeutet, sich für das nächste Semester zu immatrikulieren und die Gebühren zu bezahlen.

Nun liegt das Exposé und die Immatrikulation zur Promotion vor mir. Ich gehe mich jedoch erst im Promotionsbüro immatrikulieren, wenn ich meine Master – Urkunde erhalten habe. Ich denke, das spart eine Menge Arbeit.

Meine Freundin hat sich schon zur Immatrikulation zur Promotion vormerken lassen und soll nun bis zum 30. Juni ihre Master – Urkunde abliefern, damit die Promotion nicht wegen fehlender Unterlagen abgelehnt wird. Sie hat aber ebenso wie ich, noch nicht ihre Zensur und ihre Gutachten. Tja — viele Studentinnen und Studenten wollen und studieren in Berlin und die Anzahl der Professorinnen und Professoren ist begrenzt.

Also wende ich mich meiner Porträt Ausstellung, die am 14. Juli 2019 eröffnet wird, zu (siehe hier).

Ganz meinem Fachgespräch entsprechend habe ich mich für einen schönen alten Rahmen vom Flohmarkt selbst im Profil gezeichnet. Aber ich bin noch nicht zufrieden, weshalb ich hier nur einen Ausschnitt in der Bearbeitung zeige.

 

Selbstbildnisstagebuch 21.5. – 12.6.2019 – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Kunstgeschichte, Kunsttheorie, Portraitmalerei, Selbstbildniss Tagebuch 2019, Zeichnung by Susanne Haun on 13. Juni 2019

 

Wie gut passt mein Portrait Tageskalender zu meinem Fachgespräch Thema.

Während ich in den Gesichertern der Renaissance zu lesen versuche, mir Gedanken über Ähnlichkeit und Formalismus mache,  während ich die Konventionen der Florentiner des 15. Jahrhunderts zu verstehen versuche, entstanden die Tageskalenderbilder.

Weil ich so ausgeruht war, verwendete ich auch einige der Sonderseiten des Kalenders.

 

 

Alltag 8 – Susanne Haun

Posted in Atelier, Kunstgeschichte, Portraitmalerei by Susanne Haun on 10. Juni 2019

 

Es ist schon etwas länger her, dass Ulli von ihrem Alltag im Monat Mai berichtete (siehe hier).

 

Die Künstlerin Susanne Haun in Ihrem Atelier (c) Foto von M.Fanke

Die Künstlerin Susanne Haun in Ihrem Atelier (c) Foto von M.Fanke

 

Während Ulli auf Ihrem Blog berichtet, dass ihr Mai von Tod und Vergänglichkeit geprägt war, habe ich mich auf meine letzte Prüfung für meinen Master vorbereitet: Das Fachgespräch.

Das Fachgespräch dauert ungefähr eine Stunde und ich diskutiere neben meiner Masterarbeit mit meiner Professorin auch zu einem anderen Thema, in meinem Fall das florentinische weibliche Profilbild im Quatrocento. Ich bin aufgeregt und lese mich nun schon einige Zeit in das Thema des Profilbilds ein.

Da ich meine Masterarbeit schon am 10. Januar abgeben habe, ist es auf jeden Fall sinnvoll, auch diese nochmals zu lesen, um das Thema und die Gedanken wieder nach vorne zu holen.

 


 

Hier die Linkliste aller anderen Blog-Teilnehmenden – Alltag 7, die mit Ulli über das Thema Alltag reden:

https://laparoleaetedonneealhomme.wordpress.com/2019/05/03/alltag-7-die-fleischfressende-mag-keinen-kalk/

https://annalenaslesestuebchen.wordpress.com/2019/05/03/alltag-das-immerwiederkehrende-6-2/

