Susanne Haun

Schwarz und Rot – zwei Portraits – Radierung Aquatinta von Susanne Haun

Posted in Portraitmalerei, Radierung by Susanne Haun on 9. Mai 2020

 

Zinkplatte rotes Portraits in der Druckpresse, in der Aquatinta Technik geätzt, Foto und Radierung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Zinkplatte rotes Portraits in der Druckpresse, in der Aquatinta Technik geätzt, Foto und Radierung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2020

 

Ohne große Worte zeige ich euch zwei Portraits, die ich in der Aquatinta – Radier – Technik auf 15 x 10 cm große Zinkplatten letzte Woche erstellt habe.

Ich bin immer wieder erstaunt, wie unterschiedlich die Farben wirken. Auch interessant finde ich das Experiment, die Frau in Rot über den Blau gedruckten Mann zu positionieren. Hier entsteht eine ganz andere Wirkung.

Beim nächsten Mal werde ich die Farben vertauschen und den Mann rot und die Frau in Schwarz drucken. Ich mag es, mit den Farben zu spielen.

 

Auf Instagram habe ich einen kleinen Film dazu hochgeladen:

 

Eine Engel Schaar – Radierung von Susanne Haun

Posted in Engel, Radierung, Zeichnung by Susanne Haun on 4. Mai 2020

 

Impressionen vom Radieren, Foto von Susanne Han (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Impressionen vom Radieren, Foto von Susanne Han (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2020

 

Es macht mir große Freude, zu radieren.

Lange habe ich nicht mehr die Priorität meiner Zeit auf das Radieren gelegt und umso begeisterter bin ich.

Die Miniaturengel habe ich schon lange vorbereitet und auch in einem Blogbeitrag (siehe hier -> klick) darüber berichtet. Eigentlich waren 15 Engel geplant, aber ich habe nur 4 angefangene gefunden. Wo ich wohl die restlichen „11 Lost Angels“ gelassen habe? Oder gab es nur die heute gezeigten 4 und ich habe die restlichen 11 nur in meinem Kopf gehabt? Auf jeden Fall werde ich beim nächsten Materialeinkauf 11 kleine Zink-Platten kaufen und die restlichen Engel ätzen und drucken.

 

Die blaue Grotte – Aquatinta Radierung von Susanne Haun

Posted in Radierung by Susanne Haun on 9. April 2020

 

Die blaue Grotte, Version 2, 15 x 20 cm, Aquatinta von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2020.JPG

Die blaue Grotte, Version 2, 15 x 20 cm, Aquatinta von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2020

 

Manche Dinge brauchen zwei Anläufe, um so umgesetzt zu werden, wie sie im Kopf entstanden sind. Schon meine erste Skizze meiner Gedanken im Kopf war nicht präziese. Heute sehe ich, wieviel Streß und wie wenig Zeit ich im November letzten Jahres hatte. Mir fehlte die Ruhe für eine Radierung.

So bearbeitete ich die Zinkplatte mit Sandpapier, schlief zu tief geätzte Flächen heraus und gab der Höhle Struktur. Schon schnell war mit klar, dass ich das Boot in einem zweiten Bearbeitungsgang in die leere Fläche ätzen muss. Aber ich war auch mit diesem Ergebnis nicht zufrieden. Mir erschienen die Linien und Fächen zu undefiniert.

So beschloss ich die Radierung in der Covid-19 Corona Entschleunigung nochmals zu erstellen. Mit mehr Ruhe! Nun bin ich zufriedener.

Bei dieser zweiten Radierung habe ich Aqua Wash Kupferdruckfarben von Charbonnel verwendet, weil sie wasserabwaschbar und ungiftig sind. Ansonsten verwende ich die ölhaltigen, traditionellen Farben von Charbonnel. Da meine Presse in meiner Atelierwohnung steht, ist es für mich sehr viel angenehmer, Abends nicht mit dem Geruch von Ölfarben ins Bett zu gehen. Die Aqua Wash Farbe wischt sich sehr einfach, was für mich klar ein Vorteil ist. Ich muss jedoch lernen, dass das Papier nicht zu nass sein darf, damit die Farbe nicht verschwimmt und über den Rand und in das Druckerfilz eindringt. Für die traditionellen Farben muss das Papier viel nasser sein. Dickes Kupferdruckpapier nimmt die wasserlösliche Farbe schwerer an als dünnes Papier. Alles Dinge, für die ich ein Gefühl bekommen werde. Ich bin zufrieden mit den Farben und so habe ich mir verschiedene Farben beim Boesner Online Shop (Werbung ohne Auftrag) bestellt.

Ich überlege, ob ich eine zweite Platte mit einer zweiten Farbe für die Grotte erstelle und beide Platten übereinander drucke. Es lohnt sich, längere Zeit an einem Motiv zu arbeiten.

 

 

Erinnerungen an Boulder Beach, Südafrika – Radierung von Susanne Haun

Posted in Radierung, Tiere, Zeichnung by Susanne Haun on 31. März 2020

 

Pinguine an der Boulder Beach, 20 x 15 cm, Aquatinta Radierung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Pinguine an der Boulder Beach, 20 x 15 cm, Aquatinta Radierung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2020

 

In Zeiten der Kontaktsperre durch Covid-19, Corona fehlt es mir zum Glück nicht an künstlerische Inspirationen. Gestern zeigte ich euch (klick) wie das Motiv Pinguin schon im Jahr 2007 in meine Kunst einfloß.

Letzte Woche, nach dem Schreiben des ersten Entwurfs des gestrigen Blogbeitrags, hatte ich Zeit, den ganzen Tag zu radieren und die Pinguine waren mir noch nicht aus dem Kopf gegangen.

Nach der Strichätzung erstellte ich die Aquatinta in 4 Ätzstufen. Die Ruhe beim Radieren tat mir sehr gut und da Fernweh wird durch den Berg und das Meer symbolisiert, den man an der Boulder Beach so nicht findet und den ich trotzdem so in Erinnerung habe.

Hier ein kleiner Überblick in Fotos, die bei der Erstellung der Radierung entstanden. Es ist sehr schwer, die glänzende Zink-Radierplatte zu fotografieren, das sie aufgrund des glänzenden Materials reflektiert, aber ich denke, es ist mir gut gelungen.

Nach der Kontaktsperre werde ich wieder einen Radier-Workshop anbieten. Der Termin wird in Abstimmung mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern festgelegt. Die maximale Teilnehmerinnen / Teilnehmerzahl beträgt 4 Personen.

In diesem (Klick) hier veröffentlichten Blogbeitrag erhaltet ihr einen Eindruck, wie der Radierkurs abläuft.

Der Workshop findet an einem von den Teilnehmerinnen ausgewählten Wochentag in der Zeit von 10 – 16 Uhr statt, 3 Zinkplatten der Größe 15 x 20 cm müssen mitgebracht werden. Alle weiteren Materialien sind im Kurspreis von 100 Euro pro Person enthalten.

 

 

Auf Instagram hatte ich schon letzte Woche einen kleinen Film vom Radieren eingestellt:

 

 

 

Albrecht Dürer – 500 Jahre Meisterstiche Druckgraphik und Zeichnungen aus dem Kupferstichkabinett – Online Ausstellung

Posted in Ausstellungstip by Susanne Haun on 17. Dezember 2019

 

Werbeplakat der Albrecht Dürer Ausstellung © Staatliche Museen zu Berlin

Archiv: Werbeplakat der Albrecht Dürer Ausstellung © Staatliche Museen zu Berlin

 

2014, in meinem ersten Studienjahr an der Freien Universität, nahm ich an folgendem Seminar teil:

„Albrecht Dürer und die Kunst der Druckgrafik“

Ich zitiere aus dem Vorlesungsverzeichnis Dr. Elke Anna Werner, die Seminarleiterin.
„Vertiefende Einblicke in die museale Praxis und in den Umgang mit Originalen erlangen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch die Vorbereitung einer Studioausstellung, die im Rahmen des Seminars als Kooperation zwischen dem Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen Berlin mit Dr. Michael Roth und der Kolleg-Forschergruppe „BildEvidenz. Geschichte und Ästhetik“ anlässlich des 500jährigen Jubiläums von Dürers sogn. ‚Meisterstichen‘ 2014 im Ausstellungsraum des Kupferstichkabinetts in der Gemäldegalerie der Staatlichen Museen Berlin vorbereitet und eingerichtet werden soll.“

Hier (Klick) auf meinem privaten Blog berichtete ich von der Hängung der Ausstellung in der Berliner Gemäldegalerie.

Die reale Ausstellung endete schon vor über 5 Jahren am 23.3.2014.

Nun habe ich durch Zufall entdeckt, dass die Ausstellung Albrecht Dürer – 500 Jahre Meisterstiche von Dr. Michael Roth virtuell veröffentlicht wurde.

 

Wenn ihr diesem Link (klick) folgt, gelangt ihr zur virtuellen Ausstellung.

 

Die Deutsche Digitale Bibliothek verlinkt virtuelle Ausstellungen auf ihrer Internetseite https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/content/journal/ausstellungen. Es sind noch nicht viele Ausstellungen enthalten aber ich denke, das wird sicher wachsen.

Ich habe mich sehr gefreut, die Ausstellung in der Deutschen digitalen Bibliothek zu finden und auch namentlich im Rahmen dessen genannt zu sein.

 

Alle Beteiligten des Studentischen Projekts Ausstellung Albrecht Dürer - 500 Jahre Meiserstiche (c) Foto von Susanne Haun

Alle Beteiligten des Studentischen Projekts Ausstellung Albrecht Dürer – 500 Jahre Meisterstiche (c) Foto von Susanne Haun

 

Alltag 7 – Radierworkshop im Atelier – Dozentin Susanne Haun

Posted in Zeichnung by Susanne Haun on 7. Mai 2019

 

Workshop Radierung im Atelier – Dozentin Susanne Haun (c) VG Bild Kunst, Bonn 2019

Workshop Radierung im Atelier – Dozentin Susanne Haun (c) VG Bild Kunst, Bonn 2019

 

Letztes Jahr im Oktober fand der letzte Radierworkshop in meinem Atelier statt (siehe hier), letzten Freitag fanden sich erneut vier Schülerinnen in meinem Atelier ein, um die Kunst der Radierung zu lernen.

Bei Elke hatte sich das Wissen aus dem letzten Workshop gefestigt und sie freute sich, dass sie dieses Mal ihre Aquatinta genauso drucken konnte, wie sie es sich vorgestellt hatte.

 

Workshop Radierung im Atelier – Dozentin Susanne Haun (c) VG Bild Kunst, Bonn 2019

Workshop Radierung im Atelier – Dozentin Susanne Haun (c) VG Bild Kunst, Bonn 2019

 

Claudia war erstaunt, welche guten Ergebnisse erzielt werden können, wenn auf einer dünnen Acrylplatte Linien gezogen werden.

 

Workshop Radierung im Atelier – Dozentin Susanne Haun (c) VG Bild Kunst, Bonn 2019

Workshop Radierung im Atelier – Dozentin Susanne Haun (c) VG Bild Kunst, Bonn 2019

 

Meike hat ihre Zinkplatte nach dem Föhnen des Abdecklacks nicht genug abkühlen lassen. So reagierte die Säure mit der Wärme schon beim ersten Ätzvorgang extrem heftig und die vielen Abstufungen der Aquatinta waren so nicht mehr möglich.

 

Workshop Radierung im Atelier – Dozentin Susanne Haun (c) VG Bild Kunst, Bonn 2019

Workshop Radierung im Atelier – Dozentin Susanne Haun (c) VG Bild Kunst, Bonn 2019

 

Trotz allem war es wieder ein gelungener Radierworkshop und wir werden ihn sicher im Herbst wiederholen.

Heute berichte ich über den Workshop in Zusammenhang mit dem Thema Alltag, ein Thema, was Ulli vom cafeweltenall (siehe hier) ins Leben gerufen hat.

Unterrichten gehört zu meinem Alltag. Im Mai werde ich noch beim Bildungswerk des bbks und für das Kunstamt Reinickendorf Berlin unterrichten. Der Unterricht macht mir Freude und inspiriert mich immer wieder.

Die Linkliste von allen Blöggen, die sich am Projekt Alltag beteiligen erfolgt am Ende des Beitrags.

 

 

Die Linkliste zum Thema Alltag 7

Falls ein Link nicht funktionieren, oder ein Beitrag fehlen sollte, dann teile mir das bitte mit, ich werde den Fehler so schnell wie möglich berichtigen. Danke.

https://pawlo.wordpress.com/2019/03/30/alltag-unter-baumen/

https://worteausdemwunderland.wordpress.com/2019/04/05/alltag-april/

https://erntetank.wordpress.com/2019/04/05/alltag-00006/

https://alpinerot.wordpress.com/2019/03/31/ein-museum-luegt-sich-in-die-tasche-sachtext/

https://alpinerot.wordpress.com/2019/04/26/eine-gute-volta-ein-sachtext-fuer-ullis-projekt-alltag/

http://www.schorfheidewald.de/das-immerwiederkehrende-jahresaktion/das-immerwiederkehrende-6/

https://laparoleaetedonneealhomme.wordpress.com/2019/04/05/alltag-6-die-dose/

https://voller-worte.de/alltag-april-2019/

https://fundevogelnest.wordpress.com/2019/04/05/fuer-ulli-gaus-alltags-projekt-aus-dem-nestalltag-3/

https://gerdakazakou.com/2019/04/05/alltag-6-zusammenleben-mit-tito/

https://fruchtigherb.wordpress.com/2019/04/05/alltag-april-2019/

http://wortbehagen.de/index.php/gedichte/2019/april/zu_ullis_projekt_alltag_6

https://annalenaslesestuebchen.wordpress.com/2019/04/06/alltag-das-immerwiederkehrende-6/

https://geschichtenundmeer.wordpress.com/2019/04/07/ein-samstag-im-april/

https://mitziirsaj.com/2019/04/07/alltag-vi-giesinger-traumwohnung/

https://klunkerdesalltags.blog/2019/04/07/alles-neu-macht-der-april-april/

https://arnovonrosen.wordpress.com/2019/04/07/alltag-maerz-2019/

https://fuenfprozentfrau.blogger.de/stories/2719960

https://vrojongliert.wordpress.com/2019/04/08/alltag-6-12-die-deutsche-sprache/

https://susannehaun.com/2019/04/10/alltag-6-susanne-haun/

https://kopfundgestalt.com/2019/04/10/meine-makromanie/

https://365tageasatzaday.wordpress.com/2019/04/14/alltag-april/

Ergebnisse des Radierworkshops – Dozentin Susanne Haun

Posted in Berlin - Atelier, Radierung, Workshop, Zeichnung by Susanne Haun on 31. Oktober 2018

 

 

Ich kann bei den Ergebnissen des Radierworkshops einen gewissen Stolz nicht verbergen. Ich habe nur mit Worten und nicht mit Taten an den Arbeiten meiner Schülerinnen erklärt, so dass jede ihre Arbeit ganz alleine radierte. 😉

 

Am Samstag waren Claudia, Elke und Meike in meinem Atelier und haben an einem Radierworkshop teilgenommen. Als Ziel hatten wir uns die Erstellung einer Aquatinta – Radierung vorgenommen. Der Zeitrahmen dazu war knapp, der Workshop ging von 10 bis 16 Uhr und alle drei arbeiteten konzentriert und hatten auch schon zuhause vorgearbeitet und  ein Motiv mitgebracht, nach dem sie arbeiten wollten. Mich erstaunt immer die Vielfalt der Motive.

Claudia wollte auf jeden Fall mehr über die Technik erfahren und hatte deshalb ein geometrisch einfaches Stillleben gezeichnet. Für die Aquatinta benutzte sie den feinen Asphaltstaub, der aus einem mit Strump überzogenen Marmeladenglas gestreut wird. Je blickdichter der Strumpf umso dichter die Sträuung. Die Aquatinta wird so ziemlich dicht und die Fläche sehr homogen.

 

 

Elke hat sich als Motiv die Illustration von einem Kinderbuch vorgenommen und sogar Textzeilen, die sie spiegelverkehrt auf die Druckplatte geschrieben hat, radiert. Mit den Tonstufen war sie nicht zufrieden, deshalb hat sie den Mittelteil der Radierung blau Aquarelliert und auch etwas mit der Kaltnadel bearbeitet. Viel gelernt habe sie und das nächste mal will sie sich wieder mit Tonstufen beschäftigen.

 

 

Meike hat eine Stunde länger für ihre Radierung gebraucht. Sie hat mit drei Platten gearbeitet und schnell und konzentriert gearbeitet. Schon zuhause hatte sie sich Gedanken um die Tonstufen und Farben der einzelnen Platten gemacht. Drei Platten in sieben Stunden in der Aquatinta Technik zu radieren ist schon eine Reife Leistung.

 

 

 

Alle drei sind sich einig, das schwierigste an der Radierung ist das bestreuen der Platten mit dem Asphaltstaub bzw. dem Kolophonium.

Im Februar wollen sie zum nächsten Radier Workshop in mein Atelier kommen.

 

 

Ein Platz beim Atelierkurs für nur 4 Teilnehmer*innen am Samstag, den 27.10.2018 ist gerade frei geworden

Posted in Berlin - Atelier, Radierung, Workshop by Susanne Haun on 24. Oktober 2018

 

Wolltet ihr immer schon mal wissen, wie das geht? Wird bei der Radierung ein Radiergummi benötigt? Was hat es mit diesem alten Handwerk auf sich? Am Samstag habt ihr die Chance dazu!

 

 

Die Kunst der Radierung - Anleitungsbuch von Susanne Haun

Die Kunst der Radierung – Anleitungsbuch von Susanne Haun

 

Atelierkurs für nur 4 Teilnehmer*innen

Die Kunst der Radierung – Material, Technik und Arbeitsabläufe

27.10.2018, 10 – 16 Uhr, Atelier Susanne Haun, Groninger Str. 22, 13347 Berlin, Voderhaus, 4. Etage.

Ziel des Workshops ist es, mit einer selbst gefertigten Aquatinta Radierung nach Hause zu gehen. Dabei werden die notwendigen Arbeitsabläufe und Fachbegriffe für eine Aquatinta Radierung vermittelt. Wir beginnen mit einer Strichätzung, die im Ergebnis das Wesen der eigenen Zeichnung widerspiegelt. Ausgehend davon werden wir in der Aquatintatechnik die geätzten Linien um Flächen erweitern. Als Gegenstück zur chemischen Ätztechnik erarbeiten wir anschließend eine Radierung in der Kaltnadeltechnik. Der Workshop eignet sich für Anfänger und Fortgeschrittene.

Kursgebühr: 100 € + Materialkosten Kosten für Zinkplatten (kann vorab in kleiner Auswahl bei mir gekauft werden), Arbeitskleidung ist dringend notwendig. Die Teilnehmerzahl ist auf 4 Kursteilnehmer*innen begrenzt. Eine Anmeldung zum Workshop ist per Mail über info@susannehaun.de erforderlich.

 

 

Treffen von Theorie und Praxis in der Radierkunst

Posted in Berlin - Atelier, Radierung, Workshop by Susanne Haun on 3. August 2018

 

Wie gelangt der Staub für eine Aquatinta-Radierung auf eine Zinkplatte?

Wie können mehrere Farben in einem Tiefdruckmotiv gedruckt werden?

Wie wird ein Abklatschdruck erstellt?

Diese Fragen, und noch einige mehr, stellten sich im Juni 2018 Studentinnen und Studenten der Freien Universität Berlin im Atelier von Susanne Haun.

Wie es dazu kam?

 

Fröhliches Arbeiten beim Seminar Druckgraphik bei Susanne Haun (Von Links nach Rechts, verdeckt Meike, Herr Rees, Elke, Patricia und Alena

Fröhliches Arbeiten beim Seminar Druckgraphik bei Susanne Haun (Von links nach rechts, verdeckt Meike, Herr Rees, Elke, Patricia und Alena)

 

An der FU Berlin konnten im Sommersemester 2018 Studentinnen und Studenten der Kunstgeschichte das Seminar Einführung in die Technik und Materialität der Druckgraphik bei Prof. Dr. Joachim Rees wählen. Das Seminar war in drei Themenbereiche unterteilt: Hoch-, Tief- und Flachdruck. Der Bereich Tiefdruck wurde mit einem Atelierbesuch angereichert, bei dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seminars praktische Erfahrungen in der Aquatinta- und Kaltnadelradierung sammeln konnten.

Theoretisch waren die oben gestellten Fragen schon zum Zeitpunkt des Atelierbesuchs beantwortet, einzig an der praktischen Vorstellung fehlte es noch.

Eine gemeinsame Aquatinta Radierung

So beschloss ich, keine Vorführung der Aquatinta Radierung, sondern eine gemeinsame Radierung zu erstellen. Bei dem engen Zeitrahmen möchte so eine gemeinsame Arbeit gut vorbereitet sein. Bei der Aquatinta Radierung werden die Vertiefungen chemisch, in unserem Fall mit Salpetersäure in die Zinkplatte geätzt. Wichtig war mir, dass jeder der Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen kleinen Teil der vorbereiteten Zinkplatte mit Kolophonium bestäuben konnte. In großen Werkstätten gibt es dafür Staubkästen. In meinem vergleichsweise kleinen Atelier benutze ich dafür ein Marmeladenglas mit Kolophonium, über das ein Perlonstrumpf gezogen wird. Zum Gelingen einer guten Staubdichte spielen bei dieser Methode die Den(ier) Zahl des Strumpfes und die Geschicklichkeit beim Streuen des Inhalts aus dem Marmeladenglas eine Rolle. Sicher, um ein gutes Ergebnis zu erzielen, hätte ich die Zinkplatte schon vorab bestäuben können, aber was hätten dann die Studentinnen und Studenten gelernt? Ich halte „learning by doing“ für sehr ergebnisfördernd!

So entstand durch gemeinsames bestäuben, abdecken und ätzen die erste Aquatinta Radierung auf 300g Hahnemühle Kupferdruckkarton. Auf dem fertigen Blatt ist zu erkennen, wie stark das Ergebnis vom Streumuster des Staubs und von der Ätz-Zeit abhängig sind.

 

 

Ein jeder mit seiner Kaltnadelradierung

 

Im zweiten Teil des Seminartages konnte jede/r selbst eine Kaltnadelradierung erstellen. Im Gegensatz zur Aquatintaradierung handelt es sich bei der Kaltnadelradierung um ein mechanisches Verfahren, in dem mit einer Radiernadel in die Oberfläche des Druckträgers Linien gezogen werden. Im Vorfeld wurde abgesprochen, dass entweder ausgediente CD’s oder mitgebrachte Kupfer-, bzw. Zinkplatten verwendet werden. Ich freute mich sehr, dass sich alle schon Gedanken vorab zu den Motiven gemacht hatten und keine Zeit dafür verwendet werden musste.

Elke Tenkamp hat das stufenweise Ätzen besonders gefallen, zu sehen, wie sich beim Aquatinta-Verfahren die feinen Nuancen gestalten lassen und von wievielen Faktoren das Ergebnis schließlich abhängig ist. Ein Überraschungseffekt war für Elke die Erfahrung zu sehen, wie unterschiedlich die Radierungen auf dem jeweiligen Papier ausfallen und wie anders der Druck bei dünnerem Papier aussieht.

 

 

Das Ergebnis der Radierung ist tatsächlich sehr abhängig von dem verwendeten Kupferdruckpapier ist. Deshalb wurden von mir fünf unterschiedliche Papierarten von Hahnemühle angeboten und im Ergebnis konnte festgestellt werden, dass auf dem dünneren 150g Papier auch die am flachsten gezogen Linien gut zu erkennen waren während beim 300g dicken Papier die flachen Linien verschwinden.

„Im Atelier von Susanne lernte ich erst die Faszination der Radierung von der Planung und Herstellung einer Druckvorlage, bis hin zum fertigen Kunstwerk kennen, denn es gibt viele verschiedene Möglichkeiten in der Herangehensweise und jeder weitere Schritt lädt zum Ausprobieren und Experimentieren ein.“ bewertete Patricia Nagel den Atelierbesuch. Die Fotos zeigen Patricia mit ihrer Stuhlradierung auf 150g und 300g starkem Papier.

 

 

Um die Drucke farbenfroh zu gestalten, wurden die Druckträger mit unterschiedlichen Farben eingerieben. Bei den kleinen, dünnen CD’s war das nicht so einfach. Meike hatte eine 10 x 15 cm große Kupferplatte mitgebracht und war sehr fleißig, während wir diskutierten, druckte sie an der Presse eine ihrer Portraitradierungen nach der anderen. Ich hatte noch nie eine Schülerin, die mit solch einer Hingabe schraffierte. Nicht selten muss ich darauf hinweisen, auch die Schraffuren mit Herzblut auszuführen. Meike hat das Erstellungsdatum und auch eine Signatur in die Platte geritzt.

Meike konnte sich vor dem Seminar nicht vorstellen, wie spannend es ist, wenn man vor der Presse steht und langsam den Druck hochhebt!

 

 

Herr Rees ließ es sich nicht nehmen, auch Linien in eine CD zu reißen. Ihn interessierte dabei besonders das Vergehen von Zeit als Motiv in Form einer Uhr und die Prägung von Gegenständen in das nasse Kupferdruckpapier. Dazu suchte er sich ein Centstück aus dem Portemonnaie und platzierte dieses im CD-Loch. Unter die als Uhrscheibe gestaltete und mit Farbe eingeschmierte CD wurde eine weitere unbearbeitete CD gelegt. Beim Drehen der Radierwalze prägte sich das Centstück und auch die Form der unbearbeiteten CD in das Papier. Herr Rees hat vor, seine Radierung mit Bleistift geschriebenen Texte zu versehen.

 

 

Alena machte die Erfahrung, dass es wichtig ist, die Druckwalze über die gesamte Druckplatte zu bewegen. Bei ihrem ersten Druck hörte sie zu früh auf, und so fehlt unten ein Teil des Drucks. Die Fläche bearbeitete sie mit einem Roulette, dass viele kleine Punkte in die Platte sticht, die radiert als Fläche dargestellt werden.

 

 

 

Sehr schnell waren sieben Stunden vergangen und das Seminar blickte auf einen von der Arbeite verwüsteten Tisch und viele Ergebnisse.

Der Rollenwechsel von der Studentin zur Künstlerin/Dozentin war für mich im Laufe meines Studiums nicht immer einfach und forderte mich besonders bei diesem Seminar. Es hat mir nichtsdestotrotz viel Spaß gemacht, meine Leidenschaft für die Radierung mit dem Seminar zu teilen.

 

Wissenswert: Im März dieses Jahres sind Künstlerische Drucktechniken des Hochdrucks, Tiefdrucks, Flachdrucks, Durchdrucks und deren Mischformen mit Beschluss der Deutschen UNESCO-Kommission in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden.

 

Literatur:

Karin Althaus

Druckgrafik. Handbuch der künstlerischen Drucktechniken. In Zusammenarbeit mit der Graphischen Sammlung der ETH Zürich, mit einem Essay von Paul Tanner, Zürich 2008

Susanne Haun

Die Kunst der Radierung, München 2012.

Walter Koschatzky

Die Kunst der Graphik. Technik, Geschichte, Meisterwerke, Originalausgabe Salzburg 1972, 14. Aufl. München 2003.

Ernst Rebel

Meisterwerke der Druckgrafik, Stuttgart 2010.

Druckgrafik. Geschichte und Fachbegriffe, mit 56 Abb. und Risszeichnungen, Stuttgart 2009 (2. Aufl.).

Impressionen vom Radierworkshop bei boesner Berlin – Susanne Haun

Posted in Boesner Berlin, Radierung, Workshop by Susanne Haun on 28. Mai 2018

 

Am Freitag habe ich mit 13 Schüler*innen den Tag mit Radieren bei knapp 30 Grad in Berlin Marienfelde bei Boesner verbracht.

 

Impressionen vom Radierworkshop boesner Berlin 25.5.2018 (c) Foto von Susanne Haun

Impressionen vom Radierworkshop boesner Berlin 25.5.2018 (c) Foto von Susanne Haun (siehe P.S. am Ende des Beitrags)

 

Das war für uns alle eine Herausforderung.

Die Sonne schien durch das Glasdach direkt auf uns (und auf die Säure (Eisen-3-Chlorid) ) und beschleunigte nicht nur den Ätzvorgang auf den Zinkplatten, sondern forderte von uns auch Durchhaltevermögen und absolute Konzentration.

Die Ergebnisse fielen sehr unterschiedlich aus. Einige Schülerinnen waren zufrieden, andere waren mit ihren Ergebnissen absolut unzufrieden. Eines haben alle gelernt: die Radierung, insbesondere die Aquatinta, ist ein schwieriges Verfahren, was einige Erfahrung bedarf, die jeder für sich erarbeiten muss.

Den Workshop werde ich mit diesem Konzept nicht mehr anbieten, weil er nicht meinen Ansprüchen genügt. Ich werde einen Grundkurs anbieten, der die Technik und nicht das Ergebnis in den Vordergrund stellt. Mein Ziel ist es, dass die Schüler*innen nach dem Besuch einer Reihe von Radierworkshops selbstständig eine eigene Aquatinta mit mehreren Farbplatten erstellen können. Außerdem möchte ich nicht mehr mit 13 Schüler*innen mit Säure arbeiten.

Das größte Handycap dieses Workshops war die Heizplatte, die zur Verfügung gestellt wurde. Sie wurde nicht heiß genug, um den Asphaltstaub, bzw. das Kolophonium zu schmelzen. Ohne den aufgeschmolzenen Staub ist eine Aquatinta unmöglich. Ich werde also zukünftig meine eigene Heizplatte zum Workshop mitnehmen, damit alle Teinehmer in den Genuß eines Erfolgserlebnisses kommen können.

 

 

 

P.S. Ich frage jedes mal bei den Workshops und auch beim Salon, ob ich Fotos von den Teilnehmern*innen auf meinem Blog veröffentlichen darf. Dieses Mal wollte eine Schülerin nicht abgebildet werden und so habe ich sie mit gelber Farbe übertünscht. 🙂

%d Bloggern gefällt das: