Susanne Haun

Maria macht alles wieder gut – Bericht und Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Aus der Vergangenheit, Betrachtungen zur Kunst, Bibel, Kunstgeschichte, Portraitmalerei, Zeichnung by Susanne Haun on 22. Dezember 2012

„Maria macht alles wieder gut, was Eva verbockt hat!“
sagte die Dozentin der FU am Mittwoch im Bode-Museum vor der „Madonna mit Kind“ von 1199 von Priester Martinius.

Die Madonna ist 184 cm hoch und besteht aus Pappelholz. Sie präsentiert das Jesuskind in ihrem Schoss und sitzt auf einem Löwenthron.
Jesus ist wie ein Erwachsener proportioniert und hält die rechte Hand zur Segnungsgeste und signalisiert so seine Sprechbereitschafft. In der linken Hand bietet er einen Apfel an.

Mutter mit Kind 22 x 17 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

Mutter mit Kind 22 x 17 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

Indem Maria Jesus den Messias gebar machte sie als Frau wieder gut, dass Eva Adam den Apfel der Versuchung zum Essen gab und der Mensch deshalb aus dem Paradies vertrieben wurden.

Ich finde es sehr spannend, was der Betrachter alles von der Skulptur erfahren kann, wenn er nur weiß, wie er schauen muss. Gedanken aus der Mythologie und Religion, die den Betrachter zur Entstehungszeit des Kunstwerkes eingängig waren, sind verloren gegangen, dafür kann der Betrachter heute schneller Bilder wahrnehmen, da sein Auge durch die heutige Bilderflut geschulter ist.²

Mutter mit Kind Bewegungsstudie (c) von Susanne Haun

Mutter mit Kind Bewegungsstudie (c) von Susanne Haun

Für mich persönlich spannend sind auch die großen Acryl- / Ölkreide Skizzen, die ich vor knapp 10 Jahren von meiner Freundin und ihrem Sohn zeichnete. Die beiden saßen als „Mutter und Kind“ in meinem Atelier Modell!
Meine Freundin präsentierte mir ihren Sohn auf dem Schoß so wie die Madonna Jesus präsentiert. Ich hatte damals bloß keine Ahnung, welche Haltung sie da vor mir einnahm.

Anhand der großen 100 x 70 cm Skizzen auf Packpapier und den Fotos von damals, habe ich sie heute gezeichnet.

For my English-speaking readers:
„Mary makes up for it, what Eva has screwed up!“
said the professor of the FU on Wednesday at the Bode Museum in front of the „Madonna and Child“ by 1199 of priests Martinius.
The Madonna is 184 cm tall and is made of poplar wood. They presented the baby Jesus in her lap and sitting on a lion throne.
Jesus is proportioned like an adult, and his right hand for the blessing gesture, thus showing his speech ready awareness. In his left hand he offers an apple.
By Mary gave birth to Jesus the Messiah as a woman she was well again, that Eve gave Adam the apple of temptation to eat and the people were expelled from Paradise.


_______________________________________-
²Kopp-Schmidt, Gabriele. Ikonographie und Ikonologie. Köln 2004.

8 Antworten

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  1. Coco Niehoff Kunst/Malerei/Gedanken said, on 22. Dezember 2012 at 19:53

    man gut dass wir alle ein wenig eva sind 🙂
    generell glaub ich ja,, dass eva nur auf eine vitaminreiche ernährung adams geachtet hat, vielleicht hatte er halsschmerzen:-) dieser nutzte es schamlos aus…reicht man den kleinen finger…..tze

    ist irgendwo ein foto von der skulptur zu sehen?

    gruß coco

    • Susanne Haun said, on 22. Dezember 2012 at 22:03

      Nein, liebe Coco, ich habe leider keinen Link gefunden, ich hatte zwar einen Fotoapparat mit, aber leider habe ich sie nicht fotografiert. Ich dachte ehrlich gesagt auch nicht, dass es kein Foto von ihr im Netz gibt, wo doch die Dozentin von ihr als eines der wichtigsten Stücke aus dem Bode – Museum sprach.
      Wir können sie uns anschauen, wenn du in Berlin bist.

      Du hast bestimmt Recht mit der Vitamine für Adam 🙂 🙂

      Liebe Grüße sendet dir Susanne

  2. ledrakenoir said, on 22. Dezember 2012 at 23:41

    Art is communication (to quote you) and you are absolutely right – interesting post… 🙂

  3. Reinhard said, on 23. Dezember 2012 at 10:17

    “Maria macht alles wieder gut, was Eva verbockt hat!”
    Das ist ein selten dämlicher Satz, ich hätte so etwas Ewiggestriges nicht mehr für möglich gehalten. Nachdem Eva, im Gegensatz zum autoritätsgläubigen Adam, die Initiative ergriffen hatte und die Frucht vom Baum der Erkenntnis ( warum war das wohl verboten?) gepflückt hatte, wurde ihr gezeigt, wo der Hammer hängt.
    Maria hingegen, brav im Gefolge ihres Mannes, Hausfrau und Gebärerin, und spätere Pieta, stellt also das chauvinistische Weltbild, das die Aufmüpfige erschüttert hat, wieder her?
    Ich frage mich, was Maria wieder ‚gut‘ gemacht hat, und für wen?

    • Susanne Haun said, on 23. Dezember 2012 at 19:20

      Die Ikonografie basiert auf den historischen Kontext zur Zeit der Erstellung des Kunstwerkes.
      Die Menschen damals hatten ein anderes Wertverständnis, einen anderen religiösen, literarischen und mythologischen Kontext, ders sich im Werk widerspiegelt. Um das Kunstwerk im Museum, das um die 1100 erstellt wurde, nicht nur mit „gefällt mir oder gefällt mir nicht“ belegen zu können, schaut man sich den historischen Kontext zum Werk an.
      Um 1100 war genau das die Sichtweise: “Maria macht alles wieder gut, was Eva verbockt hat!” und ich finde diesen Satz einfach klasse und sehe ihn auch mit einem Augenzwinkern und mit Humor.
      Wir Frauen haben ein Selbstbewußtsein aufgebaut (Alice Schwarzer sei Dank), das uns diese Sätze nicht mehr so verbissen sehen läßt! Ohne dass wir deshalb mit der selben Härte wie Alice Schwarzer vorgehen müssen. Ohne sie hätte es aber dieses Selbstverständnis nicht gegeben. Wir ernten die Früchte ihrer Arbeit und ihrer Generation!


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