https://pawlo.wordpress.com/2019/05/04/alltag-7-viel-in-bewegung/

https://fruchtigherb.wordpress.com/2019/05/04/alltag-im-mai-2019/

Das Immerwiederkehrende

http://wortbehagen.de/index.php/gedichte/2019/mai/zu_ullis_projekt_alltag_7

https://arnovonrosen.wordpress.com/2019/05/05/alltag-april-2019/

https://geschichtenundmeer.wordpress.com/2019/05/05/ein-samstag-im-mai/

https://erntetank.wordpress.com/2019/05/06/alltag-00007/

Alltag VII – mein Alltag, sein Alltag, unser Alltag

https://alpinerot.wordpress.com/2019/05/07/das-phaenomen-ein-sachtext-fuer-ullis-projekt-alltag/

https://susannehaun.com/2019/05/07/alltag-7-radierworkshop-im-atelier-dozentin-susanne-haun/

https://agnesblogsite.wordpress.com/2019/05/08/aquarell-und-zeichnung-spot-auf-ein-alltagsgemuese/

https://versspruenge.wordpress.com/2019/05/09/ueber-all-tag/

https://schreibenwaermt.wordpress.com/2019/05/10/lenz-in-der-u-bahn/

Was bisher geschah – Beitrag 1-7

https://cafeweltenall.wordpress.com/2018/11/03/alltag-1/

https://cafeweltenall.wordpress.com/2018/12/01/alltag-2/

https://cafeweltenall.wordpress.com/2019/01/05/alltag-3/

https://cafeweltenall.wordpress.com/2019/02/01/alltag-4/

https://cafeweltenall.wordpress.com/2019/03/01/alltag-5/

https://cafeweltenall.wordpress.com/2019/04/05/alltag-6/

https://cafeweltenall.wordpress.com/2019/05/03/alltag-7/

 

Impressionen vom 20. KunstSalon bei Susanne Haun – Gast Marie vom atelier nuno

Posted in Holzschnitt, Kunstgeschichte, Salon by Susanne Haun on 15. Mai 2019

 

 

Kunstsalon im Atelier Susanne Haun - Gast Marie Schmunkamp vom Atelier Nuno (c) VG Bild Kunst, Bonn 2019

Kunstsalon im Atelier Susanne Haun – Gast Marie Schmunkamp vom Atelier Nuno (c) VG Bild Kunst, Bonn 2019

 

Gestern fand mein 20. KunstSalon mit dem Thema Niedlich vs. Traditionell (siehe hier) statt, ein Jubiläum, dass bei Maries wirklich gelungener Präsentation japanischer Stoffe und Kimonos völlig untergegangen ist.

Beim Hängen haben wir festgestellt, dass die Stoffe und die Holz- bzw. Linolschnitte nicht zusammen in einem Raum passen. So hat Marie den Galerieraum und ich den Flur und mein Atelier gestaltet.

Marie erläuterte uns die Unterschiede verschiedenster Kimonoarten während ich grob die Historie des Japanischen Holzschnittes erläuterte. Da ich meine Stichworte in Word geschrieben habe, werde ich sie diesem Beitrag nach den fotografischen Impressionen anhängen und wer von euch Lust hat, der kann gerne mit den Augen scannen oder gar lesen. 😉

 

 

Impressionen vom Kunstsalon im Atelier Susanne Haun - Gast Marie vom Atelier Nuno (c) VG Bild Kunst, Bonn 2019

Impressionen vom Kunstsalon im Atelier Susanne Haun – Gast Marie vom Atelier Nuno (c) VG Bild Kunst, Bonn 2019

Meinen Kimono, den ich auf den Fotos trage, habe ich gleich das erste Mal als ich ihren kleinen Laden bei mir um die Ecke entdeckte, gekauft. Ich fühle mich wohl in dieser europäischen Adaption des Kimonos. Über Marie habe ich dem Artikel Verliebt in ein Kimonokleid beim Weddinweiser geschrieben, den ihr hier (KLICK) lesen könnte.

Das obige Foto von Marie und mir geht aus einer Fotoserie hervor. Marie und ich haben es einfach nicht geschafft, bei gleichzeitig die Augen auf zu haben. Und das, obwohl wir uns so bemüht haben 🙂

 

 

Notizen zu meinem Vortrag zur Historie der japanischen Holzschnittkunst:

 

Ukiyo-e

Ersten im 17. Jhd.
Japan / Edo heute Tokyo
Motiv: Leben der damaligen Zeit
Deshalb „Bilder der fliessenden Welt“
(Ansichten berühmter Orte, Bilder zur Geschichte, Blumen, Tiere, Jahres- Tageszeiten, erotische Bilder, Kurtisanen und Geshas, Schauspieler)

Kunsthandwerker nach gemalten Vorlagen (Dürer / Beschrifttung Andreas Neudörffer, Ehrenpforte: Werkstatt-Mitarbeiter Hans Springinklee und Wolf Traut

Preiswert – größere Stückzahl (Beispiel Cranach und Portrait Luther)

Hishikawa Moronobu ? – 1694 wird als Begründer der Ukiyo-e bezeichnet.
Wurzeln in Stickerei Familie

Masanobu (1686 – 1764)
Experimentierte mit Farben und führte das Lackbild Urushi-e ein
Auf blauschwarzter Farbe wird Knochenleim aufgestrichen und Kupferstaub raufgestreut, damit das Bild wie Gold glänzt
Experimentierte mit Hartem Papier und einzelne Gestalten als Pfostenbilder (Hashira-e) aufhängen zu können. -> spezielle Gattung, indem er drei Bilder im Hosoban-Format aneinanderreihte.

Neue Technik Benizuri-e
Zwei Farbendruck – erst Schwarz und dann rot mit derselben Platte
von Torii Kiyoshige

Isoda Korusai um 1770
100 Bilder von Kurtisanen nach der neusten Mode (mehrerer Platten?)
Erstmals 100 Abzüge pro Platte

Ippitsusai Buncho 1764 – 1790
Verwendete mehrere Druckplatten für unterschiedliche Farben, um Portraits noch realistischer darstellen zu können.

Katsushika Hokusai
1760 – 1849
Größter japanischer Holzschnitzmeister
Bereits mit 6 Jahren begann er zu malen
Lehre als Graveur und Druckstockschnitzer
Im Alter von 18 ging er zu Ukiyo-e Meister in Lehre
Mit 20 brachte er die ersten eigenen Arbeiten heraus
Sein Werk umfasst 30.000 Blätter und Illustrationen zu ca. 500 Bücher
Gayko-rojin, der vom Malen besessene Alter wurde er genannt
Besten Werke mit 60 – 70 Jahre

 

 

Hinweis auf @eva.stories – Tipp von Susanne Haun

Posted in Aquarell, Ausstellungstip, Geschichte, Kunst und Politik, Kunstgeschichte by Susanne Haun on 6. Mai 2019

 

Im Tagesspiegel von Sonntag las ich das erste Mal von dem Projekt @eva.stories auf Instagram.

Wie bringt man jungen Menschen den Holocaust näher?

Über soziale Medien glaubt der Initiator und Regisseur, der israelische Geschäftsmann Matti Kochavi.

Nach Medienberichten hat er mehrere Millionen Schekel in sein Instagram Projekt investiert. „Eva Stories“ basiert auf das Tagebuch der 13 Jahren alten Eva Heymann aus Ungarn, das die letzten Monate ihres Lebens schildert, und stellt die Frage:

„Was, wenn ein Mädchen im Holocaust Instagram gehabt hätte?“

Als Historikerin war ich sofort neugierig und schaute mir auf Instagram die erste Storie von Eva vom 13. Februar an (siehe hier).

Mich hat schon der 13. Februar mit meinem Backgroundwissen zu Tränen gerührt und ich glaube, dass junge Menschen damit erreicht werden können.

Was meint ihr? Werden tatsächlich vor allem junge Menschen mit dieser Art der Geschichtsschreibung erreicht?

 

Mama und ihre Mutter - Zeichnung von Susanne Haun - 17 x 22 cm - Tusche auf Hahnemühle Selection

Mama und ihre Mutter – Zeichnung von Susanne Haun – 17 x 22 cm – Tusche auf Hahnemühle Selection

 

 

_______________

Quelle: Webserie „Eva Stories“ : „Was, wenn ein Mädchen im Holocaust Instagram gehabt hätte?“, FAZ, aktualisiert am

Ein Tag ohne Masterarbeit – Susanne Haun

Posted in Foto, Kunstgeschichte by Susanne Haun on 27. November 2018

 

 

Master-Pause!

Ich habe meine Masterarbeit beendet und sie ist nun zum Korrekturlesen unterwegs. Ich bin inzwischen völlig betriebsblind und brauche auch ein wenig Abstand von meinem Geschriebenen, um dann den Text mit neuer Kraft den letzten Schliff zu geben.

Die Bücherstapel habe ich sortiert, sie haben mein ganzes Atelierzimmer eingenommen. Und das sind nur die Bücher, die ich gekauft habe, nicht die Bücher, die ich in der Bibliothek gelesen habe.

 

 

Erinnerungslandschaften – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Kunstgeschichte, Landschaft, Zeichnung by Susanne Haun on 3. Oktober 2018

 

Erinnerungslandschaft vom 2.10.2018, Zeichnung (c) VG Bild Kunst, Bonn 2018

Erinnerungslandschaft vom 2.10.2018, Zeichnung (c) VG Bild Kunst, Bonn 2018

 

Zur Zeit schaffe ich  es gerade einmal bei Instagram meine (schon vorhandenen Zeichnungen) zum #inktober #inktober2018 (siehe hier) zu posten.

Neben dem Showdown im 5. Kapitel meiner Masterarbeit nehme ich mir für nichts anderes Zeit. Es ist beschwingend, die bisher gespannten Fäden zusammenzuführen und einen Höhepunkt in der kunsthistorischen Betrachtung zu schaffen.

Mein Protagonist, Franz Theobald Horny, zeichnete Erinnerungslandschaften. Schon im Januar 1815 in Weimar erwähnt Horny in seinem Tagebuch, dass er tagsüber das Vorbild (Motiv) mit der anstrengendsten Aufmerksamkeit betrachte und dann am Abend aus dem Kopf zeichne. Die Idee dazu bekam Horny bei der Lektüre der Biographie Asmussen Jakob Carsten von Carsten Fernow. Im Kapitel Kunststreben formulierte er, dass Carsten danach strebte mit dem Umsetzen des Gesehenen in eigenen Erfindungen, statt durch langwierige Nachahmung zum Ziel zu kommen.[1]

Ich habe gestern nach meinem Einkauf in einem großen Outdoorbekleidungsladen Erinnerungslandschaften in mein Skizzenbuch gezeichnet. Das war sehr schwer, denn ich habe es mir vorher nicht vorgenommen und mir den Straßenzug nicht genau angeschaut. Offensichtlich interessieren mich Straßenzüge sehr viel weniger als Landschaften, Tiere und Blumen in den Bergen. 😉

 

 

___________________________

[1]

Horny, Franz Theobald, Tagebucheintragung vom 25. Januar 1815, in Fabritius, Heinke, Die italienischen Landschaftszeichnungen Franz Hornys, Berlin 2006, S. 277.

Fabritius, Heinke, Die italienischen Landschaftszeichnungen Franz Hornys, Berlin 2006, S. 63 – 67.

Freude an Instagram und am Querdenken – Susanne Haun

Posted in Kunstgeschichte by Susanne Haun on 11. Juni 2018

Quer Denken (c) Susanne Haun

 

 

 

Wie komme ich zu einem Text?

Ich agiere gerade mit viel Freude auf Instagram und probiere die Möglichkeiten aus. @susanne_haun werde ich dort genannt. Beim Ausprobieren entstehen natürlich auch Dinge, die ich mir anders vorgestellt habe. Dafür ist Ausprobieren da!

