Susanne Haun

Zitat am Sonntag – Adolph Freiherr Knigge

Posted in Zeichnung by Susanne Haun on 20. September 2020

 

Schriftstellerey ist also öffentliche Mittheilung der Gedanken;

gedruckte Unterhaltung: laute Rede, an Jeden im Publico gerichtet, der sie hören will: Gespräch mit der Lesewelt“.

Adolph Freiherr Knigge, 1752 – 1796, deutscher Schriftsteller und Aufklärer

 

Einmal wurde einBär, der von Lofoten nach Moskoe zu schwimmen versuchte von der Strömung erfaßt - Illustration von Susanne Haun nach E.A.Poes - 80 x 60 cm - Tusche auf Bütten

Einmal wurde ein Bär, der von Lofoten nach Moskoe zu schwimmen versuchte von der Strömung erfaßt – Zeichnung von Susanne Haun nach E.A.Poe – 80 x 60 cm – Tusche auf Bütten

 

Diese Zeichnung habe ich ausgewählt, weil sie eine Zeichnung nach der Geschichte Im Malstroem von Edgar Allan Poe ist. Der Bär schreit, deklamiert, redet! Ich stelle den Schrei, die Mitteilung, die Rede dar. Es ist mein Gespräch mit der Betrachter-Welt 🙂

Alle Zeichnungen zur Geschichte findet ihr unter folgendem Link (-> klick).

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Zitiert nach: Bosse, Heinrich, Autorschaft ist Werkherrschaft, Paderborn 2014, Seite 15 und Seite 139 – 140.

Anmerkung von Bosse zum Zitat:

„Adolph Freiherr Knigge, Ueber Schriftsteller und Schriftstellerey, Hannover 1793 (Fotomechan. Nachdruck Leipzig 1977, auch in: Knigge, Sämtliche Werke 1978) S. 13,9.

In dem Nachwort zu seiner Edition von Knigges Schrift über den Büchernachdruck  hat Albrecht Götz von Olenhusen auf den Widerspruch aufmerksam gemacht, daß Knigge für die bürgerliche Aufklärung eintritt, was die Verbreitung von Ideen und Wissen angeht, nicht aber, was das Urheberrecht betrifft. Dieser Widerspruch ergibt sich freilich nur aus der Wertung, nicht aus den Verhältnissen. Knigge ist konsistent in seinen Voraussetzungen, daß Schriftstellerei Rede sei, daß Reden nicht begrenzt werden könne, und daß Reden nur vom Verleger bezahlt wird, und zwar nicht mehr als einmal. Vgl. Knigge, Ueber den Bücher-Nachdruck, S.44: „Der Verleger giebt ihm [dem Autor] Geld dafür, weil er die Speculation gemacht hat, aus der ersten Mittheilung dieser Gedanken dadurch Geld zu lösen, daß er von Jedem, dem er sie mittheilt, sich etwas gewisses bezahlen läßt.“

Zitat am Sonntag- Sophie Calle

Posted in Landschaft, Zeichnung, Zitat am Sonntag by Susanne Haun on 13. September 2020

 

Beides ist drin, Wahrheit und Fiktion. Es ist so passiert.

Die Erzählung ist eine Auswahl. Schon ist sie Fiktion.

Sophie Calle, Künstlerin

 

Trauminsel III - Zeichnung von Susanne Haun - 50 x 65 cm - Tusche auf Bütten

Trauminsel III – Zeichnung von Susanne Haun – 50 x 65 cm – Tusche auf Bütten

 

Nicht nur die Erzählung ist eine Auswahl – auch meine Zeichnungen spiegeln eine Auswahl wieder, eine Komposition von Dingen, die ich arrangiere und die meine Gradwanderung zwischen innerer und äußerer Wahrheit wiedergibt.

 

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Calle, Sophie. Monopol vor 10 Jahren. Zitiert nach: Buhr, Elke (Hrsg.), Monopol, Berlin 2020, Seite 17.

 

 

Zitat am Sonntag – Hannah Arendt

Posted in Tiere, Zeichnung, Zitat am Sonntag by Susanne Haun on 6. September 2020

 

Gelb ist der Tag.
Blau ist die Nacht.
Grün liegt die Welt.

(…)

Farben lässt das All erscheinen,
Farben scheiden Ding von Ding.

(…)

Hannah Arendt, 1906 – 1975, Philosophin, politische Theoretikerin und Publizistin.

 

 

Gelb - Grüner - Zaunkönig - Zeichnung von Susanne Haun - 22 x 17 cm - Tusche auf Bütten

 

Ich habe mich für Auszüge ddieses Gedicht als heutiges Zitat entschieden, weil es so gut zu Doreen Trittels und Katja Ottos farbverrückten Wochen passt.

Doreen hat mir zur Farbe in meinen Zeichnungen einige Fragen gestellt und meine Antworten bei sich auf dem Blog in einem Beitrag publiziert.

Ihr seid neugierig geworden?

Dann folgt doch einfach dem Link zu Doreens privaten Blog (-> Klick)

Um euch einen Ausblick zu verschaffen, hier die erste Frage:

Susanne, mit wenigen Linien kannst Du Welten erschaffen. Welche Rolle spielen dabei die Farben für Dich?

Die Farbe in meinen Zeichnungen spielt eine entscheidende Rolle für mich. Ich überlege mir schon vorab, in welcher Farbe ich mein Motiv darstellen möchte. In meinen Zeichnungen bin ich so minimalistisch wie nötig, das gilt auch für die Farbe. Man könnte meine Zeichnungen als monochrome farbig bezeichnen. Ich benutze gerne nur eine Farbe in unterschiedlichen Tonstufen. Die Tonstufe einer Farbe wird durch die Anzahl an Farbpigmenten definiert, die eine Farbfläche besitzt. Je mehr Wasser ich zu der von mir verwendeten Tusche zunehme, desto heller wird der Farbton.

 

Link zum Interview auf Doreens privaten Blog (-> Klick)

 

Farbspielerei Blau (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

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Quelle: Arndt, Hannah, Goethes Farbenlehre, in: Ich selbst, auch ich tanze. Die Gedichte, Berlin 2016 (3), Seite 73.

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