Susanne Haun

Ein Frühlingsgruss in Zeiten des Corona Virus – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Blumen und Pflanzen, Zeichnung by Susanne Haun on 17. März 2020

 

Narzissen, 29,5 x 21 cm, Tusche auf Aquarellkarton, Zeichnung von Susanne Haun, Blog (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Narzissen, 29,5 x 21 cm, Tusche auf Aquarellkarton, Zeichnung von Susanne Haun, Blog (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2020

 

Nun ist es soweit, das gesellschaftliche Leben in Berlin, in Deutschland, findet nicht mehr statt. Der Corona Virus hat uns fest im Griff.

Ich besinne mich auf mich selber, zeichne, sortiere meine Papiere, bereite alles für die Steuer vor, räume auf und mache Dinge, die ich schon lange auf meiner todo Liste habe, zu denen ich aber nicht gekommen bin. Dinge, die nicht die Priorität 1 besitzen und so von Liste zu Liste übertragen wurden.

Noch genieße ich die Ruhe. Gerade in der letzten Zeit habe ich unter der Hektik des Alltags und den vielen Terminen gelitten.

Ich werde aus diesen Zeiten lernen. Das weiss ich.

Beim letzten Versuch, Lebensmittel zu kaufen, habe ich mir Blumen gekauft, die gab es genug und so kann ich euch heute ein paar gezeichnete Frühlingsblüher zeigen.

 

 

Narzissen, Kunst und die Geisteswissenschaft – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Blumen und Pflanzen, Kunstgeschichte, Zeichnung by Susanne Haun on 17. Januar 2013

Narzissen sind gelb, meine habe ich aber mit Tusche der Farbe Caput mortuum gezeichnet.

Es ist eine meiner Lieblingstuschen und wer mich kennt weiß, ich benutze sie oft und gerne. Nicht nur, weil ich das warme Rotbraun mag, sondern auch, weil ich die Bezeichnung der Tusche atmosphärisch finde. Die Tusche soll die gleiche Farbe besitzen wie das Blut, das aus den abgeschlagenen Köpfen von der Guillotine der Französischen Revolution tropfte.

Narzissen 18 x 26 cm Tusche auf Hahnemühle Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun Vers. 2

Narzissen 18 x 26 cm Tusche auf Hahnemühle Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun Vers. 2

Bei den Zeichnungen von heute kam es mir darauf an, die Narzisse ganz nah heranzuholen und ihre Linien, Helligkeit und Dunkelheit auf das Papier zu bringen. Damit ich die Aufmerksamkeit des Betrachters auf die einzelnen Elemente der Narzisse lenken kann und sie Die Narzisse nicht als ganzes wahrnehmen lasse, habe ich sie in Teilen gezeichnet. Ich werde sie aber für die Ausstellung „Der Sommer trägt weiss“ in der Bahnhofshalle Friedenau (siehe hier) in einem Rahmen präsentieren.

Die Narzissen sind auf Hahnemühle Burgund Papier gezeichnet. Ich benutze sehr gerne verschiedene Arten Hahnemühle Papier, wie Leonardo, Callygraphie oder Zeichenpapier. Auf der Paperworld in Frankfurt präsentiert sich die Hahnemühle auf einen der Messestände. Schade das Frankfurt so weit weg ist und ich schon mehr Termine angenommen habe als ich eigentlich bewältigen kann, sonst würde ich die Paperworld nicht verpassen. Es gibt hier auf dem Blog der Hahnemühle Eintrittskarten zur Paperworld zu gewinnen.

Narzissen 18 x 26 cm Tusche auf Hahnemühle Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun Vers. 3

Narzissen 18 x 26 cm Tusche auf Hahnemühle Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun Vers. 3

Mich beschäftigt gerade das Buch „Sinn und Deutung in der bildenden Kunst“ von Erwin Panofsky. Das Buch ist ein Klassiker und ich habe mich gefreut, es in unserer Bücherei zu bekommen. Die Seiten sind vom vielen Lesen schon ganz lose, das Buch ist von 1978. Panofsky war einer der bekanntesten Kunsthistoriker des 20. Jahrhunderts und begründete die Ikonologie.

Panofsky entwickelte die drei Phasen der Untersuchung eines Kunstwerkes.
Die erste Phase (Vor-Ikonographische Beschreibung) beruht auf praktische Erfahrung.
Die zweite Phase (Ikonographische Analyse) auf die Kenntnis literarischer Quellen und Vertrautheit mit der Zeit, in der das Kunstwerk entstand.
Die dritte Phase (Ikonologische Interpretation) beruht auf die Vertrautheit mit den wesentlichen Tendenzen des menschlichen Geistes, geprägt durch persönliche Psychologie und Weltanschauung.

Ich finde diese Herangehensweise an Bildanalysen sehr interessant und ich wundere mich immer wieder, was es nach der ersten Phase, die ich ein Bild betrachte, noch alles zu entdecken gibt. Es mach mit großen Spaß, zu versuchen, den Bildern ihre Geheimnisse zu entlocken!

Eigentlich wollte ich heute zu einem ganz anderen Thema schreiben, denn schon die Einleitung des Buches von Panofsky hat mich inspiriert und angeregt. Aber nun gut, morgen ist auch noch ein Tag!

Narzissen auf dem Ceranfeld (c) Foto von Susanne Haun

Narzissen auf dem Ceranfeld (c) Foto von Susanne Haun

For my English-speaking readers:
Daffodils are yellow, but I choised my the color Caput mortuum.
It is one of my favorite ink and who knows me well, know I use them quite often. Not only because I like the warm reddish brown, but also because I think the name of the ink has atmosphere. The ink should have the same color as the blood that dripped from the severed heads of the guillotine of the French Revolution.
By the drawings of today it was important for me to zoom in on the daffodil close and get their lines, sanctities and darks on the paper. I cut the paper in 4 sheets, so I can get the viewer’s attention on the individual elements of the daffodil and narcissus.

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Panofsky, Erwin. Sinn und Deutung in der bildenden Kunst (Meaning in the Visual Arts). Köln 1978.

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