Texte in der Kunst sind interessant und schon früh in der Kunstgeschichte zu beobachten. Albrecht Dürer schreibt auf seinem Selbstbildnis im Pelzrock, das um 1500 entstand rechts von seinem Gesicht auf Augenhöhe: „Ich, Albrecht Dürer von Nürnberg, habe mich selbst mit unvergänglichen Farben so gemalt, im 28. Jahr meines Lebens.“

 

Manchmal ist

Quer
denken

GUT

und führt zu neuen Ergebnissen.

 

 

Wenn die Historikerin mit der Künstlerin streitet – ein Seelenbericht von Susanne Haun

Posted in Kunstgeschichte, Was ich gerade lese by Susanne Haun on 13. November 2017

 

Gerade habe ich meine Hausarbeit „Bedeutungsaspekte in Géricaults Gemälde Das Floß der Medusa“ abgeschlossen und vor allem auch abgegeben.

Als Historikerin sollte jeder meiner Gedanken belegt und neue Gedanken logisch konstruiert sein. Mein künstlerisches Selbst tritt in den Hintergrund. Wie sehr ich in der Lage bin meine beiden Selbst – die Künstlerin und die Historikerin – zu trennen, hat mich selber überrascht.  Birgit von Sätze & Schätze schrieb eine Rezension über die literarische Adaption des Floßes der Medusa von Franzobel (siehe hier). In meinem Historikerinnen-Dasein versponnen, habe ich nicht begriffen, wozu dieses Buch dient. Es gibt doch schließlich einen Bericht der Leidensfahrt der Medusa von zwei Schiffbrüchigen des Floßes, also von Augenzeugen, dem Wundarzt Savigny und dem Geologe Corréard (siehe hier)!

Ich fragte also Birgit, wozu dieses Buch von Franzobel notwendig sei und was es aus dem Pool der Historienromane so heraushebe und bekam eine wirklich gute Antwort von ihr, die mich auflachen lies und mich für meine weitere Arbeit an meiner Hausarbeit lockerte. Natürlich kann ich auch als Historikerin kreativ sein! Mir fehlt beim Schreiben nur noch die Lockerheit, die ich beim Skizzieren habe, ein Thema mit einer Linie so einfach wie möglich darzustellen.

Hier also Birgits Antwort auf meine Frage nach dem warum:

Birgit Böllinger:
„Liebe Susanne, ich finde Deine Fragen nicht ketzerisch – aber es wundert mich ein wenig, dass Du als Künstlerin sie stellst: Wozu braucht es Kunst? Natürlich kann man auch andere Texte über diesen Schiffbruch lesen, natürlich kann man auch historische Bücher lesen. Aber die Frage, ob es nun genau dieses Buch braucht, die stellt sich mir eigentlich nicht: Ein Schriftsteller hat es geschaffen so wie ein Maler ein Bild schafft – aus einer eigenen inneren Notwendigkeit oder Lust heraus. Nun ist es in der Welt: Nach der Brauchbarkeit könnte man bei jedem Buch fragen – dann wäre aber die Literatur an sich obsolet. Frei nach Schiller: „Der Nutzen ist das große Idol der Zeit, dem alle Kräfte fronen und alle Talente huldigen sollen.“ Viel Spaß mit Deiner Hausarbeit – und ich bin gespannt auf deinen Blogbeitrag, liebe Grüße Birgit“

Und hier meine ersten beiden Absätze der Hausarbeit:

Man denke sich fünfzehn Unglückliche fast ohne alle Bekleidung, am ganzen Leibe und im Gesicht von der Sonne fürchterlich verbrannt; zehn davon konnten sich kaum rühren; die Haut von allen unseren Gliedern abgeschunden; alle unsere Züge zum Entsetzen verzerrt! Unsere hohlen und fast wilden Augen, unsere langen Bärte gaben uns ein noch scheußlicheres Ansehen; wir waren nur noch Schatten von Menschen.“[1]

