Die Frau an der Tankstelle · Illustration · Zeichnung

Entscheiden verlangt Mut – Die Frau an der Tankstelle – Zeichnungen von Susanne Haun

Entscheiden verlangt – so wie auch die Freiheit – Mut.

Entscheiden verlangt Mut, 20 x 15 cm, Rapidograph und Buntstift auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun
Entscheiden verlangt Mut, 20 x 15 cm, Rapidograph und Buntstift auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie Autoren es schaffen, so viel Inhalt in so wenige Zeilen zu packen. Das Phänomen der Kurzgeschichte.

Der Satz „Fahr bitte fahr“ widerspricht dem Satz „Entscheiden verlangt Mut“! Der Hauptdarsteller entschließt sich seine Frau zu verlassen. Er steigt einfach mit seinem Koffer während einer Reise aus dem Auto aus. Die Frau bleibt hinter dem Steuer sitzen und fährt weg. Was wäre passiert, wenn sie auf sein „Fahr bitte fahr“ stehen geblieben wäre? Hätte er auch dann noch die Kraft gehabt, zu gehen? Eine Entscheidung muss also auch umgesetzt werden!

Entscheiden verlangt Mut – Die Frau an der Tankstelle – Zeichnungen von Susanne Haun

Die Frau an der Tankstelle · Illustration · Zeichnung

Die Kraft der Projektion – Zeichnung von Susanne Haun

Es ist erstaunlich, welche Eigenschaften der eine Mensch einen anderen Menschen „andichten“ kann.

Es heißt, dass in den ersten 10 Sekunden einer Begegnung über symphatisch und unsymphtisch entschieden wird. Ist uns jemand symphatisch, dichten wir ihm gerne Eigenschaften an, die wir mögen.

Kraft der Projektion - 20 x 15 cm - Rapidograph und Buntstift auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun
Kraft der Projektion – 20 x 15 cm – Rapidograph und Buntstift auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

So beschreibt Schlink in seiner Kurzgeschichte „Die Frau an der Tankstelle“ das Verhältnis von Mann und Frau. Kraft der Projektion wird das Verhältnis zwischen Mann und Frau wieder besser.

Die Kraft der Projektion – Zeichnung von Susanne Haun

Die Frau an der Tankstelle · Illustration · Zeichnung

Die Frau an der Tankstelle – Zeichnungen von Susanne Haun

2003 bin ich nach Südfrankreich gefahren, um dort die Landschaft, das „faule Leben“ und den Klettersport zu geniessen.

Im Gepäck hatte ich unter anderem zwei Bücher, die ich in der Morgenstimmung auf dem Campingplatz illustrierte.
Dazu benutze ich handgeschöpftes Büttenpapier der Größe 15 x 20 cm und einen Rapidograph von Rotring sowie Buntstifte. Diese Materialkombination ist ideal für den Urlaub mit wenigen Gepäck. Der Rapidograph wird mit Kapilarpatronen gefüllt und ist eigentlich für technische Zeichner gedacht. Buntstifte benutze ich immer Polychromes von Faber Castell.

2003, Im Traum, 20 x 15 cm , Rapidograph und Buntstift auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun
2003, Im Traum, 20 x 15 cm , Rapidograph und Buntstift auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

Das erste Buch, was ich las, waren die „Liebesfluchten“ von Bernhard Schlink. Um meine Bilder, die beim Lesen im Kopf entstanden, zu zeichnen, suchte ich mir die Kurzgeschichte „Die Frau an der Tankstelle“ aus. Eine geheimnisvolle Kurzgeschichte ist das – so habe ich sie in Erinnerung.

Nun habe ich sie nochmals gelesen und verstehe sie ganz anders. Ich habe das Gefühl, die Geschichte hat sich in den letzten 10 Jahren geändert. Aber das ist natürlich nicht möglich – so habe ich mich wohl geändert!

So habe ich neue Sätze in der Geschichte markiert. Vielleicht werde ich sie irgendwann für neue Illustrationen benutzen.

2003, Sein Charme, 20 x 15 cm , Rapidograph und Buntstift auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun
2003, Sein Charme, 20 x 15 cm , Rapidograph und Buntstift auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

Die Frau an der Tankstelle – Zeichnungen von Susanne Haun