Susanne Haun

Susanne Haun Zitat am Sonntag – Folge 141 – Shakespeare

Posted in Zeichnung, Zitat am Sonntag by Susanne Haun on 1. Mai 2016

Wie einer, bis zur Wahrheit, durchs Erzählen
Zu solchem Sünder sein Gedächtnis macht,
Daß er der eignen Lüge traut.

Like one
Who having into truth, by telling of it,
Made such a sinner of his memory,
To dredit his own lie.

Shakespeare Der Sturm 1,2

Zitiert nach Fischer, Katrin (Hrsg.). Reclams Lexikon der Shakespeare Zitate, Stuttgart 2014², S.204.

Vorige Woche berichtete Birgit auf ihrem Blog sätzeundschätze (siehe hier) von diesem Schatz der Shakespeare Zitate und ich habe mir das kleine Buch auch sofort bestellt und bin schon beim ersten Blättern ganz begeistert. Sicher werde ich öfter Shakespeare zitieren!

 

Ausschnitt Blume an der Gedächtniskirche - Zeichnung von Susanne Haun - 30 x 40 cm - Tusche und Aquarell auf Bütten

Wahrheit (Foto der Blüte) und Lüge (?) Zeichnung der Blüte (c) Susanne Haun

 

Ist die Abbildung eines Gegenstands grundsätzlich eine Lüge?

My home ist my castle and my blog is my blog – Susanne Haun

Posted in Blumen und Pflanzen, Vom Bloggen an sich, Was es sonst so gibt!, Zeichnung by Susanne Haun on 18. März 2015

Mein Blog ist mir ans Herz gewachsen. Er ist mein Gedächtnis, mein Werkverzeichnis und ein Teil von mir.

Am 24. März 2009, vor knapp 6 Jahren, schrieb ich meinen ersten Blogbeitrag (siehe hier).

„Also ich möchte in diesem Blog über Kunst reden. Die Kunst ist meine Arbeit und so beschäftige ich mich täglich mit der Kunst und ich habe täglich Gedanken dazu, die ich gerne mitteilen möchte.“ schrieb ich damals. Es ist schön, dass sich im Laufe der Jahre nichts an meiner Intention geändert hat.

Vor sechs Jahren vermutete ich noch nicht, wieviele neue Freundschaften ich über meinen Blog schliessen würde. Es ist erstaunlich!

Herzlichen Dank an alle meine Leserinnen und Leser für die Treue und für die vielen Kommentare und „Gefällt mir“!

 

Gelbe Blüte - Zeichnung von Susanne Haun - 15 x 20 cm - Tusche auf Bütten

Gelbe Blüte – Zeichnung von Susanne Haun – 15 x 20 cm – Tusche auf Bütten

 

Der Zweifel bei Freud – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Berühmt, Philosophie, Portraitmalerei, Zeichnung by Susanne Haun on 5. November 2014
Mein Vorstellung von Siegmund Freud Version 2(c) Zeichnung von Susanne Haun

Mein Vorstellung von Siegmund Freud Version 2(c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Freud hatte viele Diskussionsgegner. Darunter auch jene, die an dem Urteil der Traumdeutung zweifelten. Er schreibt dazu:
„Dieser Zweifel entbehrt nämlich einer inellektuellen Gewähr; unser Gedächtnis kennt überhaupt keine Garantien, und doch unterliegen wir viel öfter, als objektiv gerechtfertigt ist, dem Zwange, seinen Angenaben Glauben zu schenken.“²

Sind wir nicht immer überzeugt von dem, was wir in unserem Gedächtnis finden? Eine interessante Frage!

Achja, hier an dieser Stelle ein Gruß an Buchalov!
Vielleicht kann er Jürgen ausrichten, dass ich beschlossen habe, während des Semester doch nicht immer auf 20 x 15 cm zu zeichnen, ich beginne gerade eine Portrait-Serie, da ich am 5. Dezember in der Werkkunstgalerie in einer Gruppenausstellung aufgenommen worden bin. Das Thema ist „Köpfe“.
Pläne sind dazu da, geändert zu werden!

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²Freud, Siegmund, Die Traumdeutung, London 1942, S.520

Exit Ghost, Täuschung und Lüge – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Arktis, Den Kopf ausgestülpt, Rolle, Was es sonst so gibt!, Zeichnung by Susanne Haun on 17. Juli 2013

Die Fähigkeit der Menschen, Dinge in ihrem Gedächtnis / Gehirn zu speichern, lässt im Alter nach.

Es gibt verschiedene Krankheiten, die diese Fähigkeit beeinträchtigen. Das Gehirn und die Seele ist ein Thema, das mich sehr beschäftigt. So habe ich in letzter Zeit Bücher von zwei großen Literaten zum Thema gelesen.

Der Körper des Gruselwesens (c) Zeichnung ovn Susanne Haun

Der Körper des Gruselwesens (c) Zeichnung ovn Susanne Haun

„Der Mensch erscheint im Holozän“ von Max Frisch, in dem ein alter Mann mit fortschreitender Demenz versucht, sein Leben zu meistern.

„Exit Ghost“ von Philip Roth berichtet von einem alten Schriftsteller, der am Ende seines Lebens über den Tod, das Verlassen der Kräfte und den Gedächtnisverlust resümiert.

„Exit Ghost“ hat mir neue Aspekte für das Arktis Projekt eröffnet. Im Arktis Projekt arbeite ich mit dem Autor Klausbernd Vollmar zusammen. Er hat die Arktischen Fantasien geschrieben und er hat natürlich Bilder zu seiner Geschichte im Kopf.

Diese Bilder decken sich nicht immer mit den Bildern, die in meinem Kopf beim Lesen des Texts entstehen.

Es entstand bei meiner Darstellung vom Eis der Arktis die Diskussion, wie realistisch meine Zeichnungen zur Arktis sein sollten.

Da ich noch nie in der Arktis war, können alle Arbeiten von mir zu diesem Thema nur Sinnbilder meiner Wahrnehmung sein – unrealistisch meiner Vorstellung entspringend.

Klausbernd aber denkt an die Erwartungen der Käufer des Buches. Diese Erwartungen kann und möchte ich nicht bedienen, denn ich zeichne nicht für das Publikum oder wie das Publikum es scheinbar gerne möchte. Ich zeichne aus mir heraus.
Wer kann schon wissen, was das Publikum möchte? Denn wir sind nicht in den Köpfen der Leser und Betrachter.

Gerade von oben - mein Arbeitstisch mit meinen Füssen (c) Foto von Susanne Haun

Gerade von oben – mein Arbeitstisch mit meinen Füssen (c) Foto von Susanne Haun

Philip Roth schreibt in seinem Buch „Exit Ghost“:
„Der Schriftsteller arbeitet jahrelang allein, gibt sich ganz und gar dem Schreiben hin, denkt über jeden Satz zweiundsechzigmal nach und hat doch keinerlei übergeordnetes literarisches Bewusstsein, Verständnis oder Ziel. Alles, was der Schriftsteller akribisch aufbaut, Satz für Satz und Detail für Detail, ist nichts als Täuschung und Lüge. Der Schriftsteller hat keinerlei literaisches Motiv. Sein Interesse, die Wirklichkeit abzubilden geht gegen null. Seine Motive sind immer persönlicher und grundsätzlich niedriger Natur.“

Philip Roth geht da für mein Verständnis sehr persönlich und gnadenlos mit sich um!

Ich frage mich, in wiefern ich diesen Text auf meine Zeichnungen übertragen kann?

Ich habe heute weiter an dem Gruselmonster gearbeitet. Für die Radierung habe ich einzig den Kopf als Thema benutzt, meine Rolle aber bietet mir viel mehr Raum zum arbeiten und so ist auch ein Eisbäroberkörper unter dem Kopf entstanden. Der Kopf selber sitzt unter den Korallen.

Ich bin zum Kapitel „Mythen der polaren Völker“ übergegangen. In dem Kapitel schreibt Klausbernd Vollmar: „Wie alle Mädchen sehnte sie sich nach Abwechslung in der Liebe. So geschah es, dass sie sich einen Eisbären als Liebhaber wählte.“

So habe ich unter dem Gruselmonster den Eisbär und das Mädchen gezeichnet.

Einen Eindruck von Klausbernds Reise in die Aktis könnt ihr hier auf seinem Blog erhalten.

 Das Mädchen und das Gruselwesen (c) Zeichnung von Susanne Haun

Das Mädchen und das Gruselwesen (c) Zeichnung von Susanne Haun

For my english speaking reader:
My english isn’t so good to write the whole german text in english but I try a little bit.
I read two books from great literatur authors. There are first Max Frisch and second Philip Roth. The wrote about the advancing in age and the loss of memory. It’s a great theme for me.
I found a quote from Roth about the intention of being author and I wonder he wrote, that his interesting to have wrote about the reality is zero.
I discus with Klausbernd Vollmar the necessity to write or to draw in reality.
I don’t do that, I draw my imagination and I like it.

Das Gedächtnis oder von der Kunst sms‘ wegzuschmeissen – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Aquarell, Engel, Portraitmalerei, Zeichnung by Susanne Haun on 3. November 2010

Ich habe den Beitrag „Von der Kunst sms‘ wegzuschmeissen“ hier gelesen.

Wie schön es ist, sich erinnern zu können, merkt Mensch erst, wenn sein Erinnerungsvermögen nachläßt und er Defizite bemerkt. Ich schreibe wenige sms. Das ist mir zu kurz und zu anstrengend. Und ich brauche definitiv keine meiner geschriebenen oder erhaltenen sms später noch einmal. So leere ich meinen sms Ordner immer dann, wenn ich Lust dazu habe oder wenn ich in der S-Bahn sitze.

Natürlich verrläßt mich mein Gedächtnis auch oft. Bei dieser Zeichnung von 2001 habe ich die Geschichte vergessen.

1.7.2001 - Zeichnung von Susanne Haun - A5 aus Buch gerissen - Radiograph

1.7.2001 – Zeichnung von Susanne Haun – A5 aus Buch gerissen – Radiograph

Aber nach 9 Jahren ist das vielleicht auch verständlich.

Es gibt zwei (nein drei) Arten für mich, sich etwas zu merken.

1. Mein Gedächtnis
2. Meine Notizbücher (Kalender), in denen in Kurzform Termine stehen
3. Mein Blog, in dem ich täglich meine Zeichnung blogge und meine Gedanken zur Kunst festhalte.
In meinem Blog schreibe ich auch über Bücher, Musik und Filme und was mich sonst noch bewegt.

Es ist wichtig, sich nicht mit unnötigen Gedankenmüll zu belasten und sich somit das zu merken, was merkenswert ist.

In den Krieg - 2002 - Zeichnung von Susanne Haun - 20 x 20 cm - Radiograph und Buntstift

In den Krieg – 2002 – Zeichnung von Susanne Haun – 20 x 20 cm – Radiograph und Buntstift

Auf dem Friedhof St. Sebastian in Salzburg stehen viele Engel und einer dieser Engel inspirierte mich zum unteren Aquarell. St. Sebastian beeindruckte mich sehr:

Blumenengel 2003 - Zeichnung/ Aquarell von Susanne Haun - Radiograph und Aquarell auf Bütten, Sammlung Nicola Stenzel

Blumenengel 2003 – Zeichnung/ Aquarell von Susanne Haun – Radiograph und Aquarell auf Bütten, Sammlung Nicola Stenzel

Seit ich Blog führe weiß ich, dass meine Geschichten zu meinen Zeichnungen in meinem Gedächtnis nicht mehr verloren gehen.

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