Hermann Hesse - Piktors Verwandlungen · Illustration · Was es sonst so gibt! · Zeichnung

Wie verschenkt man Glücksmomente? – Zeichnungen von Susanne Haun

Blog Historie

Diesen Blogbeitrag habe ich ähnlich schon im August 2010 gebloggt. Damals habe ich mir überlegt, was wir täglich an Glücksmomenten in unsere unmittelbare Umgebung verschenken könnten.


Eine andere lachte ihn an und streckte ihm eine gebogene rote Zunge lang entgegen - 2005 - 70 x 50 cm - Tusche auf Wildseidenpapier
Eine andere lachte ihn an und streckte ihm eine gebogene rote Zunge lang entgegen – 2005 – 70 x 50 cm – Tusche auf Wildseidenpapier

Kleine Freuden des Lebens

– Freundlichkeit – also ein Lächeln
– Freude bei der Arbeit
– KAFFEE oder Wasser
Es ist unglaublich, wie oft ich meine Bilder für eine Ausstellung aufgehangen habe, um die Räume anderer zu schmücken und mir nicht einmal ein Glas Wasser angeboten wurde!“ schrieb ich 2010. Heute passiert mir das in der Regel nicht mehr, vielleicht, weil ich besser abschätzen kann, wo ich ausstelle und wo ich lieber ablehne, auszustellen.
– Kleine Anekdoten – Smalltalks
– DANKE und BITTE also gute Kinderstube (das können wir unseren Kindern schon beibringen, die haben es dann leichter!)
– Großzügigkeit und Respekt

Eigentlich sind das alles Formen des normalen Umgangs miteinander und trotzdem findet man diese Dinge so selten …

Piktors Verwandlungen von Herman Hesse

Ich erzähle euch heute die Geschichte von Hesses Piktor und wünsche euch einen schönen Start ins Wochenende.

Folgende Zitate inspirierten mich zu den Bildern, die 2005 mit Tusche und Pinsel mit einer Größe von 70 x 50 cm auf Wildseidenpapier entstanden:

Eines Tages nun verlief sich ein junges Mädchen in jene Gegend des Paradieses.
Deutlich spürte er, dass er in der Heimat und am Quell des Lebens sei.
Elefanten tauschten ihr Kleid mit Felsen.
… nahm immer mehr jene müde, ernste und bekümmerte Haltung an
Da griff Piktor, von übermächtigem Verlangen getrieben, nach dem schwindenen Steine.
Das Mädchen hörte in den Blättern des Baumes Piktor ein rauschen.
Der neue Falter aber, der frohe bunte Vogelschmetterling.
Bist du der Baum des Lebens?
Eine andere lachte ihn an und streckte ihm eine gebogene rote Zunge lang entgegen.


Zeichnung

Zitat am Sonntag – Hermann Hesse

 

Nur im Alleinsein können wir uns selber finden. Alleinsein ist nicht Einsamkeit, sie ist das größte Abenteuer!

Hermann Hesse (1877 – 1962) war ein deutsch-schweizerischer Schriftsteller, Dichter und Maler

 

Ich am 8.4.2011 - Zeichnung von Susanne Haun - 25 x 25 cm - Tusche auf Bütten
Ich am 8.4.2011 – Zeichnung von Susanne Haun – 25 x 25 cm – Tusche auf Bütten

 

Dieses  Zitat habe ich bei Seraps Blog /ɛm/ɛn/piː/  ,MyNewPerspective … seeing the world through different eyes,  gefunden. Danke Serap!

Ich brauche das Alleinsein, um neue Gedanken fassen zu können.

Als ich den Beitrag als Entwurf in meinen Blog aufnahm, war von Kontaktsperren und Covid19 Virus in diesem Ausmaß nicht daran zu denken. Nun bekommt das Zitat eine neue Bedeutung.

Zeichnung · Zitat am Sonntag

Susanne Haun Zitat am Sonntag – Folge 185 – Hermann Hesse

 

„Habe Ehrfurcht vor dem >Sinn<, aber halte ihn nicht für lehrbar.“²

Hermann Hesse

 

 

 

_____________________-

²Hesse, Hermann, Lektüre für Minuten, Gedanken aus seinen Büchern und Briefen, Auswahl und Nachwort von Volker Michels, Ulm 1999, S. 124.

Zitert nach den unveröffentlichen Briefen.

Landschaft · Zeichnung

Was verbindet den Menschen mit der Natur? – Zeichnung von Susanne Haun

 

„Der Hüter der Natur“ oder doch lieber „Wächter…“ oder „Behüter…“ oder doch wieder ganz anders? „Naturgewalt Berg“?

Ich bin bei der Titelfindung für meine folgende Zeichnung. Es fällt mir schwer, ich muss meine Gedanken weiter gleiten lassen.

 

Behüter der Natur - Zeichnung von Susanne Haun - 48 x 36 cm - Tusche auf Bütten
Behüter der Natur (Vorläufiger Titel) – 48 x 36 cm – Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Es ist ein paar Geburtstage her, dass ich von meiner Schulfreundin die Lektüre für Minuten von Herman Hesse bekam, in der Rubrik Kunst und Künstler ist folgende Weisheit zu finden:

„Es gehört zum Wesen der Kunst, dass sie Realität zu gesteigertem Ausdruck bringt und einen geheimen Sinn der Natur enthüllt, den zu finden oder zu erdichten dem Menschen ein uraltes Bedürfnis ist.“²

 

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²Hesse, Hermann, Lektüre für Minuten, Gedanken aus seinen Büchern und Briefen, Auswahl und Nachwort von Volker Michels, Ulm 1999, S. 197.
Zitiert nach Prosa aus dem Nachlass (Hrsg. Hesse, Nino)

Zeichnung · Zitat am Sonntag

Susanne Haun Zitat am Sonntag – Folge 67 – Hermann Hesse

Das Paradies pflegt sich erst dann als Paradies zu erkennen zu geben, wenn wir aus ihm vertrieben sind.
Hermann Hesse

2005 illustrierte ich von Hesse Piktors Verwandlungen (siehe hier).  Aus diesem Zyklus ist dieses Bild des Mädchens im Paradies.

 

Eines Tages nun verlief sich ein junges Mädchen in jene Gegend des Paradieses - 2005 - 70 x 50 cm - Tusche auf Wildseidenpapier
Eines Tages nun verlief sich ein junges Mädchen in jene Gegend des Paradieses – 2005 – 70 x 50 cm – Tusche auf Wildseidenpapier

 

Mein Sinnbild von Hesse aus dem Jahr 2010:

Hesse oder das Sinnbild - Zeichnung von Susanne Haun - 20 x 15 cm - Tusche auf Bütten
Hesse oder das Sinnbild – Zeichnung von Susanne Haun – 20 x 15 cm – Tusche auf Bütten

Betrachtungen zur Kunst · Pastell · Portraitmalerei · Was es sonst so gibt! · Zeichnung

Schicksalhaftes Portrait – Pastellzeichnung von Susanne Haun

Manchmal kommen mehrere Dinge zusammen, die mich inspirieren.

Entstehung Mädchenkopf - Kohle/Pastellzeichnung von Susanne Haun
Entstehung Mädchenkopf - Kohle/Pastellzeichnung von Susanne Haun

Schon im August (siehe hier) hatte ich meine Conté Carré Kreiden gefunden und mich packte die Lust, die Kreiden auf dem Hahnemühle Kraftblock zu benutzen.

1795 erfindet Nicolas-Jacques Conté den modernen Bleistift, die Kreiden und noch einiges mehr. Als seine Frau stirbt, hört er mit dem Erfinden auf und sagt, er muss ihr nun nicht mehr gefallen. Mir drängt sich ja hier eher der Verdacht auf, dass die Frau vielleicht alles erfunden hat?

Detail Mund Kohlezeichnung von Susanne Haun
Detail Mund Kohlezeichnung von Susanne Haun

Zum Conté Carré und dem Kraftpapier kam zu meiner Inspiration noch das Tractat vom Steppenwolf von Hesse dazu. Ich besitze es zwei mal als Hörbuch, gelesen und mit Anmerkungen und ich habe natürlich auch das Buch, um mir die für mich wichtigen Zeilen in dem widersprüchlich bewerteten Werk zu markieren. Der Steppenwolf war der Anlaß für die Verleihung des Literaturnobelpreises für Hesse (1946).

„Der Steppenwolf hatte also zwei Naturen, eine menschliche und eine wölfische, dies war sein Schicksal, und es mag wohl sein, dass dies Schicksal kein so besonderes seltenes war.“ Herman Hesse im Steppenwolf.

Ich denke auch, dass jeder Mensch immer wieder mit sich selber und mit seinen verschiedenen Möglichkeiten ringt, dem Leben zu begegnen.

Detail aus: Schicksalhaftes Mädchenportrait - Zeichung von Susanne Haun - Kohle und Pastell auf Hahnemühle Kraftpapier - 21 x 30 cm
Detail aus: Schicksalhaftes Mädchenportrait - Zeichung von Susanne Haun - Kohle und Pastell auf Hahnemühle Kraftpapier - 21 x 30 cm

Aber gibt es wirklich ein Schicksal? Etwas, was der Mensch als „gottgegeben“ hinnehmen muss? Eine gute Freundin hat mir einmal gesagt, dass ich eine Suppe, die ich mir eingebrockt nicht alleine auslöffeln muss! Das heißt nicht, dass der Mensch sich vor Verantwortung drücken darf!

Schicksalhaftes Mädchenportrait - Zeichung von Susanne Haun - Kohle und Pastell auf Hahnemühle Kraftpapier - 21 x 30 cm
Schicksalhaftes Mädchenportrait - Zeichung von Susanne Haun - Kohle und Pastell auf Hahnemühle Kraftpapier - 21 x 30 cm

Landschaft · Zeichnung

Die Berge und wie Hesse das Wesen der Kunst sieht – Zeichnung von Susanne Haun

Ich mag die Berge sehr. Sie sind so majestetisch, unangreifbar und bedrohlich.

Die Berge auf dem Weg von Imst nach Innsbruck - Foto von Susanne Haun aus dem Auto heraus
Die Berge auf dem Weg von Imst nach Innsbruck - Foto von Susanne Haun aus dem Auto heraus

Bei unserem kurzen Aufenthalt in Imst, Österreich war nicht viel Zeit zum Zeichnen, und so gehen in die heutige Zeichnung viele meiner Emotionen von den Bergen ein. Die fleissigen Lieschen vorne mit den Regentropfen, die ich bei unserem Spaziergang in Imst spürte, die vielen Fassadengesichter, die uns von den imster Häusern anschauten und bei denen mir war als ob sie die Stützen der Berge und nicht die der Häuser waren und Berge, die die meiste Zeit in Nebel verhüllt ware. Und so kombinierte ich heute all dieses für meine Zeichnung, die die Natur in Imst an einem Herbsttag bei Regen zeigt.

Ich beginne mit einem fleissigen Lieschen - Zeichnung von Susanne Haun
Ich beginne mit einem fleissigen Lieschen - Zeichnung von Susanne Haun

In der Lektüre für Minuten wird Herman Hesse wie folgt zitiert:

„Es gehört zum Wesen der Kunst, dass sie Realität zu gesteigertem Ausdruck bringt und einen geheimen Sinn der Natur enthüllt, den zu finden oder zu erdichten dem Menschen ein uraltes Bedürfnis ist.“

Das, was ich in meinen Bildern darstelle, dafür hat Hesse die Worte gefunden.
Halt, hier hat sich wohl ein Fehler eingeschlichen, Hesses Worte waren vor meinen Bildern da…..

Naturgewalt Berg - Zeichnung von Susanne Haun - 48 x 36 cm - Tusche auf Bütten
Naturgewalt Berg - Zeichnung von Susanne Haun - 48 x 36 cm - Tusche auf Bütten

Blumen und Pflanzen · Stillleben · Zeichnung

Farben des Glücks – Zeichnung von Susanne Haun

Einmal im Monat packt mich die Farbe und ich empfinde es als unerhörtes Glück in den Farben meines Aquarellskasten zu schwelgen.

Ausschnitt Stillleben von Susanne Haun
Ausschnitt Stillleben von Susanne Haun

In Hesses Lektüren für Minuten habe ich folgendes gefunden:
„Mein Glück bestand aus dem gleichen Geheimnis wie das Glück der Träume, es bestand aus der Freiheit, alles irgend Erdenkliche gleichzeitig zu erleben, Außen und Innen spielend zu vertauschen, Zeit und Raum wie Kulissen zu verschieben.(958)“

Arbeitstisch von Susanne Haun
Arbeitstisch von Susanne Haun

Ich habe meine Kulissen für mein heutiges Stillleben auf meinem Tisch auf dem Balkon aufgebaut. Die Gegenstände aufzubauen und zu vertauschen, bis sie mir gefallen, macht mir genauso viel Freude wie das Malen danach. Meine Fundstücke habe ich von Flohmärkten und Trödelläden. Ich habe immer ein Auge auf und sammle ….

Stillleben - Zeichnung von Susanne Haun - 36 x 48 cm - Aquarell und Tusche auf Bütten
Stillleben - Zeichnung von Susanne Haun - 36 x 48 cm - Aquarell und Tusche auf Bütten

Hermann Hesse - Piktors Verwandlungen · Illustration · Was es sonst so gibt! · Zeichnung

Glücksmomente und Piktors Verwandlungen – Zeichnungen von Susanne Haun

Inspiriert vom Marketing Blog von Anne Schüller habe ich mir überlegt, was wir täglich an Glücksmomenten in unsere unmittelbare Umgebung verschenken können.

Eine andere lachte ihn an und streckte ihm eine gebogene rote Zunge lang entgegen - 2005 - 70 x 50 cm - Tusche auf Wildseidenpapier
Eine andere lachte ihn an und streckte ihm eine gebogene rote Zunge lang entgegen - 2005 - 70 x 50 cm - Tusche auf Wildseidenpapier

– Freundlichkeit – also ein Lächeln
– Freude bei der Arbeit
– KAFFEE oder Wasser
(Es ist unglaublich, wie oft ich meine Bilder für eine Ausstellung aufgehangen habe, um die Räume anderer zu schmücken und mir nicht einmal ein Glas Wasser angeboten wurde!)
– Kleine Anekdoten – Smalltalks
– DANKE und BITTE also gute Kinderstube (das können wir unseren Kindern schon beibringen, die haben es dann leichter!)
– Großzügigkeit und Respekt

Eigentlich sind das alles Formen des normalen Umgangs miteinander und trotzdem findet man diese Dinge so selten …

Ich erzähle euch heute die Geschichte von Hesses Piktor weiter und wünsche euch einen schönen Start ins Wochenende.

Hermann Hesse - Piktors Verwandlungen · Illustration · Zeichnung

Bist du der Baum des Lebens – Zeichnung von Susanne Haun nach Hermann Hesse

In den Trödelhallen in Berlin Wedding, wo früher das Rewe war, wo ich unsere Wochenendeinkäufe tätigte und wo noch früher das Kino war, in dem meineEltern, als sie noch so jung waren, das sie nicht einmal an mich oder meinen Bruder dachten, die s/w Filme Hitchcocks sahen, entdeckte ich einen Schatz:

Das Buch „Märchen“ von Hermann Hesse (siehe auch mein Portrait) aus dem Fischer Taschenbuchverlag von 1955. Es kostete damals DM 2,80 – ich habe es für 50 Cent erstanden.

Bist du der Baum des Lebens? - Zeichnung von Susanne Haun - Tusche auf Wildseidenpapier - 70 x 50 cm - 2005
Bist du der Baum des Lebens? - Zeichnung von Susanne Haun - Tusche auf Wildseidenpapier - 70 x 50 cm - 2005

1955 steht über dieses Buch unter anderem vorne im Umschlagtext:
„Märchen sind ein seltenes Geschenk geworden in einer Welt, die des Zaubers beraubt zu sein scheint.“

55 Jahre später flüchtet sich unsere Welt in die Märchen hinein. Ich denke da an Filme wie „Der Herr der Ringe“ und „Avatar“ und ich denke an die Online Games wie „WOW“ und „Second Life“. Die Menschen heute – wir – flüchten uns in eine „Schöne neue Welt“ und verdrängen immer mehr die gesellschaftlichen, politischen und menschlichen Probleme. Die Diskussionen über diese Themen scheinen einzuschlafen. Bekommen wir Brot und Spiele?

Vor 55 Jahren stand die grausame Realität des 2. Weltkrieges und auch des 1. noch vor den Augen der Menschen. Diese Generationen sterben aus. Mein Vater war genau 9 Jahre bei Kriegsende, er hat viel Leid gesehen und erlebt. Jetzt ist er 73 Jahre.

Der neue Falter aber, der frohe bunte Vogelschmetterling - Zeichnung von Susanne Haun - Tusche auf Wildseidenpapier - 70 x 50 cm - 2005
Der neue Falter aber, der frohe bunte Vogelschmetterling - Zeichnung von Susanne Haun - Tusche auf Wildseidenpapier - 70 x 50 cm - 2005

Das letzte Märchen im Buch ist „Piktors Verwandlungen“. Fünf Jahre ist es her, da gab mir die damalige Dresdner BWL Studentin und Galeristin Ines Richter die Geschichte von Piktor zu lesen und ich fertigte eine Serie mit 70 x 50 cm Tuschezeichnungen an. Ines war enttäuscht, sie dachte, ich benutze viel Farbe. Aber schon damals erklärte ich ihr, dass ich diese kreative Leistung, die Farben zu finden, vom Betrachter erwarte. Siehe auch hier mein Blogbeitrag.

Für die Ausstellung in der Klostergalerie Zehdenick 2007 hatte ich noch nicht die Entscheidung getroffen, mich auf die Zeichnung zu konzentrieren. So könnt ihr hier auch noch Acrylleinwände von mir sehen.

Klostergalerie Zehdenick 2007 - Ausstellung von Susanne Haun
Klostergalerie Zehdenick 2007 - Ausstellung von Susanne Haun