Susanne Haun

Susanne Haun Zitat am Sonntag – Anthony Doerr

Posted in Zeichnung, Zitat am Sonntag by Susanne Haun on 29. Juli 2018

 

Unsere Schatten sind unsere Geschichte,

wir schleppen sie überall mit uns herum.

Anthony Doerr in Winklers Traum vom Wasser

 

Sternzeichen Wassermann un Muscheln (c) Zeichnung von Susanne Haun

Das Sternzeichen Wassermann mit Muschel erählt seine eigene Geschichte  (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Beim Hören eines Buchs gibt es die Möglichkeit, ein (oder mehrere) Clips zu setzen, elektronische Post-Its, auf denen man auch etwas schreiben kann. Nicht immer bin ich schnell genug diese Post-Its zu setzen, es ist etwas anderes, ein gehörtes Buch als ein geschriebenes Buch zu unterbrechen. Hier ist es mir gelungen.

Es ist inzwischen das dritte Buch von Anthony Doerr, dass ich lese bzw. hören. Ich mag die Mischung aus Wehmut und Aktualität in den Themen und den erzählerischen Stil. Gerda empfahl mir den Memory Wall und seither lese ich, mit Abstand, um zu verdauen, Bücher von Doerr (siehe hier weitere Zitate dazu).

Wer in kleinen Happen die zum Teil schwermütige Lektüre genießen möchte, der kann mit den Stories Die Tiefe beginnen (hier eine Rezension vom Tagesspiegel). „In Deutschland blieb das Echo bislang verhalten. Die letzte Erzählung des Bandes, „Nachwelt“, lässt Vermutungen über die Gründe zu. Wie der Roman ankert sie in der Zeit des Holocaust, doch obwohl tadellos recherchiert und mit Empathie geschrieben, wirkt der Text wie die verbale Wiedergabe jenes ganz in Sepia getauchten Films, der vielleicht eines Tages nach dieser Vorlage gedreht werden wird.“ schreibt Gisela Trahms zur lezten Story des Buches, die gerade meine favorisierte Story ist. Sowohl beim Lesen als auch beim erzählen sind mir die Tränen in die Augen gekommen.

____________________________
Doerr, Anthony, Winklers Traum vom Wasser, München 2018, Hörbuch Kapitel 22 / 08:46.

Bismarck – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Berühmt, Geschichte, Portraitmalerei, Zeichnung by Susanne Haun on 1. September 2016

 

In der Süddeutschen Zeitung habe ich Bismarck-Anekdoten entdeckt (siehe hier).

 

Entstehung Portrait Bismarck - Version 1 - 40 x 30 cm - Tusche auf Aquarellkarton Britannia (c) Zeichnung von Susanne Haun

Entstehung Portrait Bismarck – Version 1 – 40 x 30 cm – Tusche auf Aquarellkarton Britannia (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Gleich die erste Anekdote berichtet von Bismarcks wildem Studentenleben:

„Mit 17 beginnt Bismarck in Göttingen sein Jurastudium. Statt in Vorlesungen zu gehen, vergnügt er sich lieber auf Trinkgelagen, trägt extravagante gelbe Anzüge, macht Schulden und soll in drei Semestern 25 Duelle gefochten haben. Sein ausschweifendes Studentenleben bringt ihm den Ruf des „tollen Junkers“ ein.“²

Mir ist an Bismark aus dem Geschichtsunterricht die Karrikatur „Der Lotse verlässt das Schiff“  im Gedächtnis geblieben. Die Karikatur erschien am 29. März 1890 in der englischen Satire-Zeitschrift „Punch“.  Kaiser Wilhelm II. entliess Bismarck als Reichskanzler und preußischer Ministerpräsident.  Wir besprachen damals an dieser Karrikatur die Folgen der Entlassung Bismarcks.

Der Spiegel übertrug im Dezember 1983 Bismarcks Entlassung auf Helmut Schmidt, der damals ebenfalls sein Amt als Kanzler niederlegte (siehe hier).

Ich weiss nicht, wie es heute im schulischen Geschichtsunterricht ist? Wird dieses Stück deutsche Geschichte noch gelehrt?

Bismarck war für mich zeichnerisch nicht einfach zu bewältigen, ich habe mir erst einmal Gedanken über den Helm gemacht, der ist nicht einfach Bismarck aufzusetzen. Meine erste Interpretation ist aus dem Studium mehrerer Fotos entstanden, die zweite dann aus einem Foto, wo er von vorneherein auch vom Fotografen interpretiert wurde. Das mag ich eigentlich nicht – ich möchte mir den Raum für Interpretationen offen lassen, wie bei der ersten Version.

 

 

 

_________________________

²Süddeutsche Zeitung, Bismark Anekdoten, 24.8.2016, 10:03
http://www.sueddeutsche.de/politik/bismarck-anekdoten-von-doggen-und-nachttoepfen-1.2412881

Susanne Haun Zitat am Sonntag – Folge 150 – Roland Barthes

Posted in Collage, Zeichnung, Zitat am Sonntag by Susanne Haun on 3. Juli 2016

 

Geschichte ist ein nach positiven Regeln konstruiertes Gedächtnis, ein rein intellektueller Diskurs, der die mythische Zeit auslöscht; und die Fotografie ist ein sicheres, jedoch vergängliches Zeugnis.²
Roland Barthes

 

Blatt 47 Alt - Jedermanns Vergänglichkeit - 25 x 25 cm (c) Collage von Susanne Haun

Blatt 47 Jedermanns Vergänglichkeit – 25 x 25 cm (c) Collage von Susanne Haun

 

____________

² Barthes, Roland. Die helle Kammer, zit. nach Soth, Alec, Pointing, in art magazine, Hamburg Juli 2016, S. 17.

 

Mein Sinnbild von Melanchthon – die Änderung über die Jahre – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Aus der Vergangenheit, Berühmt, Geschichte, Portraitmalerei, Zeichnung by Susanne Haun on 23. Juli 2015

Die Änderung bezieht sich auf die fünf Jahre zwischen den Zeichnungen von Luther und Cranach zu den Zeichnungen von Melanchthon und Katharina von Bora.

Fünf Jahre liegen zwischen Luther - Cranach und Melanchthon und Katharina von Bora (c) Foto von Susanne Haun

Fünf Jahre liegen zwischen Luther – Cranach und Melanchthon und Katharina von Bora (c) Foto von Susanne Haun

 

Die Reformation ist eine faszinierende Bewegung der Frühen Neuzeit. Im Zusammenhang mit Kopernikus heliozentrische Weltanschauung (siehe hier) habe ich gelesen, dass Melanchthon im Vorwort von Kopernikus Schrift schrieb, dass er dessen Erkenntnisse  für nicht korrekt hielt. Ich muß nicht schreiben, dass er sein Vorwort nicht mit Kopernikus absprach. Mein Bild von Melachthon ist somit ein wenig negativ geprägt. Nichtsdestotrotz ist er eine interessante Persönlichkeit der frühen Neuzeit.

 

Mein Sinnbild von Melanchthon (c) Zeichnung von Susanne Haun

Mein Sinnbild von Melanchthon (c) Zeichnung von Susanne Haun

Mein Sinnbild von Katharina von Bora – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Aus der Vergangenheit, Berühmt, Geschichte, Portraitmalerei, Zeichnung by Susanne Haun on 21. Juli 2015

Am 3. August werde ich meine Arbeiten bei den Wittenberger Kunstwegen hängen (siehe hier).

Ich berichtete schon, dass ich dafür noch einige Zeichnungen erstellen möchte (siehe hier).

Entstehung Katharina von Bora (c) Zeichnung von Susanne Haun

Entstehung Katharina von Bora (c) Zeichnung von Susanne Haun

Katharina von Bora (c) Zeichnung von Susanne Haun

Katharina von Bora (c) Zeichnung von Susanne Haun

Auch hier wieder die Frage, wann eine Zeichnung fertig ist. Ich habe zwei Tage überlegt, ob die obere Version fertig ist, mich dann aber entschlossen, weiter zu zeichnen und ich bin auch zufrieden mit dem Ergebnis!

Die Zeichnung entstand nach einem Gemälde von Cranach. Zur Zeit der Reformation gab es noch keine Kamera.

Ich finde Katharina von Bora faszinierend. Sie war zuerst Nonne und hat dann nach Auflösung der Klöster im reformierten Teil des Deutschen Reichs römischer Nation Luther geheiratet.

Dieses Semester besuchte ich den Einführungskurs Frühe Neuzeit an der FU. Es war ein sehr interessanter Kurs. Eine Änderung der Reformation war die Verweltlichung der Ehe.

