Tagebucheintrag 02.10.2020, Sie sehen weg, 20 x 15 cm, Tinte und Buntstift auf Silberburg Büttenpapier, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Tagebucheintragungen Dez. 21 und Jan. 22: Die Seherin – Zeichnung von Susanne Haun

Zeichnungen / Notizen / Tagebucheintragungen von Susanne Haun

Die Seherin

Immer wieder beschäftige ich mich mit Seherinnen. Ein faszinierendes Frauenbild. Oft stelle ich Seherinnen mit verbundenen Augen dar. Meine Januar-Seherin hält ein Sternereich in den Händen. Was sieht sie wohl vor ihrem inneren Auge?

Die Jazztänzerin

Dem Jazztanz bin ich als junge Frau von 18 Jahren regelmäßig nachgegangen. Es hat mir Spaß gemacht, mich im Rhythmus der Musik zu bewegen. Es macht mir auch Spaß, zu singen. Da ich aber so überhaupt kein Rhythmusgefühl besitze und wahrlich nicht singen kann, bleibt es bei der Freude. Aber das ist auch mehr als ausreichend.

Die Seherin und die Jazztänzerin gehören für mich irgendwie zusammen, sie scheinen fast eine Person zu sein, obwohl fast ein Monat Zeit zwischen dem Zeichnen der beiden Bilder vergangen sind.

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Entstehung Europa, 178 × 205 cm, Acryl auf Leinwand, Gemälde von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2022

Wo schaut Europa hin? Gemälde von Susanne Haun

Wo schaut Europa hin?
(Tizian nachempfunden)
Gemälde von Susanne Haun

178 x 205 cm, Acryl und Tusche auf Leinwand, 2022

Das großformatige Gemälde von Susanne Haun ist von Tizians Europa inspiriert. Nur auf Tizians Fußstapfen zu reisen, war Haun lange nicht genug. Sie dachte an das, wofür Europa für die Flüchtlinge der Welt außerhalb des Kontinents steht. Die Strapazen, die diese für die Hoffnung auf ein besseres Leben auf sich nehmen. Sie dachte ebenso an die vergangenen Flüchtlingswellen, z.B. während des 2. Weltkriegs. Die Künstlerin empfand beim Malen das „Mensch sein“ in Europa. Haun verwendet Bonbonfarben, Blau, Grün, Rot, ungemischt, plakativ aufgetragen, fast im Duktus der Pop Art. Gerade hier zeigt sich der Kontrast zum Schlauchboot und dem Zeltlager, die klein, fast unsichtbar platziert sind. Nur, wer sie sehen will, sieht sie auch. Europa schaut in den Himmel, nicht auf ihr Land.
Die Leinwand des ungerahmten Gemäldes besitzt einen ausreichend großen Rand, so dass es bis auf 5 cm tiefen Keilrahmen bespannt werden kann.

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Entstehung Aquatinta Radierung Dämon und Engel, 15 x 20 cm, Unikatdruck, Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2021

Welche Bedeutung besitzt eine Teufelsengel Radierung? – Aquatinta Radierung von Susanne Haun

Jede Künstlerin schöpft aus einem Erfahrungsschatz, den sie abruft, der manchmal selbstständig in die Kunstwerke einfließen.

Bei Susanne Haun gehören Flügel und Hörner zu diesem Schatz genau wie Perlenketten und Kreuze. Runde Formen (dazu gehört auch der Busen), Bewegung und Farbe gehören ebenso zum Bildwerk von Haun.

Die Radierung ist in einer Auflage von 8 Blättern und zwei e.a. gedruckt.

Ungeschmickt in Arbeitsklamotten hat Meike Lander, meine Praktikantin, mich beim Drucken an der Radierpresse gefilmt, mit den Fotos und den kleinen Filmen, die ich beim spannenden Augenblick des Abhebens des Papiers vom Druckstock selbst gedreht habe ist so ein interessantes kleines Filmchen entstanden.

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Titel -Eier aus dem Nest werfen, 24 x 37 cm cm, Marker auf Brockhaus, Aneignung, Zeichung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2022

Projekt ohne Namen – Kuckuckskind – Zeichnung von Susanne Haun

Projekt ohne Namen mit Jürgen Küster, Buchalov und Susanne Haun

Jürgen antwortet mit Baselitz

#75
S: „Handstand machend schaue ich aus dem Fenster …“
J: „…und denke, ich sei Herr Baselitz.“
Nun geht das Projekt ohne Namen ins Jahr 2022

Eigentlich hatte ich vor, viel früher auf Jürgens Satzanfang zu antworten. Ich hatte mich aber ganz in Leinwänden, Acryl und der Familie verloren. Ich bin zufrieden, wieder vor großen Leinwänden zu stehen. Es ist ein berauschendes Gefühl.

Ich mag aber auch das collagierte, geschnipselte, das aus einem Buch ein neues Kunstwerk entstehen läst.
Ein Kuckkuckskind weiß…

#76
J: „Ein Kuckkuckskind weiß …“
S: „… wie man Eier aus dem Nest wirft.“

Wenn der Satz symbolisch gesehen wird, empfinde ich ihn als traurig. Sehe ich ihn als Collage, so wird ein Spiel daraus.
Schnipp, Schnapp

Eier lassen sich sehr gut schneiden. Es hat Spaß gemacht, mit der Schere die Runden Formen auszuschneiden. Dabei habe ich auch gleich mein Collagenmaterial sortiert. Meistens nehme ich alte Zeitschriften oder Bildbände aus der Büchertelefonzelle am Centre Francais mit. Neulich habe ich sogar eine Emma aus den 80ger Jahren gefunden. Davon ein anderes mal mehr.

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Selbstbildnisstagebuch 1.11. – 31.12.2021, Zeichnung von SusanneHaun (c) VG-Bild-Kunst Bonn 2022

Selbstbildnis Kalender 1.11. – 31.12.2021 – Susanne Haun

Selbstbildnisse von Susanne Haun
Zeichnung, Selfie, Kunst, Künstlerin

2021 – Die letzten Seiten

Schon wieder ist ein Jahreskalender Geschichte. Dieses Jahr ist besonders schnell vergangen.

Mir fehlen gerade in diesem Augenblick die Worte, alles, was mich die letzten beiden Monate in 2021 bewegt hat, ist auf den Kalenderseiten vermerkt. Es ist interessant, diese Notizen hier niederzuschreiben. Sie verändern sich als geschriebene Worte und scheinen eine andere Bedeutung zu entwickeln als als Bestandteile einer meiner Portrait-Zeichnungen.

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Selbstportrait voller Zuversicht, 20 x 15 cm, Marker auf Papier, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild-unst, Bonn 2022

Sich selbst in den Fokus nehmen – Januar – Selbstportrait von Susanne Haun

Selbstportrait voller Zuversicht, 20 x 15 cm, Marker auf Papier, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild-unst, Bonn 2022

Ich habe einen der Kalender von Doreen gekauft. Für den Januar fragt sie auf dem ersten Kalenderblatt nach einem Selfie, in dem ich neugierig und voller Zuversicht und Hoffnung das neue Jahr begrüße.

Es ist nicht so einfach, ein Portrait in der größe 13 x 10 cm zu zeichnen. Ich greife zu einer Ringbuchkarte aus meinem Zeichenbuch und den neuen Markern, die ich zu Weihnachten bekommen habe. Letztendlich will ich das Portrait dann doch nicht zerschneiden und in den Kalender kleben. Ich begnüge mich damit, es über den Kalender zu hängen. Ein wenig archaisch schaue ich mich in magenta und zinnoberot mit orange an. Sehe ich den Selfie, dann bin ich zuversichtlich, neugierig und voller Hoffnung. Das Leben ist schön.

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