Susanne Haun

Erinnerungslandschaften – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Kunstgeschichte, Landschaft, Zeichnung by Susanne Haun on 3. Oktober 2018

 

Erinnerungslandschaft vom 2.10.2018, Zeichnung (c) VG Bild Kunst, Bonn 2018

Erinnerungslandschaft vom 2.10.2018, Zeichnung (c) VG Bild Kunst, Bonn 2018

 

Zur Zeit schaffe ich  es gerade einmal bei Instagram meine (schon vorhandenen Zeichnungen) zum #inktober #inktober2018 (siehe hier) zu posten.

Neben dem Showdown im 5. Kapitel meiner Masterarbeit nehme ich mir für nichts anderes Zeit. Es ist beschwingend, die bisher gespannten Fäden zusammenzuführen und einen Höhepunkt in der kunsthistorischen Betrachtung zu schaffen.

Mein Protagonist, Franz Theobald Horny, zeichnete Erinnerungslandschaften. Schon im Januar 1815 in Weimar erwähnt Horny in seinem Tagebuch, dass er tagsüber das Vorbild (Motiv) mit der anstrengendsten Aufmerksamkeit betrachte und dann am Abend aus dem Kopf zeichne. Die Idee dazu bekam Horny bei der Lektüre der Biographie Asmussen Jakob Carsten von Carsten Fernow. Im Kapitel Kunststreben formulierte er, dass Carsten danach strebte mit dem Umsetzen des Gesehenen in eigenen Erfindungen, statt durch langwierige Nachahmung zum Ziel zu kommen.[1]

Ich habe gestern nach meinem Einkauf in einem großen Outdoorbekleidungsladen Erinnerungslandschaften in mein Skizzenbuch gezeichnet. Das war sehr schwer, denn ich habe es mir vorher nicht vorgenommen und mir den Straßenzug nicht genau angeschaut. Offensichtlich interessieren mich Straßenzüge sehr viel weniger als Landschaften, Tiere und Blumen in den Bergen. 😉

 

 

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[1]

Horny, Franz Theobald, Tagebucheintragung vom 25. Januar 1815, in Fabritius, Heinke, Die italienischen Landschaftszeichnungen Franz Hornys, Berlin 2006, S. 277.

Fabritius, Heinke, Die italienischen Landschaftszeichnungen Franz Hornys, Berlin 2006, S. 63 – 67.

Schreiben und Zeichnen auf dem Balkon – Susanne Haun

Posted in Blumen und Pflanzen, Zeichnung by Susanne Haun on 10. August 2018

 

Beim Master schreiben auf dem Balkon (c) Foto von Susanne Haun

Beim Master schreiben auf dem Balkon (c) Foto von Susanne Haun

 

Jeden Tag schreibe ich an meiner Masterarbeit.

 

Die erste Zeit als es die Temperaturen noch nicht über 30 Grad lagen, konnte ich noch auf dem Balkon arbeiten. Inzwischen sind dort um die Mittagszeit in der Sonne um 45 Grad, der Balkon liegt in der Sonne und der Schirm kann die Hitze nicht abwehren. Dann wird es Zeit, mich in mein Arbeitszimmer zurückzuziehen. Nach Sondierung der für den Master zu leistenden Arbeit hoffe ich, Ende Oktober fertig zu sein, jedoch spätestens Ende des Jahres.

 

Beim Zeichnen auf dem Balkon (c) Foto von Susanne Haun

Beim Zeichnen auf dem Balkon (c) Foto von Susanne Haun

 

Zwischendurch zeichne ich, meine Balkonblumen sind ein wahres Eldorado für mich.

 

 

Treffen von Theorie und Praxis in der Radierkunst

Posted in Berlin - Atelier, Radierung, Workshop by Susanne Haun on 3. August 2018

 

Wie gelangt der Staub für eine Aquatinta-Radierung auf eine Zinkplatte?

Wie können mehrere Farben in einem Tiefdruckmotiv gedruckt werden?

Wie wird ein Abklatschdruck erstellt?

Diese Fragen, und noch einige mehr, stellten sich im Juni 2018 Studentinnen und Studenten der Freien Universität Berlin im Atelier von Susanne Haun.

Wie es dazu kam?

 

Fröhliches Arbeiten beim Seminar Druckgraphik bei Susanne Haun (Von Links nach Rechts, verdeckt Meike, Herr Rees, Elke, Patricia und Alena

Fröhliches Arbeiten beim Seminar Druckgraphik bei Susanne Haun (Von links nach rechts, verdeckt Meike, Herr Rees, Elke, Patricia und Alena)

 

An der FU Berlin konnten im Sommersemester 2018 Studentinnen und Studenten der Kunstgeschichte das Seminar Einführung in die Technik und Materialität der Druckgraphik bei Prof. Dr. Joachim Rees wählen. Das Seminar war in drei Themenbereiche unterteilt: Hoch-, Tief- und Flachdruck. Der Bereich Tiefdruck wurde mit einem Atelierbesuch angereichert, bei dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seminars praktische Erfahrungen in der Aquatinta- und Kaltnadelradierung sammeln konnten.

Theoretisch waren die oben gestellten Fragen schon zum Zeitpunkt des Atelierbesuchs beantwortet, einzig an der praktischen Vorstellung fehlte es noch.

Eine gemeinsame Aquatinta Radierung

So beschloss ich, keine Vorführung der Aquatinta Radierung, sondern eine gemeinsame Radierung zu erstellen. Bei dem engen Zeitrahmen möchte so eine gemeinsame Arbeit gut vorbereitet sein. Bei der Aquatinta Radierung werden die Vertiefungen chemisch, in unserem Fall mit Salpetersäure in die Zinkplatte geätzt. Wichtig war mir, dass jeder der Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen kleinen Teil der vorbereiteten Zinkplatte mit Kolophonium bestäuben konnte. In großen Werkstätten gibt es dafür Staubkästen. In meinem vergleichsweise kleinen Atelier benutze ich dafür ein Marmeladenglas mit Kolophonium, über das ein Perlonstrumpf gezogen wird. Zum Gelingen einer guten Staubdichte spielen bei dieser Methode die Den(ier) Zahl des Strumpfes und die Geschicklichkeit beim Streuen des Inhalts aus dem Marmeladenglas eine Rolle. Sicher, um ein gutes Ergebnis zu erzielen, hätte ich die Zinkplatte schon vorab bestäuben können, aber was hätten dann die Studentinnen und Studenten gelernt? Ich halte „learning by doing“ für sehr ergebnisfördernd!

So entstand durch gemeinsames bestäuben, abdecken und ätzen die erste Aquatinta Radierung auf 300g Hahnemühle Kupferdruckkarton. Auf dem fertigen Blatt ist zu erkennen, wie stark das Ergebnis vom Streumuster des Staubs und von der Ätz-Zeit abhängig sind.

 

 

Ein jeder mit seiner Kaltnadelradierung

 

Im zweiten Teil des Seminartages konnte jede/r selbst eine Kaltnadelradierung erstellen. Im Gegensatz zur Aquatintaradierung handelt es sich bei der Kaltnadelradierung um ein mechanisches Verfahren, in dem mit einer Radiernadel in die Oberfläche des Druckträgers Linien gezogen werden. Im Vorfeld wurde abgesprochen, dass entweder ausgediente CD’s oder mitgebrachte Kupfer-, bzw. Zinkplatten verwendet werden. Ich freute mich sehr, dass sich alle schon Gedanken vorab zu den Motiven gemacht hatten und keine Zeit dafür verwendet werden musste.

Elke Tenkamp hat das stufenweise Ätzen besonders gefallen, zu sehen, wie sich beim Aquatinta-Verfahren die feinen Nuancen gestalten lassen und von wievielen Faktoren das Ergebnis schließlich abhängig ist. Ein Überraschungseffekt war für Elke die Erfahrung zu sehen, wie unterschiedlich die Radierungen auf dem jeweiligen Papier ausfallen und wie anders der Druck bei dünnerem Papier aussieht.

 

 

Das Ergebnis der Radierung ist tatsächlich sehr abhängig von dem verwendeten Kupferdruckpapier ist. Deshalb wurden von mir fünf unterschiedliche Papierarten von Hahnemühle angeboten und im Ergebnis konnte festgestellt werden, dass auf dem dünneren 150g Papier auch die am flachsten gezogen Linien gut zu erkennen waren während beim 300g dicken Papier die flachen Linien verschwinden.

„Im Atelier von Susanne lernte ich erst die Faszination der Radierung von der Planung und Herstellung einer Druckvorlage, bis hin zum fertigen Kunstwerk kennen, denn es gibt viele verschiedene Möglichkeiten in der Herangehensweise und jeder weitere Schritt lädt zum Ausprobieren und Experimentieren ein.“ bewertete Patricia Nagel den Atelierbesuch. Die Fotos zeigen Patricia mit ihrer Stuhlradierung auf 150g und 300g starkem Papier.

 

 

Um die Drucke farbenfroh zu gestalten, wurden die Druckträger mit unterschiedlichen Farben eingerieben. Bei den kleinen, dünnen CD’s war das nicht so einfach. Meike hatte eine 10 x 15 cm große Kupferplatte mitgebracht und war sehr fleißig, während wir diskutierten, druckte sie an der Presse eine ihrer Portraitradierungen nach der anderen. Ich hatte noch nie eine Schülerin, die mit solch einer Hingabe schraffierte. Nicht selten muss ich darauf hinweisen, auch die Schraffuren mit Herzblut auszuführen. Meike hat das Erstellungsdatum und auch eine Signatur in die Platte geritzt.

Meike konnte sich vor dem Seminar nicht vorstellen, wie spannend es ist, wenn man vor der Presse steht und langsam den Druck hochhebt!

 

 

Herr Rees ließ es sich nicht nehmen, auch Linien in eine CD zu reißen. Ihn interessierte dabei besonders das Vergehen von Zeit als Motiv in Form einer Uhr und die Prägung von Gegenständen in das nasse Kupferdruckpapier. Dazu suchte er sich ein Centstück aus dem Portemonnaie und platzierte dieses im CD-Loch. Unter die als Uhrscheibe gestaltete und mit Farbe eingeschmierte CD wurde eine weitere unbearbeitete CD gelegt. Beim Drehen der Radierwalze prägte sich das Centstück und auch die Form der unbearbeiteten CD in das Papier. Herr Rees hat vor, seine Radierung mit Bleistift geschriebenen Texte zu versehen.

 

 

Alena machte die Erfahrung, dass es wichtig ist, die Druckwalze über die gesamte Druckplatte zu bewegen. Bei ihrem ersten Druck hörte sie zu früh auf, und so fehlt unten ein Teil des Drucks. Die Fläche bearbeitete sie mit einem Roulette, dass viele kleine Punkte in die Platte sticht, die radiert als Fläche dargestellt werden.

 

 

 

Sehr schnell waren sieben Stunden vergangen und das Seminar blickte auf einen von der Arbeite verwüsteten Tisch und viele Ergebnisse.

Der Rollenwechsel von der Studentin zur Künstlerin/Dozentin war für mich im Laufe meines Studiums nicht immer einfach und forderte mich besonders bei diesem Seminar. Es hat mir nichtsdestotrotz viel Spaß gemacht, meine Leidenschaft für die Radierung mit dem Seminar zu teilen.

 

Wissenswert: Im März dieses Jahres sind Künstlerische Drucktechniken des Hochdrucks, Tiefdrucks, Flachdrucks, Durchdrucks und deren Mischformen mit Beschluss der Deutschen UNESCO-Kommission in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden.

 

Literatur:

Karin Althaus

Druckgrafik. Handbuch der künstlerischen Drucktechniken. In Zusammenarbeit mit der Graphischen Sammlung der ETH Zürich, mit einem Essay von Paul Tanner, Zürich 2008

Susanne Haun

Die Kunst der Radierung, München 2012.

Walter Koschatzky

Die Kunst der Graphik. Technik, Geschichte, Meisterwerke, Originalausgabe Salzburg 1972, 14. Aufl. München 2003.

Ernst Rebel

Meisterwerke der Druckgrafik, Stuttgart 2010.

Druckgrafik. Geschichte und Fachbegriffe, mit 56 Abb. und Risszeichnungen, Stuttgart 2009 (2. Aufl.).

Sommerpause

Posted in Tiere, Zeichnung by Susanne Haun on 4. Juli 2018

 

Liebe Freundinnen und Freunde meiner Kunst!

 

Fünf (5!) Jahre habe ich an der Freien Universität Berlin Kunstgeschichte studiert und bin mit Ende diesen Semesters scheinfrei.

Nun gilt es die Masterarbeit zu schreiben und im Anschluss das Fachgespräch zu führen.

Als Thema meiner Arbeit habe ich mir eine Zeichnung von Franz Theobald Horny ausgesucht. Wer mich kennt, der weiß, dass ich schon einige Zeilen zum Thema geschrieben und vor allem natürlich  viel gelesen habe.

Warum also bin ich noch nicht fertig?

Zum einen stressen mich solche „wichtigen“ Texte genau wie Zeichnungen, die ich für „wichtige“ Ausstellungen produziere muss und zum anderen ist meine Zeit für den Master zu sehr durchbrochen von den anderen Dingen, die mein Künstlerinnen Alltag mit sich bringt.

 

Um in Ruhe schreiben zu können, gehe ich nun in eine Sommer-Blog-Pause.

 

Ammonit - Zeichnung von Susanne Haun - 20 x 30 cm - Tusche und Aquarellstifte auf Bütten

Ammonit – Zeichnung von Susanne Haun – 20 x 30 cm – Tusche und Aquarellstifte auf Bütten

 

Während der Blogpause werde ich weiter mein Sonntagszitat bloggen 😉

Nach der Sommerpause erfahrt ihr mehr von Radiervorführung und Workshop, den ich für das Druckgraphik Seminar an der Uni gehalten habe. Ich werde ebenso von der letzten Station meiner Afrika Reise erzählen, genau wie vom 20jährigen Bestehen des Buchdruckmuseums von Hans Hilmar Koch in Krakow am See. Meine Liste mit Themen, zu denen ich noch schreiben möchte ist lang.

Natürlich werde ich während der Sommerpause zeichnen.

Wer möchte, kann während der Pause einen der 3.207 Blogbeiträge lesen, die ich in den vergangenen 9 ½ Jahre geschrieben habe. Um zu finden, was euch interessiert, könnt ihr die Suchfunktion nutzen, euch im Archiv einen bestimmten Monat aussuchen oder in den zahlreichen Kategorien wie z.B.  Blumen oder Reiseberichte -> Toskana wählen.

Ich wünsche euch einen sonnigen Juli

Susanne Haun

Galerie Wedding: Wer bin ich und wer bist du? — Weddingweiser

Posted in Ausstellungstip by Susanne Haun on 21. Juni 2018

 

Nachdem ich die Vernissage der Ausstellung „I Am Large, I Contain Multitudes“ in der Galerie Wedding besucht habe, schrieb ich folgenden Beitrag für den Weddingweiser.

 

 Einblick in die Ausstellung I AM LARGE in der Galerie Wedding (c) Foto von Susanne Haun

Einblick in die Ausstellung I AM LARGE in der Galerie Wedding (c) Foto von Susanne Haun

 

Bis zum 15. Juli zeigt die Galerie Wedding im Rathaus Wedding in der Müllerstraße die Ausstellung „I Am Large, I Contain Multitudes“. Sie fragt mit den Exponaten nach den Dingen, die dem Leben einen Sinn geben und wie eine erfolgreiche Selbstinszenierung gelingen kann.

943 weitere Wörter unter dem Link zum Weddingweiser:  Galerie Wedding: Wer bin ich und wer bist du? — Weddingweiser

 

 

Freude an Instagram und am Querdenken – Susanne Haun

Posted in Kunstgeschichte by Susanne Haun on 11. Juni 2018

Quer Denken (c) Susanne Haun

 

 

 

Wie komme ich zu einem Text?

Ich agiere gerade mit viel Freude auf Instagram und probiere die Möglichkeiten aus. @susanne_haun werde ich dort genannt. Beim Ausprobieren entstehen natürlich auch Dinge, die ich mir anders vorgestellt habe. Dafür ist Ausprobieren da!

Texte in der Kunst sind interessant und schon früh in der Kunstgeschichte zu beobachten. Albrecht Dürer schreibt auf seinem Selbstbildnis im Pelzrock, das um 1500 entstand rechts von seinem Gesicht auf Augenhöhe: „Ich, Albrecht Dürer von Nürnberg, habe mich selbst mit unvergänglichen Farben so gemalt, im 28. Jahr meines Lebens.“

 

Manchmal ist

Quer
denken

GUT

und führt zu neuen Ergebnissen.

 

 

Morbider Charme: Videokunst im Krematorium Wedding

Posted in Ausstellungstip by Susanne Haun on 9. Juni 2018

 

Dieser Artikel erschien zuerst im Weddingweiser (siehe hier).

 

Galerie Ebensperger, Eingang Platanenstraße 30, Foto: S. Haun

Galerie Ebensperger, Eingang Platanenstraße 30, Foto: S. Haun

 

Videokunst ist derzeit in der Galerie im Krematorium Wedding zu sehen. Bis zum 30. Juni können in der Galerie Ebensperger im

Krematorium Wedding Arbeiten vom Berliner Filmemacher Romuald Karmakar gesehen werden. Ein Blick in die Ausstellung.

 

 

 

 

Choräle in der Aussegnungshalle

Das Werk „Byzantion“ von 2017, ein 14-minütiges Digitalvideo, das Karmakar schon in Kassel auf der documenta 14 zeigte, füllt mit seinen Gesängen den gesamten oberen Ausstellungsbereich. Mussten Besucherinnen und Besucher in Kassel im Westpavillion der Orangerie teilweise lange Wartezeiten in Kauf nehmen, um in den Genuss des Filmes zu kommen, kann man nun in Ruhe in der ehemaligen Aussegnungshalle im Wedding die dargebotenen Choräle genießen.

 

 

Eine Szene aus dem Video „Byzantion“. Es hatte bei der Dokumenta in der Kassel 2017 Premiere. © Pantera Film

Eine Szene aus dem Video „Byzantion“. Es hatte bei der Dokumenta in der Kassel 2017 Premiere. © Pantera Film

Insgesamt umfasst die Galerie im Krematorium eine Fläche von 1000 Quadratmeter. Diese besondere Ausstellungsfläche steht unter Denkmalschutz und passt hervorragend zu den choralen Gesängen des Films. Die Drehorte werden im Film gezeigt, es handelt sich um die Kirchen “Ieros Naos Analipseos tou Kyriou” in Athen, Griechenland und die Kirche “St. Vladimir” in Island.

 

 

 

 

In den Kellerräumen sind weitere Werke zu sehen. Sechs Fernbedienungen braucht es, um alle Videos in Gang zu setzen und eine halbe Stunde vor Öffnung der Ausstellungen müssen alle Geräte eingeschaltet werden, um den Besucherinnen und Besuchern die Videos zu präsentieren.

 

Ausstellungsbereich unter der Aussegnungshalle (c) Galerie Ebensperger

Ausstellungsbereich unter der Aussegnungshalle (c) Galerie Ebensperger

 

Kunst in der Herrentoilette

 

Installation in der Herrentoilette. © Ludger Paffrath, Courtesy Ebensperger Berlin/Salzburg

Installation in der Herrentoilette. © Ludger Paffrath, Courtesy Ebensperger Berlin/Salzburg

Selbst die Herrentoilette wird als Ausstellungsfläche genutzt. Über dem Waschbecken, wo eigentlich der Spiegel erwartet wird, zeigt ein Flachbildschirm „Das Himmler-Projekt – Manfred Zapatka und die Rede Heinrich Himmlers bei der SS-Gruppenführertagung in Posen am 4. Oktober 1943“. Karmakar schuf das Werk im Jahr 2000, es ist 182 Minuten lang. Der Film erhielt den Adolf-Grimme-Preis Spezial (2002), den 3sat-Dokumentarfilmpreis (2000) und wurde 2008 vom Museum of Modern Art in New York in die Liste der 250 wichtigsten Anschaffungen des Museums seit 1980 aufgenommen.

Ich persönlich wollte keine drei Stunden auf der Herrentoilette ausharren, gleichwohl mich der Ausstellungsort sehr beeindruckte. Durch das sakrale Fenster mit gelbem Glas fällt auf das erste Urinal ein Lichtschein, der im starken Kontrast zu den unverputzten Mauersteinen steht.

 

 

 

Zwei Eingänge führen in die Ausstellung

 

Galerie Ebensperger, Eingang vom Silent Green aus, Foto: S. Haun

Galerie Ebensperger, Eingang vom Silent Green aus, Foto: S. Haun

Von der Platanenstraße 30 (gegenüber der Platanenstraße 10) führt eine Tür in die Galerie Ebensperger. Wir mussten schon etwas suchen, bis wir die Tür fanden und uns klar wurde, dass erst eine Klingel den Eintritt ermöglicht. Hier sollte die Besucherin, der Besucher keine Hemmungen haben, es lohnt sich, zu klingeln und einzutreten. Der Zugang über das Silent Green ist ebenfalls möglich, hierzu einfach am Café Mars vorbei geradezu gehen.

Leider gibt es von der derzeitigen  Ausstellungssituation Karmakars  in der Aussegnungshalle noch keine vom Künstler abgesegneten Fotos, weswegen wir hier Fotos der Lokation von vergangenen Ausstellungen zeigen.

 

Galerie Ebensperger im Krematorium Wedding, Plantagenstraße 30, Freitag 12–18 Uhr und Samstag/Sonntag 11–17 Uhr geöffnet, aktuelle Ausstellung bis 30. Juni

 

Die blaue Blume sehn‘ ich mich zu erblicken

Posted in Zeichnung by Susanne Haun on 4. Mai 2018

 

Zur Einstimmung der Wiederaufnahme meiner Masterarbeit habe ich begonnen Novalis Heinrich von Ofterdingen zu lesen.

Dieser in Fragmenten gebliebene, nach dem Tod von Novalis von Friedrich Schlegel veröffentlichte Roman, passt ausgezeichnet zur Zeichnung von Franz Theobald Horny, die ich innerhalb meiner Masterarbeit diskutiere.

So wird es hier im Blog wieder etwas ruhiger um mich werden. Ich benötige meine Energie zum Zeichnen und Schreiben. Die Masterarbeit ist die letzte schriftliche Arbeit, die ich innerhalb meine Studiums der Kunstgeschichte noch anfertigen muss. Alle Hausarbeiten sind geschrieben und abgegeben, zwei Seminare sind noch aktiv und regelmäßig zu besuchen und dann bin ich nach diesem Semester scheinfrei. Als Ziel habe ich mir vorgenommen, die Masterarbeit Ende Juli zu beenden.

In meinem Rhythmus Zeichnung – Masterarbeit beginne ich mit der blauen Blume aus Novalis Roman, sie wurde bildhaft zum Symbol der Romantik.

 

Blaue Blume - Zeichnung von Susanne Haun - 17 x 22 cm - Tusche auf Bütten

 

 

 

Letzte Möglichkeit für die Besichtigung der Installation „Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen“

 

Susanne Haun dokumentiert die Installation Kuenstlerischer Umgang mit Erinnerungen (c) Foto von Doreen Trittel

Susanne Haun dokumentiert die Installation Kuenstlerischer Umgang mit Erinnerungen (c) Foto von Doreen Trittel

 

Die Ausstellung „Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen“mit der gleichnamigen Installation von Doreen Trittel und mir kann nur noch heute Donnerstag, den 3. Mai, 15 – 18 Uhr, und Freitag, den. 4. Mai 10 – 13 Uhr besichtigt werden.

Beim Salon und Auftakt zur Ausstellung im März fragten Doreen und ich uns mit unseren Gästen, wie beständig Installationen sind. Bleibt von dieser Art von Werken noch in 100 Jahren etwas übrig? Wie wird die Kunstwissenschaft mit diesem Thema umgehen?

Am Montag bauen Doreen und ich die Ausstellung ab. Da Installationen am Ort gebunden sind, wird sie in dieser Art nicht mehr zu besichtigen sein. Wir werden nun ein Portfolio erstellen und erhoffen uns, neue Orte für unser Werk zu finden.

Wir freuen uns auf euren Besuch!

 

 

Künstlerischer Umgang mit Erinnerung – Bericht vom 16. Kunstsalon am Dienstag – Gast Doreen Trittel

Posted in Salon, Zeichnung by Susanne Haun on 21. März 2018

Ich freue mich sehr, dass immer mehr Interessierte den Weg in mein Atelier zum Kunstsalon am Dienstag finden.

Impressionen vom 16. Kunstsalon bei (c) Susanne Haun

Impressionen vom 16. Kunstsalon bei (c) Susanne Haun

Nun sitze ich etwas ratlos vor der leeren Blogfläche und überlege, wie ich am besten die inspirierende Stimmung von gestern beschreiben kann.  Selten hatten wir nach dem Programm eine so angeregte Diskussion geführt. Erinnerungen sind etwas, das alle beitzen und das alle interessiert. Doreen hatte einen sehr guten Vortrag ausgearbeitet, in dem sie sowohl auf die Definition von Collage und Installation einging als auch ihre persönliche Sicht auf beide Medien beschrieb. Herzlichen Dank dafür, liebe Doreen.

Aufbau “Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen” (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

Aufbau “Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen” (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

Ich ergänzte ihren Vortrag mit den marktwirtschaftlichen, sowie sammlungstechnischen Aspekten von Installationen. Als Beispiel kann dafür die K21 Düsseldorf (Kunstsammlung NRW)genannt werden: Über drei Etagen hinweg halten 22 fortlaufend wechselnde Räume intensive Begegnungen mit raumbezogener Kunst bereit. Ausgewählte zeitgenössische Künstler sind eingeladen, ihre Arbeiten für die Dauer von einem Jahr zu zeigen und dabei in einen Dialog mit der Architektur und den Positionen aus der Sammlung zu treten.“² heißt es auf der Homepage der Sammlun. Vor einigen Jahren lief ich durch die Räume und war begeistert, wie unterschiedlich die Künstler*innen ihren Raum des Jahres gestalteten. Es muss für die Künstler*innen ein Erlebnis sein, ihre Kunst in einer solchen Institution für ein Jahr zu installieren.

Beeindruckt hat mich auch die teilweise so nüchterne und praktische Sicht der Sammlerin Ingvild Goetz: „Die mediale Vielfalt der heutigen Kunst und die Komplexität der unterschiedlichen Ansprüche für Lagerung und Erhalt machten früh die Etablierung eigener Lagersituationen mit jeweils anderen klimatischen Parametern und Lagermöglichkeiten unter spezieller kuratorischer Betreuung für die verschiedenen Medien notwendig.“³

Meines Erachtens ist die Lagerung und Präsentation sowie kunsthistorische Aufzuarbeitung ein eigenes wirtschaftliches Unternehmen!

Aufbau Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

Aufbau Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

Wie haben Doreen und ich uns kennengelernt?

Doreen und meine Zusammenarbeit hat sich langsam entwickelt, Doreen bloggt seit 11 Jahren und so ist es nicht verwunderlich, dass wir uns zuerst online kennenlernten. Unser erstes „real life“ Kennenlernen fand bei der Einweihung meiner Räumlichkeiten im Dezember 2013 statt. Doreen kam zu meinem ersten ersten Salon am 25.2.2014 wieder zu mir ins Atelier. Durch unsere regelmäßigen Treffen vor dem gestriken Salon sind wir uns noch näher gekommen.

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²https://www.kunstsammlung.de/startseite.html, 21.3.2018, 10.00 Uhr

³https://www.sammlung-goetz.de/de/Sammlung.htm#panel_sammlerin, 21.3.2018, 10.00 Uhr

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