Susanne Haun

Raus aus der Komfortzone – rein in die Fläche! – Susanne Haun

Posted in Aquarell, Blumen und Pflanzen, Landschaft, Zeichnung by Susanne Haun on 27. August 2019

 

 

Dieses Wochenende habe ich mir eine besondere Form der Freizeit gegönnt, die ich mir seit bestimmt 2002 nicht mehr gegönnt habe.

Ich habe in einem Workshop von Frank Koebsch die Landschaftsmalerei von Carl Malchin erkundet. Frank hat gemeinsam mit Birgit Baumgart von den Staatlichen Museen von Schwerin ein Kurs-Programm zusammengestellt, was die Arbeiten Malchins sowohl als Aquarell auf Zigarrenkiste als auch kunsthistorisch und landschaftlich beleuchtet.

Der Workshop begann im Freiluftmuseum Mueß (siehe hier), wo wir skizzierten. Das Museum ist sehr empfehlenswert und verströmt die Atmosphäre des 19. Jahrhunderts. Es hat mir viel Freude gemacht, dort das gesehene in Skizzen festzuhalten.

 

 

Danach ging es weiter zum stattlichen Museum Schwerin. Auf der Seite des Museums kann die interessierte Besucherin / Besucher folgende einleitende Worte über Carl Malchin lesen: „Carl Malchin (1838 – 1923) gilt als Begründer der mecklenburgischen Landschaftsmalerei. Kein anderer Künstler dieser Zeit war in so hohem Maße darauf spezialisiert, die Natur Mecklenburgs, vor allem die Umgebung seines Wohnortes Schwerin, zu erfassen.

Viele Künstler, so auch Spitzweg, malten im 19. Jahrhundert mit Öl ihre Skizzen pleinair auf Zigarrenkisten-Brettern. Die Vorteile sind sofort klar: sie haben so einen festen Untergrund und können mit der Zigarrenkiste auf dem Schoß das Gesehene in Ölskizzen festhalten.

Ihr könnt euch vorstellen, dass es mir sofort in den Fingern juckte, die aktuelle Zigarrenkiste meines Vaters auszuleeren und zum Zeichnen zu verwenden! Ich wartete dann ganz tapfer den Samstag ab.

Frank hatte schon Kisten mit Aquarellgrund (eine Art Gesso) vorbereitet, so dass wir nach dem Skizzieren im Freilichtmuseum Mueß  und der Führung durch die Ausstellung gleich loslegen konnten.

Ich hatte mir nichts bestimmtes vorgenommen. Ich dachte, wo man mit Aquarell malen kann, da kann man auch mit Tusche zeichnen und so entstanden auch die ersten obigen beiden Zeichnungen ganz in meiner Handschrift.

Dann packte mich der Ehrgeiz, ich dachte mir, ich könnte doch mal mit Aquarell Flächen malen. Frank erzählte soviel von der Farbvarianz einer Fläche. Das interessierte mich, und gut, dachte ich, ich quäle mich mal, verlasse meine Komfortzone und male Flächen. Das ist mir nicht einfach gefallen und in einer Zeichnung musste ich dann unbedingt doch mit Tusche und Feder hineingehen.

Außerdem habe ich auch einige Arbeiten auf Papier und nicht auf die Zigarrenkisten Bretter gezeichnet. Mir gefällt jedoch das Material der Zigarrenkiste sehr gut. Es gibt der Zeichnung mehr Tiefe.

 

 

Wer Interesse hat, Frank hält den nächsten Workshop (siehe hier) in Kooperation mit den Staatlichen Museen auf den Spuren von Carl Malchin zu Schweriner Stadtansichten auf Zigarrenkistenbrettern am 05.10.2019 in Schwerin. Generell könnt ihr hier mehr (klick) über Franks Workshops erfahren.

 

 

Stockrosen 200 x 40 cm in der Galerie Zeitlos – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Blumen und Pflanzen, Zeichnung by Susanne Haun on 14. Oktober 2011

Die einzelne Stockrose lebt nur zwei Jahre – diese Erkenntnis hat mich sehr überrascht!

