Susanne Haun

Ein Hoplit aus Athen – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Zeichnung by Susanne Haun on 6. Dezember 2017

 

Geplant war es nicht, ich habe mir in Athen einen Wunsch erfüllt, den ich schon lange in mir trage.

Im Museumsshop des Poseidontempels (Reisebericht folgt später im Monat) wurden Abgüsse von Antiken Köpfen verkauft. Vorweg standen die üblichen Verdächtigen: Athene, Aphrodite, Poseidon etc. pp.

Gerda zeigt eine schöne Auswahl an Köpfen aus dem Archäologischen Museum Athen in ihrem Blog (siehe hier).

 

Mein Hoplit (c) Zeichnung von Susanne Haun

Mein Hoplit (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Ganz unten in einer Vitrine zu meinen Fußen schaute mich ein Hoplit an, der Helm zerbrochen, sein Kopf freigelegt und ich wusste, dass er der meine ist! Für ihn hätte ich sogar meine Kleidung in Athen gelassen 😉 . Ich konnte ihn zu einem erschwinglichen Preis mitnehmen. Hier in Berlin hätte ich für einen Abguß dieser Größe gut und gerne das Fünffachen bezahlt.

Ein Hoplit war ein Angehöriger der Haupttruppe der griechischen Heere der archaischen und klassischen Zeit.

Mein Hoplit hat sogar ein Zertifikat vom Ministerium für Kultur und Wissenschaften. Er ist die Inv.Nr. 1934 des archäologischen Nationalmuseums und nennt sich Marmorkopf eines Kriegers aus dem Aphaiatempel in Ägina. Um 500 v. Chr.#

 

 

 

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² https://de.wikipedia.org/wiki/Hoplit , 6.12.2017, 13:58 Uhr
(altgriechisch ὁπλίτης hoplítēs von ὅπλον hóplon‚ Kriegsgerät, schwere Waffen, schwere Rüstung, Schwerbewaffnete‘)

 

 

Ich nenne sie Maggie – Objekt von Susanne Haun

Posted in Ojekt, Zeichnung by Susanne Haun on 20. Juni 2015

Der Arbeitstitel für mein Objekt ist „Maggie“.

Meine Dinge in meinem zweiten Atelier im Wedding - Foto von Susanne Haun

Die gute alte Maggie in meinem damaligen Atelier in der Martin-Opitz Strasse  – Foto von Susanne Haun

 

Vor einigen Jahren hatte ich eine Schaufenster-Hut-Puppe bei ebay ersteigert. Ich nannte sie Maggie. Bei einen meiner vielen Atelierumzüge verkaufte ich sie wieder bei ebay und habe sie seither jeden Tag vermisst. Ich verkleinerte mich damals räumlich und meinte, keinen Platz mehr für meine Maggie zu haben. Das stimmte auch. Aber trotzdem …. vielleicht hätte ich sie irgendwo zwischenlagern können….

Von den Proportionen sieht meine „neue Maggie“ fast so aus wie die Alte.

 

Entstehung von Maggie - Objekt Zeichnung von Susanne Haun

Entstehung von Maggie – Objekt Zeichnung von Susanne Haun

 

Es ist nicht einfach, den Torso zu bezeichnen. Heute habe ich auf der linken Torsohälfte einen Vogel gezeichnet und war stark am überlegen, wie ich den Kopf gestalten werden. Das Gesicht ist mir zu schön.

Die Schäden bezeichne ich deutlich sichtbar. Sie wirken für sich betrachtet abstrakt. Mehr als eine Abstrakte Vorstellung von unserem Gehirn besitzen wir leider auch nicht.

 

Entstehung von Maggie - Objekt Zeichnung von Susanne Haun

Entstehung von Maggie – Objekt Zeichnung von Susanne Haun

Entstehung von Maggie - Objekt Zeichnung von Susanne Haun

Entstehung von Maggie – Objekt Zeichnung von Susanne Haun

 

Wolken vor dem Mondlicht – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Die Versuchung des heiligen Antonius, Landschaft, Zeichnung by Susanne Haun on 26. Februar 2013

Es gab eine Zeit, da war der Mond noch geheimnisvoll und Inhalt zahlloser Spekulationen und schöner Geschichten.

Ich habe noch eine sehr dunkle Erinnerung an die erste Mondlandung und wie wir alle vor dem Fernseher saßen. Vielleicht ist es aber auch eine Erinnerung, die ich durch die Erzählungen meiner Eltern als meine angenommen habe.

Blatt 108 Mondlicht sickert durch eine Wolke (c) Zeichnung von Susanne Haun

Blatt 108 Mondlicht sickert durch eine Wolke (c) Zeichnung von Susanne Haun

The Man who sold the moon“ von Robert A. Heinlein gehörte zu einer meiner Lieblings SF Geschichten. Auch die Story von Mike, dem Mondcomputer, der eine Seele hat, stammt von Heinlein. Lange vor dem Computerzeitalter und der Mondlandung schrieb er darüber.

„Das Mondlicht sickert durch eine Wolke und fällt auf das Kind.“ schreibt Flaubert.

Blatt 109 Entstehung Mondlicht fällt auf das Kind (c) Zeichnung von Susanne Haun

Blatt 109 Entstehung Mondlicht fällt auf das Kind (c) Zeichnung von Susanne Haun

Aber er spricht nicht von einem gewöhnlichen Kind, weiße Haare bedecken den übergroßen Kopf des Kindes. Es ist in einem erbärmlichen Zustand und hält eine Papyrusrolle in der Hand.

Das gesamte Zitat klingt nach der Farbe schwarz.

Blatt 109 Mondlicht fällt auf das Kind (c) Zeichnung von Susanne Haun

Blatt 109 Mondlicht fällt auf das Kind (c) Zeichnung von Susanne Haun

For my English-speaking readers:

There was a time, when the moon was still mysterious and content of countless speculation and beautiful stories.

„The moonlight seeping through a cloud and falls on the child.“ Wrote Flaubert.

But he is not talking about an ordinary child. White hairs cover the oversized head of the child. The Child ist holding a papyrus role in his hand.

The entire quote sounds like the color black.

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Flaubert, Gustave, “Die Versuchung des heiligen Antonius, aus dem Französischen von Barbara und Robert Picht,insel Taschenbuch 1868, Erste Auflage 1996

Die Lilie – Symbol für Jungfräulichkeit – Zeichnung von Susanne Haun

In der Ikonografie steht die Lilie als Symbol für die Jungfräulichkeit.

Auf den Bildern der alten Meister ist der Engel der Verkündigung mit einer Lilie in den Händen zu sehen. Auf der Homepage der Martin-Luther Gemeinde in Salzgitter habe ich eine schöne Übersicht von Bildern der Verkündigung Marias gefunden (siehe hier)
Mein Favoritenbild ist die Darstellung von Dante Gabriel Rossetti, dem Präraffaeliten. Maria sitzt auf einer Bank in die Ecke gedrängt, erstarrt ob der Verkündigung des Engels.

Blatt 106 Geknickte Lilien  (c) Zeichnung von Susanne Haun

Blatt 106 Geknickte Lilien (c) Zeichnung von Susanne Haun

„Sie ziehen am heiligen Antonius vorbei…, die grünen Boten mit geknickten Lilien in den Händen.“ Gustave Flaubert

Ziehen also Engel mit entjungferten Frauen an Antonius vorbei? Ist es nicht anzunehmen, dass Flaubert die Bedeutung der Lilie kannte und sie hier sinnbildlich einsetze?

Dreimal hat Flaubert die Versuchung geschrieben, 1859, 1876 und 1872. 30 Jahre lang begleitete Antonius Flaubert.

Flaubert schrieb selber zu seinem Antonius:
„Ich verbringe die Nachmittage bei geschlossenen Läden, zugezogene Vorhänge, (…) ich brülle! Ich schwitze! Es ist herrlich (…) Nie sind mir verrücktere Einfälle gekommen.“

Der Antonius ist keine einfach Lektüre, die man nebenbei „verschlingen“ kann. Sie ist voller Selbstzerfleischung und Andeutungen.

Ich bin der Auffassung, dass das auch in den Arbeiten von mir zu sehen sein muss. Ich quäle mich bei der Umsetzung der Texte. Es ist gut, dass ich mich quäle, denn nur so kann ich den Gedanken Flauberts in meinen Zeichnungen aufnehmen. Und manchmal sitze ich auch hier an meinem Arbeitstisch und brülle vor Wut, weil die Umsetzung nicht das von mir gewünschte Ergebnis hervorbringt und ich ein neues Blatt hervornehme.

Blatt 107 Geknickte Lilien in den Händen  (c) Zeichnung von Susanne Haun

Blatt 107 Geknickte Lilien in den Händen (c) Zeichnung von Susanne Haun

For my English-speaking readers:

In the iconography the lily stands for virginity.

„They pass on St. Anthony … that green messenger with broken lilies in their hands.“ Gustave Flaubert

So if I have the mention of lily in my head, angel dragging with deflowered women past Anthony? I think Flaubert knew the meaning of the lily.

Three times Flaubert wrote the temptation, 1859, 1876 and 1872. 30 years accompanied Antony Flaubert.

Flaubert wrote to his own Anthony:
„I spend the afternoons with closed jalousie, drawn curtains, (…) I scream! I’m sweating! It’s gorgeous (…) I have never been crazier ideas. “

The temptation of Anthony is not easy reading, it’s not a book you can „swallow“. It is full of self-flagellation and innuendo.

I believe that this must be seen in the works of mine. I am tormented in the implementation of the texts. It’s good that I torture myself, the only way I can show the idea of Flaubert in my drawings. And sometimes I sit here at my desk and shout in anger because the drawing does not produce the desired result of me and I’ll take out a new leaf.
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Flaubert, Gustave, “Die Versuchung des heiligen Antonius, aus dem Französischen von Barbara und Robert Picht,insel Taschenbuch 1868, Erste Auflage 1996

Sein kleiner Kopf zeigt ein Menschengesicht – Antonius – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Die Versuchung des heiligen Antonius, Tiere, Zeichnung by Susanne Haun on 21. Februar 2013

„Ein großer Vogel der vom Himmel herabfliegt, läßt sich auf dem Scheitel ihrer Haare nieder, […] Sein kleiner Kopf zeigt unter einer silbernen Haube ein Menschengesicht.“
Flaubert in Antonius Versuchungen

Ich zeichne sehr gerne Vögel in sofern ist das Zitat, was Ute ausgewählt hat, auch für mich eine große Inspirationsquelle. Trotzdem habe ich mehrere Anläufe benötigt, es zu meiner Zufriedenheit umzusetzen. Die ersten beiden Blätter hätte ich fast weggeworfen, weil sie noch einen sehr suchenden Charakter haben. Aber als ich dann alle Arbeiten nebeneinander sah, gehörten sie sehr zur Serie dazu.

Es hat mir gefallen, dass der Vogel von Flaubert keiner Art zugeordnet wurde. So konnte ich ein neues Vogelwesen schaffen.

Blatt 105 Sein kleiner Kopf zeigt unter einer silbernen Haube ein Menschengesicht  (c) Zeichnung von Susanne Haun

Blatt 105 Sein kleiner Kopf zeigt unter einer silbernen Haube ein Menschengesicht (c) Zeichnung von Susanne Haun

Ute Schätzmüller und ich haben uns schon auf die Zitat der ersten drei Kapitel geeinigt. Ute hat sich gestern mit Löwen, eine tanzende Königin und der “helle Morgenstern” im Frührot des Tages auseinander gesetzt.

Auf unserem Projektblog könnt ihr das gut verfolgen

Wenn ihr mehr von dem Projekt in meinem Blog lesen wollt, dann könnt ihr das hier.

Blatt 102 Vom Vogel getroffen  (c) Zeichnung von Susanne Haun

Blatt 102 Vom Vogel getroffen (c) Zeichnung von Susanne Haun

For my English-speaking readers:

A large bird falling down from the sky, can be deposited on the top of her hair, […] His little head under a silver dome shows like a human face.“ Flaubert in Anthony temptations

I love to draw birds like in the quote. Ute has chosen this quote and it is for me a great source of inspiration. Nevertheless, I needed several tries to make the work to my satisfaction. The first two sheets I had almost thrown away because they still have a very searching character. But when I saw all work side by side, they were part of it much to the series.

I liked that the bird wasn’t assigned any kind by Flaubert . So I could create a new bird creature.

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Flaubert, Gustave, “Die Versuchung des heiligen Antonius, aus dem Französischen von Barbara und Robert Picht,insel Taschenbuch 1868, Erste Auflage 1996

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