Mit diesen Worten schilderte der Geologe und Augenzeuge Alexandre Corréards die Situation auf dem Floß der Medusa (Abb. 1), das der Maler Théodore Géricault zum Hauptthema seines 4,91 x 7,16 Meter großen Gemäldes wählte. Géricault schloss 1819 die letzten Arbeiten an dem in Öl im Stil des Realismus[2] erstellten Bild ab, es wurde noch im gleichen Jahr im Pariser Salon gezeigt. Heute ist das Gemälde als eines der Hauptwerke der französischen Romantik[3] im Louvre zu besichtigen.[4]

Auch nach einer Diskussion mit Birgt entstand meine neue Beitrag Rubrik „Was lese ich gerade“ (siehe hier).  Deshalb habe ich meine Literaturliste am Ende des Beitrags gesetzt. So bekommt ihr eine Vorstellung, warum ich neben meinem Studium höchsten noch Hörbücher zum Einschlafen höre.

Gerda (siehe hier) regte mich dazu an, mein Kunsthistorikerin Dasein mehr im Blog zu postulieren. Bisher habe ich das kaum gemacht aber ich werde mal schauen, ob ich öfter solche einen Beitrag wie heute einstreue. Es ist einer der wenigen Beiträge, wo ich keine Zeichnung von mir zeige. Ich zeige aus lizenzrechtlichen Gründen auch kein Foto von Géricaults Floß der Medusa. Ihr könnte es hier sehen.

Ach ja, hier die Rezension vom Tagesspiegel von Franzobels Roman.

Aus diesem ganzen Dilemma heraus ist die Zeichnung von Freitag „Die Bedrohung durch das Meer“ entstanden (siehe hier).

________________________________________________________________

[1] Savigny, Jean-Baptiste Henri, Corréard, Alexandre, Berlin 2005, Seite 72 – 73.

[2] Zimmermann, Anja, Stuttgart/Weimar 2011, S. 370-373. Der Realismus im historischen Sinn entstand im 19. Jhd. als neue Richtung in der Literatur, Malerei und Grafik, deren Ziel eine sachliche und nüchterne Darstellungsweise war. Schon während der Entstehungszeit konnte sich auf Grund der komplexen und heterogenen Form und des kontroversen Verständnisses der dem Realismus zugeordneten Kunst keine allgemein gültige Begriffsdefinition durchsetzen.

[3] Wolf, Norbert, Stuttgart 2002, S. 29 – 31. Die Romantik ist eine gesamteuropäische Erscheinung am Ende des 18. Jahrhunderts und im Übergang zur Industriegesellschaft des 19. Jahrhunderts. In ihr sollte das menschliche Subjekt emanzipiert werden und einen Sinn in einer Gegenwart finden, die von politischen und industriellen Neuerungen geartet war. Sie ist geprägt vom Optimismus einer Aufbruchsstimmung, die in Religion, Philosophie, Politik, Kunst, Psychologie und auch im Einzelschicksal Ausdruck fand. Die Romantiker suchten Anleihen in früheren Epochen, kamen jedoch zu anderen geistigen Ergebnissen.

[4] Wedekind, Gregor, Frankfurt am Main, S. 73.

 

Quellenverzeichnis

SAVIGNY, JEAN-BAPTISTE HENRI, CORRÉARD, ALEXANDRE. Der Schiffbruch der Fregatte Medusa, Berlin 2005.

VAHLAND, KIA. Vom Schrecken des Schiffsbruchs, in: Süddeutsche Zeitung, München 2015.

http://www.sueddeutsche.de/kultur/gericaults-floss-der-medusa-vom-schrecken-des-schiffbruchs-1.2439606#redirectedFromLandingpage, 25.10.2017, 9:40 Uhr.

KOSMALLA, MARINA. Forschung zu Meer und Seefahrt, Schiffbruch aus dem Fernsehsessel betrachtet, in: Tagesspiegel, Berlin 2016.

http://www.tagesspiegel.de/themen/freie-universitaet-berlin/forschung-zu-meer-und-seefahrt-schiffbruch-aus-dem-fernsehsessel-betrachtet/12963920.html, 29.10.2017, 14:24 Uhr.

Literaturverzeichnis

ALHADEFF, ALBERT. The Raft of the Medusa, Géricault, art and race, Munich 2002.

ALHADEFF, ALBERT. Julian Barnes and the „Raft of the Medusa“, in: The French Review, Band 82, Nr. 2, Marion, Illinois 2008, S. 276-291.

BUCH, ASTA VON. „Quel spectacle hideux! mais quel beau tableau!“, die Ästhetik des Erhabenen in Géricaults „Floß der Medusa“, in: Zeitschrift für Kunstgeschichte, Band 69, München/Berlin 2006, S. 342 – 357.

CHENIQUE, BRUNO. Ein kannibalisches Kaiserreich, politische Symbole in Thédore Géricaults „Floß der Medusa“, in: Idea, Jahrbuch der Hamburger Kunsthalle, Bremen/Hamburg 2009, S. 61 – 77.

CORBIN, ALAIN. Meereslust, Das Abendland und die Entdeckung der Küste, Frankfurt am Main 1999.

EITNER, LORENZ E.A. Géricault’s Raft of the Medusa, London 1972.

HEINRICH, KLAUS. Das Floß der Medusa, in: Schlesiger, Renate (Hrsg.), Faszination des Mythos, Basel und Frankfurt am Main 1991, S. 335 – 398.

LESSING, GOTTHOLD EPHRAIM. Laokoon oder über die Grenzen der Malerei und Poesie. Mit beiläufigen Erläuterungen verschiedener Punkte der alten Kunstgeschichte, Stuttgart 1987.

MERTENS, SABINE. Seesturm und Schiffbruch. Eine motivgeschichtliche Studie, Hamburg 1987.

MICHEL, RÉGIS. Le Radeau de la Medusa, in Laveissière, Sylvain (Hrsg.). Géricault: Galeries Nationales du Grand Palais, Paris, 10 octobre 1991 – 6 janvier 1992, Paris 1991, S. 136 – 171.

RICHTER, DIETER. Das Meer, Geschichte der ältesten Landschaft, Berlin 2014.

TOURNIER, MICHEL. Das Floß der Medusa, in: Savigny, Jean-Baptiste Henri, Corréard, Alexandre. Der Schiffbruch der Fregatte Medusa, Berlin 2005, S. 5 – 9.

TREMPLER, JÖRG. Der Stil des Augenblicks, Das Bild zum Bericht, in: Savigny, Jean-Baptiste Henri, Corréard, Alexandre. Der Schiffbruch der Fregatte Medusa, Berlin 2005, S. 191 – 238.

TREMPLER, JÖRG. Katastrophen, Ihre Entstehung aus dem Bild, Berlin 2013.

WEDEKIND, GREGOR. Körper, in: Wedekind, Gregor, Hollein, Max, (Hrgs). Gericault. Bilder auf Leben und Tod. Frankfurt am Main 2013, S. 51 – 94.

WOLF, NORBERT. Théodore Géricault, Das Floß der Medusa, in: Kunstepochen, Band 9, Klassizismus und Romantik, Stuttgart 2002, S. 161 – 164.

Nachschlagewerk

THEODORE, JEAN LOIS. Géricault, In: Bazin, Germain (Hrsg.), Kindlers Malerei Lexikon, Band 4 FR – GY, München 1982, S. 1449 – 1455.

PLETICHA, HEINRICH (Hrsg.). Geschichtslexikon, Art: Französische Revolution, S. 117 – 120.

ZIMMERMANN, ANJA. Realismus, in: Pfisterer, Ulrich (Hrsg.) Metzler Lexikon Kunstwissenschaft. Ideen, Methoden, Begriffe, Stuttgart/Weimar 2011, S. 370-373.

 

 

 

 

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