Susanne Haun

Toskana 2019 – Bagni di Lucca – Susanne Haun

Posted in Reiseberichte, Skizzen, Skizzenbuch, St.Andrea di Compito, Toskana, Zeichnung by Susanne Haun on 16. August 2019

 

Toskana, Bagni di Lucca, Foto von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2019 2280

Toskana, Bagni di Lucca, Foto von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2019

 

Es ist schon fast ein Vierteljahr her, dass wir unsere Zeit in den Pisaner Bergen der Toskana verbrachten und ich habe meine Skizzenbücher und mein Tagebuch zwar eingescant aber kaum geblogt.

Jedoch findet sich immer wieder eine Gelegenheit, die Fotos zu sortieren und die Skizzen zu scannen. Ob ich den Urlaub vor unserem nächsten Urlaub wohl aufgearbeitet habe? Ich weiss es nicht.

Da ich in drei Skizzenbücher arbeitete, fiel es mir schwer, die Skizzen trotz der sporadischen Ortsbezeichnungen zuzuordenen. Ich nehme mir zum wiederholten male vor, meine Skizzen ordentlicher zu bezeichnen.

 

 

 

Unter diesem Link (Klick) findet ihr alle Beiträge der Toskanareise, der neuste Beitrag, also dieser, erfolgt dabei an erster Stelle, so dass ihr viel zum scrollen habt.

 

Hier mein im Urlaub geschriebener Tagebucheintrag:

 

27.5.2019

Bagni di Lucca besitzt neunzehn 40 – 47 Grad heiße Quellen, die schon im Mittelalter bekannt waren.

Beim Lesen der Geschichte des Ortes dachte ich sofort an Birgit von Sätze&Schätze, die in Abständen literarische Orte bloggt. So ein Ort liegt tatsächlich auch mit dem Kurort Bagni di Lucca vor und wir wandelten auf den Spuren von Monteigne, Lord Byron, Mary Shelley, Heine und vielen mehr. Bekannt wurde der Ort durch Napoleons Mutter Laetizia und ihre beiden Töchter Pauline und Elisa, die regelmäßig hier verkehrten. Von Elisa hörten wir schon im Zusammenhang mit der Renaissancevilla gestern.

Heinrich Heine schrieb in seinem Reisebild:

„Ich habe nie ein reizenderes Tal gesehen, besonders wenn man von der Terrasse des oberen Bades, wo die ernstgrünen Zypressen stehen, ins Dorf hinabschaut. Man sieht dort die Brücke, die über ein Flüsschen führt, welches Lima heißt, und, das Dorf in zwei Teile durchschneidend, an beiden Enden in mäßigen Wasserfällen, über Felsenstücke dahinstürzt und ein Geräusch hervorbringt, als wolle es die angenehmsten Dinge sagen und könne vor dem allseitig plaudernden Echo nicht zu Worten kommen.“

Ich mochte am liebsten die Brücken über den Lima, den Fluß, der durch Bagni di Lucca fließt. Vom ehemaligem Casino, die Lizenz hierfür wurde vor gut 50 Jahren nach Venedig verkauft, bis zum Rundtempel des Dimidoff zu den Brücken besitzt alles ein morbider Charme. Es scheint als ob mit dem Casino auch das Geld für die Pflege der Architekturen verloren ging.

Der morbide Charme beflügelte meine Phantasie und ich sah vor meinem geistigen Auge die Damen in ihren langen Kleidern und Herren in Frack des ausgehenden 19. Jahrhunderts zum Casino wandeln, sich über die neusten Literaten unterhalten und die Schönheit des Ortes geniessen.

 

 

 

Einladung zum 22. Kunstsalon im Atelier Susanne Haun – mit Beate Gernhuber von Safariscout

Posted in Reiseberichte, Salon, Tiere, Zeichnung by Susanne Haun on 14. August 2019

 

Liebe Freundinnen und Freunde meines KunstSalons!

Der 22. KunstSalon am Dienstag zum Thema Volunteer Safari in Südafrika im Greater Kruger Nationalpark, findet am 29. Oktober 2019 um 18 Uhr in meinen Atelierräumen in der Groninger Str. 22, 13347 Berlin statt.

Als Gast freue ich mich, Beate Gernhuber, Mitnitiatorin des freiwilligen Naturschutzprojekts Südafrika, in meinem Atelier begrüßen zu dürfen.

 

Einladung Salon Beate Gernhuber bei Susanne Haun

 

Das erste Projekt zur Freiwilligenarbeit im Greater Kruger Nationalpark in Südafrika, das Beate Gernhuber realisiert, ist erfolgreich angelaufen. Zuerst war für Beate als Journalistin das Schreiben von Geschichten am wichtigsten, dann kam das Reisen nach Afrika (Blog), das für sie gleichzeitig zur Passion und Arbeit geworden ist. Über zehn Jahre hat sie diesen großen Kontinent inzwischen bereist. Jetzt hilft sie anderen, ihre Afrika-Reisen zu planen (www.safariscout.com).

Der Naturschutz und Artenschutz in Südafrikas Limpopo Provinz liegt Beate dabei sehr am Herzen. SafariScout.com ist ausschließlicher Anbieter dieser Naturschutz Erfahrung und hat den Volunteer Einsatz zusammen mit dem zuständigen Wildhüter des Gebietes als Schirmherr und Betreuer entwickelt. Das Besondere daran: Der Wildhüter ist oberster Wächter über Sicherheit und Wohlergehen von Natur, Menschen und Tieren in seinem Gebiet.

Beate wird beim Salon über das Projekt berichten.

 

Elefanten in Botswana, 50 x 65 cm, Tusche auf Hahnemühle Aquarellkarton, Zeichnung von Susanne Haun (VG Bild Kunst, Bonn 2019

Elefanten in Botswana, 50 x 65 cm, Tusche auf Hahnemühle Aquarellkarton, Zeichnung von Susanne Haun (VG Bild Kunst, Bonn 2019

 

Was aber hat das Bereisen von Afrika mit Kunst zu tun?

Schon seit Jahrhunderten halten Künstler auf Reisen ihre Eindrücke in Skizzenbüchern fest. Im 19. Jahrhundert waren Zeichner Expeditionsteilnehmer, um die Reisen zu dokumentieren und in der Heimat das Gesehene vermitteln zu können.

Trotz der Erfindung der Fotografie zeichnen auch heute im 21. Jahrhundert noch viele Künstlerinnen und Künstler auf Reisen in ihre Skizzenbücher. So auch Susanne Haun, die ihre afrikanischen Inspirationen der von Beate organisierten Afrikareise durch Simbabwe, Botswana, Namibia und Südafrika zuerst in Skizzenbüchern vor Ort und anschließend im Atelier festgehalten hat. An den Galeriewänden sind beim Salon die Skizzenbücher und nachträglich entstandenen Arbeiten zu sehen. Dabei sind die kleinsten 10 x 10 cm und die größte Zeichnungen 125 x 200 cm groß.

Die Einladung zum 22. Salon – Freiwilligenarbeit und Zeichnen in Südafrika kann hier heruntergeladen werden: (Klick).

 

Wir freuen uns, Euch begrüßen zu dürfen.

 

 22. KunstSalon am Dienstag bei Susanne Haun

29. Oktober 2019 um 18 Uhr

Groninger Str. 22, 13347 Berlin

info@susannehaun.de T: 030 43 00 45 72, M: 0177 232 80 70

www.susannehaun.com

Tram M13, M50 Osramhöfe, U6 Seestraße, Leopoldplatz, U9 Nauener Platz

 

Toskana 2019 – Wanderung rund um Villa Baldini – Susanne Haun

Posted in Landschaft, Reiseberichte, Skizzen, Skizzenbuch, St.Andrea di Compito, Toskana, Zeichnung by Susanne Haun on 24. Juli 2019

 

 

Impressionen von der Wanderung rund um Villa Baldini , Susanne Haun beim Zeichnen (c) Foto von M.Fanke

Impressionen von der Wanderung rund um Villa Baldini , Susanne Haun beim Zeichnen (c) Foto von M.Fanke

 

Wie gut, dass ich im Urlaub Tagebuch führte und wie erschreckend schnell verblassen die Eindrücke.

Ich muss mir angewöhnen, meine Zeichnungen in den Skizzenbücher besser zu verorten. Manchmal fällt es mir schwer, sie den richtigen Orten zuzuordnen. Nicht nur Ulli (siehe hier) denkt bei Ortsmarken an Jürgen Küster alias Buchlov (siehe hier). Danke für den Hinweis auf deine Ortmarken, Jürgen.

In der Regel sind mir trotz allem die Zeichnungen und Fotos wichtiger als der Text, jedoch dient der Text dann doch oft als wichtige Ergänzung.

Alle drei Medien dienen als Index, um Erinnerungen wieder an die Oberfläche zu holen.

 

 

 

26.5.2019

Heute haben wir uns die Renaissancevilla des Farbenherstellers Baldini angeschaut. Sie liegt versteckt in den Bergen und beherbergte 1814 – 15 die Schwester Napoleons und Herrscherin über Lucca. Elisa Baciocchi wurde während ihr Bruder auf Elba weilte in der Villa gefangen gehalten. Der noch im Reiseführer von 2001 als schön bezeichnete Garten war verwildert, wir umrundeten die Villa auf einem schönen, von der Natur umgebenen Weg und spähten wo er möglich war auf den abgeschlossenen Garten.

Am erstauntesten waren wir von einen erstaunlich großen Bambushain, der asiatisch anmutend unseren Weg umsäumte.

Unterhalb der Villa verläuft die Frankenstraße – via Francigena – über die im Mittelalter nach Rom gereist wurde. Für mich war es ein erhebendes Gefühl auf den Spuren der vielen Romreisenden zu wandeln. Mit welchen Hoffnungen und Wünschen sowie Geschäftsinteressen der Weg nach Rom wohl zurückgelegt wurde?

Bei zwei Korkeichen angelangt ging ein Stück des Weges auf der Straße, auf der wir auch mit dem Auto kamen, entlang. Viele Autos sahen wir nicht, die Aussichten konnten wir aufgrund des schlechten Wetters leider nicht bewundern.

 

 

 

 

Toskana 2019 – Lucca – Susanne Haun

Posted in Reiseberichte, St.Andrea di Compito, Toskana by Susanne Haun on 12. Juli 2019

 

 

Lucca habe ich als beschauliche Stadt, die wir dieses Jahr zweimal besuchten, in Erinnerung. Ich bin immer wieder erstaunt, was ich vor Ort in mein Tagebuch schreibe.

 

 

Es ist auch erstaunlich, welche Verknüpfungen ich beim neuerlichen Lesen meiner Tagebucheintragungen herstelle. Heute morgen wurde in den Nachrichten
berichtet, dass in Berlin die Friedrichstraße für den Autoverkehr gesperrt werden soll. Das hat Freude bei mir ausgelöst und ich dachte an Lucca! Ich denke, die Städte und die Läden profitieren von der Verkehrsberuhigung. Besonders am Checkpoint Charly wird es die Situation entschärfen, wo man als Fußgänger ob der Fülle kaum Platz zum laufen hat.

 

25.5.2019

St. Andrea di Compito ist ein entzückendes, kleines, sauberes Dorf.

Es fällt uns auf, dass alles viel gepflegter ist als im südlichen Italien, wie Sizilien oder Neapel. Überall ist eine wunderschöne Blütenpracht in den Gärten zu sehen, mir gefallen besonders die alten Rosenstöcke die große, volle Blüten tragen. Je nördlicher man Italien bereist, umso ärmer wird das Land. Blumen und restaurierte Häuser sind kostenintensiv. Natürlich ist es auch noch früh im Jahr und so ist alles noch grün, noch nicht von der sengenden Sonne des Sommers verbrannt. Die Menschen sind wie überall in Italien sehr freundlich und hilfsbereit, sprechen aber kaum Englisch.

Von meiner italienischen Freundin Cris weiss ich, dass in Italien vorwiegend das klassische Abitur mit Altgriechisch und Latein abgelegt wird. Auch Cris hatte am Anfang Schwierigkeiten, Englisch zu sprechen, sie hat zusätzlich zu ihrem Abitur ein Businessenglisch – Schein gemacht, um auch den englischen Seminaren folgen und die englische Fachliteratur lesen zu können.

Luccas Innenstadt ist von einem Burgwall umgeben, auf dem die Besucherinnen und Besucher lustwandeln können, immer den historischen Ortskern im Blick. Weitestgehend ist die historische Altstadt vom Autoverkehr ausgeschlossen, was die Radfahrer so vermehrt hat, dass man als Fußgänger kaum unbeschadet die Stadt genießen und sich die Fassaden der Kirchen anschauen kann, ohne umgefahren zu werden. Manche Radfahrerinnen und Radfahrer sind tatsächlich schneller als die vorsichtigen motorisierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Straßenverkehrs, die mit Sondergenehmigung durch die Stadt fahren. NEIN – ich finde Radfahrern toll, ich Berichte nur, was ich beobachtet habe. Diese Beobachtung macht mich ein wenig ratlos.

In Amsterdam gibt es für die vielen Radfahrer Radfahrwege, was in Italiens engen Innenstädte kaum vorstellbar ist. Hier fährt und läuft jeder nach Lust Und Laune und die Verkehrszeichen sind eher Vorschläge denn regeln.

 

 

Ich zeige hier wieder ein Graffiti des Strassenkünstlers „Blub“. Er malt Prominente mit Masken und Schnorchel auf die Mauern Florenz. Vielleicht hat er in Neapel (siehe hier) und auch hier in Lucca Urlaub gemacht? Sein Motto lautet, dass „Kunst weiß, wie man schwimmt“, also so hoch das Wasser auch steht, durch die Brille der Kunst kann Schönheit gesehen werden.² Im Gegensatz zum Graffiti in Neapel war in Lucca schon die Hälfte des Bildes zerstört. Trotzdem fand ich es faszinierend, wieder Blub zu entdecken. Es hat ein wenig etwas von einem Suchspiel, in dem man italienische Städte nach dieser Art Bilder mit den Augen durchforstet.

 

Impressionen aus Lucca, Foto von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Impressionen aus Lucca vom Künstler Blub, Foto von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2019

 

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²Falz, Hansjörg (Hrsg.), Merian Florenz, Florenz und die Toskana, Hamburg 2017, Seite 10.

 

Toskana 2019 – SantʼAndrea di Compito – Susanne Haun

Posted in Reiseberichte, Skizzen, Skizzenbuch, St.Andrea di Compito, Toskana, Zeichnung by Susanne Haun on 1. Juli 2019

 

 

Im letzten Monat waren wir für knapp drei Wochen in der Toskana in St. Andrea die Compito, das kleine Dorf in den Pisaner Bergen liegt nahe Lucca. Ich führte Tagebuch und stelle in der nächsten Zeit in meinem Blog Text, Zeichnungen und Fotos zusammen.

Ich nahm dabei drei meiner „Rest-Skizzenbücher“ mit: ein halbes Latium, ein halbes Neapel und ein halbes Berlin. Nun muss ich die Zeichnungen sortieren. Gut, dass ich wenigstens einige mit einem Datum versehen habe.

Die Zeichnungen, die auf der langen Fahrt nach Italien entstanden, habe ich den heutigen Zeichnungen zugefügt.

 

 

24.5.2019

Heute ist unser erster Morgen in St. Andrea di Compito, ein niedliches kleines Dorf in der Toskana.

Wir werden die nächsten zwei Wochen hier verbringen und es gibt wirklich überhaupt gar kein bißchen Empfang am Handy, weder Telefon noch Internet, nicht einmal der Router des Ferienhauses, der WLAN verspricht, sendet ein Signal. Alle Geräte zeigen: „Kein Netz“.

Ich spüre, dass dieser Urlaub entschleunigend wirken wird, hier kann ich mich gut auf mein Fachgespräch mit Thema des Frauen-Profilbilds im Quattrocento in Florenz, der finale Abschluss meines Masters am 17. Juni, vorbereiten.

Nachtrag am 26.5.: Was ich nicht bedacht habe: alle unsere Reiseführer sind e-Books und beinhalten die Karten und Öffnungszeiten mittels Link, so dass unsere Tourenplanung nicht einfach ist. Auch an das täglich aktuelle Wetter habe ich mich als Smartphone Besitzerin gewöhnt. Zu wissen, wie das Wetter wird, ist nicht unerheblich gerade, wenn es in die apuanischen Alpen gehen soll.

 

Neapel – Santa Chiara – Susanne Haun

Posted in Neapel, Reiseberichte, Zeichnung by Susanne Haun on 4. Juni 2019

 

Skizzenbuch Neapel 5. - 09.04.2019, Santa Chiara, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Skizzenbuch Neapel 5. – 09.04.2019, Santa Chiara, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2019

 

Heute möchte ich von unserem letzten Tag in Neapel erzählen. Wir besuchten bevor es zum Flughafen ging den Klosterkomplex Santa Chiara.

Am beeindruckensten habe ich die Verkachelungen des Hofes empfunden. 1739 wurde der Hof vom Architekt Antonio Vaccaro gestaltet. Er unterteile den Garten in vier Abschnitte und versah die kreuzförmig angelegten Wege mit 72 achteckigen Säulen, davon ließ er 64 mit Majolikakacheln, die hauptsächlich in Zitronengelb, Olivgrün und Azur strahlen, verkleiden. Die Bänke sind ebenfalls mit Kacheln geschmückt, auf denen mythologische, allegorische, maritime und Alltagsszenen abgebildet sind.

1943 wurde dieses Kleinod durch allierte Bombenangriffe zerstört, der folgende zweitägige Brand zerstörte den Komplex fast vollständig, nach dem Krieg wurde die Kirche schlicht ohne Ausschmückungen wiederaufgebaut. Giottos einst berühmte Fresken, die die Wände der Basilika schmückten, sind nur noch in Rudimenten erhalten. Welch‘ ein Verlust!

Natürlich habe ich wieder viel zu viele Fotos hochgeladen, ich konnte mich wie immer nicht entscheiden, welches Säulenfoto das gelungenste ist. Mit dem Filterprogramm der Sony Cybershot habe ich für die letzten Fotos die Farbe Gelb selektiert.

Alle Neapel Beiträge könnt ihr unter folgenden Link (klick) aufrufen.

 

 

Neapel – Castel dell‘ Ovo – Susanne Haun

Posted in Neapel, Reiseberichte, Skizzen, Skizzenbuch, Zeichnung by Susanne Haun on 27. Mai 2019

 

Skizzenbuch Neapel 5. - 09.04.2019, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Skizzenbuch Neapel 5. – 09.04.2019, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2019

 

Ein Reisebericht zu schreiben erfordert viel Arbeitszeit und in den letzten Wochen war viel anderes zu berichten.

Meine elektronisch in der Bibliothek ausgeliehenen ebooks laufen in 6 Tagen ab und ich möchte sie nicht nochmals verlängern und so habe ich beschlossen, von den letzten beiden Tagen zu berichten, die wir in Neapel verbrachten.

Das Castel dell’Ovo sieht ein wenig wie extra für die Touristen geschaffen aus, ich habe Disneyland im Kopf. Bis 1975 war das Gelände um die Burg auch Sperrgebiet und diente dem Militär. Erst ab Anfang der 1980er Jahre wurde die imposante Burg aus dem 9. Jh. von den Touristen erobert.

Ovo bedeutet Ei, Forscher mutmaßen, das Kastell habe den Namen vom eiförmigen Grundriss, die Legende besagt jedoch, dass der Dichter Vergil, der im  Mittelalter als Magier galt, im Inneren des Kastells ein magisches Ei gehütet habe.

 

 

 

 

Neapel - Blick vom Castel dell Ovo - Foto von M.Fanke

Neapel – Blick vom Castel dell Ovo – Foto von M.Fanke

 

Wir sind von der Altstadt (siehe hier klick meinen Bericht dazu) auf der Promenade an der Bucht zum Kastell gelaufen. Seblstverständlich haben wir unterwegs Pause für zwei Cappucini und zum Zeichnen gemacht. Im Kastell selber habe ich nicht mehr gezeichnet. Ich war müde vom Tag und habe mich lieber hingesetzt und den Wind, das Meer und die Stimmung genossen. Micha ist herumgelaufen, und hat überall nach Herzenslust Fotos mit seiner Nikon gemacht, während ich mit der Sony Cybershot das Wasser festgehalten habe.

Ach ja, wenn ihr auf einem Bild der Galerie klickt, dann wird es groß angezeigt :-).

 

 

Neapel – Die Kirchen rund um die Spaccanapoli – Susanne Haun

Posted in Neapel, Reiseberichte, Skizzen, Skizzenbuch, Zeichnung by Susanne Haun on 24. April 2019

 

 

In den Kirchen gibt es viele Figuren, die mich zu schnellen Skizzen inspiriert haben. Wenn ihr auf die einzelnen Bilder klickt, werden sie groß dargestellt.

 

 

Die Kirchen rund um die Spaccanapoli Neapels sind natürlich sehr aufregend und strotzen vor Geschichten. Es ist traurig, dass nicht genug Geld vorhanden ist, alles zu restaurieren. Manche Ecken in den Kirchen sind schon sehr staubig. In der San Domenico Maggiore empfing uns am Eingang gleich eine Freundin der Kirche, die uns den Spendenkorb unter die Nase hielt und und uns mit einem Prospekt versorgte. Ich fand das sehr intelligent, die Kirche wird von Touristen überrannt und die wenigsten stecken etwas in die Spendenbox.

 

Neapel - Altstadt - Spaccanapoli - Foto von M.Fanke

Neapel – Altstadt – Spaccanapoli – Foto von M.Fanke

 

Ich wollte unbedingt den Salvator mundi aus der Werkstatt Leonardo da Vincis sehen. Um in die Sakristei mit dem Bild zu gelangen, haben wir pro Person 5 Euro Eintritt gezahlt und waren die einzigen Besucher. Fotografieren war in diesen Räumen verboten. Die riesigen Schränke der Sakristei standen offen und in einem befand sich an der Wand das Bild. Es ist denkbar, das Leonardo für die Serie der Salvador Mundis nur die Zeichnungen erstellte und seine Werkstatt dann eine Anzahl an Gemälden danach schuf. Erinnert ihr euch an die Schlagzeilen 2017? Einer der Salvator mundis tauchte auf und wurde für 450,3 Millionen US-Dollar verkauft. Wer mehr darüber lesen möchte, kann von Frank Zöllner den Aufsatz Der doppelte Leonardo (siehe hier) lesen.

Da wir den Salvotor Mundi nicht fotografieren durften, zeigen wir hier ein Graffiti, von dem wir annahmen, dass es von der Abbildung aus Leonardos Werkstatt inspiriert wurde. Inzwischen weiss ich, dass hier Strassenkusnt von „Blub“ gezeigt wird. Er malt Prominente mit Masken und Schnorchel auf die Mauern Florenz. Vielleicht hat er in Neapel Urlaub gemacht? Sein Motto lautet, dass „Kunst weiß, wie man schwimmt“, also so hoch das Wasser auch steht, durch die Brille der Kunst kann Schönheit gesehen werden.²

 

In den engen Gassen ist es schwierig, eine Kirche so zu fotografieren, dass ein Gesamteindruck vermittelt werden kann.

 

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Quellen: Helbert, Frank; Vitiello, Gabriella , Neapel, Köln 2017;

²Falz, Hansjörg (Hrsg.), Merian Florenz, Florenz und die Toskana, Hamburg 2017, Seite 10.

 

Die touristische Altstadt von Neapel – Susanne Haun

Posted in Neapel, Reiseberichte, Skizzen, Skizzenbuch by Susanne Haun on 22. April 2019

 

Neapel - Altstadt - Spaccanapoli - Foto von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Neapel – Altstadt – Spaccanapoli – Foto von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2019

 

Mit „Gesichter einer Stadt – die Spaccanapoli“ wird in unserem Reiseführer Neapels Broadway bezeichnet. Andy Warhol bezeichnete 1979 bei seinem Besuch Neapels diese berühmte Gasse der Altstadt Neapels als Broadway, weil sie nicht nur geografisch einen Schnitt durch die Stadt am Golf zieht.

 

 

War ich enttäuscht von unserem Spaziergang dort? Ich kann es nicht genau sagen, die Spaccanapoli bietet genau den touristischen Rummel, den die Touristin erwartet. Ich habe es bei weitem mehr genossen, die Gassen rund um unser Appartement zu geniessen. Dort, wo ich das Gefühl hatte, meinen Cappucino und mein süßes Teilchen am Morgen in einem Café zu mir zu nehmen, wo ich die einzige Touristen (neben Micha 😉 ) war.

Der Eingang der berühmten Gasse ist durch eine große Wandbemalung gekennzeichnet, die Micha und ich unterschiedlich interpretierten.

 

 

Wir haben fotografisch festgehalten, was die Schaufenster bieten und was das Touristinnenherz erfreuen soll. Ich habe in Neapel tatsächlich kein Mitbringsel gekauft. Das ist selten, sonst finde ich meistens irgendetwas, was ich in meine Stilllebensammlung integrieren kann, dieses mal nicht. Ich war nicht in Kauflaune 😉 . Mir liegt die Wohnungsauflösung meines Vaters schwer im Magen und ich mag im Moment nichts kaufen, wenn ich nur daran denke, dass alles, was ich habe irgendwann, wenn ich nicht mehr bin, zu Müll wird.

 

 

Es gibt auch ein wenig Graffiti in Neapel jedoch lange nicht soviel wie zum Beispiel in Lissabon. Ich selber habe an diesem Tag, den ich für den Blog in mindestens drei Beiträge unterteile, sehr viel gezeichnet. Die Zeichnungen den unterschiedlichen Blogbeiträgen zuzuordnen wird schwierig, aber ich habe es versucht.

 

 

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Quelle: Helbert, Frank;  Vitiello, Gabriella , Neapel, Köln 2017

Nepael – Real Bosco di Capodimonte – Susanne Haun

Posted in Neapel, Reiseberichte, Zeichnung by Susanne Haun on 19. April 2019

 

Neapel - Bosco di Capodimonte und Weg dorthin, Foto von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Neapel – Bosco di Capodimonte und Weg dorthin, Foto von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2019

 

Das Museum Capodimonte in Neapel wird auch der Louvre Neapels genannt. Es liegt in einem wunderschönen höher gelegenen Park, Bosco di Capodimonte, und auf dem Weg den Berg hinauf bieten sich immer wieder eindrucksvolle Blicke auf Neapel.

An diesem Tag habe ich viel gezeichnet und setzte mir zur Aufgabe, neben Menschen wieder einmal verstärkt auch die Architektur zu betrachten. Regelmäßige Leser meines Blogs wissen, wie sehr ich mich dazu zwingen muss, aber wenn ich mich entschlossen habe, dann macht es mir Spaß, meinen Eindruck von den Gebäuden festzuhalten. Ich nahm mir an diesem Tag vor, in den Linien der Architektur noch reduzierter zu werden.

 

Ursprünglich war das Museum das recht groß ausgefallene Jagdschloss des Bourbonenkönigs Karl III, der 1734 den Trohn bestieg. Er genoss die Lage auf dem Hügel und die Nähe zur Stadt. 100 Jahre später stellte Ferdinand II. den Palast mit seinen 100 Gemächern fertig. Seit 1957 ist das Museo di Capodimonte dort untergebracht. Die Zeit der geschlossenen Räume setzte sich fort und ich konnte die Grafiksammlung des Museums nicht besuchen. Die Sammlung ist generell für das Publikum nur auf Anmeldung zu besuchen. Wären wir länger da gewesen, ich hätte mich angemeldet, aber eine Woche Vorlaufzeit wird dafür benötigt.

 

 

Nichtsdestotrotz war das Museum faszinierend und alle Räume unmöglich mit Ruhe zu besichtigen. Der Park selber ist wunderschön gelegen und hat uns ein wenig an unsere Rehberge erinnert: ein Park mitten in der Stadt. Vor der Erkundung von Park und Museum haben wir im Kaffee vor dem Nordeingang in Ruhe einen Cappucino und eines der zahlreichen leckeren süßen Teilchen der italienischen Backkunst genossen.

Auf dem Rückweg habe ich so das Programm Pop-Farbe meiner Sony Cyber-Shot ausprobiert. Kombiniert mit der Extraktion der Farbe Grün ergaben sich so einige sehenswerte Fotos.

 

 

Als letztes zeige ich die Fotos, die wir auf dem Weg vom Straßenrand mitgenommen haben. Es sind auch zwei Fotos dabei, auf denen die Fahnen einer Prozession zu sehen sind. Für was die Bewohner Neapels die Fahnen getragen haben, das wissen wir nicht zu sagen. An der Stelle, wo wir die Fotos aufnahmen war der Marsch der Fahnen gerade beendet.