Susanne Haun

Unvergleichlich – Afrika zuhause in Berlin – Ausstellungstip von Susanne Haun

Posted in Ausstellungstip, Berlin, Reiseberichte, Zeichnung by Susanne Haun on 10. Januar 2018

 

Die Ausstellung „Unvergleichlich -Kunst aus Afrika im Bode-Museum“ hat mich sehr in ihren Bann gezogen.

 

Unvergleichlich - Kunst aus Afrika im Bode-Museum (c) Zeichnung von Susanne Haun

Unvergleichlich – Kunst aus Afrika im Bode-Museum (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Es werden „herausragende Kunstwerke Afrikas aus dem Ethnologischen Museum in der einzigartigen europäischen Skulpturensammlung im Bode-Museum zeigen. Durch die beiden Hauptetagen werden punktuell Plastiken beider Kontinente gegenübergestellt. Thematische Vertiefungen werden in einem Sonderausstellungsraum gezeigt.“² lautet die offiziele Beschreibung zur Ausstellung.

Bode-Museum , Am Kupfergraben, Eingang über die Monbijoubrücke , 10117 Berli, Mo geschl. Di – So. von 10 – 18 Uhr, Do. bis 20 Uhr. Link zur Website der Ausstellung mit mehr Informationen.

 

 

Im Hinblick auf unseren Afrikaurlaub hat mich die Ausstellung besonders interessiert und veranlasste mich zum Besuch des Bode – Museums. Ich hätte jedoch nicht erwartet, wie beeindruckend ich den Besuch empfinden werde.  Die Ausstellungsstücke des Bodemuseums sind mir wohl vertraut, ich gehe gerne dorthin und setze den Fokus bei jedem Besuch auf andere Sammlungsstücke.

 

Bodemuseum - Susanne Haun zeichnet (c) Foto von M.Fanke

Bodemuseum – Susanne Haun zeichnet (c) Foto von M.Fanke

 

Durch den Vergleich habe ich auch die wohlbekannten Exponate neu erlebt und ich wurde neugierig auf die afrikanischen Ausstellungsstücke. Zufällig entdeckte ich auf dem Flohmarkt das politisch völlig unkorrekte Buch Kunst der Welt, Afrika von 1959³, dass mir einen kurzen Kunsthistorischen Überblick gestattete.

 

Natürlich habe ich gezeichnet und M. hat viele Fotos in der Ausstellung gemacht.

 

Die Webseite der Ausstellung bietet unglaublich viel Informationsmaterial, es macht Spaß darauf zu stöbern. Link zur Website der Ausstellung mit mehr Informationen. Der Film zur Ausstellung hat mich sehr fasziniert, so dass ich euch den Link nicht vorenthalten möchte.

 

 

Weitere Filme findet ihr auf der Website des Bode Museums zur Ausstellung (siehe hier).

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² Quelle und weitere Infos unter www.afrikaimbodemuseum.de , Öffnungszeiten 
³ Leuzinger, Elsy. Afrika, Baden-Baden 1959.

 

Mutter im grünem Rahmen und die Pazzi Madonna 1425 – Bericht und Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Blumen und Pflanzen, Kunstgeschichte, Portraitmalerei, Zeichnung by Susanne Haun on 27. Dezember 2012

Die Pazzi Madonna ist ein 74,50 x 69,50 cm großes Marmorrelief von Donatello, das eine Mutter mit einem Baby Wange an Wange in einem Rahmen zeigt und zur Skulpturensammlung des Bode – Museums gehört.

Mit der Mutter im grünen Rahmen betitele ich das Buch „Mutterbild in amerikanischem Rahmen“ das Miklós Vajda 2009 schrieb, weil das Cover des Buches grün ist.

Ich las das Buch als ich im Bode – Museum die Pazzi Madonna sah. Die Verbindung war leicht geschaffen, zwei Mütter im Rahmen.

Bodemuseum Berlin (c) Foto von Susanne Haun

Bodemuseum Berlin (c) Foto von Susanne Haun

Was symbolisiert der Rahmen?

Ursprünglich hing die Pazzimadonna in einem privaten Haushalt in einer für Bilder unüblichen Höhe. Der Rahmen symbolisiert hier sicher „nur“ ein Fenster, um eine größere Tiefe des Reliefs zu erreichen. Interessant ist, dass die Perspektive so von Danotello konzipiert wurde, dass der Betrachter von unten auf die Madonna schauen muss. Sollte er vor der Madonna knien oder war der ursprüngliche Ort für die Madonna höher gelegen und Donatello wusste das. Diese Frage ist heute nicht mehr zu beantworten.

Die Innigkeit und das gleichzeitig klassische Profil der Mutter erzeugen sowohl Monumentalität als auch Intimität beim Betrachter.

Pazzi Madonna im Bodemuseum (c) Foto von Susanne Haun

Pazzi Madonna im Bodemuseum (c) Foto von Susanne Haun

Der Originaltitel des Buches „Anyakép, amerikai keretben“ entspricht der deutschen Übersetzung. Der Autor schaut auf das Leben seiner Mutter zurück, vielleicht durch den Rahmen der Zeit oder der Weisheit des Alters oder aber als Entschuldigung.

Das Buch ist eine Empfehlung von buzzaldrins Bücher von Mara Giese.

Ohne darüber nachzudenken, habe ich das Buch aus der Perspektive der Mutter gelesen und Mara hat ohne einen Gedanken zu verschwenden die Perspektive des Sohns eingenommen.

Im Buch wird das Leben der Mutter aus der Sicht des Sohnes in Ungarn geschildert. Die Mutter ist lange Tod und der Sohn steht auch am Lebensabend. Ich habe selten eine größere Odé, die so viel Liebe zwischen Mutter und Sohn zeigt, gelesen. Mara hat es als Anklageschrift des Sohnes an die Mutter gesehen.

Mara fragt, was für eine Art Buch wir hier vor uns haben.
Vielleicht ist es auch eine Entschuldigung des Autors, dass er zu Lebzeiten der Mutter ihre Mutterliebe so wenig deuten und würdigen konnte.

Ich hebe ein paar Punkte hervor.

Die Mutter siezt ihren Jungen lange, aber sie nennt ihn gleichzeitig Muckl. Kann es ohne Liebe solch einen liebevollen Namen für ein Kind geben? Sie nennt ihn so bis ins hohe Alter. Ich kenne keinen Fall, wo eine Mutter den Kosenamen der Kindheit ihres Sohns nach dem 14. Lebensjahr noch benutzen darf.

Die Mutter verzichtet auf ihr Essen während des Krieges, damit ihr Sohn genug zu essen hat.

Sie umarmt ihn wenig, die wenigen male sind aber sehr eindringlich.

Sie muss, um einer Strafe in Ungarn zu entgehen, nach Amerika auswandern. Dort arbeitet sie schwer, um Geschenke nach Ungarn zu ihrem Sohn zu senden.

Was mich persönlich sehr anspringt ist die Wut, die der Autor (der Sohn) gegenüber seiner Mutter empfindet, weil sie stirbt und die Schuld für den Tod auch bei ihr sucht. Er hat sicher recht, sie hätte früher zum Arzt gehen müssen. Ich kenne diese Wut, die da ist, wenn die Mutter, eine Respektperson, plötzlich krank ist und leidet. Es ist schwer, damit umzugehen.

Das Buch ist absolut empfehlenswert!

Mutter im grünen Rahmen 26 x 35 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

Mutter im grünen Rahmen 26 x 35 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

For my English-speaking readers:
The Pazzi Madonna is a 74.50 x 69.50 cm large marble relief by Donatello, showing a mother with a baby cheek to cheek in a frame. It is shown in the sculpture collection of the Bode Museum.
With the mother in the green border I title the book „Mother Image in American context“ wrote from Miklos Vajda 2009 because the cover of the book is green.
I read the book when I was in the Bode Museum, sawing the Pazzi Madonna. The connection was made ​​easy, two mothers under frame.

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Vajda, Miklós. Mutterbild im amerikanischem Rahmen. Wien2012.

Maria macht alles wieder gut – Bericht und Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Aus der Vergangenheit, Betrachtungen zur Kunst, Bibel, Kunstgeschichte, Portraitmalerei, Zeichnung by Susanne Haun on 22. Dezember 2012

„Maria macht alles wieder gut, was Eva verbockt hat!“
sagte die Dozentin der FU am Mittwoch im Bode-Museum vor der „Madonna mit Kind“ von 1199 von Priester Martinius.

Die Madonna ist 184 cm hoch und besteht aus Pappelholz. Sie präsentiert das Jesuskind in ihrem Schoss und sitzt auf einem Löwenthron.
Jesus ist wie ein Erwachsener proportioniert und hält die rechte Hand zur Segnungsgeste und signalisiert so seine Sprechbereitschafft. In der linken Hand bietet er einen Apfel an.

Mutter mit Kind 22 x 17 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

Mutter mit Kind 22 x 17 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

Indem Maria Jesus den Messias gebar machte sie als Frau wieder gut, dass Eva Adam den Apfel der Versuchung zum Essen gab und der Mensch deshalb aus dem Paradies vertrieben wurden.

Ich finde es sehr spannend, was der Betrachter alles von der Skulptur erfahren kann, wenn er nur weiß, wie er schauen muss. Gedanken aus der Mythologie und Religion, die den Betrachter zur Entstehungszeit des Kunstwerkes eingängig waren, sind verloren gegangen, dafür kann der Betrachter heute schneller Bilder wahrnehmen, da sein Auge durch die heutige Bilderflut geschulter ist.²

Mutter mit Kind Bewegungsstudie (c) von Susanne Haun

Mutter mit Kind Bewegungsstudie (c) von Susanne Haun

Für mich persönlich spannend sind auch die großen Acryl- / Ölkreide Skizzen, die ich vor knapp 10 Jahren von meiner Freundin und ihrem Sohn zeichnete. Die beiden saßen als „Mutter und Kind“ in meinem Atelier Modell!
Meine Freundin präsentierte mir ihren Sohn auf dem Schoß so wie die Madonna Jesus präsentiert. Ich hatte damals bloß keine Ahnung, welche Haltung sie da vor mir einnahm.

Anhand der großen 100 x 70 cm Skizzen auf Packpapier und den Fotos von damals, habe ich sie heute gezeichnet.

For my English-speaking readers:
„Mary makes up for it, what Eva has screwed up!“
said the professor of the FU on Wednesday at the Bode Museum in front of the „Madonna and Child“ by 1199 of priests Martinius.
The Madonna is 184 cm tall and is made of poplar wood. They presented the baby Jesus in her lap and sitting on a lion throne.
Jesus is proportioned like an adult, and his right hand for the blessing gesture, thus showing his speech ready awareness. In his left hand he offers an apple.
By Mary gave birth to Jesus the Messiah as a woman she was well again, that Eve gave Adam the apple of temptation to eat and the people were expelled from Paradise.


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²Kopp-Schmidt, Gabriele. Ikonographie und Ikonologie. Köln 2004.

Portraits von Susanne Haun

Posted in Ausstellung, Betrachtungen zur Kunst, Zeichnung by Susanne Haun on 31. August 2011

Ich zeichne sehr gerne Portraits.

Portraitkunst gibt es zur Zeit im Bodemusum in Berlin. Einige der Portraits, die dort gezeigt werden, kann der Besucher zu „normalen“ Zeiten ohne anzustehen in der Gemäldegalerie sehen. Dort ist das Interesse dann auch nicht so groß wie zur Zeit im Bodemuseum, und so konnte ich im November 2010 noch lang und ausgiebig das Botticelli Portrait der Simonetta Vespucci betrachten. Nun bin ich natürlich neugierig auf das Pendant aus dem Frankfurter Museum und mir wird nichts anderes übrig bleiben, als mich auch in der Schlange der Wartenden einzureihen.Simonetta starb mit nur 23 Jahren an Lungentuberkulose, sie gilt als ideale Schönheit in der italienischen Renaissance. Jedes Zeitalter hat seine „idealen“ Schönheiten. Ich finde es immer wieder interessant, sich
damit zu beschäftigen.

Susanne Haun (c) Portrait in blau weiblich

Susanne Haun (c) Portrait in blau weiblich

Der italienische Humanist Leon Battista Alberti formulierte in seinem Traktat von 1435/36:„Die Malerei birgt in sich eine wahrhaft göttliche Kraft, indem sie nicht bloß gleich der Freundschaft bewirkt, dass ferne Menschen uns gegenwärtig sind, sondern noch mehr, dass die Toten nach vielen Jahrhunderten noch zu leben scheinen.“

Für mich umgibt jedes Portrait etwas geheimnisvolles. Es hält eine kurze Zeitspanne im Leben eines Menschen fest und als Zeichnerin möchte ich in dieser Zeitspanne die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft festhalten.

Unter anderem mag ich die Kategorien Bildung in meinem Blog. So könnt ihr hier meine Portraits von „Berühmtheiten“ sehen, hier die Selbstportraits und hier alle gemischteben auch

die Gesichter, wo es mich interessiert hat, die Persönlichkeiten festzuhalten.

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