Susanne Haun

Zitat am Sonntag – Daniel 7,19 f – Altes Testament

Posted in Zeichnung by Susanne Haun on 15. März 2020

 

 

Corona - ein Tier ganz furchtbar mit 10 Hoernern auf dem Kopf (c) Susanne Haun

Corona – ein Tier ganz furchtbar mit 10 Hoernern auf dem Kopf (c) Susanne Haun

 

Das vierte Tier war ganz anders als alle anderen,
ganz furchtbar, mit eisernen Zähnen und ehernen Klauen,
das um sich fraß und zermalmte und mit seinen Füßen zertrat, was übrig blieb. […]
Und es hatte zehn Hörner auf seinem Haupt.

Daniel 7,19 f

 

Daniel, (hebräisch דָּנִיּאֵל), ist die Hauptfigur des nach ihm benannten Buchs im Tanach. Danach war er ein jüdischer Traumdeuter und Seher im babylonischen Exil, dem JHWH, Israels Gott, das Ende der Judäa beherrschenden Weltreiche und das folgende ewige Reich Gottes offenbarte. (…) Das Buch gehört zur biblischen Apokalyptik und wurde als eines der letzten Bücher in den jüdischen Bibelkanon aufgenommen.“ (Wikipedia)

Am Mittwoch schrieb Achim Spengler auf seinem Blog A READMILL OF MIND (siehe hier) seine Gedanken zum Coronavirus nieder und begann mit einem Zitat aus der Bibel.

Dieses Zitat verwandelte ich schon beim Lesen in meinen Gedanken in ein Bild und ich setzte mich und zeichnete.

Ich kann noch nicht realisieren, wie der Virus unser Leben einschränkt und auf was für dünnen Beinen Selbstverständlichkeiten wie Toilettenpapier ( 😉 ), Reisen, Bildung, Globalität und das gesellschaftliche Leben stehen.

Aufgrund der Aktualität meines Bildes habe ich meine Zeichnung auch sofort bei singulart eingestellt (Klick zu meiner Präsenz bei der Pariser Galerie singulart) Gerne könnt ihr euch die technischen Daten zum Bild dort anschauen.

Fotos, die während der Arbeit an der Zeichnung entstanden:

 

 

For my english speaking readers:

Under the impact of the news of March 12, 2020, Haun sat down at her desk and drew her perspective on the Corona Virus.

The quarantines imposed are just as bad for artists whose profession largely consists of communication as they are for restaurants, theaters and museums. In addition to the virus, Susanne Haun also had a biblical quote in her head that she discovered on the web:

„The fourth animal was very different from all the others, very terrible, with iron teeth and brazen claws, which ate up and crushed itself and with his feet crushed what was left. (…) And it had ten horns on its head. “ Daniel 7.19 f.

 

Projekt ohne Namen – Oma hatte nie ein Gebiss – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Projekt ohne Namen, Zeichnung by Susanne Haun on 21. Mai 2019

 

 

 

Am 11. März sendete mir Jürgen alias Buchalov seinen letzten Satzbeginn.

Schon gleich nach dem ersten Lesen wusste ich, was ich dazu zeichnen, bzw. fotografieren wollte. Meine Oma pflegte ihre Zähne sehr und hatte so mit über 90 Jahren, als sie starb bis auf ein paar Kronen noch ihre eigenen Zähne. Ich erinnere mich, wie im Krankenhaus immer alle überrascht waren, dass es da kein Gebiss gab. Vor einer OP muss der Patient alle Zähne auf den Tisch legen. Oma war sehr stolz auf ihre Zähne.

Auch ich habe schon einige Kronen 🙂 auf den Zähnen. Für jede Krone gibt es einen Gebißabdruck und meine Zahnärztin gibt mir meine Modelle immer mit. Ich finde sie interessant und habe sie auch schon oft in meinen Stillleben eingebaut (siehe hier, klick).

Ich frage mich gerade, ob die Fotos und Zeichnungen von heute damit unter der Kategorie „Selbstportrait“ fällt. Was meint ihr?

 

 

Hier also meine Vervollständigung von Jürgens Satzanfang:

 

#28

J: Wir baten Oma sehr oft, wirklich sehr oft,  ihre zweiten Zähne in den Mund zu nehmen  …

S: … und waren jedesmal überrascht, dass sie ihre eigenen Zähne zeigen konnte. Wem gehörten also die zweiten Zähne?

 

Ich schreibe und weiss noch keinen Satzanfang, den ich jetzt Jürgen mit auf den Weg geben kann:

Spontan:

#29

S: „Der Kalender neben meinem iMac zeigt Freitag, nicht den 13. und ich habe hunger, was mich dazu veranlasst …“

 

Hier könnt ihr in unseren bisherigen Satzanfängen und -enden stöbern. Schon seit November 2016, vielleicht mit kurzen Unterbrechungen, führen Jürgen und ich diesen Dialog.

 

#27 (siehe hier)

S: Simple und einfach ist nichts auf dieser Welt, weil …
J: …immer irgendwas in der Landschaft herumsteht und stört.

#26 (siehe hier)

J: Mir gefällt, dass …
S: … immer wieder Zeichnen von Linien!

#25 (siehe hier)

S: Natura naturata und natura naturans“ sind zwei ästhetische Begriffe, die …
J: … die mir etwas von der Trias „Gott, Natur und Mensch“ erzählt haben, die aber beim intuitiven Bogenschießen keine Rolle spielen.

#24 (siehe hier)

J: Die Weltenseele ist mir noch nicht begegnet, …
S: … während sie Susanne in dem kleinsten Blatt, selbst im Ion entdeckt.

#23 (siehe hier bei Jürgen und hier bei Susanne)

S: Inhaltsverzeichnisse sind Wissensquellen, die ….
J: …die das Rhizom fressen wird!“

#22 (siehe hier)

J: Und während ich hier in meinem kleinen Atelier sitze…
S: … schaue ich aus meinem Atelierfenster und imaginiere die Erhabenheit der Berge.

#21 (siehe hier)

S: Ein neuer Anfang bedeutet …
J: … Reset, und die alten Einstellungen werden in der Maschine gespeichert

#20 (siehe hier)

J: Der Himmel wartet, doch die Erde verlangt …
S: Liebe, Respekt und Verantwortung.

#19 (siehe hier)

S: „Durst wird nicht immer durch Wasser gelöscht, sondern …“
J: “ … auch mit Erdöl!“

#18 (siehe hier)

J: „Wenn ich mit dem Finger schnipse, …“
S:  „… passiert nichts weiter außer ein Schnipsen.“

#17 (siehe hier)
S: „Eine Linie biegt sich nach links nach rechts, um dann…“
J: „… an den Rändern des Blattes zu verschwinden.“

#16 (siehe hier)

J:  „Mein Engelchen, ich sage Dir …“
S:  „… nichts ist perfekt aber alles ist möglich!“

#15 (siehe hier)
S: „Wörter sind immer …“
J: „… gut oder böse.“

#15.1 (siehe hier)
J: „Worte, die den Raum fülleun und als ewiges Licht bleiben.“

#14 (siehe hier)
J: „Ich konnte zuerst den Weg nicht finden, …“
S: „… aber dann sah ich es: Am Ende des Weges war alles voller Bücher, Papier und Tinte.“

#13 (siehe hier)
S: „Wie Schneeflocken werden die Pappelsamen durch die Luft getragen und …“
J:  „… sind wie Worte, die die Erde lockern werden.“ (aus Enzensberger, Windgriff, 1964)

#12 (siehe hier)
J: „Ich schaue mich im Spiegel an und denke: …“
S: „… Nichts!“

#11 (siehe hier)
S: Die Ferne lockt mit fremden Geruechen, Farben und Tönen …
J:  …, doch mein Herz schlägt nur für dich.

#10 (siehe hier)
J: „Ich war jung und töricht, naiv und unbedarft …“
S: „… und dabei sehr fröhlich und sorglos.“

#9 (siehe hier)
S: Der Mensch blickt zurück in sich selbst und findet in der Zukunft …..
J: … den „loving cup“.

#8 (siehe hier)
J: „Der, der alleine ins Wasser geht, das ist „der Alleineinswassergeher“ und die, die zu mehreren gehen …“
S: „…werden sich selbst vergessen, fröhlich sein und planschen.“

#7 (siehe hier)
S: „Kalte Hände sind ein kritisches….“
J: „… Phänomen, denn wie sagte Christoph Ernst Freiherr von Houwald, so ungefähr: „Nimm noch einmal in Deine kalten Hände des warmen Herzens Signatur. Und ist Dein Herzensspiel noch nicht zu Ende, und kommt ein neuer Akt: so klingle nur.“ ( frei übertragen aus: Christoph Ernst Freiherr von Houwald, die Freistatt, vierte Szene, Leipzig 1820)

#6 (siehe hier)
J: „Wenn sie losgelassen werden und durch die offenen Tore fegen …“
S: „… können nicht die größten Drollerien sie aufhalten.“

#5 (siehe hier)
S: „Das perfekte Ding ist …“
J: „… das momentane Ding“

#4 (siehe hier)
J: „Ich höre die schweren Maschinen in der Ferne und ahne …“
S: „… dass sie an ihrer Last zerbrechen.“

#3 (siehe hier)
S: „Es ist schwer vorstellbar, dass der hoch in den Himmel aufragende Turm …!“
J: „… tatsächlich ein Raumschiff darstellt.“

#2 (siehe hier):
J: „Heute ist heute, morgen wird übermorgen und  …“
S: „… gestern ist nicht gewesen sondern wird Erinnerung.“

#1 Projektauftakt (siehe hier):
S: „In der Nacht verschwimmen die Gegenstände zu schwarzen verwischten Flächen, deshalb ……“.
J:  „… versucht der Abfalleimer ein verzweifeltes Glühen“.

%d Bloggern gefällt das: