Susanne Haun

Einladung zur Ausstellungseröffnung Querbrüche Obdachlos – Gabriele D.R.Guenther und Susanne Haun

Posted in Ausstellung, Querbruch-Obdachlos, Zeichnung by Susanne Haun on 14. September 2018

 

Am 2. November 2018 ist es soweit, die Ausstellung Querbrüche – Obdachlos wird im  Café Motte , Nazarethkirchstraße 40, 13347 Berlin ab 19 Uhr eröffnet.

Das Café Motte ist gleichzeitig Café, Bar und Galerie und wurde im Mai diesen Jahres von der Familie Kottmann eröffnet. Hier im Weddingweiser erfahrt ihr mehr über dieses ungewöhnliche Café darüber.

Die Kunsthistorikerin Meike Lander wird eine Einführung in die Ausstellung geben.

Die Ausstellung im Café Motte ist vom 2. – 11. November zu besichtigen. Öffnungszeiten von 12 bis 0 Uhr.

Gleichzeitig werden Werke von uns in der Schiller-Bibliothek, Müllerstraße 149, 13347 Berlin in der Galerie im 1. OG vom 5.11. – 28.12.2018 gezeigt.
Öffnungszeiten
Mo – Fr 10:00 – 19:30, Sa 10:00 – 14:00 Uhr

Die Ausstellung wird vom Gebietfond 2018 unterstützt: „Mit dem Gebietsfonds können für das Aktive Zentrum Müllerstraße kleine und große Ideen, Projekte, Aktionen unterstützt werden, die positive Effekte für das Aktive Zentrum Gebiet Müllerstraße haben. Bürgerinnen und Bürger, aktive Interessierte, Engagierte und Neugierige können ihre Ideen einreichen und so spannende Projekte sowie die Entwicklung vor der eigenen Haustür mitgestalten.Nach dem Aufruf, der in der Regel im Herbst stattfindet, entscheidet eine Jury über die Projekte, die im darauffolgenden Jahr aus Fördermitteln des Aktiven Zentrums mit 50% der Kosten unterstützt werden.“ heisst es auf der Internetpräsentation der Müllerstraße (siehe hier).

Beim Entwurf der Einladungskarte haben Gabriele und ich uns an die Einladung Querbrüche vom letzten Jahr gehalten (siehe hier).

 

Einladung Querbrüche Obdachlos Susanne Haun und Gabriele D.R. Guenther

 

Einladung Querbrüche Obdachlos Susanne Haun und Gabriele D.R. Guenther

Einladung Querbrüche Obdachlos Susanne Haun und Gabriele D.R. Guenther

 

Programm während der Ausstellungsdauerim Café Motte:

Freitag, den 2.11.2018

19 Uhr Eröffnung im Café Motte

Einführung
in die Ausstellung durch
Meike Lander, Kunsthistorikerin

Mittwoch, den 7.11.2018

14 Uhr Suppenküche
Simit Evi
Café und Simit House
Müllerstraße 147, 13353 Berlin

19 Uhr Diskussionen mit Betroffenen
im Café Motte

Freitag, den 9.11.2018

17 Uhr Führung durch die Ausstellung
Treffpunkt:
Schiller-Bibliothek
zum Café Motte

 

Jörg sitzt seit 15 Jahren vor Karstadt – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Ausstellung, Projekt Obdachlos, Querbruch-Obdachlos, Zeichnung by Susanne Haun on 10. September 2018

 

Jörg, 48 Jahre alt, habe ich in den letzten 15 Jahren sicher oft vor Karstadt am Leopoldplatz gesehen aber nicht wahrgenommen.

Er sitzt mit s seiner Hündin Kira immer an der selben Stelle. Er schlafe bei einem Kumpel, berichtete er mir. Er mag das Leben auf der Straße, seinen Besitz hat er um sich gruppiert. Jörg liest gerade Sara von Stephen King. Das Buch hat er von einer Passantin bekommen. Während ich neben ihm auf dem Boden sitze, kommen 2 Frauen vorbei und geben Geld in seinen zerbeulten Plastiktrinkbecher. Als ich schon einige Meter weiter bin, sehe ich, dass er von einer anderen Frau etwas zu essen bekommt.

Jörg hat nichts dagegen, dass ich ihn zeichne und fotografiere. Meinen ersten Eindruck von ihm habe ich in lotusgrüner Tusche festgehalten. Ich werde ihm die Zeichnung zeigen und auch alles, was ich noch aus unerem Gespräch in Kunst umsetze.

