Susanne Haun

Alle Jahre wieder – Selbstportrait – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Portraitmalerei, Selbstbildnisse, Zeichnung by Susanne Haun on 8. April 2017

 

Es ist wieder so weit, zum 52. mal feier ich meinen Geburtstag, dieses mal sogar mit meiner gesamten Familie zusammen.

Die letzten Jahre war ich immer unterwegs – dafür suchte ich mir eine Wunschstadt aus, die ich schon immer gerne sehen wollte. Vielleicht habe ich durch den Tod meiner Mutter letztes Jahr das Bedürfnis, mit meiner Familie zu feiern, sie um mich zu scharen und die Nähe zu geniessen. Ich weiss es nicht.

Wichtig war mir meine neue Brille zu zeichnen, meine Sehkraft lies (ja lässt) immer mehr nach und ich brauche nun eine Gleitsichtbrille, um das Kleingedruckte zu lesen und um zu zeichnen. Es ist ein Genuss, wieder die kleinen Buchstaben mit Entstehungszeien der Labels auf Musik CD’s zu lesen.

 

1. Etappe Portrait Selbst 8.4.2017 (c) Zeichnung von Susanne Haun

1. Etappe Portrait Selbst 8.4.2017 (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Von der Seite kann man sich selber nur aus den Augenwinkel mit Hilfe mehrerer Spiegel sehen, die Benutzung von einem Handy ist dabei auch von Vorteil. Die vielen Falten, die ich letztes Jahr so mühelos gezeichnet habe, wollen mir dieses Jahr nich von der Hand gehen. Ich sehe jung aus auf meinem Portrait. Dafür habe ich die verwelkten Tulpen von gestern, die so viele Linien bildeten, neben mir platziert. Oft werden Frauen mit welkenden Blumen verglichen. Das lasse ich mal so im Raum stehen…

 

2. Etappe Portrait Selbst 8.4.2017 (c) Zeichnung von Susanne Haun

2. Etappe Portrait Selbst 8.4.2017 (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Das Portrait entstand in Etapen, erst war nur meine Silhouette zu sehen, dann die Tulpen, die Kette, in der sich übrigens ganz in niederländischer Tradition die Spiegelung des Fensters findet, stilisiert, versteht sich, als Hinweis auf meine Leidenschaft zur Kunstgeschichte. Der Hintergrund bereitete mir am meisten Probleme: weiß, weiß mit Rahmen, Türkis oder Phtaloblau? Ja, ein Künstler muss bei jedem Bild immer wieder Entscheidungen treffen. Das schult für das Leben und man lernt, Risiken einzugehen. 🙂

 

Portrait Selbst 8.4.2017 (c) Zeichnung von Susanne Haun

Portrait Selbst 8.4.2017 (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Selbstportraits der letzen Jahre:

8. April 2009 —> Link hier

8. April 2011 —> Link hier

8. April 2013 –> Link hier

8. April 2014 –> Link hier

8. April 2015 –> Link hier

8. April 2016 -> Link hier

 

 

Kind und Beruf – speziell Kunst – Susanne Haun

Posted in Was es sonst so gibt!, Zeichnung by Susanne Haun on 4. August 2016

 

Das Interview mit Marina Abromovic vom 24. Juli 2016 im Tagesspiegel (siehe hier) hat viel Aufmerksamkeit erregt, es fand einige Erwähnungen in den Sozialen Medien.

 

Übermalen der letzten Arbeiten im Mai (c) Foto von Susanne Haun

Übermalen der letzten Arbeiten im Mai (c) Foto von Susanne Haun

 

Susanne Kippenberger  fragte Marina Abromovic unter anderem:
„Wollten Sie nie Kinder haben?
Nein. Nie. Ich habe drei Mal abgetrieben, weil ich überzeugt war, dass es ein Desaster für meine Arbeit wäre. Man hat nur so und so viel Energie in seinem Körper, und die hätte ich teilen müssen. Das ist meiner Ansicht nach der Grund, warum Frauen in der Kunstwelt nicht so erfolgreich sind wie Männer. Es gibt jede Menge talentierter Frauen. Warum übernehmen die Männer die wichtigen Positionen? Ganz einfach: Liebe, Familie, Kinder – all das will eine Frau nicht opfern.“²

Die Entscheidung für oder gegen Kinder müssen Paare meistens treffen, wenn ihnen die Dimension der Entscheidung noch nicht klar ist. Um Kinder mit Liebe und auch der nötigen Erziehung aufzuziehen, wird von Seiten der Eltern viel Zeit und Geduld benötigt. Es ist klar, dass diese Zeit, die in die Kinder fliesst, für andere Dinge wie z.B. den Beruf, nicht mehr zur Verfüng stehen. In der Welt vom 28.7.2016 können wir lesen, doss jeder fünfte seine Entscheidung für ein Kind bereut (siehe hier).

Mit Kindern ist es zum Beispiel für Künstlerinnen und Künstler schwierig, Stipendien oder Residenzen im In- und Ausland wahrzunehmen oder Abends von Vernissage zu Vernissage zu ziehen, um zu kontakten. Die Präsentationsarbeit der Künstlerinnen und Künstler beginnt dann, wenn alle anderen Feierabend und Freizeit haben.

 

Mutter und Kind (c) Zeichnung von Susanne Haun

Mutter und Kind (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Ich finde es schade, dass die beiden Lebenspositionen für oder gegen Kinder immer so krachend aufeinander stoßen. Ich fände es schön, wenn die Vertreterinnen und Vertreter der Positionen sich respektieren könnten. Es ist für mich Emanzipation und Fortschritt, dass ich die Entscheidung für oder gegen Kinder selber treffen konnte und dass heute auch viele Männer diese Entscheidung treffen müssen. Zumindestens in Deutschlands Städten teilen Eltern oft Berufs- und Kinderzeit gerecht untereinander auf, so dass beide Zeit für Beruf und Kind haben.

Man kann natürlich als Eltern auch Zeit kaufen, in dem man eine Assistentin oder einen Assistent für die selbstständige Arbeit oder ein Kindermädchen einstellt.

Ich habe mich durch Marina Abromovics Beantwortung der Frage nicht abgewertet gefühlt. Wenige Frauen handeln wie sie. Ein weiteres Beispiel ist Simone de Beauvoir. In ihren Memoiren berichtet sie ausführlich über ihre Motivation zur Kinderlosigkeit. Heute gibt es immer mehr Frauen, die sich gegen Kinder entscheiden.

Doreen Trittel schreibt in ihrem Blog (siehe hier) ebenfalls Worte zum Artikel.  „Die Gesellschaft verändert sich und es wird Zeit. Auch der Kunstmarkt kann sich davor nicht verschließen. Es wird Zeit, dass wir neue Wege beschreiten, dass alte Denkmuster aufgelöst werden. Das zeigen z.B. Sally Mann oder Annegret Soltau… Marina Abramovic bedient mit ihrer Aussage die alten Klischees und Schubladen, die es gilt mehr und mehr aufzubrechen.

Ich denke aufgrund Doreens Anregung darüber nach, ob sich die Gesellschaft wirklich ändert? Ich glaube jedoch, ein Mädchen aus Albanien oder dem Kosovo (beide stellvertretend für Jugoslawien) hat heute fast weniger Chancen, eine weltberühmte Künstlerin zu werden als zur Zeit Marina Abramovics.

Und schließlich ist es auch immernoch eine Frage, wie jeder Erfolg in seinem Leben definiert! Dementsprechend kann sie, er handeln.

 

Sie ist schwanger - Zeichnung von Susanne Haun

Sie ist schwanger – Zeichnung von Susanne Haun

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Abramovic, Marina. Mit 70 muss man den Bullshit reduzieren, in: Der Tagesspiegel, Nr. 22.827, Berlin 2016, S. S1.
http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/sonntag/interview-mit-marina-abramovic-ich-kann-keine-gemaelde-schicken-darum-schicke-ich-mich-selbst/13913260-2.html , 3.8.2016, 9:12 Uhr

 

Konzept „Entscheidung“ von Susanne Haun

Posted in Entscheidung, Konzeptkunst, Zeichnung by Susanne Haun on 23. August 2011

Gestern begann ich von meinem Konzept Entscheidung (siehe hier) zu berichten.

Heute möchte ich euch das gesamte Konzept vorstellen.

Konzept „Entscheidung“ von Susanne Haun vom 22. August 2011

Die Entscheidung des Einen auf eine wichtige Frage muss nicht die Entscheidung des Anderen sein.

Ein Kreis hat viele Bedeutungen. Er ist rund und ein Kreis hat keinen Anfang und kein Ende. Deshalb sind Fragen und Kreise von entscheidender Bedeutung und deshalb stelle ich die Frage als Kreis dar.

Frage - Entscheidung - hell - 1 - Zeichnung von Susanne Haun - 20 x 20 cm - Tusche auf Bütten

Frage - Entscheidung - hell - 1 - Zeichnung von Susanne Haun - 20 x 20 cm - Tusche auf Bütten

Während die Nachbarin sich noch fragt, ob sie ein Kind möchte oder nicht, der Kollege überlegt, was Kunst ist, der Sohn nachdenkt, ob und was er studieren soll, die Literaten sich nach dem besten Verlag fragen, ist für klein Florian, 3 Jahre, die entscheidende Frage, wie er die Schranktür aufbekommt, wo seine Mutter die Schokolade aufbewahrt.

So gibt es Fragen der Physik, Mathematik, Biologie, Evolution, Archäologie, Religion, ja in jedem Wissensgebiet der Menschheit.

Zur Beantwortung von Fragen sind oft Entscheidungen notwendig, die Entscheidungen sind abhängig von dem Charakter des Entscheiders selber und von den äußeren Einflüssen, die auf den Entscheider treffen. Wenn zwei Fragen zusammen beantwortet werden müssen, dann kann es zu Überlagerungen kommen, die wiederum zu anderen Resultaten führen.

Frage - Entscheidung - hell - 2 - Zeichnung von Susanne Haun - 20 x 20 cm - Tusche auf Bütten

Frage - Entscheidung - hell - 2 - Zeichnung von Susanne Haun - 20 x 20 cm - Tusche auf Bütten

Ein Kunstwerk zu diesem Thema, wie auch zu jedem Thema, kann also nur Subjektive Lösungen oder Lösungsansätze aus meiner persönlichen Sicht bieten. So beginne ich die Darstellung meiner Frage mir einer Zeichnung meiner Selbst. Um den Betrachter mit einzubeziehen, ist ein weiterer Teil meiner Arbeit ein Schattenfoto mit einem überlagerten Farbköper. Er steht für die Fragen der Betrachter. Zwischen diesen beiden Teilen ist ein weißes, leeres Blatt platziert. Hier kann das Auge ausruhen und der Betrachter kann sich Gedanken um die eigenen Fragen und die verschiedenen Lösungsansätze machen.

Frage - Entscheidung - dunkel - 2 - Zeichnung von Susanne Haun - 20 x 20 cm - Tusche auf Bütten

Frage - Entscheidung - dunkel - 2 - Zeichnung von Susanne Haun - 20 x 20 cm - Tusche auf Bütten

Die verschiedenen Fragen, Einflüsse, Überlagerungen und Möglichkeiten stelle ich mit Farbkörpern (altgriechisch bedeutet Farbkörper = Chromosom) dar. Die Anordnung der einzelnen Teile des Werks ergebenen wieder einen Kreis mit der Markierung der vier Himmelsrichtungen Nord, Ost, Süd, West. Der obere Teil der Arbeit ist hell, der untere dunkel.

Entscheidung - Konzept Susanne Haun - 25teilig - 170 x 170 cm - Tusche auf Bütten

Entscheidung - Konzept Susanne Haun - 25teilig - 170 x 170 cm - Tusche auf Bütten

Chromosomen kommen in den Zellkernen vor. Chromosomen sind die Träger der Gene. Die Chromosomen-Gene der Eltern bestimmen also das Geschlecht bis hin zu vielen Eigenschaften des Kindes. Hier beantworten sich Fragen nach unserem heutigen Wissensstand wie z.B. beim Geschlecht nach bestimmten Kriterien.

Um die äußeren Einflüsse darzustellen, die bei der Beantwortung der Kernfragen eine Rolle spielen, habe ich ein Mobile gearbeitet – hier wiederholen sich die zeichnerisch dargestellten Farbkörper. Durch Beleuchtung bilden sich Schatten auf den Bildern und stellen so die Überlagerung da. Der Betrachter wird animiert, das Mobile anzustoßen, das ist ein menschlich natürliches Bedürfnis, geht man an einem Mobile vorbei, noch dazu mit Kugeln, möchte man die einfach anstoßen. Durch die Bewegung des Mobile ergeben sich andere Schattenmuster auf den Zeichnungen, neue Überlagerungen, neue Lösungen der Fragen!

Mein Werk zur Kernfrage besteht aus 25 Zeichnungen der Größe 20 x 20 cm , gerahmt in Holzrahmen weiße Leiste (gesamt Wandgröße 170 x 170 cm) und einem Mobile mit einem Metallkreuz 70 cm, Länge 80 cm, dass von der Decke oder an einem entsprechend großen Wandhaken hängen müsst, seitlich neben den Zeichnungen, damit der Schattenwurf möglich ist. (seht Fotos und Hängeskizzen dazu)

Entscheidung und Mobile - Konzept Susanne Haun - 25teilig - 170 x 170 cm - Tusche auf Bütten

Entscheidung und Mobile - Konzept Susanne Haun - 25teilig - 170 x 170 cm - Tusche auf Bütten

von der Authentizität dieses Konzeptes und von einer wirklich schweren Entscheidung meinersseits berichte ich euch morgen.

Um das Konzept besser darstellen zu können, habe ich ein Modell davon gemacht:

Authentizität und Schattenübermalung von Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Entscheidung, Konzeptkunst, Zeichnung by Susanne Haun on 22. August 2011

Bei der Hängung der Ausstellung „Querbeet“ bei Angelika Blaeser lernte ich Friederike Vahlbruch kennen; sie lieferte auch gerade ihre Bilder für die Ausstellung ein.

Schon bei Angelika entstand eine interessante Diskussion, die wir per Mail fortsetzten und setzen. Wer mehr zu Friederike wissen möchte, kann auch hier das Interview lesen.

Per Mail  stellte sie mir folgende Frage:

Was ist zum Beispiel der Unterschied zwischen einer künstlerischen Haltung und einem bloßen Markenzeichen durch immer wiederkehrende Motive? Das ist etwas, das oft von einem Künstler verlangt wird: Branding statt Nachdenken über Kunst und das Wechselspiel zwischen Ihr und der Zeit in der man lebt.

Ist das nicht ein gute Frage, die Friederike da aufwirft?

Selbst als Fragerin oder Entscheiderin - Zeichnung von Susanne Haun - 20 x 20 cm - Tusche auf Bütten

Selbst als Fragerin oder Entscheiderin - Zeichnung von Susanne Haun - 20 x 20 cm - Tusche auf Bütten

Eine Frage, mit der sich die Künstler der Jahrhundertwende noch nicht „herumschlagen“ mußten. Ist der Begriff Markenzeichen nicht schon stark von unserer Zeit geprägt?

Wie können wir Gauguin einordnen,  die meisten Betrachter sehen nur seine Südseebilder vor sich  und nicht die Bilder aus der Bretagne, die für sein Werk genauso wichtig sind. Vielleicht sogar noch wichtiger, markieren sie doch den Beginn seiner Schaffenskraft.

Vor einiger Zeit las ich von Martin Suter „Der letzte Weynfeldt“, es wurde unter anderem ein Künstler beschrieben, der seine Handschrift noch nicht gefunden hatte und suchte. Ich empfand eine ungehöre Erleichterung, dass ich nicht auf der Suche nach einer Handschrift bin sondern dass, was ich zeigen möchte frei von den Überlegungen schaffen kann, welches Material oder welche Art der Malerei ich wähle.

Hellblauer Farbkörper (Chromosom) - Zeichnung von Susanne Haun - 20 x 20 cm - Tusche auf Bütten

Hellblauer Farbkörper (Chromosom) - Zeichnung von Susanne Haun - 20 x 20 cm - Tusche auf Bütten

Die nächste Frage ist, ob ich das, was mich bewegt immer in meinen Bildern zu finden ist. Mich bewegt unter anderem, dass ein kleiner Teil der Hilfe für Griechenland den Hunger in Afrika lindern könnte, mich bewegt, dass der Unternehmer Hermann Bühlbecker (hier ein Interview mit ihm) afghanischen Jugendlichen das Bäckerhandwerk lehrt, damit sie ihrem Land helfen können.
Ich wünsche mir, dass sich alle Unternehmer sich ihrer soziale Verantwortung bewußt werden, auch ihrern eigenen Mitarbeitern gegenüber.

Ich arbeite im Moment an einem Konzept mit dem Titel „Entscheidung“, es geht um Fragen, die eine Entscheidung aufwerfen und wie die jeweiligen Antworten gefunden werden.
Und ich arbeite an großen floralen, botanischen Zeichnungen.

Hängung der ersten 12 Zeichnungen der Installation "Entscheidung" von Susanne Haun

Hängung der ersten 12 Zeichnungen der Installation "Entscheidung" von Susanne Haun

Es scheint, dass das Florale und die Entscheidung zusammenhanglos sind. Es scheint! Meine Inspiration zu meinem Konzept Entscheidung habe ich mir auch aus der Pflanzenwelt geholt. Siehe hier meinen Artikel zur Pfingsrose.

Die Entscheidung, die jeder Mensch auf eine Frage trifft, ist immer sehr persönlich und individuell

Meine Antwort auf eine Frage muss nicht deine sein!

Um diesen Sachverhalt konzeptionell darzustellen, habe ich 25 einzelne Zeichnen der Größe 20 x 20 cm erstellt, die zusammen in der Hängung ein Bild der Größe 170 x 170 cm ergeben.

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