Susanne Haun

Susanne Haun Zitat am Sonntag – Folge 164 – William Shakespeare

Posted in Radierung, Zitat am Sonntag by Susanne Haun on 16. Oktober 2016

An Tod gedenken, heißt im Spiegel schaun,
Wie Leben Hauch, und Irrtum, ihm vertraun.

Death remenber’d should like a mirror,
Who tells us, life’s but breath, so trust it, error.

William Shakespeare in Perikles I,1

Der Tod und ich - 30 x 40 cm (c) Radierung von Susanne Haun

Der Tod und ich – 30 x 40 cm (c) Radierung von Susanne Haun

 

Ich habe aus dem Reclam Lexikon der Shakespeare Zitate schon einmal zitiert (siehe hier). Schon bei diesem Zitat hatte ich Schwierigkeiten mit der Übersetzung.

So geht es mir dieses mal auch wieder. Mit der ersten Zeile gehe ich noch mit, jedoch finde ich, dass die zweite Zeile nicht den Sinn des Originals wiedergibt. Ich würde es eher so übersetzen: Glaub mir, es ist ein Fehler, dem Atem des Lebens zu vertrau’n.

Was meint ihr dazu?

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Zitiert nach Fischer, Katrin (Hrsg.). Reclams Lexikon der Shakespeare Zitate, Stuttgart 2014², S.217.

Wodurch lerne ich? – Überlegungen von Susanne Haun

Posted in Radierung, Zeichnung by Susanne Haun on 20. Januar 2016

„Ist Schreiben wie Backen, wie Kochen, wie Fußballtraining ohne Ball?“
fragte Jutta Reichelt (siehe hier) auf ihrem Blog.

Mich inspirierte der Beitrag zu folgenden Überlegungen:

Ist es nicht eines der zentralen Schwierigkeiten im Leben herauszufinden, wie ich lerne, was mir Spaß macht und worin ich gut werden kann?

Jutta Reichelt fragte mich daraufhin, wodurch ich lerne, eine Frage die ich ihr gerne beantwortete:

„Learning by doing“ – dieser Ausdruck ist in der deutschen Sprache so schlecht zu übersetzen, trifft es am besten.
Ich probiere erst aus, lerne aus meinen Fehlern und entscheide, ob ich mich mit einem Thema weiter beschäftigen will oder nicht. Wenn ich mich mit einem Thema weiter beschäftigen will, dann lese ich Bücher dazu. Wenn mir das Lesen nicht mehr reicht, dann schaue ich, ob ich mich mit anderen zu dem Thema auseinandersetzen kann und letztendlich ist mein Studium ein Resultat aus dieser Abfolge von Aktionen. Beim Studium lasse ich mich auf die Dozenten ein, gehe ihren Hinweisen nach und informiere mich im Schneeballsystem.
Das Wichtigste dabei ist, dass mich die Themen interessieren und dass ich weiteres dazu erfahren möchte und freude dabei habe.“

Ach ja – eines fehlt noch: Die Ausdauer bei einem Thema zu bleiben!

Mein Thema ist die Kunst, speziel die Zeichnung von meiner eigenen bis zur Zeichnung in der Kunstgeschichte.

Susanne Haun Zitat am Sonntag – Folge 98 – Paul Veyne

Posted in Radierung, Zitat am Sonntag by Susanne Haun on 28. Juni 2015

„In dieser Welt spielt man nicht Schach mit zeitlosen Figuren wie dem König oder dem Läufer; die Figuren sind das, was die wechselnden Konfigurationen auf dem Brett aus ihnen machen.“

Paul Veyne in „Foucault révolutionne l’histoire“, Paris 1978, S. 236

Wechselnde Konfigurationen beim Schach (c) Radierung von Susanne Haun

Wechselnde Konfigurationen beim Schach (c) Radierung von Susanne Haun

Lucia Moholy – Radierung von Susanne Haun

Posted in Berühmt, Portraitmalerei, Radierung by Susanne Haun on 22. Mai 2015

Heute habe ich mir die Zeit und Ruhe genommen, mal wieder zu radieren. Es hat mir große Freude gemacht!

Lucia Moholy 2 von 10 (c) Radierung von Susanne Haun

Lucia Moholy 2 von 10 (c) Radierung von Susanne Haun

Mein Motiv kennt ihr schon. Ich hatte es für den Kalender von Utz Benkel.

Hier erfahrt ihr mehr vom Kalenderprojekt.

Ausstellungseröffnung in der Galerie Blickwinkel Schwerin – Radierungen von Susanne Haun

Posted in Ausstellung, Galerie Blickwinkel, Radierung by Susanne Haun on 27. Januar 2014

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Am Samstag war die Eröffnung meiner Ausstellung „Vergängliches“
in der Galerie Blickwinkel in Schwerin.

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 Ausstellungseröffnung Galerie Blickwinkel (c) Foto von M.Fanke

Ausstellungseröffnung Galerie Blickwinkel (c) Foto von M.Fanke

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Es war eine sehr gelungene Ausstellungseröffnung, bei der Hans-Hilmar Koch von der Galerie Blickwinkel mir statt langer Rede immer wieder Fragen stellte, die ich zum Interesse aller beantwortete.

Hilmar holte meine Arbeiten schon eine Woche vor Ausstellungsbeginn in Berlin ab und hängte die Arbeiten, bevor ich am Samstag in der Galerie eintraf. Da ich ihm keinen Hängeplan mitgab, sondern einfach sagte, dass ich mich darauf verlasse, wie er als Kurator hängen würde, war ich sehr erstaunt, wie die Arbeiten dann tatsächlich hangen. Natürlich hätten wir auch umhängen können aber ich finde, dass so zwei Positionen zusammentreffen, die Postion des Schaffenden und die Postion des Betrachters und so den Besuchern wieder neue Einblicke gewährt werden.

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Wer möchte ein Eisbär sein? – Radierung von Susanne Haun

Posted in Arktis, Radierung, Radierungen by Susanne Haun on 20. Januar 2014

Am Samstag war Maike Josupeit zu Besuch in meinem Atelier und hat die erste Radierung ihres Lebens gefertigt.

Ihr Thema sind Pferde sowie die Pleinair Malerei und wir haben uns schon vor fast vier Jahren gemeinsam mit der Zeichnung von Pferden auseinandergesetzt. Das es schon wieder vier Jahre her ist, dass wir Pferde vermaßen und zeichneten, hätte ich nicht gedacht. Aber es ist so, hier mein Blogbeitrag vom August 2010 dazu.

Der Eisbärenliebhaber - Eine Geschichte ergab eine andere (c) Radierung von Susanne Haun

Der Eisbärenliebhaber – Eine Geschichte ergab eine andere (c) Radierung von Susanne Haun

Mit meinem heutigen Eisbären habe ich wieder die Arbeit am Arktis Zyklus aufgenommen. Mit Schrecken habe ich festgestellt, dass ich seit Juli 2013 nicht mehr an den Grafiken zum Arktis Text von Klausbernd Vollmar gearbeitet habe. Klausbernd war vor einigen Jahren in der Arktis und hat seine Eindrücke in vielfacher Form dokumentiert. Wie zum Beispiel hier in seinem Blog der Beitrag „Helden„.

Gemeinsam arbeiten wir an einem Kunstbuch aus Text und Radierung in limitierter Auflage. Klausbernd hat seinen Beitrag dazu innerhalb von zwei Monaten vom Tisch gefegt, während ich nun schon ins zweite Projektjahr gehe.

Der Eisbär ist das Gegenstück zum Jäger vom 30. Juli 2013. Ich empfand die Flächen im Eisbär in der ersten Version zu hart und habe mit Schleifpapier weichere Übergänge für die zweite Version geschliffen. Im nachhinhein denke ich, dass ich die härteren Übergänge besser finde. Da hilft nun die Kaltnadel oder eine neue Platte.

Ich werde mich langsam wieder in das Thema einarbeiten.

Drei Pferde (c) Radierung von Maike Josupeit

Drei Pferde (c) Radierung von Maike Josupeit

Schaue ich mir Maike und meine Arbeit an, dann gefällt mir besonders der Kontrast zwischen den eleganten, wie in einem Balett platzierten Pferden zu dem voluminösen Eisbären. Tiere haben wie Menschen einen bestimmten Charakter, ein bestimmtes Erscheinungsbild.

Ausstellung „Vergängliches“ – Radierungen von Susanne Haun in der Galerie Blickwinkel Schwerin

Posted in Ausstellung, Galerie, Radierung by Susanne Haun on 3. Januar 2014

„Vergängliches“

Meine Ausstellung „Vergängliches“ in der Galerie Blickwinkel eröffnet am Samstag, den 25. Januar 2014 um 16 Uhr in der Münzstr. 18, 19055 Schwerin.

Davor ist einiges zu tun, ich habe die Arbeiten zusammengestellt, bin noch am drucken, ja sogar noch am Druckplatten erstellen!
Für die Passepartouts mussten die Rahmen zusammengestellt und die Ausschnitte bemessen werden. Alle Arbeiten habe ich fotografiert und nun bin ich dabei, die Kommissionsliste zu schreiben.

 Radieren für die Ausstellung Vergängliches in Schwerin (c) Foto von Susanne Haun

Radieren für die Ausstellung Vergängliches in Schwerin (c) Foto von Susanne Haun

In den nächsten Tagen werde ich die Einladungen versenden – dazu muss ich meine Adressliste durchgehen und schauen, wie groß ich den PLZ-Radius um 19055 setze.
Ich frage mich dabei, wie weit der Besucher zu einer Ausstellung fährt?
Wie weit seit ihr bereit zu fahren? Wie weit fahre ich zu einer Ausstellung?

 Einladungskarte Schwerin - Ausstellung Susanne Haun - Galerie Blickwinkel

Einladungskarte Schwerin – Ausstellung Susanne Haun – Galerie Blickwinkel

Ich muss mir den Zug heraussuchen, den ich von Berlin nehmen werde und ein Zimmer buchen, denn ich werde nach der Ausstellungseröffnung nicht nach Hause fahren sondern bis Sonntag in Schwerin bleiben.

Viele kleine und große Dinge gibt es vor einer Ausstellung zu bedenken. Die Presse darf ich nicht vergessen, eine entsprechende Mitteilung werde ich in der nächsten Zeit schreiben.

Die Galerie besitzt keine Internetpräzens, was heute sehr ungewöhnlich ist. Hilmar Koch berichtete mir, dass eine Internetseite hoch oben auf seiner „to do“ Liste steht.
Die Betreiber der Galerie sitzen in Krakow am See und betreiben dort eine historische Buchdruckerei (Museum und Schauwerkstatt) (siehe hier) und haben Workshops für den Förderverein Jugendkunst gehalten. 2013 hat die Galerie unter anderem an der Messe des grafiknetzwerk.de teilgenommen, die die Leipziger Buchmesse unterstützen.

Einladungskarte Schwerin - Ausstellung Susanne Haun - Galerie Blickwinkel Wegbeschreibung

Einladungskarte Schwerin – Ausstellung Susanne Haun – Galerie Blickwinkel Wegbeschreibung

Rückseiten haben etwas von Vergänglichkeit – Radierung von Susanne Haun

Posted in Radierung, Tiere, Vergänglichkeit, Zeichnung by Susanne Haun on 16. November 2013

In meinem Grafikschrank liegen neue Radierplatten der Größe 30 x 40 cm.

Aber es juckte mir in den Fingern, die Rückseite einer Radierung vom Januar 2012 als Grundlage für meine heutige Radierung zu benutzen. Hier seht ihr die Vorderseite der Radierung.

Die Rückseite hatte geätze Stellen, denn ich hatte sie nicht korrekt abgeklebt und die Säure konnte unter der Folie den Zink angreifen. Ich war gespannt, wie diese zufälligen Flächen zusammen mit den sehr durchdachten und kontrollierten Linien wirken würden.

Hic locus est ubi mors docet vivos - 30 x 40 cm (c) Radierung von Susanne Haun

Hic locus est ubi mors docet vivos – 30 x 40 cm (c) Radierung von Susanne Haun

Ich bleibe den Themen Vergänglichkeit und Insekten treu. Die auf den Rücken liegende tote Fliege und verwelkte Blumen sind kein neues Thema. Es ist ein Thema aus einer längst vergangenen Zeit. Aber es ist auch heute noch spannend, die Linien dieser Teilnehmer der Natur zu ziehen.

Inzwischen habe ich mir auch ein Lehrbuch über Insekten angeschafft, ein Kinderbuch aus dem Jahr 1963 mit dem Titel „Das Reich der Insekten“ aus dem Delphin Verlag, Stuttgart und Zürich. Nun weiss ich also, dass die Insekten die artenreichste Klasse des Tierreiches ist. Es ist ein Buch ohne Fotos aber mit vielen detailierten Zeichnungen von der Metamorphose der Bienen. Sehr interessant, habe ich alles noch nicht gewusst!

Passend erschien mir dabei die CD „The Devil, You + Me“ von The Notwist zu hören.

Die Ätzung sieht gut aus (c) Radierung von Susanne Haun

Die Ätzung sieht gut aus (c) Radierung von Susanne Haun

Die Strichätzung, die ich ätzte ist auf den schon geätzen Flächen sehr schwach. Hier werde ich mit der Kaltnadel nachhelfen müssen. Aber im großen und ganzen bin ich sehr zufrieden mit der Strichätzung. Ich werde die Nacht darüber schlafen, wie ich die Flächen mittels Aquatinta setzen werde.

Oben rechts vom Betrachter das ausgedachte Insekt wird stehen bleiben, die Fliege unten im Vordergrund braucht noch Kontraste.

Ausschnitt -  Hic locus est ubi mors docet vivos - 30 x 40 cm (c) Radierung von Susanne Haun

Ausschnitt – Hic locus est ubi mors docet vivos – 30 x 40 cm (c) Radierung von Susanne Haun

Es ist traurig, dass ich kein Latein kann aber ich fand bei dict.cc einen wundervollen lateinischen Satz, als ich nach dem Tod der Fliege fragte:
Hic locus est ubi mors docet vivos = Hier ist der Ort, wo der Tod die Lebenden unterrichtet.
Ich fand diesen Titel sofort passend für die heutige Radierung.

Die eigene Vergänglichkeit – von der Zeichnung zur Radierung – Susanne Haun

Posted in Radierung, Vergänglichkeit by Susanne Haun on 7. November 2013

Ich arbeite an den Radierungen für meine Ausstellung „Vergänglichkeit“ in der Galerie Blickwinkel in Schwerin.

Da mir meine Zeichnung „Ich und die Vergänglichkeit“ so ausgesprochen gut gefällt, habe ich beschlossen, sie auch für die Ausstellung auf eine 30 x 40 cm große Zinkplatte zu radieren.

Fertig geätze Platte Vergänglichkeit (c) von Susanne Haun

Fertig geätze Platte Vergänglichkeit (c) von Susanne Haun

Dazu gehören einige Arbeitsschritte, die ich in den Fotos zum Teil dargestellt habe.

Natürlich hatte ich zuerst wieder nicht alles Material beisammen! Dieses Mal fehlte mir der Spiritus, um die Platten vom Kolophonium zu säubern. Es ist wichtig, dass die Platte vor dem Druck kein Kolophonium mehr enthält, denn die Sprengsel funktionieren sonst auf der Platte als druckbare Erhöhungen.

Inzwischen habe ich die Platten gesäubert und nun warten sie darauf, gedruckt zu werden.

License to dare to choose what you want – Lizenz zur inneren Vorstellung – Radierung von Susanne Haun

Posted in Kunstgeschichte, Radierung, Vergänglichkeit, Zeichnung by Susanne Haun on 28. Oktober 2013

Es ist ein Unterschied, ob ich in einen hellen großen luftigen Raum oder in einem kleinen Kabuff denke und meine Vorstellungskraft, meine Imagination entfalte.

In meinem neuen Atelier ist es hell und luftig, ich habe einen Arbeits- und einen gesonderten Galerie- bzw. Präsentationsraum. Von meinem Atelier zeige ich euch heute schon mal ein paar Fotos, es ist zwar noch nicht fertig gestellt aber ich bin zufrieden mit dem Stand der Dinge.

Ich etabliere mich in meinem neuen Atelier (c) Foto von Susanne Haun

Ich etabliere mich in meinem neuen Atelier (c) Foto von Susanne Haun

Ich lese gerade einen englischen Text über Dürer und seine Vorstellungskraft, der mir viele neue Gedanken schenkt.

Das Wortspiel „License to dare…“ lässt mich natürlich sofort an James Bond mit seiner „License to kill“ denken.

„To dare“ bedeutet in diesem Zusammenhang „dürfen“ also folgt daraus Maler und Literaten dürfen ihre Vorstellungskraft ausleben.

Selbstverständlich dürfen wir das!
Aber war das auch zu Dürers Zeiten selbstverständlich, wo doch das Reale abgebildet wurde?
Nein!
Woher aber kommt die Imagination? Haben wir diese in uns?

Aquatinta Zinkplatte - Das Tor zur Unterwelt (c) Radierung von Susanne Haun

Aquatinta Zinkplatte – Das Tor zur Unterwelt (c) Radierung von Susanne Haun

2011 zeichnete ich meine zweite Rolle und es floß viel aus meinem Inneren in diese große Zeichnung. Einen Teil der Rolle, das Tor zur Unterwelt habe ich in meiner Radierung nochmal betrachtet.

Dafür habe ich eine Zinkplatte der Größe 30 x 40 cm verwendet – eine Größe, die ich nicht so oft bearbeite, die mir aber für den Anlaß der ersten Radierung im neuen Atelier perfekt erschien.

Die Zeit hat nicht gereicht, den ersten Druck zu drucken, aber mit der Platte selber bin ich sehr zufrieden. Ich sehe auf dem Zink schon, dass die Linien und Kontraste gut geätzt sind. Ihr wisst schon: Das Geheimnis des Radierers sind die Ätzzeiten!

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