Sie blüht erst im zweiten Jahr während sie im ersten Jahr eine Blattrosette bildet.
Im zweiten Jahr wirft sie nach dem Blühen Samen ab und stirbt.
Das ist ein Drama der Natur!

Die beiden Stockrosen bei mir an der Atelierwand - Fotos von Susanne Haun

Die beiden Stockrosen bei mir an der Atelierwand - Fotos von Susanne Haun

Überzeugungen, Luise Henriette und eine runde Malplatte für florale Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Blumen und Pflanzen, Zeichnung by Susanne Haun on 9. August 2011

Je mehr ich über Kunstgeschichte lese und lerne, je mehr Ausstellungen ich sehe, je mehr Diskussionen ich verfolge, desto mehr finde ich zu mir und meinem eigenen Werk.

caption id=“attachment_9723″ align=“aligncenter“ width=“720″ caption=“Ausschnitt Stockrose – Zeichnung von Susanne Haun auf Malplatte 40 cm Durchmesser“]Ausschnitt Stockrose - Zeichnung von Susanne Haun auf Malplatte 40 cm Durchmesser[/caption]

Ich habe den Drang meine Linien immer wieder auf andere Formate zu setzen, sie in Kontexte zu bringen und sie zu „Dreidimensionalisieren“. Wichtig ist mir dabei, dass es meine Linien bleiben. So habe ich bei meinem letzten Boesner Besuch nicht widerstehen können, eine 40cm im Durchmesser mit Leinwand bespannte Malplatte zu kaufen. Ich fand das runde Weiß einfach schön. „Was hast du denn da für eine Satelittenschüssel?“ fragte mein Sohn. Auf diese Satelittenschüssel habe ich heute eine magentafarbende Stockrose gezeichnet.

Trotz Regen kann ich gut auf meinem Balkon zeichnen - Foto von Susanne Haun

Trotz Regen kann ich gut auf meinem Balkon zeichnen - Foto von Susanne Haun

Die Tusche hat auf der Leinwand einen anderen Verlauf und es ist schwierig, die Linie zu modellieren – also eine echte Herausforderung! Ein weiterer großer Unterschied zum Papier ist, dass die Tusche nicht einzieht, sie bleibt oben auf dem Gewebe und trocknet nach langer Zeit.

Heute Morgen kam auch das von mir bestellte Buch „Luise Henriette von Nassau-Oranien“ von Hans Biereigel. Nun weiss ich mehr über den Background der Kurfürstin aber nicht vom Garten und von den Briefen, die sie ihrem Gemahl schrieb. Auch bestätigte sich nach der Lektüre nicht die Aussage meiner Nachbarin, die mit mir bei der Kurfürstin war und berichtete, dass Luise Henriette grausame Erlasse herausbrachte. So bleiben große Teile ihres Lebens für mich weiterhin Spekulation und werden meine Fantasie anregen.

So wie meine Fantasie auch durch diesen Brief von ihr an ihren Gemahl angeregt wird. Dieser Brief diente als Vorlage für den Aufbau des Schlossgarten Oranienburgs, von dem ich gestern berichtete.

„Gnädigster Kurfürst, heute Nacht hatte ich einen gar wundersamen Traum. Ich
wandelte durch einen weiten Park, theils von wildem Gehölz bestanden, theils
fein gestaltet von Gärtners Hand. ein Schmetterling flatterte wie närrisch
vorbei, aber dann umflog er mich und wies mir den Weg auf lange Gräben hin, die
mich erinnerten an die Grachten meiner theuren Heimat. An ihren Ufern standen
prachtvolle Gartenzimmer, darin die Blumen mit Nymphen und Kobolden spielten und
gar seltsame Dinge mich ergötzten: Eine klingende Sanduhr etwa und ein riesig
Bett, darauf manch Kinder spielten. Alsbald führte mich der Weg hin zu einem
Hafen, wo ein Schiff die Segel blähte und Orangen auf dem Wasse schwammen und
später sah ich Fontänen aufspritzen und stand vor grünen Hecken, sah Rosen
blühen in Vollkommenheit.
Und dann sah ich Dich, mein Gemahl, der die Arme
öffnete, um mich zu umfangen“.

