Susanne Haun

Ein Deuteengel – lat. angelus interpres – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Engel, Tiere, Zeichnung by Susanne Haun on 7. April 2020

 

Der Deuteengel, Tusche auf Aquarellkarton, 65 x 50 cm, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Der Deuteengel, Tusche auf Aquarellkarton, 65 x 50 cm, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2020

 

Das Covid-19 Corona Virus beherrscht immer noch mein Denken. Es schleicht sich in meine Zeichnungen ein, ich mag jedoch ehrlich gesagt die Form des Virus. Es ist für mich ästhetisch schön und zeigt äußerlich nichts von dem Schrecken, den es verbreitet.

Das Buch Daniel der Bibel fasziniert mich ebenso weiterhin und so entstehen Zeichnungen, in denen sich Covid-19 und das Apokalytische Buch sich vermengen.

Der Gattung nach ist das Danielbuch eine Apokalypse (…). Die Stoffe und Gliedgattungen werden in einer Apokalypse auf das eine Ziel angeordnet, geheimes Wissen über die Endzeit zu enthüllen (vgl. gr. ἀποκαλύπτω, apokalyptō, offenbaren/ aufdecken). Es geht also nicht mehr nur um ein einzelnes in der Zukunft liegendes Ereignis, sondern um eine Gesamtsicht der kommenden Ereignisse bis zum Beginn des neuen Aion. Damit sollen vor allem die Zustände der Gegenwart begreiflich werden. Zu dem Zweck kommen sowohl prophetische wie auch weisheitliche Traditionen zusammen. Ein Deuteengel, lat. angelus interpres, vermittelt hier das entscheidende Wissen.

Deutsche Bibelgesellschaft (Link vom 1.4.2020,  11:45 Uhr)

Bei meiner Leidenschaft für Engel tauchen beim Lesen gleich viele Bilder in meinem Kopf auf. Entstanden ist der Deuteengel an mehreren Tagen, meistens hänge ich die Zwischenstände der Zeichnungen an die Wand und überlege, wie ich weiter zeichnen kann. Anders als ich es meine Schülerinnen und Schüler beibringe, überlege ich mir bis zu einer Größe von 60 x 80 cm nicht vorab die Komposition. Bei größeren Arbeiten jedoch kläre ich vorher in kleinen Skizzen, wie ich die Zeichnung anlegen möchte.

 

 

Ich habe für diese Zeichnung anderes Papier von Hahmemühle verwendet. Die ersten Arbeiten sind auf Aquarellkarton 250g mit glattem Rand entstanden während das heutige Bild auf Echt-Bütten Aquarellkarton „William Turner“, matt 300g/qm mit einem sehr schönen Büttenrand entstanden ist. Ich musste mich tatsächlich umstellen, denn auf diesem eher rauen Papier zeichnet es sich ganz anders als auf dem eher glatten satinierten Papier, dass ich vorher benutzte. Leider habe ich die Verpackung vom vorigen Papier entsorgt, sodass ich nicht mehr genau weiss, auf was ich da gezeichnet habe. Vom William Turner Papier war der heutige Bogen auch der letzte Bogen, ich werde wohl für mein nächstes Corona/Daniel Bild eine neue Papiersorte beginnen müssen.

Zu den Fotografien: die ersten Fotos entstammen meiner Spiegelreflexkamera und sind mit grauabgleich und 50mm Objektiv Festbrennweite aufgenommen worden, die letzten Fotos sind einfache Fotos mit meinem iPhone. Die Ergebnisse machen mich wieder ratlos.

 

 

 

Ein anderes Tier, gleich einem Panther – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Blumen und Pflanzen, Tiere, Zeichnung by Susanne Haun on 1. April 2020

 

1 Der Panther, Tusche auf Aquarellkarton, 65 x 50 cm, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Der Panther, Tusche auf Aquarellkarton, 65 x 50 cm, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2020

 

Das Buch des Phropheten Daniels findet sich in meiner Antiqua Taschenbibel von 1972 aus der Württemberischen Bibelanstalt Stuttgart auf den Seiten 950 – 968.

Ich beziehe mich in meinen Panther und Löwen Bild (siehe hier) auf Kapitel 7:

2 Ich, Daniel, sah ein Gesicht in der Nacht, und siehe, die vier Winde unter dem Himmel wühlten das große Meer auf.
3 Und vier große Tiere stiegen herauf aus dem Meer, ein jedes anders als das andere.
4 Das erste war wie ein Löwe und hatte Flügel wie ein Adler. Ich sah, wie ihm die Flügel genommen wurden. Und es wurde von der Erde aufgehoben und auf zwei Füße gestellt wie ein Mensch, und es wurde ihm ein menschliches Herz gegeben.
5 Und siehe, ein anderes Tier, das zweite, war gleich einem Bären und war auf der einen Seite aufgerichtet und hatte in seinem Maul zwischen seinen Zähnen drei Rippen. Und man sprach zu ihm: Steh auf und friss viel Fleisch!
6 Danach sah ich, und siehe, ein anderes Tier, gleich einem Panther, das hatte vier Flügel wie ein Vogel auf seinem Rücken und das Tier hatte vier Köpfe, und ihm wurde große Macht gegeben.

Dieses Kapitel beflügelt meine Fantasie, aber ich glaube nicht, dass mit dem Corona Virus (Covid-19) die Apokalypse begonnen hat. Ich denke, dass der Mensch diese Pandemie in den Griff bekommen wird, ich denke aber auch, dass sich „danach“ viel verändern wird.

Aufgrund der Aktualität meines Bildes habe ich diese Zeichnung auch sofort bei singulart eingestellt (Klick zu meiner Präsenz bei der Pariser Galerie singulart). Gerne könnt ihr euch die technischen Daten zum Bild dort anschauen.

 

 

For my english speaken readers:

Haun continues to draw on the series of her views on the Corona / Covid-19 virus. The apocalyptic book Daniel speaks of a panther:
„6 Then I saw, and behold, another animal, like a panther, that had four wings like a bird on its back and the animal had four heads, and it was given great power.“
This chapter inspires Haun’s imagination, but she doesn’t believe that the Corona Virus (Covid-19) started the apocalypse. She thinks that man will get a grip on this pandemic, but she also thinks that a lot will change after the pandemic.
Haun works with high-quality materials, the picture was created with antique ink from Rohrer & Klingner on Hahnemühle watercolor cardboard.
 

 

Die Traumdeuterin und Seherin – Zeichnung von Susanne Haun

 

Die Traumdeuterin und Seherin, 65 x 50 cm, Tusche auf Aquarellkarton, Zeichnung von Susanen Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Die Traumdeuterin und Seherin, 65 x 50 cm, Tusche auf Aquarellkarton, Zeichnung von Susanen Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2020

 

Auch wenn Martin (siehe hier) in seinem Kommentar zu meiner letzten Zeichnung zur Corona Pendemie folgendes schrieb:

Na, liebe Susanne, das will ich dann doch nicht hoffen, dass wir in die Phase des Weltendes eingetreten sind. Denn das war ja die Deutung des Traumes, die Daniel gehabt hat: Jedes Tier steht für ein Weltreich, das vierte Tier steht für das schlimmste, das letzte Weltreich (man hat lange gedacht, damit wäre das römische Reich gemeint), in dem es heiss hergeht und dessen Ende dann mit dem völligen Ende der Welt zusammenfällt …..

…. kann ich das Buch im Tanach (Bezeichnungen für die Hebräische Bibel) noch nicht ganz von der Feder lassen. Daniel war ein jüdischer Traumdeuter und Seher im babylonischen Exil.

Was würde ich als schwankende evangelische Frau sehen? Welche Träume habe ich? Spontan zeichnete ich dazu das heute gezeigte Bild und zitiere mich zeichnerisch dabei.

Martin, deine Worte haben mich eher noch mehr inspiriert, weiter zu zeichnen:

Die Tiere (Löwe, Bär, Panther) sind Bilder für antike Weltreiche, deren bestialische Bedrohlichkeit sich steigert: Während die Flügel des Löwen gestutzt und durch ein Menschenherz ersetzt werden, frisst der Bär Fleisch und der Panther hat mehr Flügel und Köpfe als seine Vorgänger. Das vierte Tier erscheint als besonders grausames, maßloses Wesen, das mit gewaltigen eisernen Zähnen alles frisst und zermalmt und mit seinen Füßen alles zertritt. Das elfte seiner Hörner habe drei vorige Hörner ausgerissen und mit einem menschlichen Maul anmaßend geredet.“ heißt es in  Wikipedia, wo ich einfacherweise die Zusammenfassung des Buches Daniel las.

So grausig es sich anhört, desto mehr Bilder habe ich im Kopf. Sollte ich mir da Sorgen machen? 😉

 

Hier einige Details- und Entstehungsfotos der Zeichnung:

 

Hier ist der Link zum Bild auf meiner Online Präsenz bei Singulart (klick).

For my english speaken readers:

Haun witer outlines her views on the Corona Virus. Here she is clearly the center of attention, the virus begins to dominate her thoughts. With this drawing she starts a relief to get the situation under control.
The quarantines imposed are just as bad for artists whose profession largely consists of communication as they are for restaurants, theaters and museums. While drawing, Susanne Haun also had a quote from the Bible in her head that she discovered on the net: „The fourth animal was very different from all the others, very terrible, with iron teeth and brazen claws, which ate up and crushed itself and with his feet crushed what was left. (…) And it had ten horns on its head. “ Daniel 7.19 f.
Daniel was a Jewish dream interpreter and seer in exile in Babylon.

 

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