Susanne Haun

Die emotionale Bindung zum Original – Susanne Haun

Posted in Stillleben, Zeichnung by Susanne Haun on 1. August 2014

Ich hinke beim Lesen der Tageszeitung weit hinter dem aktuellen Tagesdatum hinterher.

Heute bin ich beim Kulturteil des Tagesspiegels vom 5. Juli 2014 angekommen. Mir gefiel der Artikel „Das Ende einer Epoche“ (siehe hier).

Christies Chefmanager Steve Murphy wird in dem Artikel zitiert:
„(…) kommt einen heute die Begeisterung für Kunst teuer zu stehen. Grund dafür ist (…) die emotionale Bindung zum Original: Sie sei noch nie so wichtig gewesen wie im Zeitalter digitaler Bilderflut.“

Wie ist diese digitale Bilderflut zu bewerten? Ab wann können wir von einem Bild bzw. Foto als Kunst sprechen?

Hierzu habe ich mir auch den Bericht vom SWR2 „Die deutsche Lust an der Fotografie“ angehört. Sehr interessant und sehr emotional geführt.

Während des Zeichnens gehen mir die gehörten Worte und gelesenen Zeilen durch den Kopf und ich beende meine Arbeit „Aus der Vergangenheit“.

Das Vergehen der Zeit - 65 x 51 cm - Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

Das Vergehen der Zeit – 65 x 51 cm – Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

Kunst = Kunst – Teil 1 – Diskussion und Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Kunst und Politik, Kunstgeschichte, Tiere, Zeichnung by Susanne Haun on 17. November 2012

Wann ist die Kunst zur Kunst, wie wir sie heute verstehen, geworden? 

Vor der Renaissance wurde die Kunst als ein praktisches Wissen und als Umgang mit Material und Werkzeug verstanden. Deshalb ist es heute auch so schwierig, Bilder aus Werkstätten dem „Meister“ oder Werkstattbetreiber zu zu ordnen. Erst mit Vasaris, der als einer der erster Kunsthistoriker gilt, wurden Viten für Künstler aufgeschrieben.

Möwe 17 x 22 cm Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

Möwe 17 x 22 cm Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

Die Renaissance ist eine der wichtigsten Epochen der Kunstgeschichte und beinhaltet das 15. und 16. Jahrhundert. Mit der Loslösung (der Säkularisierung) von der Kirche wurde die Kunst vom Handwerk zum „höchsten Ausdruck des menschlichen Geistes bewundert“². Sie wurde zu etwas, „das sich nicht erklären und sich nie Erfolgreich auf den Begriff bringen lässt.“²

Im späten 18.Jahrhundert und Anfang des 19.Jahrhunderts hielt man die Kunst für fähig, Defizite der Gesellschaft, Wissenschaft und Arbeitswelt auszugleichen.  Die Kunst galt als Nachfolgerin der Religion, als Heilbringerin und Erlöserin.

Hier an dieser Stelle, Mitte des 19. Jahrunderts, möchte ich eine Pause mit der Definitionen zur Kunst machen und mir die bisherigen Begriffe und Definitionen durch den Kopf gehen zu lassen und durchdenken.

Ich bin bisher noch nicht auf die Idee gekommen, dass die Kunst die Religion ablöste aber es erscheint mir nicht abwägig.

For my English-speaking readers:
When art becomesart as we understand it today?
Before Renaissance, art was seen as a practical knowledge and as dealing with material and tools.
That is why it is today so difficult to classify pictures from masters of the workshops Only with Vasari, who is considered one of the first art historian, CV’s of Artists were written.
The Renaissance is one of the most important periods of art history and includes the 15th and 16 Century. With the separation (secularization) of the church was the art now „admired highest expression of the human spirit“ to ². It became something that „can not be explained and never successfully bring to the concept.“ ²

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Pfisterer, Ulrich (HG), Metzlers Lexikon Kunstwissenschaft, Stuttgart 2003, 2011²

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