Ein Grauwinkel und Stockrosen – Bericht und Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Blumen und Pflanzen, Zeichnung by Susanne Haun on 6. August 2011

Gestern Abend bin ich mit der Feldpost zum Sammlergespräch mit Siegfried Grauwinkel (organisiert vom Kunst Magazin) gegangen.

Der Schiffsbauerdamm gegen 23 Uhr - Foto von Susanne Haun

Der Schiffsbauerdamm gegen 23 Uhr - Foto von Susanne Haun

Um es gleich vorweg zu sagen: ich bin NICHT in der Hoffnung dort hingegangen, dass ein Sammler meine Kunst entdeckt, Grauwinkel sammelt konstruktive, informelle Kunst und das ist nun wirklich nicht mein Ressort! Ich habe an dieser Veranstaltung aus reiner Neugier teilgenommen und es war ein unterhaltsamer, interessanter Abend.

Das Gespräch fand in der Bar Tausend statt, der Eingang der Bar, eine Stahltür, ist sehr versteckt unter eine der S-Bahnbrücken Friedrichstraße im Schiffbauerdamm. In dieser netten Atmosphäre plauderte Herr Grauwinkel charmant, gut moderiert von Jan Kage über die Stationen seines Sammlerlebens.

Sehr interessant fand ich die dargestellte Konsequenz seiner Sammlung. Begonnen hat er in den 80ziger Jahren mit dem zusammenkaufen einer „Gemischtwarenhandlung“. Von allem etwas, rein aus dem Bauch heraus, um sich dann 10 Jahre später für sein Thema, die konstruktive, informelle Kunst zu entscheiden.

Hier sehe ich eine starke Ähnlichkeit zur Malerei, zur eigenen Handschrift finden. Für den Künstler ist es genauso wichtig, sich für einen geraden Weg zu entscheiden. Ich habe in den letzten 4 Jahren nicht einen einzigen Tag bereut, die Leinwandarbeit und das Acryl als Material bei Seite gelegt zu haben. Die Konzentration auf eine Technik auf ein Medium führt auf den Weg zur Vervollkommheit desselbigen.

Interessant fand ich auch, wie Herr Grauwinkel seine Kunst findet, aufstöbert. Er beobachtet die Objekte seiner Begierde schon mal eins, zwei Jahre, informiert sich im Internet, in den Galerien und auf Messen über die Kunst und den Künstler. Wenn er auf Messen geht, hat er schon ein paar Künstler im Kopf, was aber nicht heißt, dass er nicht gerne auch neue entdeckt. Täglich bekommt er an die fünf Einladungen zu Vernissagen – 4 Karten davon interessieren ihn nicht, sie gehen den Weg allen irdischen während die eine die übrig bleibt auf seinen Schreibtisch landet – wenn er Zeit hat, besucht er die Veranstaltung. Das wäre dann täglich eine Veranstaltung – Hochachtung – das ist ja richtig Arbeit!

Stockrose Nr. 2 - Zeichnung von Susanne Haun - Tusche auf Hahnemühle Britania - 50 x 20 cm 300 g/m²

Stockrose Nr. 2 - Zeichnung von Susanne Haun - Tusche auf Hahnemühle Britania - 50 x 20 cm 300 g/m²

Ich habe mein Motiv heute in der Gärtnerei an der S-Bahn gefunden: die Malven, auch Stockrosen genannt, blühen. Sie haben mich zu neuen Formaten herausgefordert. Die Blumenstängel erlauben mir, ganz in den Linien aufzugehen. Ich habe heute den Anfang einer neuen Stockblumenserie gelegt!

%d Bloggern gefällt das: