Susanne Haun

Dreckige Wäsche – Teil 2 – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Künstlerunikatbuch, Kunstgeschichte, Musterbuch, Stillleben, Zeichnung by Susanne Haun on 22. Januar 2015

Ecken und Kanten sowie weiche Kurven faszinieren mich zur Zeit.

Dreckige Wäsche (c) Zeichnung von Susanne Haun

Dreckige Wäsche (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Ich möchte diese Arbeiten in einem Leporello präsentieren.

Die Inspiration zu „Falten zeichnen“ und „Leporellos“ habe ich aus meinem Seminar „Musterbuch und Zeichnung im Mittelalter“ mitgenommen.
Durch die unterschiedliche Darstellung von Gewändern kann der Historiker feststellen, in welcher Zeit und zu welchem Stil die Malerein und Zeichnungen gehören. Statt Falten von Gewändern zeichne ich Papier und Wäsche. Schließlich will ich mit der Zeit gehen! Die Leporello – Idee ist mir beim Betrachten des Wiener Musterbuchs (siehe hier Link zum Kunsthistorischen Museum Wien) in den Sinn gekommen.

Immer, wenn meine eine Leidenschaft (die Zeichnung) die andere (die Kunstgeschichte) berührt, habe ich ein wohliges warmes und sehr zufriedenes Gefühl!

Der Braunschweiger Dom – Bericht von Susanne Haun

Wandmalereien im Braunschweiger Dom sehen
stand im Dezember ganz oben auf meiner todo – Liste.

 

Braunschweiger Dom (c) Foto von Susanne Haun

Braunschweiger Dom (c) Foto von Susanne Haun

 

Ich hatte mich mit den Malereien im Braunschweiger Dom im Zusammenhang mit dem Wolfenbütteler Musterbuch beschäftigt. Nach den Fotos von den Malerein, die ich in Büchern sah, dachte ich kräftig farbenprächtige Gemälde zu sehen. So war ich ganz erstaunt, dass die Wandmalereien in zarten Farben, kaum sichtbar, zu sehen sind.

 

Ausschnitt Fresken Braunschweig (c) Foto von M.Fanke

Ausschnitt Fresken Braunschweig (c) Foto von M.Fanke

 

Erst im Jahr 1845 entdeckten Restauratoren die Fresken wieder, sie waren mit weißer Farbe überdeckt. Die Malereien wurden seither mehrfach restauriert.

Es ist schön, so „lapidar“ über die Malereien des Doms zu schreiben – sehr entspannend. Es entspricht nicht der wissenschaftlichen Arbeit, die ich sonst für die Uni leisten muß. In der Regel benötige ich für eine Seite in meinen Hausarbeiten drei bis fünf Stunden. Nicht mitgerechnet die Stunden, die ich mir das Wissen, das ich für die Hausarbeiten benötige, angelesen habe.

Die Malereien im Braunschweiger Dom sind nach den formalen Regeln der Byzantinische Kunst erstellt. Ich berichtete vor ein paar Tage von der Haltung des Engel am leeren Grab Christi (siehe hier) An der Decke in der Westkappe im Braunschweiger Dom ist der Engel in genau der Haltung zu sehen, die ich zeichnete.

 

Engel am leeren Grab Christis (c) Foto von M.Fanke

Engel am leeren Grab Christis (c) Foto von M.Fanke

Die Tücken des Papiers – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Aquarell, Kunstgeschichte, Musterbuch, Portraitmalerei, Selbstbildnisse, Zeichnung by Susanne Haun on 24. Oktober 2014

Lange Zeit habe ich nicht mehr auf handgeschöpften Silberburg Papier 110 g/m² gearbeitet.

Ich hell längs (c) Zeichnung von Susanne Haun

Ich hell längs (c) Zeichnung von Susanne Haun

Es ist sehr dünn und ich benutze auf diesem Papier grundsätzlich nur Standardgraph Zeichentusche, da diese nicht so pigmenthaltig ist. Somit besteht nicht die Gefahr, dass sie auf dem zarten Papier ausfranst. Zum Kolorieren verwende ich in diesem Fall stark verdünnte Aquarellfarbe. Auch hier wäre jegliche farbige Tusche zu intensiv.

Und trotzdem ist alles anders. Ich kann die Linien mit der Stahlfeder nicht so modelieren wie ich möchte und selbst die Aquarellfarbe ist mitunter noch zu fett.

Ich hell quer (c) Zeichnung von Susanne Haun

Ich hell quer (c) Zeichnung von Susanne Haun

Aber ich habe mich wieder gut eingearbeitet. Am liebsten arbeite ich auf dem kleinen Bogen ohne kolorierung oder wenn sparsam.

Ich dunkel quer (c) Zeichnung von Susanne Haun

Ich dunkel quer (c) Zeichnung von Susanne Haun

Ich kann die Farbe nicht in Lagen auf dem Papier übereinander setzen und so entstehen die Zeichnungen mit wenigen Tonwerten.

Meine „praktische Arbeit“ hilft mir, die theoretische besser zu verstehen.
Ich vertiefe zur Zeit meine Kentnisse zum Thema „Musterbuch und Zeichnung im Mittelalter“.
Musterbücher dienten Künstler als Vorlagen. Das älteste Musterbuch könnte die Vergilius Vaticanus aus der Zeit um 400 sein.²
Interessant ist es dabei, die Frage zu stellen, aus welchem Material die Seiten der Musterbücher bestanden.

Auf der Packung des Silberburg Büttenpapiers steht, dass es nach 2.000 Jahre alter Tradition hergestellt wird.
Was meint ihr? Gibt es schon so lange Büttenpapier?

Im Mittelalter wurde hauptsächliche Pergament und Papyrus als Träger für Schrift und Bild verwendet.
Papier tauchte im Abendland erst im 12. Jahrhundert auf. Papier ist eine chinesische Erfindung des 2. nachchristlichen Jahrhunderts. Sie gelangt vom Vorderen Orient in die arabische Welt und somit auch ins arabische Spanien. Erst im 14. Jahrhundert tauchen die ersten Papiermühlen in Deutschland auf.²

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²Jakobi-Mirwald, Das mittelalterliche Buch, Stuttgart 2014, S. 148 – 160

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