Die Reformatoren kritisierten die Geistlichen, die gegen das Zölibat verstießen genauso wie die lockere Ehe- und Sexualmoral der Laien.
Die Ehelosigkeit des Klerus und der Laien wurde abgewertet und die Ehe aufgewertet. Es wurde die Priesterehe favorisiert. Gleichzeitig wurde der voreheliche Geschlechtsverkehrs, sowie das Konkubinat 1577 durch Reichsgesetz verboten. Die Ehe wurde ein „weltlich Ding“ und fiel auch unter die weltliche Ordnungspolitik mit der Schaffung weltlicher Ehe- und Sittengerichte (Institutionalisierung der Ehegerichtsbarkeit) und mit der Ehescheidung (Ehe verliert sakramentalen Charakter). Die Klöster werden aufgelöst (Abschaffung des geistlichen Standes) und das Kirchengut wird von den reformierten Fürsten übernommen.

Wie muss das für die Nonnen gewesen sein, die ihre Heimat verloren? Wer wollte besonders die älteren Nonnen noch heiraten? Wie konnten sie sich nach der Auflösung der Klöster ernähren? Wo gingen sie hin? Es darf auch nicht vergessen werden, dass es sehr gebildete Frauen waren. Nur im Kloster hatten sie überhaupt die Möglichkeit, Bildung zu erhalten. Ein sehr interessantes Thema, ich behalte es im Kopf, wenn ich mal Zeit habe.

 

 

Der Nachhall der Gedanken – Susanne Haun

Posted in Portraitmalerei, Selbstbildnisse, Zeichnung by Susanne Haun on 30. April 2015

Mir fällt es schwer von Gedanken zu Gedanken, von Text zu Text zu springen.

Nachhall der Gedanken (c) Zeichnung von Susanne Haun

Nachhall der Gedanken (c) Zeichnung von Susanne Haun

Deshalb mag ich es an der Uni nicht, wenn ich zwei Seminare zu verschiedenen Themen gleich hintereinander besuche. Manchmal lässt es sich nicht vermeiden, wir Studenten haben unsere vorgeschlagenen Studienverläufe und können dort sehen, in welchen Semester welche Module vorgeschlagen werden. Dann suchen sich die Studenten die angebotenen Seminare zu den Modulen aus dem Vorlesungsverzeichnis heraus und wählen aus. Ich habe mich bei der Wahl vorwiegend auf das späte Mittelalter und die frühe Neuzeit spezialisiert. Es fällt leichter, innerhalb einer Zeit (Epoche) zu verweilen, denn nur im zeitlich historischen Zusammenhang ist die Komplexität in Bezug auf Kunst, Geschichte und Phylosophie zu verstehen.

Trotzdem habe ich oft die letzten Gedanken eines Seminars nicht zuende gedacht, da rollen schon die nächsten Gedanken vom nächsten Seminar auf mich ein. Heftig ist es, wenn dann auch noch eine noch nicht beendete Hausarbeit in meinem Kopf herum geht. So ist es zur Zeit.

Mein Kopf ist sozusagen voll.

Rom – Pantheon – Susanne Haun

Posted in Architektur, Reiseberichte, Rom, Zeichnung by Susanne Haun on 24. April 2015

Das Pantheon gehört zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten Roms.

Pathoen (c) Foto von M.Fanke

Pathoen (c) Foto von M.Fanke

 

Pathoen (c) Foto von Susanne Haun

Pathoen (c) Foto von Susanne Haun

 

Es ist ein Heiligtum für alle Götter, das der Schwiegersohn des  Augustus in der ersten Version erbauen ließ. 80 n.Chr. brannte das Pantheon nieder und wurde von Kaiser Hadrian 125 n.Chr. mit Abweichungen vom alten Konzept wieder errichtet. „Das Patheon repräsentiert das Idealkonzept eines überkuppelten Rundbaus: Grundrissdurchmesser und Schetelhöhe der Kuppel sind mit etwas 43.30 Meter identisch dimensioniert“.²

Das Bauwerk ist beeindruckend und die Atmosphäre der vergangenen Jahrhunderte ist spürbar.

Natürlich war es wieder sehr voll! Aber die Menschen verloren sich auch ein wenig im Inneren des Bauwerks.

 

Im Patheon entdeckte ich auch die „Panorama-Funktion“ meiner Handy Kamera.

 

 Das Innere des Patheon (c) Panorama Handy Foto von Susanne Haun

Das Innere des Patheon (c) Panorama Handy Foto von Susanne Haun

 

 Das Innere des Patheon (c) Panorama Handy Foto von Susanne Haun

Das Innere des Patheon (c) Panorama Handy Foto von Susanne Haun

 

Als ich vor dem Schreiben dieses Blog-Artikels meine Rom Zeichnungen betrachtete und eine Auswahl traf, musste ich an Morandi denken. Der italienische Maler und Grafiker Morandi ist vor allem für seine Stillleben bekannt, in denen er dieselben Kannen und Vasen immer wieder zeichnete, radierte und malte.

Ich zeichnete in Rom Skulpturen, Skulpturen und nochmal Skulpturen und hatte ernorme Freude daran und auch ein wenig den Schalk im Nacken, denn ich ergänzte die Zeichnungen mit Widderhörner. Warum? Ich fand, ich müsste einmal ein wenig variieren.

 

Patheon und der Widder (c) Zeichnung von Susanne Haun

Das Patheon und der Widder (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Das Patheon ist unerhört groß und nicht auf ein Foto zu bannen. Ich habe mich auf einer der auf dem unteren Foto zu sehenden Bank gesetzt und geschaut und die Baulichkeit auf mich wirken lassen. Wenn ich schon beeindruckt war, wie wirkte es wohl auf die Menschen der Antike.

 

Das Innere des Pathoen (c) Foto von M.Fanke

Das Innere des Pathoen (c) Foto von M.Fanke

 

 

__________________________

² Reclams Städteführer Architektur und Kunst Rom, Stuttgart 2008, S.107

Susanne Haun Zitat am Sonntag – Folge 80 – Augustinus

Posted in Zeichnung, Zitat am Sonntag by Susanne Haun on 22. Februar 2015

„Was du in anderen entzünden willst, muss in dir selbst brennen.“
Augustinus

Meine Athena wird lebendiger, wenn ich mit zwei Tuschen arbeite - Foto von Susanne Haun

Meine Athena wird lebendiger, wenn ich mit zwei Tuschen arbeite – Foto von Susanne Haun

Dieses Zitat fand ich in „Weise Worte im neuen Zitate-Portal des Tagesspiegels“ (siehe hier).

Nach der Lektüre des Artikels fragte ich mich, warum ich denn hier jeden Sonntag ein Zitat poste.
Am schönsten finde ich es, wenn ich einen Text, Bücher und Artikel lese und mir einzelne Sätze gefallen. Diese Sätze streiche ich in Büchern an und knicke auch noch die Seite des Buchs um. Nehme ich ein schon gelesenes Buch wieder zur Hand, dann kann ich gleich die Stellen aufschlagen, die ich besonders fand. Manchmal wundere ich mich, was mir vor 5 oder 10 Jahren auffiel. Die angestrichenen Stellen sind für mich mitunter heutzutage nicht mehr bemerkenswert.

Manchmal – wie heute – poste ich Zitate aus Zitatesammlungen. In der Regel mag ich das nicht und vermeide es, Zitate zu benutzen, von denen ich den Autor nicht kenne. Augustinus kenne ich nicht persönlich ;-), aber ich habe im Rahmen eines Philosphieseminars von ihm gehört. Wer mehr Zitate lesen möchte findet diese auf dem Tagesspiegel Zitate Portal.

Susanne Haun Zitat am Sonntag – Folge 79 – Walter Benjamin

Posted in Zeichnung by Susanne Haun on 15. Februar 2015

Jede geschichtliche Erkenntnis lässt sich im Bilde einer Waage vergegenwärtigen, die einsteht und deren eine Schale mit dem Gewesenen, deren andere mit der Erkenntnis der Gegenwart belastet ist.„²
Walter Benjamin

 

Waage 25 x 25 cm (c) Aquarell von Susanne Haun

Waage 25 x 25 cm (c) Aquarell von Susanne Haun

_________________________________________________
²DITTELBACH, THOMAS, Spätantike – Frühes Christentum – Byzanz, Reihe B: Studien und Perspektiven, Band 12, REX IMAGO CHRISTI; Der Dom von Monreale, Wiesbaden 2003, vor dem Inhaltverzeichnis als Zitat.

Susanne Haun Zitat am Sonntag – Folge 75 – Napoleon I

Posted in Zeichnung, Zitat am Sonntag by Susanne Haun on 25. Januar 2015

„Geschichte ist eine Legende, auf die man sich geeinigt hat.“²
Napoleon I

 

Napoleon 1 (c) Zeichnung von Susanne Haun

Napoleon 1 (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Einige Köpfe in der Abgusssammlung - Foto von Susanne Haun

Einige Köpfe in der Abgusssammlung – Foto von Susanne Haun

_________________________________
²Zippelius, Reinhold, Staat und Kirche, Eine Geschichte von der Antike bis zur Gegenwart, München 1997.

%d Bloggern gefällt das: