Susanne Haun

Projekt ohne Namen – Jürgen möchte ewig Leben – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Projekt ohne Namen, Zeichnung by Susanne Haun on 8. Januar 2020

 

Was ist der Moment, 30,5 x 22,7 cm, Marker auf Katalog, Aneignung, Zeichung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Was ist der Moment, 30,5 x 22,7 cm, Marker auf Katalog, Aneignung, Zeichung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2019

 

#35

J: „Wenn es nach mir ginge könnte ich im Moment ewig leben, …“

S: „… jedoch macht die Endlichkeit das Leben umso intensiver.“

 

Was birgt der Moment und was bedeutet Ewigkeit? Himmel? Hölle? Die Sinnbilder davon? Ist überhaupt ewiges Leben erstrebenswert? Jürgen, das waren keine einfachen Fragen.

Damit die Leserin und Leser es in Erinnerung behalten:

Julian Schnabel eignete sich 1989 ein gefundenes Ölgemälde 51 x 38,5 Inches (1,40 x 1 Meter) an.

Der Künstler bearbeitete es mit Ölfarbe und Marker und eignete sich damit das Kunstwerk an, machte es zu einem Teil seinesŒuvres.

«Appropriation Art» wird diese Art der Zeitgenössischen Kunst genannt.

Schnabel ist kein Kopist, er setzt mit seiner Arbeit bewusst einen Stachel in das Konzept der Autorschaft. Wenn ihr diesem Link folgt (Klick) könnt ihr euch von Andreas Beyer von der Universität Basel als Audiodatei anhören, was unter Aneignung in der Kunst zu verstehen ist.

In diesem Artikel der NY Times (Klick) könnt ihr ein Foto von Schnabels angeeigneten Ölgemälden sehen. Ich vermute, dass die meisten von euch Schnabel bisher eher als Filmregisseur wahrgenommen haben. Vielleicht hat der eine oder andere schon den neusten Film Schnabels über van Gogh gesehen? Wilhem Dafoe spielt den schon so oft dargestellten Künstler, der durch seine Naturdarstellungen und vor allem durch sein abgeschnittenes Ohr einen herausragenden Platz in der Kunstgeschichte einnimmt.

Seit ca. zwei Jahren arbeiten Jürgen und ich am Projekt ohne Namen. Wir werfen uns angefangene Sätze in unseren Blöggen zu, die der andere – natürlich künstlerisch – beantwortet. In diesen Sätzen werden die jeweiligen aktuellen Themen der beiden verarbeitet.

So kommt es, dass ich mit meinen Markerstiften und Acryl mir den Schnabel angeeignet habe. Natürlich nicht sein Original. Bei irgendeinem Flohmarktbesuch kaufte ich mir fasziniert den Katalog JULIAN SCHNABEL – Fox Farm Paintings, December 1, 1989, – Januarx 6, 1990, The Pace Gallery, 32 East 57th Streer, New York 10022.  Der Katalog ist 30,5 x 22,8 cm groß.

 

Mentmomomentmomen, Stop, 30,5 x 22,7 cm, Marker auf Katalog, Aneignung, Zeichung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2019 Kopie

Mentmomomentmomen, Stop, 30,5 x 22,7 cm, Marker auf Katalog, Aneignung, Zeichung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2019

 

Für Jürgen habe ich mir diesen delikaten Satzanfang ausgedacht. Delikat gerade deshalb, weil wir so viele Projekte „auf Halde zu liegen haben“, die wir gerne ausstellen würden.

#36

S: „Es wäre an der Zeit, für unsere vielen Projekte, Zeichnungen und Drucke einen Ausstellungsort zu finden ….

 

________________

Hier könnt ihr in unseren bisherigen Satzanfängen und -enden stöbern. Schon seit November 2016, vielleicht mit kurzen Unterbrechungen, führen Jürgen und ich diesen Dialog.

#34 (siehe hier)

S: „Der Gedanke dieses Projekts liegt im …“
J: „…dunklen Keller.“

#33 (siehe hier)

J:„Sie sagen, ich trage die Schuld dafür, dass …“
S: „… ich mich schuldlos fühle.“

#32 (siehe hier)

S: „Kaffee! Noch mehr Kaffee!!! Kaffee ist das …“
J: „…was meine Zunge benötigt: rechts und links und vorne und hinten und sauer und bitter und süß.“

#31 (siehe hier)

J:  „Dieses Ding frisst kein Brot, aber ….“
S: „… es ist neckisch, es sich anzueignen.“

#30 (siehe hier)

S: „Der Stein ist ein Dada der Gertrude …“
J:  „… und damit ist alles beisammen, was die Welt der rose is a rose is a rose is a rose zusammenhält.“

#29 (siehe hier)

S: „Der Kalender neben meinem iMac zeigt Freitag, nicht den 13., und ich habe Hunger, was mich dazu veranlasst …“
J: „… eine der Druckplatten abzulecken –  nämlich die mit dem Hummermotiv.“

#28 (siehe hier)

J: Wir baten Oma sehr oft, wirklich sehr oft,  ihre zweiten Zähne in den Mund zu nehmen  …
S: … und waren jedesmal überrascht, dass sie ihre eigenen Zähne zeigen konnte. Wem gehörten also die zweiten Zähne?

#27 (siehe hier)

S: Simple und einfach ist nichts auf dieser Welt, weil …
J: …immer irgendwas in der Landschaft herumsteht und stört.

#26 (siehe hier)

J: Mir gefällt, dass …
S: … immer wieder Zeichnen von Linien!

#25 (siehe hier)

S: Natura naturata und natura naturans“ sind zwei ästhetische Begriffe, die …
J: … die mir etwas von der Trias „Gott, Natur und Mensch“ erzählt haben, die aber beim intuitiven Bogenschießen keine Rolle spielen.

#24 (siehe hier)

J: Die Weltenseele ist mir noch nicht begegnet, …
S: … während sie Susanne in dem kleinsten Blatt, selbst im Ion entdeckt.

#23 (siehe hier bei Jürgen und hier bei Susanne)

S: Inhaltsverzeichnisse sind Wissensquellen, die ….
J: …die das Rhizom fressen wird!“

#22 (siehe hier)

J: Und während ich hier in meinem kleinen Atelier sitze…
S: … schaue ich aus meinem Atelierfenster und imaginiere die Erhabenheit der Berge.

#21 (siehe hier)

S: Ein neuer Anfang bedeutet …
J: … Reset, und die alten Einstellungen werden in der Maschine gespeichert

#20 (siehe hier)

J: Der Himmel wartet, doch die Erde verlangt …
S: Liebe, Respekt und Verantwortung.

#19 (siehe hier)

S: „Durst wird nicht immer durch Wasser gelöscht, sondern …“
J: “ … auch mit Erdöl!“

#18 (siehe hier)

J: „Wenn ich mit dem Finger schnipse, …“
S:  „… passiert nichts weiter außer ein Schnipsen.“

#17 (siehe hier)
S: „Eine Linie biegt sich nach links nach rechts, um dann…“
J: „… an den Rändern des Blattes zu verschwinden.“

#16 (siehe hier)

J:  „Mein Engelchen, ich sage Dir …“
S:  „… nichts ist perfekt aber alles ist möglich!“

#15 (siehe hier)
S: „Wörter sind immer …“
J: „… gut oder böse.“

#15.1 (siehe hier)
J: „Worte, die den Raum fülleun und als ewiges Licht bleiben.“

#14 (siehe hier)
J: „Ich konnte zuerst den Weg nicht finden, …“
S: „… aber dann sah ich es: Am Ende des Weges war alles voller Bücher, Papier und Tinte.“

#13 (siehe hier)
S: „Wie Schneeflocken werden die Pappelsamen durch die Luft getragen und …“
J:  „… sind wie Worte, die die Erde lockern werden.“ (aus Enzensberger, Windgriff, 1964)

#12 (siehe hier)
J: „Ich schaue mich im Spiegel an und denke: …“
S: „… Nichts!“

#11 (siehe hier)
S: Die Ferne lockt mit fremden Geruechen, Farben und Tönen …
J:  …, doch mein Herz schlägt nur für dich.

#10 (siehe hier)
J: „Ich war jung und töricht, naiv und unbedarft …“
S: „… und dabei sehr fröhlich und sorglos.“

#9 (siehe hier)
S: Der Mensch blickt zurück in sich selbst und findet in der Zukunft …..
J: … den „loving cup“.

#8 (siehe hier)
J: „Der, der alleine ins Wasser geht, das ist „der Alleineinswassergeher“ und die, die zu mehreren gehen …“
S: „…werden sich selbst vergessen, fröhlich sein und planschen.“

#7 (siehe hier)
S: „Kalte Hände sind ein kritisches….“
J: „… Phänomen, denn wie sagte Christoph Ernst Freiherr von Houwald, so ungefähr: „Nimm noch einmal in Deine kalten Hände des warmen Herzens Signatur. Und ist Dein Herzensspiel noch nicht zu Ende, und kommt ein neuer Akt: so klingle nur.“ ( frei übertragen aus: Christoph Ernst Freiherr von Houwald, die Freistatt, vierte Szene, Leipzig 1820)

#6 (siehe hier)
J: „Wenn sie losgelassen werden und durch die offenen Tore fegen …“
S: „… können nicht die größten Drollerien sie aufhalten.“

#5 (siehe hier)
S: „Das perfekte Ding ist …“
J: „… das momentane Ding“

#4 (siehe hier)
J: „Ich höre die schweren Maschinen in der Ferne und ahne …“
S: „… dass sie an ihrer Last zerbrechen.“

#3 (siehe hier)
S: „Es ist schwer vorstellbar, dass der hoch in den Himmel aufragende Turm …!“
J: „… tatsächlich ein Raumschiff darstellt.“

#2 (siehe hier):
J: „Heute ist heute, morgen wird übermorgen und  …“
S: „… gestern ist nicht gewesen sondern wird Erinnerung.“

#1 Projektauftakt (siehe hier):
S: „In der Nacht verschwimmen die Gegenstände zu schwarzen verwischten Flächen, deshalb ……“.
J:  „… versucht der Abfalleimer ein verzweifeltes Glühen“.

 

 

Projekt ohne Namen – Was ist eine Frage von Schuld? Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Projekt ohne Namen, Zeichnung by Susanne Haun on 28. November 2019

 

Jürgen sendete mir diesen schwierigen Satzanfang zur Vervollständigung (siehe hier).

#33

J:„Sie sagen, ich trage die Schuld dafür, dass …“

Ich fühle mich nicht so als ob ich eine Schuld trage.

Ich gehe wählen, engagiere mich gesellschaftlich und ökologisch so, wie es meine Zeit und meine Gaben erlauben, kümmere mich im Rahmen des Leistbaren um meinen Vater, ich liebe mein Kind, ich lebe in einer sehr guten Partnerschaft.

Da fällt mir natürlich sofort der Spruch: „Keiner ist frei von Schuld!“ ein. Im Netz habe ich versucht, herauszubekommen, von wem dieses Zitat ist.

Ich denke, es handelt sich um eine abgewandelte Form von diesem Zitat „Wer zu handeln versäumt, ist noch keineswegs frei von Schuld. Niemand erhält seine Reinheit durch Teilnahmslosigkeit.“ von Siegfried Lenz aus Die Zeit der Schuldlosen . (siehe hier).

S: „… ich mich schuldlos fühle.“

Durch diesen inneren Monolog bin ich zur Vervollständigung des Satzes gelangt. Natürlich habe ich da auch Fragen an Jürgen. Kommt dieser Satzanfang aus deinem Inneren? Wofür fühlst du dich schuldig? Oder sind diese Fragen zu intim?

Ich arbeite weiter auf Julian Schnabels Katalog, «Appropriation Art» wird diese Art der Zeitgenössischen Kunst genannt (siehe hier meinen letzten Artikel dazu).

 

Wer ist ohne Schuld, 30,5 x 22,7 cm, Marker auf Katalog, Aneignung, Zeichung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Wer ist ohne Schuld, 30,5 x 22,7 cm, Marker auf Katalog, Aneignung, Zeichung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2019

 

Mein neuer Satzanfang für Jürgen lautet:

#34

S: „Der Gedanke dieses Projekts liegt im …“

 

________________

Hier könnt ihr in unseren bisherigen Satzanfängen und -enden stöbern. Schon seit November 2016, vielleicht mit kurzen Unterbrechungen, führen Jürgen und ich diesen Dialog.

#33

J:„Sie sagen, ich trage die Schuld dafür, dass …“
S: „… ich mich schuldlos fühle.“

#32 (siehe hier)

S: „Kaffee! Noch mehr Kaffee!!! Kaffee ist das …“
J: „…was meine Zunge benötigt: rechts und links und vorne und hinten und sauer und bitter und süß.“

#31 (siehe hier)

J:  „Dieses Ding frisst kein Brot, aber ….“
S: „… es ist neckisch, es sich anzueignen.“

#30 (siehe hier)

S: „Der Stein ist ein Dada der Gertrude …“
J:  „… und damit ist alles beisammen, was die Welt der rose is a rose is a rose is a rose zusammenhält.“

#29 (siehe hier)

S: „Der Kalender neben meinem iMac zeigt Freitag, nicht den 13., und ich habe Hunger, was mich dazu veranlasst …“
J: „… eine der Druckplatten abzulecken –  nämlich die mit dem Hummermotiv.“

#28 (siehe hier)

J: Wir baten Oma sehr oft, wirklich sehr oft,  ihre zweiten Zähne in den Mund zu nehmen  …
S: … und waren jedesmal überrascht, dass sie ihre eigenen Zähne zeigen konnte. Wem gehörten also die zweiten Zähne?

#27 (siehe hier)

S: Simple und einfach ist nichts auf dieser Welt, weil …
J: …immer irgendwas in der Landschaft herumsteht und stört.

#26 (siehe hier)

J: Mir gefällt, dass …
S: … immer wieder Zeichnen von Linien!

#25 (siehe hier)

S: Natura naturata und natura naturans“ sind zwei ästhetische Begriffe, die …
J: … die mir etwas von der Trias „Gott, Natur und Mensch“ erzählt haben, die aber beim intuitiven Bogenschießen keine Rolle spielen.

#24 (siehe hier)

J: Die Weltenseele ist mir noch nicht begegnet, …
S: … während sie Susanne in dem kleinsten Blatt, selbst im Ion entdeckt.

#23 (siehe hier bei Jürgen und hier bei Susanne)

S: Inhaltsverzeichnisse sind Wissensquellen, die ….
J: …die das Rhizom fressen wird!“

#22 (siehe hier)

J: Und während ich hier in meinem kleinen Atelier sitze…
S: … schaue ich aus meinem Atelierfenster und imaginiere die Erhabenheit der Berge.

#21 (siehe hier)

S: Ein neuer Anfang bedeutet …
J: … Reset, und die alten Einstellungen werden in der Maschine gespeichert

#20 (siehe hier)

J: Der Himmel wartet, doch die Erde verlangt …
S: Liebe, Respekt und Verantwortung.

#19 (siehe hier)

S: „Durst wird nicht immer durch Wasser gelöscht, sondern …“
J: “ … auch mit Erdöl!“

#18 (siehe hier)

J: „Wenn ich mit dem Finger schnipse, …“
S:  „… passiert nichts weiter außer ein Schnipsen.“

#17 (siehe hier)
S: „Eine Linie biegt sich nach links nach rechts, um dann…“
J: „… an den Rändern des Blattes zu verschwinden.“

#16 (siehe hier)

J:  „Mein Engelchen, ich sage Dir …“
S:  „… nichts ist perfekt aber alles ist möglich!“

#15 (siehe hier)
S: „Wörter sind immer …“
J: „… gut oder böse.“

#15.1 (siehe hier)
J: „Worte, die den Raum fülleun und als ewiges Licht bleiben.“

#14 (siehe hier)
J: „Ich konnte zuerst den Weg nicht finden, …“
S: „… aber dann sah ich es: Am Ende des Weges war alles voller Bücher, Papier und Tinte.“

#13 (siehe hier)
S: „Wie Schneeflocken werden die Pappelsamen durch die Luft getragen und …“
J:  „… sind wie Worte, die die Erde lockern werden.“ (aus Enzensberger, Windgriff, 1964)

#12 (siehe hier)
J: „Ich schaue mich im Spiegel an und denke: …“
S: „… Nichts!“

#11 (siehe hier)
S: Die Ferne lockt mit fremden Geruechen, Farben und Tönen …
J:  …, doch mein Herz schlägt nur für dich.

#10 (siehe hier)
J: „Ich war jung und töricht, naiv und unbedarft …“
S: „… und dabei sehr fröhlich und sorglos.“

#9 (siehe hier)
S: Der Mensch blickt zurück in sich selbst und findet in der Zukunft …..
J: … den „loving cup“.

#8 (siehe hier)
J: „Der, der alleine ins Wasser geht, das ist „der Alleineinswassergeher“ und die, die zu mehreren gehen …“
S: „…werden sich selbst vergessen, fröhlich sein und planschen.“

#7 (siehe hier)
S: „Kalte Hände sind ein kritisches….“
J: „… Phänomen, denn wie sagte Christoph Ernst Freiherr von Houwald, so ungefähr: „Nimm noch einmal in Deine kalten Hände des warmen Herzens Signatur. Und ist Dein Herzensspiel noch nicht zu Ende, und kommt ein neuer Akt: so klingle nur.“ ( frei übertragen aus: Christoph Ernst Freiherr von Houwald, die Freistatt, vierte Szene, Leipzig 1820)

#6 (siehe hier)
J: „Wenn sie losgelassen werden und durch die offenen Tore fegen …“
S: „… können nicht die größten Drollerien sie aufhalten.“

#5 (siehe hier)
S: „Das perfekte Ding ist …“
J: „… das momentane Ding“

#4 (siehe hier)
J: „Ich höre die schweren Maschinen in der Ferne und ahne …“
S: „… dass sie an ihrer Last zerbrechen.“

#3 (siehe hier)
S: „Es ist schwer vorstellbar, dass der hoch in den Himmel aufragende Turm …!“
J: „… tatsächlich ein Raumschiff darstellt.“

#2 (siehe hier):
J: „Heute ist heute, morgen wird übermorgen und  …“
S: „… gestern ist nicht gewesen sondern wird Erinnerung.“

#1 Projektauftakt (siehe hier):
S: „In der Nacht verschwimmen die Gegenstände zu schwarzen verwischten Flächen, deshalb ……“.
J:  „… versucht der Abfalleimer ein verzweifeltes Glühen“.

Geburtstagsblumen – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Blumen und Pflanzen, Skizzen, Skizzenbuch, Zeichnung by Susanne Haun on 10. April 2017

 

Ich, Susanne Haun, und meine Geburtstagsblumen (c) Foto von M.Fanke

Ich, Susanne Haun, und meine Geburtstagsblumen (c) Foto von M.Fanke

 

Mir schwirrt noch ein Satz von Gerda aus den Kommentaren zu meinem Winterling-Beitrag (siehe hier) im Kopf herum.

„Mir gefällt die erste lineare Zeichung am besten, sie ist sehr stark, man spürt den Wachstumswillen.- die farbigen Zeichnungen sind auch schön, fügen aber den Fotos nichts Wesentliches hinzu.“ schrieb Gerda.

Winterlinge - 17 x 22 cm - Tusche auf Aquarellkarton - Version 1 (c) Zeichnung von Susanne Haun

Winterlinge – 17 x 22 cm – Tusche auf Aquarellkarton – Version 1 (c) Zeichnung von Susanne Haun

Meistens knipse ich bloß und lege meine Überlegungen eher in die Zeichnung. Ich gebe zu, für das alleinige Knipsen habe ich eine gute Ausrüstung. Die Fotos von heute und von den Winterlingen sind mit meinem iPhone mit der App ProCamera entstanden. Ich bin immer wieder erstaunt, was für Fotos dieses kleine Ding macht.

Ein Foto ist Kunst, wenn ich also eine Zeichnung nahe an der Realität gestalte, ist es dann eine Aneignung von Kunst? Appropriation Art?

Zur Zeit sind meine Zimmer voller Geburtstagsblumen. Ich habe mich entschlossen, diese Blumen zu zeichnen, solange sie ein Motiv hergeben. Von der Knospe über die Blüte bis zum Verwelken.

Nicht nur meine Geburtstagsblumen erfreuen mich, auch der Balkon ist fast fertig gepflanzt und das abendliche Gießen entspannt mich. Ich beobachte gerne das Wachstum der Pflanzen.

Dabei entsteht in rasanter Geschwindigkeit ein weiteres Blumenskizzenbuch.

Übrigens: in diesen Blumen steckt eine Menge von mir drin, jede Linie eine Entscheidung. Wie so oft bin ich beeindruckt, was für ein Ausdruck in einer einzigen Linie liegen kann.

 

 

 

 

Der Nulltunnel – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Projekt Null, Zeichnung by Susanne Haun on 26. Mai 2016

 

Schon gestern berichtete ich von meinem Kampf mit der Null. Wenn also schon alles gezeichnet ist, dann könnte die Null eine Lösung sein. Ich habe das Gefühl, ich stecke in einem nullförmigen Tunnel fest.

 

#60.1 Der Nulltunnel (c) Zeichnung von Susanne Haun

#60.1 Der Nulltunnel (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Jürgen (siehe hier)  meinte, wir müssten anfangen, thematisch zu sortieren und schlug folgende Unterteilung vor:

das Jahr Null, der Nullraum, die Nullprognose, die Nullzerstörung, die Nike, die Time-maschine, die Nullscheiben, die Nullwerkzeuge (Nullzange, Nullkralle, Nullsäge), das Nullpferd, die Nullbarke, die Nullosmose und die Nullen als solches., ie Obszönität und die Vermessung der Null dazukommen

Jürgen und ich sehen uns das nächste mal erst im August und wollen dann zusammen meinen 11. Salon gestalten. Ich möchte bei diesem Salon noch nicht unsere Arbeiten zum Null-Projekt zeigen, Jürgen, meine Räume und der Salon selber eignen sich nicht dafür, die Vielfalt unseres Nullprojekts zu zeigen. Unsere Bewerbungen um eine Ausstellung gestalten sich erwartungsgemäß zäh. Eine Ausstellung ist uns bisher für 2018 für unser Projekt versprochen. Wissen wir bis dahin noch, was wir getan haben oder müssen wir unsere Blogbeiträge lesen? Die Null und unsere verschiedenen Ausdrucksformen müssen sich im Raum entfalten und vor allem – bevor wir sie das erste mal zeigen, müssen wir beide von Angesicht zu Angesicht darüber reden!

Was hälst du davon, wenn wir bei diesem 11. Salon eher von unseren Erfahrungen mit dem Kunstbetrieb in Bezug auf unsere Projekten sprechen? Wir wollen mit unseren Arbeiten einer breiten Masse etwas erzählen, gelingt uns das?

 

Ist etwa auch die Null obzön? – Susanne Haun

Posted in Projekt Null, Zeichnung by Susanne Haun on 25. Mai 2016

Nach meinem Beitrag über die Obzönität der Cashewkerne (siehe hier) fragte mich Jürgen, ob nicht auch die Null obzön sei.

Ich musste sehr überlegen, inwiefern die Null Obzön ist, meine ersten Gedanken dazu lagen zuerst auf der formalen Ebene. Diese Gedanken sind in der ersten Arbeit auch sogleich erkennbar.

#59.1 Die Obzönität der Null (c) Zeichnung von Susanne Haun

#59.1 Die Obzönität der Null (c) Zeichnung von Susanne Haun

Ich besuche zur Zeit das Seminar Kunst und Skandal, aufgrund dessen habe ich mich mit den Culture Wars und Andres Serrano beschäftigt. Das veränderte meine Sicht auf die Obszönität. Meine zweite Arbeit ist stark beeinflusst vom sogenannten „Piss Christ“, den ich nicht blasphemisch oder obszön empfinde.

#59.2 Die Obzönität der Null (c) Zeichnung von Susanne Haun

#59.2 Die Obzönität der Null (c) Zeichnung von Susanne Haun

In meiner dritten Arbeit frage ich mich, ob ich überhaupt in der Lage bin, Obszönität darzustellen. Ich habe natürlich eine Vorstellung davon aber meine Hemmschwelle ist einfach zu groß, um Obzönität darzustellen. Da muss ich wohl noch an mir arbeiten 😉 Meine Mutters Erziehung hat bei mir also sehr große Früchte getragen. Es ist schwer, sich von den ersten Moralvorstellungen, die das Leben lehrt, zu trennen.

Ich bin auf Jürgens antworten gespannt. Ich empfinde die Obzönität der Null als Zwischenspiel, ich antworte mit meinen Arbeiten nicht auf Jürgens gesendete Zeichnungen. Ich werde wohl morgen antworten.

#59.3 Die Obzönität der Null (c) Zeichnung von Susanne Haun

#59.3 Die Obzönität der Null (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Die Nullpause – Zeichnungen von Susanne Haun und Jürgen Küster

Posted in Projekt Null, Zeichnung by Susanne Haun on 14. Mai 2016

Jürgen hat Recht, wenn er in seinem Beitrag schreibt, dass eine Pause mitunter störend ist, in diesem Fall die Pause in unserem gemeinsamen Schaffungsprozeß.

#57.5 Nullbarke (c) Zeichnung von Susanne Haun

#57.5 Nullbarke (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

In meinen Nullräumen hat sich Dantes Barke des Vergessens (siehe die Leinwand von gestern hier) eingeschlichen. Ich habe erst überlegt, ob ich meine letzte Arbeit von heute weglasse, denn darauf werde ich eine zweite Große Leinwand entwickeln. Aber auch der Nullraum ist in die Barke eingeflossen und passt sie nicht gut zum Nullraum? Also habe ich auch diese Zeichnung Jürgen als Antwort gesendet.

Das Nullpferd habe ich in Jürgens erstem Blatt gesehen, ich glaube Jürgen hat da eher die Null aufgelöst?

Ich merke, dass ich mich wiederhole, obwohl Jürgen darauf hinweist, Dass wir uns noch um die Vermessung der Null und die Obszönität der Null kümmern sollten.

 

Die Nullkralle – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Projekt Null, Zeichnung by Susanne Haun on 5. Mai 2016

Nun sind wir bei der Kralle angelangt. Lateinisch wird die Kralle als Unguis, seltener: Unguicula bezeichnet. Ströhmen diese lateinischen Worte nicht schon etwas von einer Bedrohung aus?

 

#55.1 Nullkralle (c) Zeichnung von Susanne Haun

#55.1 Nullkralle (c) Zeichnung von Susanne Haun

„Die Kralle ist eine feste, meist gekrümmte Struktur an den Endgliedern der Extremitäten vieler Tiere, die ihnen als Waffe und zum Greifen dient. Die Kralle gehört zu den Hautanhangsgebilden. Homologe Organe sind bei Menschen und Menschenaffen die Nägel sowie bei Huftieren die Hufe und Klauen.“ schreibt Wikipedia.

Jürgens Kralle erinnert mich an eine Tierfalle und ich denke unweigerlich an Schmerz und an Blut. Ich weiss nicht, ob Jürgen auch diese Assoziationen hatte.

 

Aneignung in der Kunst – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Konzeptkunst, Kunstgeschichte, Projekt Null, Zeichnung by Susanne Haun on 27. April 2016

Jürgen hat schnell auf meine neuen Zeichnungen zum Projekt Null geantwortet. Seine klaren reduzierten Nullräume haben mich sofort angesprochen.

Erst gedachte ich, die Zeichnungen mit Tusche und Feder nachzuzeichnen. Warum die Arbeit machen, fragte ich mich und druckte Jürgens Zeichnungen mit meinem s/w Laserdrucker aus. Mit Zeitungscollagen und rotem Stift habe ich dann die Zeichnungen verändert. Es entspricht vom Sinn der Arbeitsweise die Jürgen und ich bei unseren Berliner Blättern (siehe hier) oder dem Projekt sammenzu (siehe hier).
Die Aneignung ist ein wichtiges Mittel in der zeitgenössischen Kunst. Diese Gattung gehört zur Konzeptkunst und wird Appropriation Art genannt. In Wikipedia steht dazu folgende Definition:

„Im engeren Sinn spricht man von Appropriation Art, wenn Künstler bewusst und mit strategischer Überlegung die Werke anderer Künstler kopieren, wobei der Akt des Kopierens und das Resultat selbst als Kunst verstanden werden sollen (andernfalls spricht man von Plagiat oder Fälschung).“²

Interessant, oder?

 

 

 

_______________

² Wikipedia, 22.4.2016, 9:32 Uhr

%d Bloggern gefällt das: