Susanne Haun

Vor kurzem in Athen bei Poseidon – Susanne Haun

Posted in Athen, Reiseberichte, Zeichnung by Susanne Haun on 16. Dezember 2017

 

Bevor das Jahr zu Ende 😉 geht, möchte ich vom letzten Tag unseres Kurzurlaubs in Athen berichten. Gerda fuhr mit uns zum Zipfel der Halbinsel Attika zum Tempel des Poseidons.

 

 

Ich schrieb in mein Tagebuch:

Athen, den 27.11.2017

Vier Tage sind keine lange Zeit, um eine so große Stadt wie Athen zu erkunden und so ist es nicht verwunderlich, dass der letzte Tag schneller anbrach als wir uns umdrehen konnten. Sind die ersten Tage mit blauem Himmel und Sonne gefüllt gewesen, regnete es schon am Morgen des vierten Tages in Strömen.

Gerda und ich nutzen die Zeit für ein langes Gespräch in der Küche bei Kaffee und Weihnachtskeksen. Generell waren die Tage von philosophischen und politischen Gesprächen und Diskussion begleitet. Mittags schlug Gerda vor, einen Ausflug zum Kap Sounion zu unternehmen. Kap Sounion ist vom Poseidontempel dominiert, der thronend auf dem Fels der südlichsten Spitze der Attika steht. Gerda fuhr uns souverän zum Ziel.

Dem Wind und Wetter ausgesetzt, ist dieser Ort bestens für Poseidon geeignet! Der Gott des Meeres zeigte sich gnädig, sprach mit Ailos, dem Gott der Winde, der die Regenwolken wegblies. Apollo schenkte uns Sonne und so konnten wir in Ruhe den Ort genießen, zeichnen, fotografieren, die Sonne (Apollo) anbeten sowie Kaffee und Kuchen essen.

Die Lichtverhältnisse der Halbinsel, die auch als attisches Licht bezeichnet werden, sind eindrucksvoll wie auf den Fotos zu erkennen ist. Als wir ins Auto zum Flughafen steigen, beginnt es wieder zu regnen. Ein eng mit Eindrücken gepacktes Wochenende endet.

 

Aussicht vom südlichsten Punkt der Attika (c) Foto von Susanne Haun

Aussicht vom südlichsten Punkt der Attika (c) Foto von Susanne Haun

 

Gerda berichtete schon vor einiger Zeit von unserem Tag bei Poseidon (siehe hier).

Was mir dazu noch einfällt:

Als Gerda meine Zeichnungen im Kaffee betrachtete, da stellte sie sofort fest, dass Architektur zeichnen nicht mein Ding ist. Ich musste lächeln, dass man das meinen Zeichnungen so ansah. Es ist mir einfach langweilig, Säule für Säule gerade und akurat zu zeichnen. Gerda schenkte mir dort aus dem selben Laden, wo ich meinen Hoplit (siehe hier) erstand, ein Skizzenbuch mit Eule und Bleistiften. Ich mag das Buch, ich habe darin den obigen Text festgehalten und einiges an Zitaten, die mir in letzter Zeit begegneten, festgehalten.

 

 

Athen – von der U-Bahnstation Evangelismus zur U-Bahnstation Meyoron Moutis – Susanne Haun

Posted in Athen, Reiseberichte, Zeichnung by Susanne Haun on 13. Dezember 2017

 

Über zwei Wochen ist es her, dass wir in Athen waren und die Wärme und Gerda und Panos Gastfreundschaft genossen. Die Zeit rast und inzwischen erscheint mir manches auf den Fotos schon unwirklich. In Athen war es schon weihnachtlich auf den Straßen geschmückt. Da war mir noch nicht so weihnachtlich wie jetzt beim Betrachten der Fotos.

 

Athen - U-Bahn Meyaron Moutis (c) Foto von M.Fanke

Athen – U-Bahn Meyaron Moutis (c) Foto von M.Fanke

 

Für unseren mittleren Tag habe ich kein Tagebuch geschrieben. Es hat sich einfach nicht ergeben, wir hatten soviel zu erzählen und der Austausch war mit wichtiger als mein Tagebuch. Zum Glück habe ich wenigstens die Orte aufgeschrieben, an denen wir waren.

Sehr gut hat mir das Museum of Cycladic Art gefallen. Ich hätte den ganzen Tag dort bleiben können, aber die Zeit war knapp und so haben wir anschliessend die Sonne im Garten des Byzantinischen Museums geblogt. Gerda zeigte Fotos davon (siehe hier).

 

Danach unternahmen wir einen Spaziergang mit den erwähnenswerten Orten: Kolokaki, Akademias, Theatermuseum, Massalias, um zum Schluss den Sonnenuntergang auf dem Lykabettus mit einem spektakulären Blick über Athen zu geniessen. Alle Fotos zeige ich nicht, es würde einfach den Rahmen des Blogs sprengen. Gezeichnet habe ich diesen Tag nur im Museum of Cycladic Art.

Vom ersten Tag in Athen könnt ihr hier (Klick) lesen.

Jetzt plagt mich ein vereiterter Zahn, der gezogen werden muss, während die daraus resultierende Entzündung mit Antibiotika bekämpft wird. Ich hoffe, das das bald aufhört zu pochen.

 

 

 

Graffiti in Athen – Psiri – Susanne Haun

Posted in Athen, Reiseberichte by Susanne Haun on 1. Dezember 2017

 

Der Stadtteil Psiri in Athen (siehe hier) hat einen morbiden Charme. Man schaut zwischen Verfallenem und bunten Graffitis hin und her. Nach dem Spaziergang durch die Straßen waren wir müde und brauchten einen Kaffee. Das Nachtleben, das im Reiseführer beschrieben ist, haben wir nicht erlebt, wir waren froh, nach einem langen Tag wieder bei Gerda in der Küche zu sitzen.

 

 

Das alte Athen – Susanne Haun

Posted in Athen, Reiseberichte, Zeichnung by Susanne Haun on 29. November 2017

 

Aus meinem Wochenendtagebuch aus Athen:

Athen, der 27. November 2017

Heute ist der Himmel über Athen grau. Nach zwei Sonnentagen holt uns das schlechte Wetter ein.

Vorgestern Abend holte uns Gerda vom Flughafen ab und die Sympathie und Zuneigung, die wir im Netz der Netze schon lange spüren, war auch sofort im „Real Life“ greifbar.

M. und ich haben uns sehr gefreut, dass Gerda uns Athen mit ihrem besonderen Blick zeigt. Fast 40 Jahre lebt sie nun schon in dieser Metropole. Nun liegen schon zwei ereignisreiche Tage hinter uns, ich sitze in Gerda und Panos Küche mit Bleistift und Papier und lasse das erlebte Revue passieren. Gerdas Mann ist schon zur Arbeit gegangen, Gerda und M. schlafen noch und es ist ruhig in der Wohnung. Wir wollen heute später losgehen. Ich genieße die morgendliche Ruhe. Gerda wohnt in einem der vielen Außenbezirke der Stadt, es ist hügelig und grün hier. Der Blick vom Balkon zeigt das mediterrane Flair.

 

 

Am ersten Tag, den Samstag, fuhren wir von hier mit dem Auto zum P+R Parkplatz der U-Bahnstation Poukissis Plakentias und von dort ging es weiter bis zur Station Akropolis. Hier ist die „touristische Hölle“ los. Alle Nationalitäten stürmen zum berühmten Götterfelsen. Wir hatten entschieden, zuerst ins Akropolismusum zu gehen, die Museen haben hier nur bis 16 Uhr auf.

So stelle ich mir moderne Museumsarchitektur vor! Besonders begeistert war ich vom obersten Stockwerk des Museums, dort ist der Fries (siehe hier) der Akropolis ausgestellt. Während der Besatzung der Türken wurde Athens Akropolis geradezu ausgeräubert. Große Teile des Fries‘ wurden abgeschlagen und von den Briten ins British Museum und den Franzosen in den Louvre transportiert. Kleine Teile haben auch den Weg nach Deutschland gefunden. Heute sind Kopien der gestohlenen Friesteile gefertigt und im Museum kann der Besucher um den Fries in Originalgröße herumlaufen und dabei sowohl die Original- wie auch die kopierten Friesteile betrachten. Die kopierten Teile sind gut als Gipsabdrücke erkennbar. Die Geschichte eines jeden Frieselements ist unter dem Fries in Bildschirmanimationen dokumentiert. Durch die Panoramascheiben liegt Athen zu Füßen des Besuchers. Die Akropolis thront stolz auf ihrem Felsen währen ihr Fries das Museum ziert. Das Museum klagt nicht an, es dokumentiert. Ich bin der Meinung, es wäre im Sinne Europas und der Schicklichkeit, die gestohlenen Stücke zurückzuführen. Vielleicht als eine Art Austausch? Die Gipsabdrücke für die Originale?

 

Athen Akropolis Museum (c) Foto von M.Fanke

Athen Akropolis Museum (c) Foto von M.Fanke

 

Nach dem Museum führt uns Gerda nach Filopappou, um uns die herrliche Aussicht über Athen in Richtung Akropolis zu zeigen. Durch Thisio folgen wir dem Akropolisrundweg, dabei unternehmen wir Abstecher in die Altstadt, sehen florierende neben wegen der Krise geschlossene Geschäfte, wir trinken in einem atmosphärischen Kaffee Kakao und Americanos, essen süße Teilchen, schauen uns den Platz oberhalb der U-Bahnstation Monastiráki an und in Psirri wird auf dem Flohmarkt dieses und jenes präsentiert, eben das wohlbekannte und inspirierende Durcheinander eines jeden Marktes.

Langsam wird es dunkel draußen und wir stehen am Turm der Winde. Zum Abschluss dieses ersten Tages besuchen wir Anafiótika, die Insel in der Stadt. Die blaue Stunde schenkt uns auf diesem Wege einige schöne Fotos. Das Viertel ist Straßenlos, die Häuser liegen an schmalen Stufengassen aus dem 19. Jahrhundert.

Den ersten Tag haben wir ausgefüllt verbracht, schade, dass jeder Tag nur 24 Stunden besitzt!

 

Athen Auf dem Filopappou (c) Foto von M.Fanke

Athen Auf dem Filopappou (c) Foto von M.Fanke

 

Am ersten Tag haben M. 322 und ich 250 Fotos auf unseren SD-Karten gespeichert. Davon haben für den Blog 41 ausgesucht. Das war nicht einfach. Ein wenig geschummelt haben wir – es gibt in den nächsten Tagen noch einen Blogbeitrag vom ersten Tag von den Graffitis Athens.

 

Auch auf Sizilien fällt Regen – Susanne Haun

Posted in Landschaft, Reiseberichte, Sizilien, Zeichnung by Susanne Haun on 20. November 2017

 

Regen in Sant'Agata di Militello (c) Foto von Susanne Haun

Regen in Sant’Agata di Militello (c) Foto von Susanne Haun

 

Sizilien, den 15. September 2017

Unglaublich aber wahr, heute hatten wir einen Regentag. Der Erde auf Sizilien tut es gut, vom Wasser benetzt zu werden, ehrlich gesagt könnte es sogar noch mehr sein, um die verbrannte Erde wieder für die Landwirtschaft nutzbar zu machen. Für uns fällt der Spaziergang vom Hafen am Strand von Sant’Agata di Militello so gut wie aus. Die Strandpromenade wird bei ihrem Beginn mit einer Lampe in Form eines Brunnens geschmückt. Wie die Freiheitsstatue hält eine Nixe den Arm nach oben gestreckt eine kreisrunde Glühlampe in der Hand. Mir fehlen die Worte ob dieser „Schönheit“. 😉 In der anderen Hand hält sie eine Muschel, aus der Wasser quillt. Ein einsames Segelboot strebt den Hafen an und belebt unsere Fotos von den Liparischen Inseln.

 

 

Tapfer ignorieren wir die ersten Regentropfen, als wir jedoch auf dem menschleeren Strand die ersten Blitze über den Bergen sehen, brechen wir aus Angst, ein guter Einschlagpunkt für die elektrischen Lichtstrahlen zu geben unseren Strandspaziergang ab und setzen uns in eines der vielen fast verwaisten Strandcafés und trinken Cappuccino und essen Eis dazu. Die Sonnenschirme sind hier doch eher als Sonnen- denn als Regenschutz gedacht und so tröpfelt das kühle Nass durch den Schirm in unseren Cappuccino. Da gibt es nur noch eins: zurück in die Ferienwohnung.

M. überlegt sich, mit dem Auto die Dorfstraßen von Caronia zu erkunden aber auch dieses Vorhaben bricht er schnell ab – für die kleinen sehr steilen Straßen haben wir eindeutig zu viel Auto gemietet.

 

 

Drei Stunden in Bernau – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Landschaft, Reiseberichte, Zeichnung by Susanne Haun on 6. November 2017

 

Die letzten Wochenenden waren von Arbeit geprägt.

Ausstellungen, Ausschreibungen für Ausstellungen, Hausarbeiten für die Uni und der normale familiäre Wahnsinn. Ich hatte das Gefühl, es wäre einerlei, welcher Wochentag gerade ist.

 

 

 

Und so haben wir uns letzten Samstag Vormittag trotz weiterer Verpflichtungen auf den Weg nach Bernau gemacht. 50 km liegt die kleine Stadt von meinem Atelier in Berlin Wedding entfernt. So ein kleiner „Break“ reicht mitunter schon aus, um das Wochenende mit neuen Inspirationen zu versorgen und nicht das Gefühl zu erhalten, nur im Hamsterrad zu stecken.

Bewusst habe ich meine Kamera zuhause gelassen und bin mit dem Skizzenbuch bewaffnet den sehr idyllisch angelegten Weg um die Stadtmauer gefolgt. Der Himmel war Blau und ich stellte mir zur Aufgabe, mit schnellen und wenigen Linien die Gegebenheiten festzuhalten. Seit Sizilien hatte ich nicht mehr die Möglichkeit so frei ohne die drängende Arbeit im Hinterkopf zu zeichnen. Ein paar Fotos mit dem Handy haben doch noch ihren Weg in den Blogbeitrag gefunden. Besonders die Denkmäler gefielen mir.

M. hat seiner Ansicht nach eine falsche Auswahl seines Objektivs getroffen, er hat mit 60 mm Festbrennweite auf seiner Nikon fotografiert, wir nennen das „Laufzoom“. Ich kann die falsche Wahl aufgrund der Fotos nicht bestätigen. Sicher hatte er andere Fotos im Kopf, die mit diesem Objektiv nicht möglich waren, aber ist nicht genau das, was die Kreativität und Herausforderung ausmacht? Mit den Mitteln, die zur Verfügung stehen, gute Fotos zu machen.

Ich hatte mir auch immer schon einmal vorgenommen, mir eine Ausstellung in der Galerie Bernau anzuschauen. Mir haben die Räumlichkeiten, die Ausstellung der Arbeiten von Osmar Osten (Jagd auf Öl) und die freundlich fundierte Führung des Galeristen durch die Ausstellung sehr gut gefallen. Auf der Homepage ist mir aufgefallen, was für ein umfangreiches Programm die Galerie neben den Ausstellungen bietet.  Inspiriert mit einem kleinen Katalog zur Ausstellung als Erinnerung bin ich aus der Galerie herausgegangen.

Sehr lecker war Kaffee und Kuchen im CaFe Mühle in der Mühlenstraße. Die Homepage des Kaffees steckt voller Informationen über Bernau.

 

 

Palermo – Monreale – Susanne Haun

Posted in Landschaft, Reiseberichte, Sizilien, Zeichnung by Susanne Haun on 3. November 2017

 

Wo Palermo und Monreale sich begegnen (c) Foto von M.Fanke

Wo Palermo und Monreale sich begegnen (c) Foto von M.Fanke

 

Sizilien, 9. September 2017

Als Kunsthistorikerin sollte man auf Sizilien die Cattedrale Santa Maria Nuova in Monreale besuchen. Der mit einer Grundfläche von 102 x 40 Meter große Dom besticht durch seine goldenen Mosaiken im Inneren. Scherzhaft wird das Bildprogramm als „Comic des Mittelalters“ bezeichnet.

Ich hatte mir in den Kopf gesetzt, Palermo „von oben“ aus zu erkunden, das erwies sich als schwierig. Wir lasen im Reiseführer, dass es von San Martino delle Scale einen wunderschönen Blick auf die Hauptstadt Siziliens gibt. Es gab auf jeden Fall ein wunderschönes Ausflugslokal mit Blick auf das einheimische Kloster, in dem Bier gebraut wird und wo 10 Liter Fässer erhältlich sind. Der Blick auf Palermo ist auch o.k. – jedoch haben wir den Dom von Monreale nicht ausmachen können. Die Fahrt von San Martino della Scala nach Monreale ist nicht ohne und erfordert große Konzentration, dafür wird man jedoch mit einem touristenfreien Zugang zum Dom vorbei an einem morbiden, zugewachsenen Brunnen belohnt, das GPS ermittelt den klangvollen Namen Mezzomonreale-Villatasca für diesen Ort, an dem sich Palermo und Monreale treffen. Wir kommen genau zur Mittagspause am Dom an und müssen 1 ½ Stunden auf den Einlass warten. Wir hätten pfiffigerweise zuerst den Kreuzgang besichtigen können, er ist durchgehend geöffnet, jedoch sind wir so auf den Dom fixiert, dass wir uns die Zeit mit einem Spaziergang im sehr touristischen Monreale gekrönt mit Cappuccino und Eis vertreiben.

 

 

 

 

Fast hätte ich vergessen, vom ungewöhnlichen Parkhaus in Monreale zu berichten, es geht steil nach unten und ist in den Berg gehauen, so gibt es Parkplätze im Berg und Parkplätze auf einer Terrasse vor dem Berg. Es ist auf jeden Fall teuer, dort zu parken, 2 Euro pro Stunde, so dass wir letztendlich 8 Euro zahlen. Das sind mit der Autobahngebühr von 3 Euro pro Tour für heute die höchsten Nebenkosten des Autos: 14 Euro. Jedoch ist es müßig darüber nachzudenken, ohne Auto wäre die Anreise nach Monreale für mich zu anstrengend.

Am Eingang der Kirche müssen wir nicht warten, zügig dürfen wir eintreten, wichtig ist, dass die Frauen die Schultern bedeckt haben. Ich habe dafür immer ein Tuch bereit, in Marokko in den Moscheen für den Kopf und in Monreale im Dom für die Schultern.

Viele Bildbände und Fotos habe ich von Monreale gesehen, eine Hausarbeit über Teile des Bildprogramms geschrieben und doch entdecke ich Darstellungen, die ich bisher noch nicht gesehen hatte. Ich mag die Engel, die die Himmelsleiter nach oben zu Gott klettern genauso wie das Werkzeug, was beim Bau der Arche gezeigt wird. Es macht mir Freude, die einzelnen Figuren zu identifizieren. Das linke Seitenschiff ist an der Apsis gesperrt, es wird renoviert.

 

Klostergang von Monreale (c) Foto von Susanne Haun

Klostergang von Monreale (c) Foto von Susanne Haun

 

Beim anschließenden Besuch des Kreuzgangs wird es schon nach kurzer Besichtigung laut. Nacheinander erscheinen eine holländische, französische und italienische Reisegruppe, deren Reiseleiter*innen sich gegenseitig in der jeweiligen Sprache zu übertönen versuchen. Schade! Ich mochte es, im Kreuzgang zu sitzen und das Ensemble auf mich wirken zu lassen.

Eigentlich wollten wir danach noch nach Palermo-City aber so gegen 17 Uhr beschlossen wir nach Caronia zurück zu fahren. Wir fuhren am Morgen extra schon um 9 Uhr los, um möglichst viel zu sehen und so war ich einfach sehr müde von den vielen Eindrücken und der Wärme.

 

Monte Nero – Nebenkrater des Etnas auf Sizilien – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Landschaft, Reiseberichte, Sizilien, Zeichnung by Susanne Haun on 25. Oktober 2017

 

Sizilien rückt immer weiter in den Hintergrund meiner Gedanken.
Gut, dass ich Tagebuch geführt habe!

 

Auf dem Weg zum Monte Nero (c) Foto von M.Fanke

Auf dem Weg zum Monte Nero (c) Foto von M.Fanke

 

Sizilien, den 5.9.2017

Was wäre ein Besuch Siziliens ohne den Mongibello, den schönen Berg, zu besuchen? Bedingt durch die Lage unserer Ferienwohnung beginnen wir die Erkundung des Etnas von der Nordflanke her, auch hier gilt: Der Weg ist das Ziel. Das Navi spuckt für die 98 km von Caronia bis nach Piano Provenzana 2 ½ Stunden Wegzeit aus, wir geben als Wegpunkte Randazzo und Linguaglossa an, da wir aber vorher schon an vielen interessanten Aussichten an der Straße angehalten haben, beschließen wir, auf die Altstadt und die beiden Dome in Randazzo zu verzichten und nur ein Panoramafoto am Straßenrand mitzunehmen.

 

 

 

Die Fahrt war ein Genuss und die Ziegen, die die Straße vor uns überquerten, waren bestimmt extra für mich des Weges gekreuzt.

Piano Provenzana ist der Skiort Siziliens. 2002 wurde die Talstation vollständig unter den Lavamassen begraben. Wir haben auf unserer Wanderung einige Zeugen der Zerstörung gefunden. Inzwischen sind im Winter wieder Skilifte in Betrieb. Im Sommer sieht es Am Piano Provenzana wie in den Skiorten der Alpen im Sommer aus: Skurril stehen die Skilifte still, es herrscht eine Stille im Ort, wo im Winter die Skibars für Musik sorgen. 3 Euro kostet es, hier zu parken. Der Parkwächter kommt mit einem Mofa das weitläufige Parkgelände hochgefahren und kassiert gewissenhaft. Es ist schon 15 Uhr und zu spät für große Touren – dafür haben wir einfach zu sehr auf dem Weg getrödelt, wir sind um 10 Uhr losgefahren und ehrlich gesagt, ich wusste nicht, wo die Zeit geblieben war. Bei jedem kleinen Lavastrom haben wir angehalten, Fotos gemacht, gezeichnet und die Landschaft in uns aufgenommen und uns nur einen Espresso zwischendurch gegönnt. Nicht nur die Zeit auch das Wetter spielte für eine längere Wanderung nicht mit, es hatte sich am Etna zugezogen, statt der 28 Grad in Caronia hatten wir eine Temperatur von 16 Grad. Ein Glück war ich schon mit meiner langen Wanderhose losgegangen. Gut informiert wussten wir, dass hier eine gute Wanderausrüstung benötigt wird. Wir hatten Jacken, Tücher und Trekkingstöcke dabei und brachten alles für den kleinen Weg zum Monte Nero. Die Wanderung geht eigentlich weiter zur Grotta del Gelo, in der ein kleiner Gletscher liegen soll. Uns reichte der kleine Einblick in die Kraterlandschaft, mir kamen beim Spazieren Gedanken an die Höllenkreise aus Dantes göttlicher Komödie, an Lucifer und auch an die Brutstätte der Orks aus dem Herrn der Ringe. Besonders interessant fand ich, wie die Pflanzen aus der Lava wachsen, rosa und gelbe Blumen und Etna-Tragant (dornige Polsterpflanze) scheinen aus dem Stein hervorzugehen. Nach hawaiianischer Art bezeichnet man die Lava als Aa-Lava, sie ist blockartig zerbrochen und sollte sich jemand wagen, barfuß auf der Lava zu laufen, ist die lautmalerische Bedeutung des Lavatypus sofort verständlich. Wir verzichten darauf, Barfuß über das Lavafeld zu schlendern, ich bin froh über unsere festen Wanderschuhe. Es bieten sich viele Einblicke in Lava Abbrüche, das Highlight ist der Blick in einen erloschenen Krater.

Nach diesem kurzen Ausflug setzen wir uns wieder ins Auto, es stand in der Zwischenzeit alleine auf den Parkplatz und begannen den sich zähgestaltenden Rückweg. Nach den vielen Eindrücken wollen wir eigentlich nur schnell in unsere Ferienwohnung jedoch zieht sich die Rückfahrt, auf der wir über Cesare fahren, in die Länge. Eigentlich wollten wir noch einen Cappuccino, Cesare hätte sich dafür angeboten, aber das haben wir lieber auf ein andermal verschoben.

 

 

Sizilien – Parco valle dei templi agrigento und die Scala dei Turchi – Susanne Haun

Posted in Reiseberichte, Sizilien, Zeichnung by Susanne Haun on 18. Oktober 2017

 

Parco valle dei Templi agrgento - Herakles (c) Foto von M.Fanke

Parco valle dei Templi agrgento – Herakles (c) Foto von M.Fanke

 

Viele Ausgrabungsstätten von römischen Städten haben wir in der Vergangenheit besucht, jedoch empfand ich die Parco valle dei templi agrigento auf Sizilien am eindrucksvollsten. Bisher war Volubilis in Marokko mein Favorit (siehe hier). Erstaunlicher Weise liegt Rom (siehe hier) auf meiner Hitliste ziemlich weit unten, ich habe die Stadt voll, regnerisch und schmutzig in Erinnerung.

 

Sizilien, 3.9.2017

Agrigento ist nicht gerade um die Ecke unseres Urlaubsortes Caronia. Wir haben überlegt, ob es intelligenter gewesen wäre, das Quatier in den drei Wochen zu wechseln. Andererseits habe ich keine Lust auf die Unruhe, die daraus entstehen würde. Wir haben uns gut in Caronia eingelebt und so haben wir heute die 2 ½ Stunden lange Fahrt nach Agrigento zum Parco valle dei templi auf uns genommen. Durch die Berge Siziliens benötigt man für die knapp 200 km lange Strecke länger als bei uns.

Am ersten Sonntag im Monat muss man keinen Eintritt (10 Euro) für die Tempelanlage bezahlen. Viele Menschen, besonders auch Sizilianer*innen, nutzen diese Gelegenheit und so bildeten sich lange Schlangen am Security Check. Für genügend Parkplätze ist gesorgt, ein Tagesticket kostet 5 Euro, wir haben für vier Stunden 4 Euro bezahlt.

Ja, vier Stunden waren wir auf dem Tempelgelände des antiken Akragas und ich ärgere mich immer noch ein wenig, dass wir nicht eine längere Pause eingelegt und dann weiter geschaut haben. Die vier Stunden haben nicht gereicht, alles zu sehen. Den hinteren Bereich mit dem Archäologischen Museum, dem kleinen Theater und dem Giardino della Kolymbetra haben wir nicht gesehen, ich war einfach zu kaputt, nicht nur die vielen Eindrücke, sondern auch die Sonne und der starke Wind, der uns den Sand ins Gesicht wehte, waren anstrengend. Ihr müsst euch das Gelände so groß vorstellen, dass kleine Busse in der Querverbindung fahren, allerdings nehmen sie es vom Lebendigen, 3 Euro pro Person für eine Strecke.

 

 

Sehr glücklich bin ich über das Gesehene. Akragas liegt auf einem Höhenzug, der durch seine abfallenden Felsenwände leicht zu verteidigen war und wurde von Kolonisten aus Rhodos und Bewohnern des nahe gelegenen Gelas im 6. Jhd.v.Chr. gegründet und im 5. Jhd.n.Chr. von den Karthagern erobert, geplündert und zerstört. Die Tempelanlage ist zum Teil sehr gut restauriert und so sind an der Flaniermeile die Tempel der Hera, Concordia und des Herakles zu sehen. Die Götternamen sind nicht gesichert, dienen aber heute zur Unterscheidung. Heras Tempel entspricht mit 6 Säulen an der Attikaseite und 13 Säulen an der Längsseite den Proportionen des klassischen Tempelmaß auf dem griechischen Festland. Der Tempel des Zeus ist zerstört zu bewundern. Es ist erstaunlich, welche Steinmassen zur Errichtung der Stadt bewegt wurden. Karthagische Kriegsgefangene errichteten den 57 x 113 Meter großen Tempel mit Säulen von einem Durchmesser von 4 Metern und nur 76 Jahre später wurde der Gebäudekomplex von den Kathagern bei der Eroberung vollständig zerstört. Ein Racheakt?

Vom blauen Himmel und den rötlichen Steinen kann man betrunken werden und so entstanden dutzende von Fotos von der Anlage und es war nicht leicht die vermeintlich Schönste auszuwählen. Übrigens, die Tempel wurden im Gegensatz zu den griechischen Vorbildern nicht mit Marmor, sondern mit einheimischen Kalk- oder Sandstein errichtet und bunt bemalt.

Auf dem Rückweg hielten wir für einen Fototermin an der Scala dei Turchi an, Kreidefelsen bei Capo Rossello, westlich von Agrigento. Für einen Besuch des Strandes an der Scala dei Turchi blieb keine Zeit übrig. Hier sollen der Legende nach die Türken (Sarazenen) an Land gestürmt sein.

Sizilien bietet seinen Besuchern*innen viel Sehenswertes und es ist nicht einfach, sich für etwas zu entscheiden. Ich bin froh, dass wir 3 Wochen vor Ort sind.

 

 

 

Quelle:

Mesina, Caterina, Sizilien, mit ungewöhnlichen Entdeckungstouren, persönlichen Lieblingsorten und separater Reisekarte. Ostfildern 2016.

Sizilien – Abenteuer auf den Straßen des Parco dei Nébrodi – Susanne Haun

Posted in Landschaft, Reiseberichte, Sizilien, Zeichnung by Susanne Haun on 11. Oktober 2017

 

An unserem Sizilen Urlaub mochte ich besonders unsere Ausflüge abseits der im Reiseführer empfohlenen Strecken.

Sie bargen immer wieder Überraschungen. Inzwischen habe ich bei einem der vielen Fotobuch-Anbietern ein Fotobuch A4 quer mit den Fotos unserer Reise zusammengestellt. Leider ist es in den Tiefen des dhl-Postweges verloren gegangen. Wenn es bis Montag nicht ankommt, dürfen wir uns beim Anbieter melden, der dann das Buch nochmals produziert und wieder dhl zu treuen Händen überreicht. Ob es dann klappt?

 

 

 

Sizilien, den 2.9.2017

Was auf der Wanderkarte des Parco dei Nébrodi als gelbe Strade d’importanza regionale eingezeichnet ist und von unserem Navi, dem doppelten Tom, als befestigte Straße gilt, muss in Sizilien noch lange nicht eine „einfach mal so“ befahrbare Straße sein.

 

Rocca Di San Fratello (c) Foto von M.Fanke

Rocca Di San Fratello (c) Foto von M.Fanke

 

Nach einem leckeren Törtchen in Acquedolci wollten wir auf den kürzesten Weg zur Wanderstrecke zum Monto San Fratello, um dort die Aussicht zu genießen. Also bog M. auf die Straße nach Nicetta ein. Im ersten Gang, neben uns der Berg auf der einen und der Abhang auf der anderen Seite, kämpften wir uns 800 Meter den Berg hoch. Trotz des wenigen Platz versuchte M. den vielen tiefen Schlaglöchern der Straße auszuweichen. Ich hatte Angst. Auch M. war froh, als wir wieder auf die gute schon vor einigen Tagen befahrenen rote SS289 – Strade d’importanza nazionale – abbogen. Schade, dass wir die grandiosen Ausblicke nicht genießen konnten.

Neben dem Friedhof von San Fratello benutzen wir einen kleinen Weg den Berg hoch. Italiener wandern nicht, sie benutzen ihre Autos auf allem, was halbwegs wie eine Straße aussieht und so kamen uns hier einige Jeeps entgegen. Ob die Italiener uns Deutschen für verrückt halten? Wir liefen mit voller Montur: Rucksack, Hut und Wanderstöcken und Wasser für die nächsten 24 Stunden im Gepäck, denn schließlich steigt die Temperatur im September auf Sizilien immer noch bis auf Mitte 30 Grad. Unschwer zu sagen, dass wir alleine zu Fuß unterwegs waren. Oben angekommen, schloss uns eine nette Italienerin den Gipfelbereich auf. Dort befinden sich Ausgrabungsgebiete, die Zäune notwendig machen. Leider lässt unser italienisch zu wünschen übrig und hier wird auch nur italienisch gesprochen, kein Englisch und kein Deutsch. Es ist also noch dringender als gedacht notwendig, italienisch zu lernen und ich nehme mir wieder einmal vor, meine Bemühungen zu verstärken und meinen Wortschatz von „Dov’é il gabinetto?“ auf einiges mehr an Wörtern zu erweitern.

 

 

Auch am Vormittag waren wir in diesem Teil der Nebrodi unterwegs. Wir wollten uns die Grotte San Teodora anschauen, dort sind prähistorische Knochen gefunden worden. Der Parkplatz unter der Autobahn war schon interessant, mich faszinierten am meisten die Schweine, die dort an der Straße ihren Stall hatten. Die waren vielleicht zutraulich.

Mit Händen und Füßen verständigten wir uns mit der ebenso freundlichen Italienerin, die uns die 140 Meter über den Meeresspiegel liegende Grotte aufschloss, wieder waren wir die einzigen Touristen weit und breit. Wir trugen uns in ein Besucherbuch ein, aus dem wir ersahen, dass mit uns die durchschnittliche Höchstbesucherzahl für den Tag erreicht war. Immerhin, vor 5 Tagen war schon einmal ein Deutscher dort zu Besuch. Ich glaube verstanden zu haben, dass für weitere Ausgrabungen das Geld fehlt. In einer grünen Hütte werden 4 Kisten mit versteinerten Knochen und Zähnen von Tieren aus den Jahren 12.000 – 8.000 v.Chr. aufbewahrt. Das Prunkstück, ein vollständiges Skelett des „ersten Sizilianers“ wurde nach Palermo ins Museum geschafft. Ich fand das traurig, nach so langen Zeiten verlor der arme Kerl seine Heimat.

Ein interessanter Tag, der zu unserer Unterkunft passt. Ich erinnere mich nicht, dass ich im Urlaub jemals in einem so touristisch unerschlossenem Gebiet war! Es gefällt uns sehr! Wir sind hier im Bergdorf sehr behütet aufgenommen worden, man kümmert sich um uns. Inzwischen wissen wir, aus welchem vorbeifahrenden Auto jeden Morgen Brötchen verkauft werden und hinter welchem Kettenvorhang es Lebensmittel für den täglichen Bedarf gibt. Wenn wir Abends nicht vor dem Dunkel werden zuhause sind, wird gewartet, ob wir auch wohlbehalten ankommen und nicht in den Tiefen des Parco dei Nebrodi verschwinden.