 

Jörg - seit 15 Jahren vor Karstadt - 30 x 40 cm - Tusche auf Hahnemühle Auqarellkarton - Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild Kunst, Bonn 2018

Jörg – seit 15 Jahren vor Karstadt – 30 x 40 cm – Tusche auf Hahnemühle Auqarellkarton – Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild Kunst, Bonn 2018

 

 

Selbstbetrachtung einer Obdachlosen

Posted in Ausstellung, Projekt Obdachlos, Querbruch-Obdachlos, Zeichnung by Susanne Haun on 7. September 2018

 

Seit einigen Tagen spreche ich auf meinen Wegen durch den Wedding Obdachlose an.

So traurig es ist, bei jedem kleinsten Weg finde ich jemand, die / der mir entweder noch nicht aufgefallen ist oder wo ich vor unserem Ausstellungsprojekt „Querbrüche – Obdachlos“ noch nicht geschaut habe. Warum habe ich nicht gesehen? Ich bin Künstlerin und eigentlich ist es doch meine Arbeit, zu sehen und widerzugeben.

 

Obdachlos - Das Paradies kann warten - Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild Kunst, Bonn 2018

Obdachlos – Das Paradies kann warten – Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild Kunst, Bonn 2018

 

Ich habe mit Nina vom Eichhörnchenverlag darüber diskutiert. Empfinden wir eine Scham, das Elend näher zu betrachten? Schauen wir weg? Trauen wir uns nur die leeren Schlafplätze und den Besitz der auf der Straße lebenden zu betrachten? Das sind Fragen, die ich künstlerisch untersuche.

Eigentlich wollte ich von den Gesprächen in chronologischer Reihenfolge berichten. Aber das Gespräch heute hat mich sehr aufgewühlt. Ich habe mit einer Frau gesprochen, die an verschiedenen Ecken um den Leopoldplatz sitzt. Sie besitzt nur noch einen Zahn unten ist schätzungsweise zwischen 25 und 40 Jahre alt, etwas korpulent, sehr schmutzig und ich sehe sie oft mitten auf dem Bürgersteig schlafen. Ich vermutete, dass sie keine Scham kennt und so war das Gespräch, was ich mit ihr führte eine große Überraschung für mich.

Sie wollte mir ihren Namen nicht nennen, sie möchte nicht von mir gezeichnet werden und schon gar kein Foto von sich bei der Ausstellung sehen aber ich darf über sie schreiben.

Sie sei nicht obdachlos, erzählte sie mir. Ihre Freizeit sei stark beschränkt, sie würde Putzaufgaben haben, die Landwirdschaft machen und sei in ihrer Arbeit integriert. Sie hätte soviel Häuser, Burgen und Schlösser zu putzen. Sie wohne im Himmelsland im Sicherheitsland der Kirche. Sie wäre zufrieden und liest kirchenbezogene Schriften oder jahreszeiten bezogene Literatur. Sie findet nicht, dass sie in die Obdachlosenszene hereinpasst, sie sei in zwangsmäßiger Not in Bezug auf ihre Arbeit.

Sie meinte das ganz ernst. Ist es Verdrängung der eigenen Situation? Ist sie krank? Kann man ihr helfen? Ich bin überfordert. Als ich im gehen bin, bekommt sie ein warmes Brötchen von einer Passantin. Sie schaut das Brötchen gerührt an.

Wenn ich mit den Betroffenen spreche, dann setzte ich mich zu ihnen auf den Boden der Straße. Eine Familie kam während des Gesprächs vorbei und der Mann sagte abfällig, dass nun schon zwei Frauen da säßen. Mit der zweiten Frau meinte er mich. Ich weiss immer noch nicht, wie ich das emotional bei mir und generell in mein Denken einordnen soll.

Die Zeichnungen sind nicht im Zusammenhang mit dem Interview entstanden, sondern es sind Beobachtungen der letzten Wochen in Berlin, Wedding.

 

 

 

Individuum – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Berühmt, Marker, Marker, Portraitmalerei, Selbstbildnisse, Zeichnung by Susanne Haun on 21. August 2015

In Facebook macht uns Friederike Haufe  auf ein Interview mit Rafik Schami im Deutschlandfunk (siehe hier) zu seinem neuen Buch aufmerksam.

 

Selbst (c) Zeichnung mit Marker von Susanne Haun

Selbst (c) Zeichnung mit Marker von Susanne Haun

 

Das Interview ist sehr hörenswert. Ich bin ein Fan von Rafik Schamis Büchern und habe viele davon gehört. In diesem Interview redet er von unterschiedlichen „Lebenskonzepten“ in Europa und in den arabischen Ländern. In Europa ist das Individuum und in den arabischen Ländern die Sippe maßgeblich.  „Wie“ stellt er die Frage, „soll eine Demokratie ohne Individuum funktionieren?“. Das ist eine gute Frage. Ist das überhaupt möglich?

 

Norfretete (c) Zeichnung mit Marker von Susanne Haun

Norfretete (c) Zeichnung mit Marker von Susanne Haun

 

Letzte Woche habe ich mir eine kleine Kollektion Markerstifte gekauft. Sie gibt es seit wenigen Jahren auf dem Markt und mir stand der Sinn danach, auch einmal ein modernes Material auszuprobieren. Es kostet Überwindung seine üblichen, wohlbekannten und geliebten Materialien zu verlassen und sich dem Neuen zuzuwenden.

Da die Marker nicht lichtecht sind, sind sie etwas für Skizzenbücher. Vielleicht nehme ich sie zur nächsten Reise mit. Es ist wichtig, darauf zu achten, dass für die Marker spezielle Skizzenbücher mit beschichteten Papier oder Mangapapiere notwendig sind.

Ich habe mir ein A5 Skizzenbuch zur Hand genommen und ein paar Portraits im laufe der letzten Woche gezeichnet.

 

Moltke (c) Zeichnung mit Marker von Susanne Haun

Moltke (c) Zeichnung mit Marker von Susanne Haun

 

 

 

Ich bin sehr beeindruckt vom Charisma der Hannah Arendt – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Berühmt, Geschichte, Portraitmalerei, Zeichnung by Susanne Haun on 22. November 2014

Hannah Arendt hat mich noch nicht losgelassen.

Ich hörte auf youtube „Hannah Arendt im Gespräch mit Günter Gaus“.
Das Gespräch fand am 26.10.1964 statt, ein halbes Jahr vor meiner Geburt.

Meine Vorstellung von Hannah Arendt (c) Zeichnung von Susanne Haun

Meine Vorstellung von Hannah Arendt (c) Zeichnung von Susanne Haun

Interessant ist nicht nur die politische und philosophische Sicht der Hannah Arendt, ich finde auch interessant, wie sie „die Frau“ in der Gesellschaft sieht. Sie sieht es zum Beispiel als unweiblich an, Anweisungen zu geben. Eine Tätigkeit, die heute in vielen Berufen, die selbstverständlich auch von Frauen ausgeübt werden, zum normalen Arbeitsalltag gehört.

Frau Arendt raucht während des Interviews im Fernsehen. Wie hat sich doch unsere Sicht auf unsere eigene Gesundheit verändert!

Ich kann jedem nur empfehlen, sich die Stunde Zeit zu nehmen und dieses Stück Geschichte anzuschauen. Ich empfinde es heute als genauso brisant wie vor 50 Jahren.

Während des Interviews habe ich in schnellen Zeichnungen Hannah Arendt gezeichnet. Es war nicht einfach, dieses wache, bewegte, lebendige Gesicht festzuhalten.

Der einsame Künstler und Widder und Ratte – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Tiere, Zeichnung by Susanne Haun on 20. Februar 2012

„Einsamkeit gehört zur Malerei dazu und zur Literatur.“ Daniel Richter

Jeden Sonntag ist im Tagesspiegel ein Interview mit einer berühmten Persönlichkeit abgedruckt. Ich freue mich schon beim Herausholen der Zeitung aus dem Briefkasten auf das Interview. Wer interessiert ist, kann hier das Interview von Kolja Reichert mit Daniel Richter lesen.
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Widder - Zeichnung von Susanne Haun - Tusche auf Bütten - 20 x 20 cm

Widder - Zeichnung von Susanne Haun - Tusche auf Bütten - 20 x 20 cm


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Daniel Richter ist der Ansicht, dass sich die meisten Maler für die Malerei entscheiden, weil man in seinem Raum (Atelier) ein Teenagerdasein führen kann: Platten hören, sortieren, Bücher lesen… ein interessanter Ansatz. Vor allem sind es alles Tätigkeiten, denen ich auch gerne nachgehe aber nicht nur im Atelier sondern auch zu hause. Ich kann stundenlang mit iPode und Kopfhörer Dinge von links nach rechts sortieren. Ist es etwa ein Kriterium für Künstler? 🙂

Beim Fotos sortieren sind mir zwei Tierfotos in die Hände gefallen, die mich heute zum zeichnen reizten: ein Widder an der Straße und Dominique Niehoffs Ratte.

Ich wünsche euch einen schönen Wochenbeginn!
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Ratte - Zeichnung von Susanne Haun - Tusche auf Bütten - 20 x 20 cm

Ratte - Zeichnung von Susanne Haun - Tusche auf Bütten - 20 x 20 cm


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Der einsame Künstler und Widder und Ratte – Zeichnungen von Susanne Haun

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