Susanne Haun

Hängen der Wittenberger Kunstwege – Susanne Haun

Posted in Ausstellung, Ausstellungstip, Wittenberg, Wittenberge Kunstwege by Susanne Haun on 5. August 2015

Es war eindeutig zu heiß, um lange im Schaufenster zu stehen und die Ausstellung zu hängen.

Meine Präsentation in Wittenberg (c) Foto von M.Fanke

Meine Präsentation in Wittenberg (c) Foto von M.Fanke

 

Aber wir haben früh angefangen und so waren wir schon gegen 12:30 Uhr fertig. Ich bin sehr zufrieden mit meinem Schaufenster bei den Wittenberger Kunstwegen.

Am Dienstag, den 11. August um 19 Uhr ist die Ausstellungseröffnung im Clack Theater, Markt 1, 06886 Lutherstadt Wittenberg (siehe hier). Ich werde nun doch anwesend sein.

Einladung Wittenberger Kunstwege

 

„Die Kunstwege sind ein Teilprojekt von CranchCity, welche als Teil der Landesausstellung CRANACH DER JÜNGERE 2015 mit über 70 Veranstaltungen die Lutherstadt Wittenberg als „Cranachstadt“ erlebbar macht.“ steht auf der Einladungskarte. Die Wittenberger Kunstwege werden durch besondere Wegpunkte auf den Gehwegen vor den ausstellenden Geschäften gekennzeichnet.

Von Berlin sind es gut 100 km nach Wittenberg. Vielleicht hat einer von euch Lust auf einen Ausflug?

 

Marktplatz Wittenberg (c) Foto von Susanne Haun

Marktplatz Wittenberg (c) Foto von Susanne Haun

 

Aufgrund der Hitze haben Micha und ich nur einen kleinen Spaziergang durch Wittenberg unternommen und sind dann zurück nach Berlin gefahren. Bei „besserem“ Wetter wollen wir dann alles besichtigen, was wir nur von außen betrachtet haben.

Ich freue mich schon darauf, das Cranachhaus und die Ausstellung im Lutherhaus zu besuchen. Auch die Hundertwasserschule hat mir sehr gut gefallen.

 Hundertwasserschule Luther-Melanchthons-Gymnasiums in Wittenberg (c) Foto von M.Fanke

Hundertwasserschule Luther-Melanchthons-Gymnasiums in Wittenberg (c) Foto von M.Fanke

 

Mein Sinnbild von Melanchthon – die Änderung über die Jahre – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Aus der Vergangenheit, Berühmt, Geschichte, Portraitmalerei, Zeichnung by Susanne Haun on 23. Juli 2015

Die Änderung bezieht sich auf die fünf Jahre zwischen den Zeichnungen von Luther und Cranach zu den Zeichnungen von Melanchthon und Katharina von Bora.

Fünf Jahre liegen zwischen Luther - Cranach und Melanchthon und Katharina von Bora (c) Foto von Susanne Haun

Fünf Jahre liegen zwischen Luther – Cranach und Melanchthon und Katharina von Bora (c) Foto von Susanne Haun

 

Die Reformation ist eine faszinierende Bewegung der Frühen Neuzeit. Im Zusammenhang mit Kopernikus heliozentrische Weltanschauung (siehe hier) habe ich gelesen, dass Melanchthon im Vorwort von Kopernikus Schrift schrieb, dass er dessen Erkenntnisse  für nicht korrekt hielt. Ich muß nicht schreiben, dass er sein Vorwort nicht mit Kopernikus absprach. Mein Bild von Melachthon ist somit ein wenig negativ geprägt. Nichtsdestotrotz ist er eine interessante Persönlichkeit der frühen Neuzeit.

 

Mein Sinnbild von Melanchthon (c) Zeichnung von Susanne Haun

Mein Sinnbild von Melanchthon (c) Zeichnung von Susanne Haun

Mein Sinnbild von Katharina von Bora – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Aus der Vergangenheit, Berühmt, Geschichte, Portraitmalerei, Zeichnung by Susanne Haun on 21. Juli 2015

Am 3. August werde ich meine Arbeiten bei den Wittenberger Kunstwegen hängen (siehe hier).

Ich berichtete schon, dass ich dafür noch einige Zeichnungen erstellen möchte (siehe hier).

Entstehung Katharina von Bora (c) Zeichnung von Susanne Haun

Entstehung Katharina von Bora (c) Zeichnung von Susanne Haun

Katharina von Bora (c) Zeichnung von Susanne Haun

Katharina von Bora (c) Zeichnung von Susanne Haun

Auch hier wieder die Frage, wann eine Zeichnung fertig ist. Ich habe zwei Tage überlegt, ob die obere Version fertig ist, mich dann aber entschlossen, weiter zu zeichnen und ich bin auch zufrieden mit dem Ergebnis!

Die Zeichnung entstand nach einem Gemälde von Cranach. Zur Zeit der Reformation gab es noch keine Kamera.

Ich finde Katharina von Bora faszinierend. Sie war zuerst Nonne und hat dann nach Auflösung der Klöster im reformierten Teil des Deutschen Reichs römischer Nation Luther geheiratet.

Dieses Semester besuchte ich den Einführungskurs Frühe Neuzeit an der FU. Es war ein sehr interessanter Kurs. Eine Änderung der Reformation war die Verweltlichung der Ehe.

Die Reformatoren kritisierten die Geistlichen, die gegen das Zölibat verstießen genauso wie die lockere Ehe- und Sexualmoral der Laien.
Die Ehelosigkeit des Klerus und der Laien wurde abgewertet und die Ehe aufgewertet. Es wurde die Priesterehe favorisiert. Gleichzeitig wurde der voreheliche Geschlechtsverkehrs, sowie das Konkubinat 1577 durch Reichsgesetz verboten. Die Ehe wurde ein „weltlich Ding“ und fiel auch unter die weltliche Ordnungspolitik mit der Schaffung weltlicher Ehe- und Sittengerichte (Institutionalisierung der Ehegerichtsbarkeit) und mit der Ehescheidung (Ehe verliert sakramentalen Charakter). Die Klöster werden aufgelöst (Abschaffung des geistlichen Standes) und das Kirchengut wird von den reformierten Fürsten übernommen.

Wie muss das für die Nonnen gewesen sein, die ihre Heimat verloren? Wer wollte besonders die älteren Nonnen noch heiraten? Wie konnten sie sich nach der Auflösung der Klöster ernähren? Wo gingen sie hin? Es darf auch nicht vergessen werden, dass es sehr gebildete Frauen waren. Nur im Kloster hatten sie überhaupt die Möglichkeit, Bildung zu erhalten. Ein sehr interessantes Thema, ich behalte es im Kopf, wenn ich mal Zeit habe.

 

 

Ich bin froh, dass der Blog meine Zeichnungen ordnet – Susanne Haun

Posted in Ausstellung, Wittenberge Kunstwege, Zeichnung by Susanne Haun on 18. Juli 2015

Gestern berichtete ich über meine Teilnahme bei den Wittenberger Kunstwege (siehe hier).

Heute begann ich, meine Arbeiten für die Kunstwege herauszusuchen. Ich bin so froh, dass ich meinen Blog als Sortierkriterium habe, so weiss ich wenigstens, nach was ich suchen muss. Auch weiss ich durch meine Rechnungen / Kassenbücher , welche Arbeiten verkauft sind.

Auswahl der Arbeiten für die Wittenberger Kunstwege (c) Susanne Haun

Auswahl der Arbeiten für die Wittenberger Kunstwege (c) Susanne Haun

Seit 1999 zeichne ich täglich, davor habe ich auch schon viel gezeichnet. Ihr könnt euch vorstellen, was ich da für einen Schatz angesammelt habe! Es waren zwei Stunden Arbeit, mich durch die Zeichnungen zu blättern und die Ausstellung zusammenzustellen. Danach musste der Lieferschein für die Versicherung geschrieben werden.

Auswahl der Arbeiten für die Wittenberger Kunstwege (c) Susanne Haun

Auswahl der Arbeiten für die Wittenberger Kunstwege (c) Susanne Haun

 

Die Arbeiten an der Ausstellung in Roddahn ruhen. Am 3. August ist der Hängetermin in Wittenberg. Ganz klar hat Wittenberg nun erst einmal Priorität.

Aber eines brauche ich unbeding: noch mehr Schränke für meine Zeichnungen!

Den Anspruch, dass ich alles nach Jahren oder Themen ordnen könnte, den habe ich aufgegeben – es braucht nur ein Sammler kommen und meine Schränke durchstöbern und schon ist das Chaos wieder perfekt!

Ein buntes Chaos an Arbeit – Susanne Haun

Posted in Ausstellung, Tiere, Wittenberge Kunstwege, Zeichnung by Susanne Haun on 17. Juli 2015

Ihr kennt sicher auch diese ToDo – Listen, die trotz „Erledigthaken“ immer voller werden?

Ziegenbock - Zeichnung von Susanne Haun- 20 x 20 cm - Tusche auf Bütten

Ziegenbock – Zeichnung von Susanne Haun- 20 x 20 cm – Tusche auf Bütten

 

Im Laufe der Woche nahmen die Wittenberger Kunstwege Kontakt mit mir auf. Die Initiatorin hatte meine Zeichnungen von Luther und Cranach auf meinem Blog gesehen und fragte mich, ob ich sie bei den Wittenberger Kunstwegen ausstellen möchte.

Hier findet ihr mehr Informationen darüber. Leider sind auf der Webseite noch nicht die aktuellen Daten von 2015 eingepflegt.

Meine Arbeiten werden ab dem 3. August bis zum 11.September 2015 in der Lutherstadt Wittenberg zu sehen sein.
Am Freitag, den 14.8.2015 und am Samstag, den 5.9.2015 finden Kunstwege Stadtführungen statt. Die Vernissage ist am 11.8.2015 um 19.00 Uhr im CLACK Theater Wittenberg.
Ich werde bei diesen Veranstaltungen persönlich nicht anwesend sein aber meine Zeichnungen werden mich würdig vertreten 🙂 und sie sind ja auch die Hauptsache.

Da ich die Serie um Cranach und die Reformation schon vor 5 Jahren zeichnete, sind schon einige Arbeiten verkauft. So werde ich nun in Ruhe überlegen, ob die Zeit reicht, meine Sinnbilder von Melachton, Katharina von Bora und die Eule als Zeichen der Melancholie zu zeichnen. Schade, dass die Zeit so knapp ist und ich soviele andere Projekte für diesen Sommer realisieren will. Gerne hätte ich mehr zur Reformation gezeichnet. Gerne wäre ich auch zu den Veranstaltungen gegangen, aber leider passen sie gar nicht in meinen Terminkalender.

Cranach und Luthers Portrait – Bericht und Zeichnung von Susanne Haun

Es ist erstaunlich, wie viele Informationen aus einem kleinen Buch kommen können, wenn man nur weiß, wie man es lesen muß.

Für Cranach habe ich mich besonders intensiv Mitte des Jahres 2010 interessiert. Mit diesem Link seht ihr eine Übersicht meiner Artikel über Cranach und Luther mit meinem Wissenstand von 2012. In diesem Zusammenhang zeichnete ich auch meine Sinnbilder von Cranach und Luther.

HaunMein Sinnbild Luthers heute (c) Zeichnung von Susanne Haun

Mein Sinnbild Luthers heute (c) Zeichnung von Susanne

Nach der Lektüre und Diskussion des Buches „Cranachs Luther“ von Martin Warnke sehe ich vieles des damals gedachten intensiver und auch anders. Ich frage mich, wie meine Sinnbilder sich ob des Wissens, dass ich nun besitze, ändern werden?

Cranach hat eine große Anzahl an Porträtdrucken im Laufe Luthers Leben gefertigt. Warnke fragte sich, wie sich die Portraits mit der Zeit änderten und welche Funktion sie hatten. Er vergleicht die Funktion der Abbilder mit denen der weiteren im 15. Jahrhundert. Im 15. Jahrhundert was das Portrait den Fürsten vorbehalten oder Ehebilder wurden angefertigt, wenn die Eheleute sich vor der Hochzeit nicht kannten.

Warnke geht im historischen Kontext vor. Er betrachtet die Zeit, in der die Arbeiten entstanden sind. Ich höre oft in Diskussionen um Bildbeschreibungen mit anderen Künstlern, dass der Künstler sich nie all das Gedacht hat, was über seine Bilder geschrieben werden.
Vieles, was wir heute gerade bei historischen Bildern beschreiben und uns erarbeiten müssen, wissen die Künstler der jeweiligen Zeit, weil es in ihrer Zeit verankert liegt.

So hat Cranach in den späteren Abbildungen Luther mit Attribute ausgestatte, die dieser gar nicht besaß.
Der erste Druck, den er im Auftrag des Wittenbergischen Hofes erstellte, wird Luthers tatsächlichem Antlitz am nächsten kommen. Dieser Druck wurde allerdings vom Wittenbergischen Hof vertreten von Spalatin (heute würden wir zu Spalatin „Pressesprecher“ sagen) abgelehnt.

1 Mein Sinnbild von Cranach 2010 (c) Zeichnung von Susanne Haun

1 Mein Sinnbild von Cranach 2010 (c) Zeichnung von Susanne Haun

So wurden die weiteren Abbildungen Cranachs von Luther mit Attributen der antiken Physiognomik des Pseudo-Aristoteles ausgestattet. Luther bekam wulstigen Augenbrauen („primitive Stirnhöcker„²), die als Zeichen für Tatmenschen standen. So ist auch der Mund- und Kieferbereich sowie die Haarlocke dem Löwen angepasst worden, weil der Löwe als das edelste und tapferste aller Tiere galt. Die Nase wurde adlergleich gestaltet, das galt großherzig.

Was Pseudo-Aristoteles bedeutet? Das sind Schriften, die im Mittelalter Aristoteles zugeschrieben wurden, die sich aber in der späteren Forschung als unecht erwiesen.

Ihr fragt euch, was Luther selber zu den Veränderungen seines Antlitzes gesagt hat? Luther fand sein Äußeres unwichtig, ihm ging es um seine Seele und seine Lehre. Unter dem Kupferstick von 1521 von Cranach steht folgende Inschrift: „Des Lucas Werk ist dies Bild der sterblichen Gestalt Luthers, das ewige Bild seines Geistes prägt er selbst.“².

2 Mein Sinnbild von Luther 2010 (c) Zeichnung von Susanne Haun

2 Mein Sinnbild von Luther 2010 (c) Zeichnung von Susanne Haun

Es wird gesagt, dass die Reformation ohne die neuen Drucktechniken nicht funktioniert hätte.

Ich als Künstlerin von heute möchte natürlich am liebsten die Seele Luthers zeigen. Sein Antlitz kann ich nur aus den Drucken Cranachs vermuten. Aber wie zeige ich die Seele eines Menschen, dessen Lehre ich nur in Ansätzen kenne und den ich nie persönlich kennen gelernt habe?.
Viele Künstler, unter anderem Baldung, Altdorf, Hopfer haben nach Cranachs Arbeit Luther dargestellt.

For my English-speaking readers:
Cranach has made ​​a large number of printing portrait during Luther’s life.
Warnke, an arthistorien ask how the portraits changed over time and what function they had.
He compares the function of the images with those of the other in the 15th Century. In the 15th Century what the portrait subject to the prince or marriage pictures were taken when the couple is not provided before wedding.
Cranach drawed Luther with attributes of ancient physiognomy of Pseudeo-Aristotle. You wonder what Luther himself said to the changes of his face?
Luther found his appearance unimportant, it was about his soul and his teachings. Under the stick of copper in 1521 by Cranach is the following inscription:
„In business, this is Lucas image of mortal form Luther, the eternal image of his mind, he characterizes himself“ ².

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²Warnke, Martin. Cranachs Luther. Frankfurt am Main, April 1984.

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