Susanne Haun

Vorbereitungen zu einem Portrait – Knud Rasmussen

Posted in Berühmt, Portraitmalerei, Projekt EISIG - EISWELTEN, Zeichnung by Susanne Haun on 12. Dezember 2018

 

Knud Rasmussen - Annäherung an einen Menschen - Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild Kunst, Bonn 2018Knud Rasmussen - Annäherung an einen Menschen - Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild Kunst, Bonn 2018

Knud Rasmussen – Annäherung an einen Menschen – Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild Kunst, Bonn 2018

Wie nähert man sich einem Thema, das für die eigene kulturelle Prägung so fremd ist?

Nach der Literaturrecherche schaue ich, ob ich Dokumentationen oder Filme zum Thema finde und habe so Journals of Knud Rasmussen (siehe hier den Trailer) vom grönländischen Regisseur Kenneth Rasmussen gefunden.

Knud Rasmussen, geboren 1879 in West-Grönland, war Ethnologe und Polarforscher und erforschte als erste die Arktis. Dabei interessierte ihn besonders die Kultur der Inuit, auf seinen Reisen sammelte er ihre Mythen und Sagen, die er schriftlich für die Nachwelt bewahrte. Er starb 1933 in Kopenhagen. Die Inuit geben ihre Geschichten traditionell an langen Winterabenden im Iglu weiter. Rasmussen wurde in Grönland geboren und verbrachte einen Teil der Kindheit bei seinen Inuit-Verwandten, wo er die traditionelle Lebensweise kennenlernte, nach seinem Studium in Dänemark kehrte er in seine Heimat zurück. Er unternahm bis zu seinem Tod zahlreiche Expeditionen in die Polarregionen. Die berühmteste dieser Expeditionen ist die 5. Thule-Expedition von 1921 – 1924,  mit dem Hundeschlitten entlang der Nordwestpassage von Grönland bis nach Alaska.

Bei uns sind die Mythen und Legenden der Inuit kaum bekannt. Das macht es für uns schon schwierig, die Namen auszusprechen und zu merken. Ich bin froh, dass Rasmussen die Geschichten vor dem Vergessen bewahrt hat. So war es mir ein Bedürfniss, ihn zu zeichnen. Im Unionverlag kann der Reisebericht Unter Jägern und Schamanen von Knud Rasmussen (siehe hier) noch heute bestellt werden.

Meine ersten Eindrücke von Knud Rasmussen habe ich nach einem Foto gezeichnet, es gibt viele von ihm im Netz. Am meisten hat mich das Foto des sehr jungen Knud beeindruckt, dass ich dann auch erstmal verwendet habe. Im Film gibt es bewegte Bilder, jedoch ist Knud ja hier von einem Schauspieler dargestellt. Ich bin am Überlegen, was ich nun daraus mache. Mal sehen.

 

 

 

Er kauerte nur tatenlos auf dem Boden – Die Mythen der Inuit – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Akt, Ausstellung, Projekt EISIG - EISWELTEN, Schloss Türnich, Zeichnung by Susanne Haun on 10. Dezember 2018

 

„Alles um ihn her war in tiefes Dunkel gehüllt. Er konnte nichts sehen und kauerte nur tatenlos auf dem Boden.“

heißt es in der Schöpfungsgeschichte der Inuit.[1]

 

 

Am 25. Januar 2019 bin ich mit Roswitha Mecke, Gerhard Kern und Martin Häusler zum Salon auf (?) Schloss Türnich (siehe hier) eingeladen, unsere Eiswelten vorzustellen. Die Präsentation soll anhand einer Diashow von Roswitha und meinen Arbeiten begleited  vom Klangteppiche Gerhards erfolgen. Die Klänge werden mit seiner Klangmaschine erfolgen, sie sind verzaubernd, intensiv, intuitiv, meditativ. Martin liest seinen Reisebericht eisig vom Lago Argentino in Patagonien vor  (siehe hier).

Der Salon ist bestimmt schon 1 Jahr in Planung und wie immer bin ich überrascht, wie wenig an so einem Jahr dran ist. Mein Part wird 40 Minuten in Anspruch nehmen. Ich werde mit iMovie ein Film aus meinen Zeichnungen zum Thema erstellen und während der Film läuft, werde ich die Schöpfungsgeschichte sowie den Mythus Sedna der Herrscherin über die Meerestiere vorlesen. Ja, ich weiß, das ist wieder ein sher enger Zeitplan. Zum Glück habe ich meine Mythen der Inuit schon professionel fotografiert und bin schon dabei, die filmischen Elemente zu erstellen. Ich bin schon neugierig, wie alles ineinander verzahnt sein wird.

Meine Auseinandersetzung mit den eisigen Welten der Arktis könnt ihr zusammengefasst unter diesem Link lesen und sehen.

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[1] Walk, Ansgar, Wie Sonne und Mond an den Himmel kamen, Mythen und Legenden der Inuit, Die Schöpfungsgeschichte, S.34.

 

Narzissen, Kunst und die Geisteswissenschaft – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Blumen und Pflanzen, Kunstgeschichte, Zeichnung by Susanne Haun on 17. Januar 2013

Narzissen sind gelb, meine habe ich aber mit Tusche der Farbe Caput mortuum gezeichnet.

Es ist eine meiner Lieblingstuschen und wer mich kennt weiß, ich benutze sie oft und gerne. Nicht nur, weil ich das warme Rotbraun mag, sondern auch, weil ich die Bezeichnung der Tusche atmosphärisch finde. Die Tusche soll die gleiche Farbe besitzen wie das Blut, das aus den abgeschlagenen Köpfen von der Guillotine der Französischen Revolution tropfte.

Narzissen 18 x 26 cm Tusche auf Hahnemühle Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun Vers. 2

Narzissen 18 x 26 cm Tusche auf Hahnemühle Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun Vers. 2

Bei den Zeichnungen von heute kam es mir darauf an, die Narzisse ganz nah heranzuholen und ihre Linien, Helligkeit und Dunkelheit auf das Papier zu bringen. Damit ich die Aufmerksamkeit des Betrachters auf die einzelnen Elemente der Narzisse lenken kann und sie Die Narzisse nicht als ganzes wahrnehmen lasse, habe ich sie in Teilen gezeichnet. Ich werde sie aber für die Ausstellung „Der Sommer trägt weiss“ in der Bahnhofshalle Friedenau (siehe hier) in einem Rahmen präsentieren.

Die Narzissen sind auf Hahnemühle Burgund Papier gezeichnet. Ich benutze sehr gerne verschiedene Arten Hahnemühle Papier, wie Leonardo, Callygraphie oder Zeichenpapier. Auf der Paperworld in Frankfurt präsentiert sich die Hahnemühle auf einen der Messestände. Schade das Frankfurt so weit weg ist und ich schon mehr Termine angenommen habe als ich eigentlich bewältigen kann, sonst würde ich die Paperworld nicht verpassen. Es gibt hier auf dem Blog der Hahnemühle Eintrittskarten zur Paperworld zu gewinnen.

Narzissen 18 x 26 cm Tusche auf Hahnemühle Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun Vers. 3

Narzissen 18 x 26 cm Tusche auf Hahnemühle Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun Vers. 3

Mich beschäftigt gerade das Buch „Sinn und Deutung in der bildenden Kunst“ von Erwin Panofsky. Das Buch ist ein Klassiker und ich habe mich gefreut, es in unserer Bücherei zu bekommen. Die Seiten sind vom vielen Lesen schon ganz lose, das Buch ist von 1978. Panofsky war einer der bekanntesten Kunsthistoriker des 20. Jahrhunderts und begründete die Ikonologie.

Panofsky entwickelte die drei Phasen der Untersuchung eines Kunstwerkes.
Die erste Phase (Vor-Ikonographische Beschreibung) beruht auf praktische Erfahrung.
Die zweite Phase (Ikonographische Analyse) auf die Kenntnis literarischer Quellen und Vertrautheit mit der Zeit, in der das Kunstwerk entstand.
Die dritte Phase (Ikonologische Interpretation) beruht auf die Vertrautheit mit den wesentlichen Tendenzen des menschlichen Geistes, geprägt durch persönliche Psychologie und Weltanschauung.

Ich finde diese Herangehensweise an Bildanalysen sehr interessant und ich wundere mich immer wieder, was es nach der ersten Phase, die ich ein Bild betrachte, noch alles zu entdecken gibt. Es mach mit großen Spaß, zu versuchen, den Bildern ihre Geheimnisse zu entlocken!

Eigentlich wollte ich heute zu einem ganz anderen Thema schreiben, denn schon die Einleitung des Buches von Panofsky hat mich inspiriert und angeregt. Aber nun gut, morgen ist auch noch ein Tag!

Narzissen auf dem Ceranfeld (c) Foto von Susanne Haun

Narzissen auf dem Ceranfeld (c) Foto von Susanne Haun

For my English-speaking readers:
Daffodils are yellow, but I choised my the color Caput mortuum.
It is one of my favorite ink and who knows me well, know I use them quite often. Not only because I like the warm reddish brown, but also because I think the name of the ink has atmosphere. The ink should have the same color as the blood that dripped from the severed heads of the guillotine of the French Revolution.
By the drawings of today it was important for me to zoom in on the daffodil close and get their lines, sanctities and darks on the paper. I cut the paper in 4 sheets, so I can get the viewer’s attention on the individual elements of the daffodil and narcissus.

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Panofsky, Erwin. Sinn und Deutung in der bildenden Kunst (Meaning in the Visual Arts). Köln 1978.

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